Jungstar Vorhemus verhindert Tennis-Märchen um Altstar Schneider

Lange erwartet und längst verdient hat Jungstar Adrian Vorhemus am Dienstag Abend im Endspiel des 17. März HTT 500 Turniers seinen Premieren-Titel auf der Hobby-Tennis-Tour gefeiert. Der 18jährige Waldviertler besiegte seinen um 21 Jahre älteren niederösterreichischen Landsmann Philipp Schneider im Finale des 1.465 HTT Einzelturniers der Open Ära nach verlorenem ersten Satz und insgesamt 1:54 Stunden Spielzeit mit 3:6, 6:1, 6:2, und avancierte zum 560. Turniersieger der HTT Geschichte seit 1990. Der sentimentale Favorit Philipp Schneider schrammte hingegen nach der Niederlage in seinem vierten Dreisatz-Match im Rahmen des März HTT 500 Turniers in Folge an seinem ersten HTT Turniersieg seit Oktober 2016 vorbei. Aus dem UTC La Ville berichtet für hobbytennistour.at C.L

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Philipp Schneider “wahrt” einen Satz und eine Stunde lang die Chance auf das Tennis-Märchen des Jahres

Rund eine Stunde lang schien das Tennis-Märchen des Jahres tatsächlich Realität werden zu können. Der seit Jahren für seine Verhältnisse erfolglos durch den HTT Circuit tingelnde ehemalige Ranglisten-Erste Philipp Schneider, hatte im Endspiel des 300. im UTC La Ville ausgetragenen Hallenturniers dem großen und weitaus jüngeren Favoriten Adrian Vorhemus den ersten Satz nach großartiger Leistung mit 6:3 abgenommen, und Kurs in Richtung HTT Karriere-Titel Nr. 17 genommen. Das Comeback des 2fachen HTT Finals-Champions in den Siegerlisten stand an, als sich zu Beginn des zweiten Satzes in einem zehnminütigen Marathon-Game der Umschwung zu ungunsten Schneiders vollzog. Aber der Reihe nach: Der 39jährige, der sein 24. HTT-Karriere-Finale mit drei Dreisatzsiegen erreicht hatte, ging die “Challenge Vorhemus” überraschend fit und konzentriert an. Mit der Routine von 255 HTT-Matches legte Schneider im Vergleich zu seinem nervös startenden Gegner mächtig los. Vorallem beim Aufschlag ließ der 39jährige vom UTC Waidhofen Thaya nichts anbrennen, startete mit ingesamt fünf Service-Winnern in Folge und zwei zu Null gewonnenen Aufschlagspielen in höchst imposantem Stil. Vorhemus dagegen schwächelte in der Anfangsphase seines vierten HTT Karriere-Finales, und gab seinen Aufschlag erstmals zum 1:3 ab. Entscheidender war der zweite Service-Verlust des 18jährigen zum 3:5, denn Minuten später verwandelte Schneider nach einem hart umkämpften Aufschlagspiel seinen sechsten Satzball zum 6:3, ehe das den ‘Umschwung bringende Marathon-Game anstand.

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Break zum 0:2 im zweiten bringt die Wende im März-HTT-500-Finale

In diesem ließ Schneider fünf Spielbälle ungenützt, und fing sich mit der zweiten Break-Chance seines Gegners das frühe und mental sicherlich schwierig zu verarbeitende 0:2 ein. Vorhemus hingegen hatte sich “eingegrooved” in diesem zweiten Satz, vorallem beim Aufschlag mit vier Assen und keiner zugelassenen Break-Chance, und lag auch ansonsten in allen erdenklichen Statistiken dieses zweiten Heats klar vor seinem routinierten Widersacher. Nach 38 Minuten hatte Vorhemus mit 6:1 das Finale des 15. HTT Saisonturniers in einen allesentscheidenden dritten Satz gehievt, und dort gleich zu Beginn die Fronten im Duell mit seinem Landsmann klar abgesteckt. Denn während sich Schneider mit drei unnötigen Vorhandfehlern das rasche Break zum 0:1 eingehandelt hatte, setzte Vorhemus mit einem großartig gespielten Service-Game ein gewaltiges Ausrufezeichen nebst der daraus resultierenden 2:0 Führung. Das früh kassierte Doppel-Break zum 0:3 kann Schneider zwischenzeitlich zwar mit einem Re-Break zum 1:3 halbwegs kompensieren, gefühlt war der 39jährige in diesem dritten Satz aber mit fast leeren Tanks unterwegs. Vorallem mit seiner fehleranfälligen Vorhand brachte sich Schneider immer wieder in Bedrängnis. Am Ende waren es insgesamt 50 unforced errors, im Duell mit einem Hochkaräter wie Vorhemus einfach zuviel.

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Vorhemus räumt seinem ersten HTT-Titel einen hohen Stellenwert ein, und Schneider hat sich noch nie so über einen Teller gefreut

Das 6:2 im dritten Satz kommentierte Sieger Adrian Vorhemus dann wie folgt: “Ich war überrascht vom großartigen Start meines Gegners zu Beginn des Finales. Ich hingegen war sehr nervös, und so ist mein schlechter Start in dieses Match zu erklären. ‘Im zweiten Satz habe ich dann meine Taktik geändert, und versucht seine Rückhand zu meiden. Ich bin sehr glücklich über meinen ersten Titel auf der HTT, vorallem weil ich schon so lange mitspiele und noch nie gewinnen konnte. So ein HTT Titel hat mittlerweile einen richtig hohen Stellenwert. Bei vielen ÖTV Turnieren sind auch nicht viel bessere Spieler am Start, schon gar nicht in dieser Dichte”, strahlte der frischgebackene März HTT 500 Sieger 2020. “Ich habe mich schon lange nicht mehr so über einen Teller für den Zweitplatzierten gefreut”, konstatierte derweil Philipp Schneider, und zeigte sich mit dieser Aussage am Ende sehr zufrieden über den Verlauf des zu Ende gegangenen Turniers und seinem glanzvollen Comeback in der Spitze der Hobby-Tennis-Tour.

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