Mai-Grand-Slam-Generalprobe beim TC Top Serve ist angelaufen

1995 war es, da stand schon einmal eine Auflage des Mai-HTT-500-Turniers auf dem Programm! Die Premieren-Veranstaltung – damals allerdings noch unter dem Namen “Mai-Grand-Prix” – sollte aber nach nur einmaliger Austragung wieder aus dem Tour-Kalender verschwinden. Weil ein Jahr später die heutige Masters-Series-1000-Turnierreihe (ehemals Super-4) Aufnahme im Circuit fand, und das Mai-Super-4-Turnier fortan den “Grand-Prix” ersetzte. Erst 12 Jahre später gab es das Mai-Grand-Prix-Comeback, und seither gilt das Event vorallem für die Topspieler als sowas wie die Generalprobe für die “French Open der HTT”. Das Mai-HTT-500-Turnier ist die “letzte Ausfahrt” vor dem ultimativen Höhepunkt der Sandplatz-Saison, und damit für die Asse auch die letzte Gelegenheit für einen Formcheck auf roter Asche. Ob es freilich ratsam ist, die letzte Station auf dem Weg zum Mai-Grand-Slam mit der Siegestrophäe in Händen zu beenden, muss – zumindest aus statistischer Sicht – bezweifelt werden. Denn keiner der namhaften Tourstars, die sich in der Vergangenheit in die hochkarätig besetzte Siegerliste des Mai-HTT-500-Turniers eintragen konnten, war eine Woche später beim bedeutendsten und wichtigsten Sandplatz-Turnier der Hobby-Tennis-Szene neuerlich bei der Siegerehrung zu Gast. Ob Titelverteidiger Fabian Mayrhuber abergläubisch ist, und deshalb aus Angst um seine persönliche Karriere-Mission “Mai-Grand-Slam-Titel”, gleich vorsorglich auf einen Mai-HTT-500-Start verzichtet hat? Ein Bericht vom ersten Spieltag von C.L

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Noch nie konnte ein Mai-HTT-500-Champion in der Folge auch bei den “French Open der Hobby-Tennis-Tour” gewinnen

Klaus Hofers Triumph beim Mai-Grand-Prix-Pilot in der Saison 1995 liegt unglaubliche 17 Jahre zurück, und seine vier Siege auf dem Weg zum Titelgewinn über die Herren Jovan Milanovic, Martin Stockerer, Christian Kainz und Claus Lippert sind anno 2012 nicht mehr als antiquarische Erinnerungen. Schon frischer sind da die Eindrücke der letzten fünf Mai-HTT-500-Auflagen. 2007 beim Mai-GP-Comeback schlug Deutschlands Robin Douglas zu, der in einer “Final-Farce” den empörten Martin Kova deklassierte. Die 2008er-Ausgabe wurde zur Solo-Show des Andreas Harbarth, der mit Ausnahme des drei Sätze dauernden Endspieles gegen Thomas Müller, eine chancenlose Konkurrenz düpierte und seinen 15. Karriere-Titel eroberte. 2009 untermauerte Olympiasieger Christoph Mayer aus Kärnten mit seinem zweiten großen Sandplatz-Titel binnen weniger Wochen seine Favoritenstellung für das kurz danach stattfindende Major-Highlight auf Sand. 2010 gewann der Tiroler Thomas Guem eine nasse und teilweise sogar in der Halle ausgetragene fünfte Mai-GP-Auflage, ehe im Vorjahr Fabian Mayrhuber mit dem Mai-HTT-500-Triumph seine bislang beste – und am letzten Wochenende mit der Nummer 1 endende – Saison einleitete. Was die erwähnten stolzen Mai-HTT-500-Champions aber in negativer Hinsicht allesamt miteinander verbindet, ist eben die Tatsache, dass ihnen der große Coup beim Mai-Grand-Slam-Turnier im selben Jahr verwährt blieb.

