Bernd Steiner mit Premierentitel bei der 6. Auflage der OTC Open

Heeres TC Star Bernd Steiner hat am Montag Abend am Jennerplatz hoch über Wien sein allererstes HTT-Single-Turnier gewonnen. Der abermals defensiv agierende 29jährige Wiener bezwang im Endspiel der mit 1000 Euro dotierten OTC Open den an Nummer 8 gesetzten Florian Kopf vom TC Top Serve in drei Sätzen, und avancierte nach seinem samstägigen Triumph im Lenovo-One-Point-Show-Event mit 300 Euro Preisgeld und 1000 Ranglistenpunkten zum großen Abräumer des verlängerten OTC Open Wochenendes. Der nach exakt 1:59 Stunden Spielzeit errungene 6:2, 2:6, 7:6 Finalerfolg bescherte Steiner zudem auch den erstmaligen Einzug unter die Top 20 der HTT-Computer-Rangliste, während Florian Kopf in seinem ersten OTC Open Finale nur haarscharf an seinem ersten HTT-Titelgewinn seit dem Cash4Car-Cup-Erfolg im März 2017 vorbeischrammte. Aus dem Ober St. Veiter Tennisclub berichtet für hobbytennistour.at C.L

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Bernd Steiner gewinnt bei den 6. OTC Open als 59. Spieler der Geschichte ein HTT-Masters-Series-1000-Turnier

Genau eine Minute nach 20 Uhr, und angesichts einer drohenden Schlechtwetterfront wohl keine Minute zu früh, hatte Bernd Steiner am Montag Abend im Tie-Break des dritten Satzes beim Stand von 6:4 gleich seiner ersten Matchball verwandelt, und sich damit zum 59. Sieger eines HTT-Masters-Series-1000-Turniers in der Open Ära gekürt. Sein Finalgegner Florian Kopf hatte ein letztes Mal mit seiner ultraschnellen Vorhand gepatzt, und mit seinem letzten von insgesamt 72 unerzwungenen Fehlern dem Finale der 6. OTC Open Auflage ein Ende gesetzt. Es war längst tiefdunkel am Centercourt des schmucken Ober St. Veiter Tennisclubs, als die hohen Herren des gastgebenden Vereins die beiden Protagonisten des Abends mit Preisgeldschecks, Goldmünzen, Pokalen und Sachpreisen adelten. Erinnerungen an den Abend des 7. Juli 2015 und jenes legendären Finales zwischen Damian Roman und Vladimir Vukicevic wurden wach, als sich die beiden internationalen HTT-Superstars bei stark einsetzendem Regen ein packendes Finish lieferten, und mit viel Glück und jeder Menge sportlicher Fairness des damals unterlegenen Vladimir Vukicevic einen ärgerlichen Abbruch des Finales wegen verhinderten.

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Wettlauf gegen Regen und Dunkelheit – Bernd Steiner holt nach nur 24 Minuten und mit zwei Breaks den ersten Satz mit 6:2

Dunkle Regenwolken und die herannahende Dunkelheit hatten auch am gestrigen Montag Abend weite Strecken des sechsten HTT Masters Series 1000 Finales beim Ober St. Veiter TC geprägt oder besser gesagt beeinträchtigt. Zumindest war die diffuse Sicht am Centercourt für beide Spieler gleich ärgerlich, und womöglich auch ein Mitgrund, warum das 144. Masters-Series-1000-Finale der HTT-Geschichte über weite Strecken nicht ganz das halten konnte, was sich das zahlreich erschienene Publikum erwartet hatte. Zwei Systeme prallten da am Abend des 19. August 2019 im Finale des 82. HTT-Saisonturniers aufeinander. Auf der einen Seite Bernd Steiner, der defensiv vielleicht stärkte Spieler im Cirucit, der weit hinter der Grundlinie die unglaublichsten Geschosse seines Gegners zurückschaufelte, während auf der anderen Seite des Netzes, Powerserver Florian Kopf mit Wucht und Dynamik überzeugte, und mit weitaus attraktiverer Spielweise die Zuschauergunst für sich hatte. Den besseren Start indes verzeichnete Bernd Steiner, der gleich im Auftaktgame von drei Vorhand-Fehlern seines Gegners profitierte, und sich mit dem frühen Break rasch in Position brachte. Ein zweites Mal den Aufschlag des Kraftpakets auf der anderen Seite des Courts zum 5:2 durchbrochen, buchte Steiner nach nur 24 Minuten den ersten Satz mit 6:2 ein.

