Masterssieger Stephan Kallab gewinnt auch das 1. Saison-

Turnier auf der Future-Tour

Der Sieger des letzten Challenger-Turniers der vergangenen Saison auf der Future-Tour ist auch Sieger des ersten Saisonbewerbs im neuen Jahr. Masterssieger Stephan Kallab triumphierte beim Saisonauftakt der Future-Tour im Tennispoint Vienna, feierte seinen zweiten Karriere-Titel und meldete bei der Konkurrenz gleich beim ersten Antreten ganz klar seine Anwartschaft auf die Nummer 1 Position unter den Youngsters der Hobby-Tennis-Tour an. Ein Bericht von C.L

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4 Monate zwischen dem Sensations-Masterssieg und der Bestätigung mit Titel Nr. 2

Über vier Monate lag er zurück, dieser unglaubliche 19. Oktober 2007 an dem ein 12jähriges Trumauer Tennistalent zu seinem bislang größten Karriere-Erfolg ansetzte. Vergessen ist jener Finalsonntag von letzten Oktober freilich bei vielen Tour-Insidern noch immer nicht. Kein Wunder, sorgte doch Stephan Kallab damals mit einer sensationellen Leistung für einen noch sensationelleren Turnierverlauf. Nur als Ersatzmann bekam er durch die krankheitsbedingte Absage der Glatzl-Geschwister seine Chance zur Teilnahme, nahm völlig unbeachtet und als totaler Underdog den Kampf mit den damaligen Challenger-Giganten Djordjic, Pliemitscher & Co auf, und entschied diesen letztlich trotz Niederlage im ersten Gruppenmatch in unnachahmlicher Art und Weise für sich. Der junge Niederösterreicher kürte sich zum Überraschungs-Masterssieger 2007 und stahl den bisherigen Saison-Dominatoren die Show. Noch mehr als die sensationellen Resultate begeisterte das Publikum aber die Art und Weise, wie Kallab seinen ersten Erfolg fixierte. Mit purer Leidenschaft, unendlichem Kampfgeist und dem besonderen Etwas für die engen Situationen.

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Das Fehlen des 7fachen Vorjahres-Saisonsiegers Marcel Pliemitscher motivierte die beinahe vollständig angetretene Challenger-Elite beim ersten Saisonturnier

Für alle die damals an diesem 19. Oktober 2007 nicht live vor Ort waren, gab der mittlerweile 13jährige Trumauer am ersten Future-Tour-Tag des neuen Jahres quasi eine Zugabe und seine Visitenkarte bei den bisherigen Challenger-Top-Stars erneut ab. Kallab stand zwar auch beim ersten Saisonturnier der Hobby-Tennis-Tour-Nachwuchs-Serie im Halbfinale schon vor dem Aus, am Ende aber doch wieder mit dem Pokal in Händen bei der Siegerehrung. In Abwesenheit des Blinddarm operierten Ranglisten-Zweiten Marcel Pliemitscher machten sich viele der Nachwuchs-Cracks Hoffnungen auf einen optimalen Saisonstart. Immerhin hatte Pliemitscher im Vorjahr gleich sieben Saisonturniere für sich entschieden und damit ein großes Stück vom Challenger-Kuchen vernascht. Sein Fehlen schien die beinahe vollständig angetretenen Challenger-Elite noch ein bißchen mehr zu motivieren. Der Schweizer Jungstar Horst Gfeller wollte in Abwesenheit seines Freundes zum ersten Titelgewinn ausholen, die bosnische Ranglisten-Erste Bozana Djordjic ihre Erfolglosigkeit mit dem ersten Turniersieg seit 13. Mai 2007 beenden und der Second-Series erprobte Robert Heuberger seine Erfahrungen von der Hobby-Tennis-Tour auf Jugendebene umsetzen.

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Im Semifinale deklassiert Heuberger die Ranglisten-Erste Djordjic und Masterssieger Kallab fightet in einer superspannenden Tie-Break-Entscheidung den Schweizer Horst Gfeller nieder

