Damian Roman feiert gelungenes HTT-Finals-Comeback

In einem dramatischen ersten Einzel des zweiten Spieltages bei den HTT Finals 2019 im UTC La Ville hat sich HTT-Branchen-Primus Damian Roman am Sonntag Nachmittag beim “Finals-Comeback-Treffen” zweier Routiniers gegen Martin Zehetner zu einem aus seiner Sicht ganz wichtigen Auftaktsieg gekämpft. Der 6fache HTT-Saisonsieger aus Rumänien stand eigentlich nach 81 gespielten Minuten bei 3:6, 4:5 und zwei Matchbällen seines Gegners gedanklich schon unter der Dusche, als er mit einem fulminanten Comeback das Duell der HTT-Kitzbühel-Spezialisten nach insgesamt 2:08 Stunden Spielzeit noch in drei Sätzen zu seinen Gunsten gedreht hatte. Aus dem UTC La Ville berichtet von den HTT Finals für hobbytennistour.at C.L

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Damian Roman gewinnt dramatisches und verrücktes Auftakt-Match gegen einen zwei Sätze lang großartig spielenden Martin Zehetner

Auch das dritte Single-Match der Vorrunden-Phase bei den HTT-Finals 2019 wurde erst im dritten Satz entschieden, ein weiterer Beleg für die enorme Dichte im 8er-Feld des heurigen Saisonfinales im UTC La Ville. Und das achte direkte Duell zwischen jenen beiden Herren, die in 8 Jahren HTT-Kitzbühel nicht weniger als 5 Mal den Titelgewinn in der Gamsstadt feiern konnten, wurde zu einem Klassiker, von dem man zumindest in den kommenden Tagen noch öfters reden wird. Mit zwei Helden, die angesichts der Wichtigkeit dieses Auftakt-Matches alles in die Waagschale warfen, und damit den Zuschauern ein Tennismatch mit ganz vielen schönen, spannenden und auch grausigen Facetten dieses Sports boten. Rumäniens HTT-Superstar Damian Roman war am Ende der strahlende Held, der der HTT-Jugend und seinen Schützlingen aus der Tennisschule Topplayers vor Ort eindrucksvoll demonstrierte, wie das mit der allseits bekannten Geschichte vom “aufgegeben wird nur ein Brief” so ist. Und dann war da natürlich noch der tragische Held des Sonntag-Nachmittags. Martin Zehetner hatte in seinem 165. HTT-Karriere-Match zwei Sätze lang Alles richtig gemacht, um dann von der Dramaturgie eines verrückten Matches brutal zu Boden geworfen zu werden.

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Starker Martin Zehetner gegen hilflosen Damian Roman nach zwei Sätzen mit zwei Matchbällen dicht vor dem Sieg

Dabei sah der 38jährige vom TC Deutsch Wagram bei seinem HTT-Finals-Comeback wie der sichere Sieger aus. Kuriosum am Rande: Zehetners erstes Match am Centercourt der HTT-Finals seit dem Semifinal-Aus 2015 brachte ihn mit jenem Gegner wieder zusammen, der damals vor vier Jahren schon seine Finalträume torpedierte. Revanche für diese Partie wird Zehetner zwar nicht im Kopf gehabt haben, dennoch legte der 10fache HTT-Titelträger selbstbewusst, aggressiv und mit einem klaren Matchplan ausgestattet los. Und er brachte die Nummer 1 des Turniers so alsbald schwerstens in Bedrängnis. Roman wankte mit einer kaum existenten Vorhand über den Platz, und Zehetner klopfte das taumelnde HTT-Ass regelrecht weich. Mit zwei Breaks zum 3:1 und 5:1 legte der Ranglisten-Siebente die Basis für den Gewinn des ersten Satzes, den er nach 34 Minuten mit 6:3 fixiert hatte. Im zweiten Satz hatte Zehetner ein früh kassiertes Break zum 0:2 postwendend mit dem Re-Break zum 2:2 kompensiert, ehe die Partie mit Aufschlag rund 20 Minuten “dahinplätscherte”. Dann das große und höchst dramatische “finale furioso” des zweiten Satzes. Roman leistete sich bei 4:4 zum wohl ungünstigsten Zeitpunkt seinen vierten Doppelfehler, und mit diesem Break stand Zehetner ganz dicht vor dem Sieg beim Auftakt der HTT Finals 2019. Erst recht, als er im Folge-Game bei 40:15 zwei Matchbälle vor der Brust hatte.

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Exzellent gespielter Tie-Break bringt endgültig die Wende zugunsten des Ranglisten-Ersten Damian Roman

Den ersten Matchball wehrt Roman mit einem tollen Überkopfball selbst ab, dann spielt wohl die berühmt berüchtigte “Kette unglücklicher Zufälle” Regie am Centercourt. Ein Stoppball Zehetners landet um Millimeter im Out, zwei Mal streift der kleine gelbe Filz unglücklicher Weise für Zehetner das Netz, und schon stand es 5:5. Zehetner verlor sein inneres Gleichgewicht, wurde lauter und damit für sein Gegenüber nah- und angreifbarer, und das nützte der alte Fuchs Damian Roman gnadenlos aus. Im Tie-Break lag der Rumäne zwar schnell 0:3 zurück, doch in der heikelsten aller Phasen dieses Matches packte der 23fache HTT-Turniersieger sein ganzes Können aus, und drehte das Elfmeterschießen des Tennissports in seine Richtung. Der dritte nur mehr 24 Minuten dauernde Satz ist schnell erzählt. Ein sichtlich entnervter Zehetner brachte nur ein einziges Mal sein Service zum 1:2 durch. Das war natürlich zu wenig gegen einen mental nun obenauf schwimmenden Ranglisten-Ersten, der am Ende seinen 10. Einzelsieg auf HTT-Finals-Ebene feiern konnte, und damit für zwei Stunden (bis Lukas Prüger in der Abendpartie siegreich blieb) in die Top Ten jener Spieler mit den meisten Einzelsiegen in 30 Jahren HTT-Finals einzog.

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Die Stimmen zum Spiel auf der abschließenden Pressekonferenz

“Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden. Die war 2 Sätze lang echt gut. Da habe ich nicht viel falsch gemacht. Ich habe die Partie aus meiner Sicht auch nicht vergeigt, sondern der Damian hat dieses Match noch gedreht. Das einzig bittere am heutigen Tag ist, dass ich mich für meine gute Leistung nicht belohnt habe”, urteilte der Unterlegene. “Der Martin hätte den Sieg heute durch seine gezeigte Leistung verdient. Ich hatte zwei Sätze lang keine Lösungen um mit ihm mitzuspielen, außer kämpfen und hoffen. So ein Match zu drehen, ist eine Sensation für mich. Das passiert normal nur einmal in zweihundert Matches”, so der Ranglisten-Erste, der sich dann noch beeilte der Konkurrenz die Favoritenrolle umzuhängen. Die besten Spieler der HTT sind für mich jene, die bei den Grand Slams gewinnen, und dazu gehöre ich nicht. Ich bin Nummer 1, weil ich heuer am meisten Turniere gespielt habe”, machte der 37jährige auf Understatement.

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