Schischlik stoppt 13 Monate dauernde Sieglosigkeit

Ausgerechnet der zuletzt oft gescholtene Ranglisten-Erste Damian Roman hat am Samstag Nachmittag das wohl langsweiligste HTT Grand Slam Turnier der Geschichte vor dem Abdriften in die totale Lethargie bewahrt. Der 38jährige deklassierte in seinem Auftaktmatch zur 29. Auflage der HTT US Open den Kremser Oldboy Alfred Agis nicht nur mit 6:0, 6:0, sondern stellte in exakt 23 Minuten  und 42 Sekunden einen neuen Rekord für das schnellste HTT-Einzelspiel der Open Ära auf. Neben dem 3fachen HTT US Open Champion hat sich auch der Rest der am Samstag im Einsatz befindlichen Riege an Favoriten mit Vladimir Vukicevic, Dominik Jaros &  Co wie erwartet keine Blöße gegeben. Die einzige sich anbahnende Sensation am Centercourt der Südstadt wurde am frühen Abend wettertechnisch unterbunden. Der amtierende HTT Australian Open Sieger Lukas Prüger lag vor dem ersten Regenabbruch des zweiten HTT Grand Slam Turniers 2020 gegen Underdog Marcus Schischlik überraschend deutlich mit 1:4 zurück. Der 24jährige hatte zuvor in Runde 1 gegen Trivun Djumic eine dreizehn Monate dauernde Zeit der notorischen Erfolgslosigkeit beendet. Aus der Südstadt berichtet von den HTT US Open für hobbytennistour.at C.L

img_0796

HTT Veranstalter übt Kritik an seinen Stars

Exakt 213 Tage nach dem HTT Australian Open Finale zwischen Lukas Prüger und Florian Kopf und dem damit bislang letzten Grand-Slam-Match auf der Hobby-Tennis-Tour, war die Vorfreude aller Beteiligten im Circuit auf das “HTT-Grand-Slam-Comeback” nach sieben Monaten Pause riesengroß. Mindestens ebenso groß ist freilich nach den ersten beiden Tagen der 29. HTT US Open die Enttäuschung über ein qualitativ bescheidenes Teilnehmerfeld und Hauptbewerbs-Matches, die weit hinter den großen Erwartungen zurückblieben. Erhofft hatte man hochklassige, spannende und vorallem ausgeglichene Duelle beim 114. Grand-Slam-Turnier der HTT Geschichte. Auf die wird man warten müssen, wahtscheinlich bis zum Viertelfinale, wenn die wenigen Topstars der Szene unter sich sein werden. Bei dem an Assen eher dünn besetzten Tableau kommt keine Freude auf, und so hielt auch der HTT-Veranstalter mit Kritik an seinen Stars nicht hinter dem Ofen zurück. “Es ist für mich unverständlich, warum so viele gute Spieler der HTT ein Grand Slam Turnier boykottieren. Das Turnier war auf 28 Spieler limitiert, und wir haben nicht einmal ein Dutzend hochkarätiger Spieler bei einem der vier Top-Events des Jahres am Start. Durch die Abwesenheit der Topleute sind viele Future- und Challenger-Spieler nachgerückt. Doch so macht man ein Turnier dieser Kategorie kaputt. Am Ende raunzen die Stars im November wieder wenn sich die Teilnahme an den Tour Finals nicht ausgeht”, formulierte der Turnierdirektor der HTT US Open seine Kritik.

img_0664

Schaulaufen der Topstars und Damian Roman mit Rekord für das schnellste HTT Match aller Zeiten