So richtig interessant wurde das Saisoneröffnungsturnier freilich erst ab dem Semifinale, setzten sich die Favoriten in der Runde davor doch locker und leicht durch. In diesem ersten Saisonhalbfinale war dann nur einer der vier Protagonisten so richtig locker und gelöst. Robert Heuberger strahlte nach seinem klaren 6:1 Erfolg über Bozana Djordjic nicht nur über das souverän absolvierte Vorschluss-Runden-Match, sondern auch jede Menge Zuversicht für das große Finale aus. “Ich freue mich über den Sieg gegen die Bozana und ich glaube das ich das Turnier gewinnen werde. Vorallem wenn der Horst im zweiten Semifinale den Stephan schlägt”, erklärte der 13jährige Heuberger-Junior mit breitem Grinsen. Kein Wunder, gilt dieser “Horst” Gfeller doch als absoluter Lieblingsgegner des Djordjic-Bezwingers. Dreimal standen sich Heuberger und Gfeller bislang auf der Future-Tour gegenüber, und eben so oft ging der Schweizer Jungstar als Verlierer vom Platz. Und sogar auf der Hobby-Tennis-Tour ging das bislang einzige Duell der beiden Juniors an den Heuberger-Spross. So hoffte Robert beim Beobachten des zweiten Semifinales zwischen Gfeller und Kallab auf einen vollen Erfolg des Schweizers. Jeder Punkt- und Game-Gewinn Gfellers wurde da mit einem zufriedenen Lächeln zur Kenntnis genommen. Hoffnungsfroh lauschte Heuberger der Anfangsphase dieses zweiten Vorschluss-Runden-Duells, zumal Gfeller zunächst die Akzente setzte und sich eine sicher scheinende 4:2 Führung erarbeitet hatte. Doch mit Fortdauer des Spieles litt der Heuberger-Junior mit seinem Lieblings-Final-Gegner mit. Weil Gfeller die beachtliche Start-Performance nicht konstant durch die Partie brachte, und auf der anderen Seite der junge Mann für die außergewöhnlichen Match-Situationen langsam aber sicher warm wurde. Wenn ein Match eng wird, ihm ein Spiel zu entgleiten droht, dann wacht der Masterssieger aus Trumau so richtig auf. Dann ist Kallab-Time und der 13jährige nicht mehr aufzuhalten. Wenn die Konkurrenz “nasse Hände und zittrige Knie” bekommt, blüht der “Junior ohne Nerven” erst so richtig auf. Auch diesmal, wo Kallab zwei Matchbälle abwehrte, ehe er im Tie-Break sein Final-Ticket löste.

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Stephan Kallab spielt ungefährdeten Finalsieg über Robert Heuberger nach Hause

Kallab hatte also den halbfinalen Tie-Break-Krimi für sich entschieden, und damit schon die Basis für seinen zweiten Karriere-Erfolg gelegt. Mit Selbstvertrauen plötzlich vollgepumpt, traf der junge Niederösterreicher auf einen Robert Heuberger, der sich um die Nuance zu früh gefreut hatte, und sich auf einmal nicht dem gewünschten Lieblingsgegner aus der Schweiz, sondern dem kampfkräftigen Masterssieger aus Trumau gegenüber sah. Was im Normalfall für den großgewachsenen und spielstarken 13jährigen auch kein Problem wäre. Doch Heuberger wirkte in diesem ersten Saisonfinale von Beginn an gehemmt, spielte in keiner Phase sein großes Potential aus, und war eigentlich recht rasch auf der Verliererstrasse. Nie hatte man den Eindruck, dass sich Kallab seinen zweiten Karriere-Titel nehmen läßt, und nie auch das Gefühl, dass Heuberger den Turbo zünden und der Partie die nötige Wende geben könnte. Am Ende spielte Stephan Kallab einen ungefährdeten Sieg heim, jubelte über seinen zweiten Karriere-Titel und die erstmalige Führung im Challenger-Ranking.

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Schneeberger gewinnt B-Bewerb und Christoph Kallab als Geheimwaffe für Bambini-Super-Star Radina Rakic gehandelt

Den Titel im B-Bewerb holte sich Stefan Schneeberger, der sich nach seiner 2:6 Viertelfinal-Niederlage gegen Horst Gfeller mit dem Erfolg in der Trostrunde schadlos hielt. Dort behielt der 2fache Saisonsieger des Vorjahres gegen den nächsten Spross der Kallab-Familie die Oberhand. Der jüngere Bruder des Masterssiegers heißt Christoph und ist längst auf den Spuren Stephans unterwegs. Im Viertelfinale gegen die Ranglisten-Erste Bozana Djordjic legte “Chrisi” eine feine Talentprobe ab. Noch bekannter könnte Christoph Kallab aber in den nächsten Wochen werden. Nämlich dann, wenn er als Geheimwaffe im Bambini-Bewerb auf die Seriensiegerin Radina Rakic losgelassen wird, und womöglich die Solo-Show der Kleinfeld-Königin beendet. Wir werden das Super-Duell mit Spannung verfolgen.

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Claus Lippert, 19. März 2008