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Mario Kiss und Markus Kurzemann – das zuletzt nicht gerade erfolgsverwöhnte Duo soll für ein Traumfinale sorgen

Ob dieser Mai-HTT-500-Fluch die Favoriten der aktuellen Ausgabe interessiert? Wohl kaum, denn Mario Kiss und Markus Kurzemann wären wohl heilfroh, mit einem Erfolgserlebnis zu den “French Open der Hobby-Tennis-Tour” anreisen zu können. Vorallem der an Nummer 1 gesetzte Mario Kiss wartet schon unglaubliche 37 erfolglos absolvierte Turnierstarts auf einen vollen Erfolg. Im März 2010 nahm der ehemalige Ranglisten-Erste seinen letzten Pokal entgegen, es wäre also höchst an der Zeit, für den 10. Titel seiner Karriere. Vergleichsweise kurz nimmt sich da die Durststrecke des hier an Nummer 2 gesetzten Markus Kurzemann aus. Der Vorarlberger feierte vor rund 11 Monaten beim Juni-HTT-500-Turnier seinen letzten Titelgewinn, und auch er wäre wohl kaum abgeneigt, mit einem Erfolgserlebnis das größte und wichtigste Sandplatz-Turnier für Hobby-Tennis-Spieler in Angriff nehmen zu können. Neben den beiden Topfavortiten schlägt mit Christoph Kramer zwar nur mehr ein weiterer Top-Ten-Spieler an diesem Wochenende in der Simmeringer Leberstraße auf, aufgelegt ist das prognostizierte Traumfinale deswegen aber noch lange nicht. Dafür könnte nämlich eine Vielzahl an verdienten und spielstarken Gegnern sorgen, die angeführt von Ex-Wimbledonsieger Thomas Müller, dem Titel-Aspiranten-Duo einerseits in die Suppe spucken könnten, und andererseits mit Topleistungen selbst für die ein oder andere Überraschung gut sind.

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Christoph Straninger deklassiert Olympiasiegerin Ines Kreilinger

Den ersten Beweis dafür lieferte am Freitag Nachmittag der Mai-Grand-Slam-Halbfinalist des letzten Jahres Christoph Straninger ab. Der 30jährige aus Neumarkt an der Ybbs fertigte zum Auftakt Olympiasiegerin Ines Kreilinger mit 6:3, 6:0 ab, und brachte sich für alle Gegner – die den Niederösterreicher aufgrund seiner viermonatigen Pause womöglich schon vergessen  hatten – in nachhaltige Erinnerung. Straninger dominierte den am Centercourt ausgetragenen “battle of sexes” mit der Ranglisten-Elften aus Oberösterreich nach Belieben, und war nach kaum einer Stunde Spielzeit schon wieder frohen Mutes auf der Autobahn A1 in Richtung Heimat unterwegs. Jetzt war eine völlig indisponiert wirkende Olympiasiegerin zwar nicht der Gradmesser schlechthin, die eigene Leistung stellte den Neumarkter aber doch zufrieden. “Ich war an der Grundlinie heute sehr sicher. Mein Spiel hat extrem gut funktioniert, ich bin guter Dinge für die kommenden Aufgaben. Überrascht war ich nur von der Vorstellung meiner Gegnerin. Da hatte ich viel mehr erwartet. Ich habe mich heute noch im Internet auf der Homepage schlau gemacht, und ganz tolle Resultate von ihr gefunden”, so der 30jährige, der nun am Samstag auf den Sieger der Partie Rares Maftei gegen Manuel Trost treffen wird.

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Thomas Müller feiert im Eröffnungsspiel am Centercourt gegen Daniel Elender den 100. Einzelsieg seiner Karriere

