Laportas Triumph im Teenager-Endspiel der HTT-US-Open

Diego Laporta hat das Teenagerfinale der 28. HTT-US-Open-Auflage in souveräner Manier für sich entschieden, und somit den ersten Grand-Slam-Titel seiner HTT-Karriere erobert. Der 17jährige Niederösterreicher feierte am Dienstag vergangener Woche am Centercourt der Südstadt einen niemals gefährdeten 6:1, 6:4, 6:3 Finalerfolg über WAC-Jungstar Nicolas Moser, und avancierte mit seinem insgesamt dritten HTT-Turniersieg zum insgesamt erst vierten ungesetzten HTT-US-Open-Sieger der Open Ära nach Robert Libal (2008), Damian Roman (2013) und Gabriel Jovanovic (2016). Nach nur 1:54 Stunden Spielzeit hatte Laporta das erste HTT-US-Open-Finale zweier ungesetzter Spieler seit 2013 für sich entschieden, und als nunmehr viertjüngster HTT-US-Open-Champion erstmals auch den Sprung unter die Top 10 der HTT-Computer-Rangliste geschafft. Für hobbytennistour.at berichtet aus der Südstadt C.L

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Laporta mit unmenschlicher Leistung an einem epochalen Sonntag und Vukicevic mit dem kuriosesten “walk over” der HTT-Grand-Slam-Geschichte

Die HTT-US-Open haben in ihrer 28. Ausgabe am ersten September-Weekend des Jahres 2019 ein neues Siegergesicht und einen völlig verdienten Champion erhalten. Diego Laporta – heuer schon HTT-French-Open-Finalist – drückte dem letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres auf den beiden Hartplätzen in der Südstadt seinen Stempel auf, und katapultierte sich mit herausragenden Leistungen sowohl im spielerischen als auch im kämpferischen Bereich in eine elitäre und nunmehr 49 Spieler umfassende Liste an HTT-Grand-Slam-Siegern. Hochverdient machte den HTT-US-Open-Triumph des 17jährgen vorallem der Sonntag des 90. HTT-Saisonturniers, an dem er schlichtweg Unmenschliches leistete. Im Achtelfinale räumte Laporta bei brütender Hitze den an Nummer 4 gesetzten HTT-US-Opem-Finalisten von 2014 Martin Zehetner in drei umkämpften Sätzen mit 6:7, 6:4, 7:5 aus dem Weg, ehe er am gleichen Tag auch noch den frischgebackenen OTC-Open-Champion Bernd Steiner mit Krämpfen und körperlichen Problemen ebenfalls in drei Sätzen in die Schranken weisen konnte. Es war ein epochaler Nachmittag aus Sicht Laportas mit einer außerordentlichen und weit über 6 Stunden andauernden Willensleistung, die dem Jungstar sein zweites HTT-Karriere-Grand-Slam-Semifinale bescherte. Richtungsweisend für den finalen Showdown zwei Tage später waren dann vielleicht auch die Geschehnisse des halbfinalen Montags. Alles wartete auf den Mega-Clash zwischen dem serbischen Titelverteidiger Vladimir Vukicevic und dem angehenden Champion vom TC Wunderlich, doch der an Nummer 2 gesetzte 3fache HTT-Wimbledonsieger kam nicht. Vukicevic ließ sich von falschen Wetter-Apps leiten, vertraute der allseits angesagten Regenprognose, und sorgte so für den wohl kuriosesten “walk over” der HTT-Grand-Slam-Geschichte.

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Vukicevic erstmals überhaupt mit einer Saison ohne Grand-Slam-Finale und massiv unter Druck was seine 7. HTT-Tour-Finals-Teilnahme in Serie betrifft

Denn zum Trotz aller Wettervorhersagen, blieb es an diesem verregneten Montag Nachmittag ausgerechnet über Maria Enzersdorf trocken, und so ließ der sich verspekulierende Vukicevic mehrere Großchancen einfach mal so ungenützt. Der 38jährige aus Sombor hätte sein drittes HTT-US-Open-Finale in Serie erreichen können, er verpasste obendrein sein insgesamt 11. HTT-Major-Karriere-Endspiel, und wichtige Punkte im Kampf um einen Mastersstartplatz nebenbei. Und auch statistisch beendete der Titelverteidiger mit seiner Fehleinschätzung eine großartige Serie. Sieben Jahre lang von 2012 weg, stand Serbiens HTT-Ausnahmekönner jedes Jahr zumindest in einem Grand-Slam-Finale. 2019 ist das anders, und Vukicevic damit nun auch in Bedrängnis was seine siebente HTT-Tour-Finals-Teilnahme in Serie betrifft. Laporta sparte derweil Kräfte, während sein späterer Finalkontrahent im Semifinale gegen Überraschungsmann Stefan Grubmüller 139 Minuten lang um sein HTT-Grand-Slam-Final-Debüt kämpfen musste, ehe er den comebackenden Coach von WTV-Jungstar Paul Werren mit 6:3, 7:6 ausgeschaltet hatte. Apropos Grubmüller. Hätte der 33jährige als Nr. 401 der HTT-Computer-Rangliste geführte Routinier das Endspiel erreicht, wäre er der Spieler mit dem höchsten jemals in einem HTT-Grand-Slam-Finale aufschlagenden Ranking gewesen.

