Laurenz Rattasits erster HTT 500er-Sieger im neuen Format

Jungstar Laurenz Rattasits hat am Dienstag Abend sein Comeback auf der Hobby-Tennis-Tour mit dem erstmaligen Gewinn eines HTT-500er-Turniers gekrönt. Der erstmals seit Sommer 2018 wieder auf der HTT aufschlagende 17jährige vom burgenländischen Tennisclub Nikitsch schlug in einem einseitigen Endspiel der 29. Auflage zum Februar HTT 500 Turnier den nach einigen schweren Verletzungen rekonvaleszenten Kevin Köck in 58 Minuten mit 6:3, 6:0, und entschied damit das erste im neuen Format aufgestellte HTT-500-Turnier im UTC La Ville für sich. Für hobbytennistour.at berichtet C.L

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HTT 500er-Turnier im neuen Format

Österreichs größte Breitensport-Tennisserie hat in Sachen Teilnahmebedingungen auf HTT-500er-Ebene nachjustiert, und am vergangenen Wochenende die Premiere des ersten HTT-500-Turniers der Kategorie 2 über die Bühne gebracht. Der neue Teilnahme-Modus bei HTT-500er-Events der Kategorie 2 sieht vor, dass Spieler mit einem besseren ITN-Rating-Wert als 3,5 zum Zuschauen verurteilt sind. Damit möchte man seitens der Hobby-Tennis-Tour dem immer größer werdenden Pool an Spielern mit ITN-Werten zwischen 3,5 und 4,0 Rechnung tragen, und besagten Akteuren die Möglichkeit bieten, Turniere der dritthöchsten HTT-Ebene ohne die HTT-Topstars spielen und gewinnen zu können. Und gleich der Auftakt wurde zum vollen Erfolg und macht Lust auf mehr. Vorerst plant man seitens der HTT-Organisation HTT-500er-Turniere im alten und neuen Modus alternierend auszutragen.

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Mayrhuber, Klager & Markovic – Stars der Veranstaltung floppen

Die Bilanz zur Premiere am ersten Februar-Wochenende des Jahres 2020 fiel daher auch durchwegs positiv aus. Ohne Titelverteidiger Maxi Wild, und ohne die HTT Granaten Damian Roman, Lukas Prüger & Co, entwickelte sich bei der 29. Ausgabe des Februar-HTT-500-Turniers vom ersten Ballwechsel an ein atttraktives und spannendes Geschehen um den sechsten Saisontitel 2020. Im Semifinale bekam man einen Mix aus motivierten Next Gen Assen, arrivierten und erstmals auf dieser Bühne ins Rampenlicht drängenden Spielern, sowie dem nach langer Verletzungspause zurückgekehrten Kevin Köck geboten. Sie schrieben die Geschichte eines Turniers, in dem man eigentlich ganz andere Namen auf dem Zettel hatte. Doch die bekannten Namen der HTT-Szene waren alsbald in den fünf Turniertagen nur mehr interessierte Zuseher. Allen voran natürlich der 2fache HTT Grand Slam Sieger und ehemalige Ranglisten-Erste Fabian Mayrhuber, der an Nummer 7 gesetzt gleich zum Auftakt und in seinem 230. HTT Karriere-Single dem erst 17jährigen Eugen Filipic in drei Sätzen unterlag. Nicht viel besser lief es für den 2fachen HTT-French-Open-Sieger Peter Klager, der bei seinem zweiten Turnierstart nach seinem Comeback im Viertelfinale-Schlager gegen Kevin Köck raus musste. Am Schlimmsten freilich erwischte es den großen Titelfavoriten Filip Markovic. Serbiens Nr. 2 “blamierte” sich gegen die großartig spielende Qualifikantin Amelie Gindl im Achtelfinale, und wurde von dem nur auf Nr. 282 im HTT Ranking geführten Teenager im Tie-Break des dritten Satzes in die Knie gezwungen.

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Neue Namen und Kevin Köck im Semifinale

Damit war der Weg frei für andere! Zum Beispiel für Routinier Martin Vesely, der im Viertelfinale gegen Gindl den früh gescheiterten Markovic “rächte”, und damit bei seinem 113. Turnierstart erstmals auf HTT 500er-Ebene ein Semifinale erreichte. Dort schied er dann genauso aus wie Mayrhuber-Bezwinger Eugen Filipic, der das über weite Strecken hochklassig geführte halbfinale Duell mit Laurenz Rattasits in zwei Sätzen verlor. Auch der spätere Sieger war einer der Nutznießer des neuen HTT-500-Formats. Bis hierher kam Rattasits auf HTT-500er-Ebene noch nie über das Viertelfinale hinaus, und die Runde der letzten Acht erreichte der Jungstar genau einmal, nämlich beim First Serve Cup 500 im Jahr 2018. Auf dem Weg in sein 7. HTT-Karriere-Finale gab Rattasits keinen Satz ab, und imponierte in den vier Matches bis zum Endspiel mit richtig attraktivem Powertennis von der Grundlinie. Im sechsten Saisonfinale 2020 bekam es Rattasits dann mit einem bekannten Namen und dem November-Masters-Series-1000-Sieger von 2017 Kevin Köck zu tun. Der 22jährige war in den vergangenen Jahren nach dem glanzvollen Saisonende 2017  verletzungsbedingt durch die sportliche Hölle gegangen.

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Rattasits dominiert zögerlich spielenden Köck im Finale

Somit war die Finalteilnahme des 22jährigen eigentlich schon als Erfolg zu werten, auch wenn der erste finale Auftritt des auf Position Nr. 392 zurückgerutschten Wieners seit April 2018 letztlich im Debakel endete. Von den insgesamt 90 ausgespielten Ballwechseln beendete Köck mehr als ein Drittel nämlich exakt 31 mit einem unerzwungenen Fehler. Fünf Mal musste er seinen Aufschlag abgeben, tümpelte zudem bei exorbitant schlechten Service-Quoten von rund 30 Prozent durch sein achtes HTT-Karriere-Finale, und war dem bombastisch aufspielenden Laurenz Rattasits in keiner Phase der 58 finalen Minuten gewachsen. Auch, weil Köck am Vortag im Semifinale gegen Vesely wieder einen Stich im Knie verspürte, und sich daher eher ängstlich und vorsorglich zögernd über den Platz bewegte. Rattasits wiederum begeisterte mit atemberaubend schnellen Schlägen und noch flinkeren Beinen, und katapultierte sich mit 22 Winnern zu seinem 70. Einzelsieg auf HTT-Ebene. “Ich habe eine durchgehend gute Leistung über das gesamte Turnier gezeigt. Die KAT 2 Turniere auf HTT 500er-Ebene sind ein gutes Konzept. So haben auch Spieler die Chance auf Titel und Punkte, die sonst gegen die Topstars der HTT klar im Nachteil sind”, äußerte sich der frischgebackene Februar-HTT-500-Champion nach seinem vierten HTT-Karriere-Titel.

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