Er ist nur mehr die Nummer 47 der aktuellen HTT-Computer-Rangliste, und damit so schlecht wie letztmalig im Jänner 2008 platziert. Thomas Müller, Wimbledonsieger der Hobby-Tennis-Tour von 2009 und im gleichen Jahr für 13 Wochen Nummer 1 der Entry-List, ist in den Niederungen des Circuits verschwunden. Der extreme Absturz im Ranking ist für die heurige Saison wohl damit erklärt, dass “Tom Turbo” wie er von seinen Konkurrenten zu Glanzzeiten genannt wurde, bislang nur zwei Mal zu Jahresbeginn im Einsatz war. Der generell entstandene Abstand zur absoluten Elite, begründete sich aber mit zwei titellosen Saisonen, die der 42jährige sowohl 2010 als auch 2011 ablieferte. Er, der dreifache Masters-Teilnehmer, bekannt für exzellentes Flugballspiel, König der Rasensaison 2009 und immer dann besonders stark und effizient, wenn in heiklen und engen Situationen die big points anstanden, hat in den letzten Monaten sehr viel an Reputation verloren. Wenn die aktuelle Top-Ten-Elite untereinander die aussichtsreichsten Favoriten für jeweils anstehende Großereignisse diskutiert, dann fällt kaum noch der Name Thomas Müller. Dabei hat der WAC-Star noch immer alle Anlagen, jedem einzelnen der aktuellen Top-Stars mehr als nur gefährlich zu werden. Das weitaus größere Problem sieht Müller aber im Faktor Alter, und da vorallem in der Regeneration. “Als 40+Akteur, verarbeitet dein Körper lange und intensive Partien nicht mehr im gleichen Tempo und Ausmaß wie bei einem 20jährigen”, weiß der Wahl-Niederösterreicher. Nun, vor dem achtelfinalen Schlagerspiel gegen Markus Kurzemann bleiben dem 42jährigen exakt 21 Stunden Zeit, um sich von seiner Auftakt-Begegnung mit Daniel Elender zu erholen. Die knapp 90 Minuten, die der 5fache Turniersieger am Centercourt benötigte, um seinen oberösterreichischen Gegner vor den Augen der auf Wien-Besuch weilenden Elender-Familie mit 6:3, 7:5 zu verabschieden, werden aber wohl kaum zu einem größeren körperlichen Problem für den Olympiasieger im Doppel führen. Und wenn doch, dann hilft ein mentales Hochgefühl, das sich Tom am Freitag Nachmittag erspielt hat. “Dieser Sieg tut so gut für die Seele, weil ich zuletzt in der Meisterschaft immer auf der Eins spielen musste, und dort Prügel bezogen habe”, zeigte sich Müller glücklich. Obendrein war der geschaffte Achtelfinal-Einzug mit einem persönlichen statistischen Highlight verbunden. Der 42jährige durfte über den 100. Einzelsieg seiner Karriere jubeln, und der gibt womöglich auch die Kraft, um sich im Duell mit der Nummer 2 des Turniers Markus Kurzemann einen spannenden Kampf auf Augenhöhe liefern zu können.

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Christoph Kramer feiert im fünften Anlauf seinen ersten Mai-HTT-500-Matcherfolg und er bestreitet an diesem Wochenende bereits sein 240. Karriere-Turnier

Es ist eigentlich kaum zu glauben! Erst im fünften Anlauf hat es Tour-Rekordler Christoph Kramer erstmals geschafft, beim Mai-HTT-500-Turnier ein Match zu gewinnen und eine Runde weiterzukommen. Nach vier vergeblichen und zum Teil desaströs endenden Versuchen, durfte sich der 29jährige am Freitag Abend erstmals über einen Einzelsieg bei der Mai-Grand-Slam-Generalprobe freuen. Der Leopoldsdorfer besiegte einen überraschend stark spielenden und über weite Phasen dieser Erstrunden-Partie seriös mithaltenden Andreas Tolunay mit 7:5, 6:4, und kann nun entspannt beobachten, wer sich am Samstag Nachmittag im Duell zwischen Markus Hobiger aus Guntramsdorf und dem Kroaten Jerolim Filippi als sein Achtelfinalgegner qualifiziert. Die bombige Partie war es aus Sicht des Ranglisten-Neunten allerdings nicht. Das lag vorallem an seinem Gegner, der motiviert durch die Stunden zuvor bestandene Matura, frisch, frei und frech aufspielte, und dem vermeintlich übermächtigen Gegner in beiden Sätzen einen ebenbürtigen Schlagabtausch lieferte. Am Ende hatte Kramer vielleicht sogar auch noch Glück, den zweiten Satz – in dem er permanent einem Rückstand hinterher laufen musste – zu gewinnen. Bei 4:4 verabschiedete sich die Saite von Tolunays Racket, und mit einem Leihschläger war gegen die Nummer 3 des Turniers nichts mehr auszurichten. Mit dem besseren und glücklicheren Ende für sich, finalisierte Kramer seinen allerersten Mai-HTT-500-Matcherfolg, und krönte damit einen mehr als bemerkenswerten Jubiläums-Auftritt. Der 29jährige bestreitet an diesem Wochenende sein 240. Karriere-Turnier, womit er seinen eigenen Rekord in Sachen “die meisten Turnierteilnahmen der Geschichte” weiter ausbaute.