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Laporta mit rascher 2:0 Satzführung

Zurück zum Finale, wo es erst zum dritten Mal nach 2008 und 2013 zum Duell zweier Ungesetzter um den HTT-US-Open-Titel kam. Laporta gegen Moser, beide Jungstars Jahrgang 2002, mit jeder Menge spielerischer Klasse, vorallem aber mit kämpferischen Attributen der Sonderklasse ausgestattet. Genau dieser Aspekt ließ hoffen, dass es erstmals seit 2014 und insgesamt erst zum dritten Mal nach 2011 und 2014 wieder ein HTT-US-Open-Finale über die volle Distanz von 5 Sätzen geben könnte. Doch rasch in dieser Partie wurde klar, dass es an diesem Dienstag-Nachmittag nicht zum 13. Mal in der Open Ära auf einen 5 Satz-Marathon hinauslaufen würde. Nach nur 28 Minuten und zwei Breaks zum 3:1 und 5:1 hatte sich Laoprta mit 6:1 in Front gebracht, und in seinem fünften Karriere-Finale früh die Weichen Richtung Titel gestellt. Die einzige brenzlige Situation aus Sicht des späteren Champions bekamen die Zuseher zu Beginn des zweiten Satzes geboten. Moser hatte zwar gleich das Auftaktgame mit eigenem Aufschlag verloren, doch mit dem prompt gelungenen Rebreak und einem seiner wenigen stark gespielten Service-Games eine 2:1 Führung inne, als er nicht weniger als zwei Break-Chancen zum 3:1 ungenützt ließ. Wer weiß wie sich der Teenager-Kracher am Centercourt dann entwickelt hätte, doch hätte, wenn und aber …………, alles nicht mehr als graue Theorie. Mit jeweils eigenem Aufschlag hievten die beiden Jungstars den zweiten Satz des 28. HTT-US-Open-Finales dann auf ein zwischenzeitliches 4:4, ehe die Entscheidung des zweiten Durchgangs und wohl auch des gesamten Finales anstand. Denn während Moser bei seinem Aufschlagspiel mit Doppelfehler Nr. 5 patzte und so das Break zum 4:5 kassierte, vollendete Laporta nach weiteren 48 Minuten mit einem Rückhand-Winner zum 6:4 und einer 2:0 Satzführung.

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“Ich bin froh, meinen ersten HTT-Grand-Slam-Titel gewonnen zu haben”

Während das Bidi Badu Testimonial mit einer 2:0 Satzführung und mit breiter Brust den dritten Durchgang in Angriff nahm, schlitterte sein Gegenüber höchst gefrustet in ein Start-Debakel. Mit 0:10 Punkten startete der WAC-Jungstar in den dritten Heat, ein Break zum 0:2 inkludiert, und damit war Laporta in der Folge nicht mehr zu stoppen. Der 17jährige hielt seine Aufschlaggames nervenstark und seinen Matchplan konsequent umsetzend, und schob so bei 5:3 den ganzen Druck rüber auf den nun gegen den Matchverliust aufschlagenden Moser. Nach nur 1:54 Stunden war es dann soweit, Moser fabrizierte seinen insgesamt 50igsten unerzwungenen Fehler von der Grundlinie, und damit hatte Diego Laporta in diesem Augenblick den bislang größten Erfolg seiner noch jungen HTT-Karriere realisiert. Am Ende mit 95:65 Punkten bei nur einem kassierten Break hochverdient. “Nach einem gewonnenen Grand-Slam-Titel ist man logischer Weise hoch erfreut, in meinem Fall nach der HTT-French-Open-Endspielniederlage natürlich erst recht. Ich habe taktisch heute sehr klug gespielt, und ich bin froh, hier und heute meinen ersten Grand-Slam-Titel geholt zu haben. Der erste Satz war wichtig. Ich war heute mental auch mehr bei der Sache als der Nico. Vielleicht war es auch ein kleiner Vorteil, dass ich im Juni bei den HTT-French-Open schon ein Major-Finale bestritten habe. Die Erfahrung daraus hat mir geholfen” analysierte der Sieger, der dann auch noch zu seinem Marathon-Sonntag befragt wurde. “Das war sehr hart. Ich habe noch nie sechseinhalb Stunden auf so einem hohen Niveau und vorallem auf Hartplatz gespielt. Ich konnte am Tag darauf gar nicht richtig aufstehen, habe meine Beine kaum gespürt. Ich habe gut regeneriert, und mein Team hat mir da auch sehr geholfen mich wieder fit zu bekommen. Vielen Dank an dieser Stelle dafür”, so der 17jährige.

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WAC Jungstar Nicolas Moser nach HTT US Open Finalniederlage mit zwei großen Zielen für den Rest der Saison

“Die Enttäuschung ist eigentlich nicht so groß. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Woche. Ich habe sehr gutes Tennis gespielt, heute ist einfach nicht mehr gegangen. Ich hatte viele Probleme mit dem Wind, ich konnte nicht mein Spiel aufziehen. Ich war auch im Kopf nicht richtig ready, und vom Spiel her, hätte ich mir einfach mehr zutrauen müssen. Mehr ans Netz, mit der Vorhand mehr Druck, dann wäre mehr möglich gewesen, so der WAC Jungstar, der sich im neuesten Ranking auf Platz 12 vorspielen konnte, und der für heuer noch zwei große Ziel verfolgt. Ich will beim Grand-Slam-Cup an der Costa del Sol und bei den HTT-Tour-Finals aufschlagen. Darüber würde ich mich sehr freuen, so der 17jährige, der am Ende wie Sieger Diego Laporta aus den Händen von ORF-Starkoch Andi Wojta seine Trophäe in Empfang nahm.

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