So wurde der zweite Spieltag des 104. HTT Saisonturniers zu einem im Eilzugstempo vollzogenen Schaulaufen der Turnier-Topstars, die sich in ihren – erstmals bei einem HTT-Grand-Slam im Live-Stream gezeigten – Auftakt-Matches für die hoffentlich noch kommende heiße Phase des Turniers schonen konnten. Die Auftritte von Vukicevic & Co waren nicht viel mehr als lockere Trainingseinheiten um sich an die Bedingungen am Court und im Stream zu gewöhnen. Die Topstars gaben sich nacheinander die Klinke der Centecourt-Türe in die Hand, und versuchten sich gegenseitig in Sachen Spielzeit zu unterbieten. Zunächst jagte der HTT US Open Sieger von 2018 Vladimir Vukicevic einen ambitionierten aber letztlich chancenlosen Alois Gessl in 49 Minuten mit 6:0, 6:2 vom Platz, und erreichte so zum 6. Mal in Serie das Viertelfinale des Hartplatz-Klassikers am südlichen Stadtrand von Wien. Den Reigen an sportlich eher wertbefreiten Duellen “David gegen Goliath” führte Dominik Jaros weiter, als Nr. 7 gesetzt sein 40. HTT-Karriere-Turnier gegen den bislang noch völlig unbekannten Erik Rakhmatulin in Angriff nahm. Der Unterschied zwischen dem Ranglisten-Zwölften vom Heeres TC und dem kirgischen Qualifikanten hätte größer und unterschiedlicher nicht sein können. Im Ranking trennen den vehement an die Top Ten anklopfenden Aufschlagriesen und die Nr. 1277 des HTT Computers mehr als 1250 Ränge. Und auch spielerisch lagen natürlich Welten zwischen beiden Spielern. Jaros war es dann auch, der sich Mitte des zweiten Satzes mit Gedanken in Sachen Rekord für das schnelleste  HTT-Match auseinandersetzte. Zu spät, denn ein kassierten Break bei 0:6, 0:4 stoppte den Rekordrun des 29jährigen jäh. Das Aufstellen des neuen Rekordes für das flotteste HTT-Tennismatch seit 1990 sollte am Ende des Tages schließlich Chefsache werden. HTT Branchen-Primus Damian Roman krallte sich wieder einmal einen HTT-Rekord, und das in unfassbaren flinken 23:42 Minuten Spielzeit. Mit dem 6:0, 6:0 über “den mitwirkenden und keine Pausen zwischen den Seitenwechseln machenden –  Alfred Agis erreichte der 38jährige im Regen von Maria Enzersdorf auf gefährlich rutschigem Centercourt zum siebenten Mal in Folge das Viertelfinale der HTT-US-Open.

img_0760

img_0763

Marcus Schischlik feiert ersten HTT-Einzelsieg seit 31. Juli 2019

Der große Sieger des zweiten Spieltages bei der. 29. Auflage der HTT US Open heißt aber Marcus Schischlik. Am 31. Juli 2019 im Achtelfinale des Kitzbüheler 250er-Turniers war es, als der in Diensten des TC Strebersdorf stehende 24jährige Kiki Ambros mit 6:0, 6:2 unter dem wilden Kaiser verabschiedete. Niemand sollte damals ahnen, dass es Schischliks letzter Sieg für lange lange Zeit war. 15 Niederlagen holte sich der bärtige Jungstar seither ab, in unglaubliche 14 Erstrunden-Pleiten war er seitdem geschlittert, und dann stand ausgerechnet jenes Turnier an, bei dem der Ranglisten-Sechzigste in vier Versuchen noch nie wirkich reüssieren konnte. Bei vier HTT US Open Starts gab es vier Erstrunden-Niederlagen im Hauptbewerb, ehe er am Samstag Nachmittag im 285. Match seiner Karriere seinen ersten Einzelsieg seit Juli 2019 und den ersten Erfolg 2020 landen konnte. Mit Trivun Djumic hatte Schischlik dabei gar keinen einfachen Auftakt-Gegner zu biegen. Der 37jährige hatte zuletzt vorallem auf Hartplatz aufgezeigt, das erste 150er-Turnier nach dem Corona-Lockdown in der Südstadt für sich entschieden, und zwei Wochen später auf gleichem Untergrund sogar den 2fachen HTT-Grand-Slam-Sieger Bernhard Scheidl bezwungen. 5:1 führte Djumic in einem ersten Satz, der am Ende 7:5 an sein Gegenüber ging. Im zweiten Heat raffte sich der Routinier bei seinem 10. HTT Grand Slam Turnier nach 2:5 Rückstand noch zu einer Aufholjagd auf, nach 1:25 Stunden Spielzeit stand das Aus für Djumic in Runde 1 der HTT US Open so wie im letzten Jahr fest.

img_0740