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Sascha Kobsik – Erfreut über Achtelfinal-Einzug beim Mai-HTT-500-Turnier und enttäuscht über Startverbot auf der Challenger-Tour

Mit gemischten Gefühlen saß Challenger-Star Sascha Kobsik am Freitag Abend nach seinem Auftakt-Match bei der abschließenden Pressekonferenz. Einerseits freute er sich über den gegen Christoph Mayer II souverän fixierten 6:2, 6:3 Aufstieg ins Achtelfinale des Mai-HTT-500-Turniers, andererseits konnte er die Enttäuschung nicht ganz verbergen, vom Tour-Veranstalter mit einem Startverbot für das Mai-Challenger-Turnier der Kategorie II belegt worden zu sein. Der Blick über die Courts des TC Top Serve am späten Freitag Abend schmerzte. Da kämpften die Herren Szalay, Knab, Diner und Spanninger gerade höchst engagiert um den Aufstieg in die nächste Runde, während er zum Zusehen verurteilt war. Natürlich hatte der 30jährige im Vorfeld versucht, einen Startplatz bei der 6. Mai-Challenger-Auflage zu ergattern. Ein Versuch der fehlschlug, weil sich der Turnierleiter nicht weichklopfen ließ, und die Leistungen des 30jährigen als zu stark für eine Challenger-Teilnahme der KAT 2 einschätzte. Und mit dieser Einschätzung lag er auch vollkommen richtig. Christoph Mayer II, einer von drei Aktiven die sich mit zwei Starts der anstehenden Doppel-Veranstaltung an diesem Wochenende stellen, musste mit 2:6, 3:6 die Überlegenheit seines Gegners anerkennen. Und Kobsik? Der hatte eine verdammt schwierige Woche hinter sich gebracht. Im Semifinale des Mai-Challengers im UTC La Ville hatte der 30jährige Wiener die bislang schlimmste Niederlage seiner Karriere kassiert. Es war weniger die Höhe (2:6, 2:6) als die Art und Weise, wie das halbfinale Debakel gegen Peter Baumann zustande kam. So knapp vor dem ersten und heiß ersehnten Karriere-Finale gescheitert, begann für den Tour-Newcomer eine Zeit des Leidens. Die Nacht danach, sie war durchwacht und begleitet von quälenden Fragen und Selbstzweifeln. Warum habe ich versagt, was hätte ich anders machen müssen, bin ich überhaupt stark genug, um eines Tages einen Titel gewinnen zu können, und wer weiß schon, wann sich so eine Chance wieder ergeben wird? Fragen über Fragen die Kobsik wach hielten, und für die er vorerst keine Antwort fand. Der 30jährige ist allerdings eine Kämpfer-Natur, und damit stand ein Karriere-Ende wohl nie zur Debatte. Das größte Problem das Sascha freilich mit sich trägt, ist sein Kopf oder besser gesagt das, was in seinem Schädel so vor sich geht. Kobsik baut sich rund um seine gerade erst gestartet Tour-Karriere jede Menge Druck auf, und schenkt jeder einzelnen Niederlage viel zu viel Gewicht. Ein Beispiel: Als er am vergangenen La-Ville-Weekend im Semifinale einen Bruchlandung hinlegte, herrschte tagelang Katerstimmung ob eines nicht erreichten Endspiels. Stattdessen hätte er aber auch positive Schlüsse aus seiner Darbietung ziehen können. Beim 9. Karriere-Start schon ein Semifinale erreicht zu haben, davon träumt eine Vielzahl seiner Kollegen auf der Challenger-Tour. Nach zweieinhalb Monaten schon unter die Top 100 vorgestoßen zu sein, ist Beweis für mehrere wirklich stark absolvierte Auftritte im Circuit. Mit Zufriedenheit registriert hat er diesen Umstand freilich kaum. Und positiv betrachten müsste er auch das Spielverbot fürs Mai-Challenger-KAT.2. Als zu starker Spieler nicht dabei sein zu dürfen, ist keine Strafe, sondern ein echtes Kompliment!

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Wallner mit Sieg beim Outdoor-Debüt, Führer gewinnt seine Premieren-Partie im Circuit und Pratsch darf nach drei Erstrunden-Niederlagen in Folge wieder über einen Auftakterfolg jubeln

Was tat sich sonst noch an diesem ersten Spieltag des Mai-HTT-500-Turniers? Gerald Führer deklassierte bei seinem Tour-Debüt den serbischen Challenger-Spieler Miroslav Jelic mit 6:1, 6:0. Mit selbiger Packung hatte sich auch “Miros” Landsmann Blagoje Dogandzic in Runde 1 zu verabschieden. Gegen Linkshänder Thomas Pratsch war nichts zu holen, und der 32jährige träumt nach seinem Kantersieg zum Auftakt schon von einem Achtelfinal-Duell mit Deutschlands Nummer 1 David Hühne. Übrigens: Für Pratsch gab es nach drei Erstrunden-Niederlagen in Serie endlich wieder einmal Grund zum feiern, und das noch dazu bei seinem 40. Karriere-Turnier-Start. Ein gelungenes Freiluft-Tour-Debüt feierte am Freitag Abend auch Mario Wallner. Der 21jährige hatte wenig Mühe, um einen äußerst fehlerhaften Sebastian Horstmann mit 6:1, 6:3 aus dem Rennen zu werfen.Ebenfalls eine klare Angelegenheit wurde das abschließende Centercourt-Duell zwischen Markus Eichleter und Diana Ulojan. Der zuletzt wegen einer Rippenverletzung ausgefallene Kärntner, ließ seiner russischen Gegnerin keine Chance, und löste mit einem 6:1, 6:3 Erfolg problemlos sein Ticket für das Achtelfinale.

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Marcel Pliemitscher schießt sich zum Auftakt des Mai-Challenger-Turniers in die Rolle des Titelfavoriten

Neben dem Mai-HTT-500-Turnier findet an diesem Wochenende in der Simmeringer Leberstraße auch noch ein Challenger-Turnier der Kategorie 2 statt. Die große Frage dort, kann Werner Kovarik seinem leer stehenden Trophäenschrank endlich den heiß ersehnten ersten Pokal zuführen? “Ich würde es ihm sehr gönnen”, stellte Markus Eichleter am Freitag Nachmittag im Kreise einer diskutierenden Runde fest. Kovariks erster Auftritt erfolgt aber erst am Samstag und wird alles andere leicht. Zwar ist sein Auftakt-Gegner Markus Fessel derzeit weit weg von irgendeiner seriösen Form, doch allein der Spielstil des Niederösterreichers könnte für einen erwartungsfrohen Kovarik zum Stolperstein werden. Derweil haben sich mit Martin Knab, Norbert Spanninger und Marcel Pliemitscher die ersten drei Spieler für das Viertelfinale qualifiziert. Martin Knab überraschte mit einem 6:3, 6:4 Erfolg über den höher eingeschätzten Andreas Szalay, der in der Nachbetrachtung dieses Matches zwar die seiner Meinung nach richtige Taktik zur Hand hatte, diese aber in den beiden Sätzen zuvor nicht zur Anwendung brachte. “Es ist für mich extrem schwer, gegen solche Leute zu bestehen. Ich hätte viel öfters ans Netz gehen müssen. Beim nächsten Mal weiß ich was zu tun ist”, trauerte Szalay einem durchaus möglichen Aufstieg hinterher. Eine 2:0 und 4:2 Führung im ersten Satz nicht genützt, und schon war auch Josef Diner in seinem Auftakt-Match gegen Norbert Spanninger auf der Verliererstraße. “Weil ich dann immer wieder regelmäßig aufhöre, konsequent weiterzuspielen”, klagte der einmal mehr top modisch gekleidete 46jährige. Marcel Pliemitscher (19 Jahre alt) gegen Alexander Rosen (20), das war nicht nur das Jugend-Duell des Tages, sondern für viele Experten sogar schon das Topspiel des Turniers und das vorweggenommene Mai-Challenger-Finale. Nun, behalten die Szene-Kenner recht, dann ist Marcel Pliemitscher nach seinem Sieg am Freitag Nachmittag auf dem besten Weg, nach September 2009 wieder einen Titel auf der Challenger-Tour zu erobern. Im einzigen Dreisatz-Match des Eröffnungstages fightete der Lokalmatador wie in alten Zeiten, und fügte Alexander Rosen mit 5:7, 6:4, 6:0 dessen dritte Erstrundenpleite in Serie zu.