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Kolossal spielender Florian Kopf mit Satzausgleich

Wer dachte, dass Steiner nun zu einem finalen Solo ansetzen, und Kopf mental wegbrechen würde, der wurde schon im zweiten Game des zweiten Satzes eines Besseren belehrt. Kopf gelang sein erstes Break zum 2:0, und das wiederum war die Initialzündung für eine große und wirklich beeindruckende Tennisshow des Florian Kopf. Der 27jährige hetzte seinen in dieser Phase heillos überforderten Gegner quer über den Platz, erntete für kolossale Tenniskunst immer wieder Szenenapplaus des “fachkundigen” Pulikums, und stürmte mit atemberaubender Wucht & Präzision zu einer zwischenzeitlichen 4:0 Führung. 55 Minuten waren dann gerade einmal gespielt, als Kopf mit 6:2 für den hoch verdienten Satzausgleich sorgte, und das große Finale des mit 1000 Euro dotierten Sandplatz-Klassikers am Jennerplatz in einen entscheidenden dritten Satz hievte. Der war spielerisch zwar nicht mehr von ganz großer Klasse, dafür aber umso spannender. Steiner verschaffte sich mit dem ersten Break zum 3:2 einen ersten leichter Vorteil, den Kopf mit dem Re-Break zum 4:4 egalisierte. Zwei Breakchancen im neunten Game des Entscheidungssatzes ausgelassen, musste Steiner in der Folge bei 4:5 erstmals gegen den Matchverlust servieren, und er meisterte diese knifflige Situation mit einem zu Null gewonnenen Aufschlagspiel in höchst souveräner Manier.

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Steiner behält im Tie-Break des dritten Satzes die Oberhand, und feiert als Hietzinger einen “halben Heimsieg”

Im Gegensatz dazu, leistete sich Kopf fünf Minuten des Horrors. Nach dem zu Null abgegeben Game zum 5:5, kassierte Kopf ohne einen Punktgewinn und mitsamt seines vierten Doppelfehlers zu Null das Break zum 5:6. Mit seiner phasenweise abartig schnellen Vorhand rettete sich Kopf nach gelungenem Re-Break allerdings in den Tie-Breaker, der nun über den Ausgang des 1000 Euro OTC Open Finales entscheiden musste. Dort war Steiner mit 5:1 davongezogen, dort kämpfte sich Kopf auf 4:5 heran, ehe sich Bernd Steiner gegen einen notgedrungen am Netz auftauchenden Gegner mit einem gelungenen Passierball zwei Matchbälle erkämpfte. Der schon erwähnte 72igste Kopf-Fehler von der Grundlinie brachte schließlich die Entscheidung. Bernd Steiner hatte gleich bei seiner Final-Premiere den ersten HTT-Karriere-Titel erobert, und als in Wien-Hietzing wohnender HTT-Star einen “halben Heimsieg” gelandet, während Florian Kopf im siebenten HTT-Endspiel seiner Laufbahn denkbar knapp an seinem vierten Karriere-Titel und seinem möglichen zwei HTT Masters-1000-Turniersieg vorbei schrammte.

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Das 540. HTT-Siegergesicht im Siegerinterview: “Das Ziel ist definitiv die Mastersteilnahme im Einzel und im Doppel”

“Ich freue mich natürlich schon sehr über meinen ersten Turniersieg auf der HTT. Erstmals habe ich auch eine starke Leistung über das gesamte Turnier gebracht, auch wenn das Finale ein Auf & Ab war. Mit der Gesamtleistung bin ich aber sehr zufrieden, vorallem nachdem ich vorige Woche in Kalksburg so ausgelassen habe”, so der 29jährige in einer ersten Reaktion und nachdem es bislang nicht mit dem Premieren-Titel klappen wollte. “Es ist nicht so einfach ein Turnier auf der HTT zu gewinnen. Bei allen meinen Turnierstarts hatte ich am Ende starke Gegner, gegen die es nicht gereicht hat. Umso schöner ist der Sieg diese Woche, noch dazu, wo ich ja insgesamt mit dem Erfolg beim Lenovo One Point Tournament groß abgeräumt habe”, lächelte Steiner, der dann auch noch in die Matchanalyse ging. “Kopf hat im ersten Satz viele Fehler und es mir daher sehr einfach gemacht. Im zweiten Satz habe ich weiter probiert hoch und mit viel Spin zu spielen, aber er hat die Bälle dann sensationell getroffen. Im dritten Satz habe ich mich versucht zu motivieren und zu pushen, ich habe dann auch eine Spur aggressiver gespielt, und bin dann besser reingekommen”, bilanzierte Steiner, der so nebenbei zum 540. Siegergesicht der HTT-Geschichte avancierte. Außerdem darf er sich nach Veröffentlichung der neuesten Ausgabe der HTT-Computer-Rangliste über sein Karriere-High-Ranking freuen. Als neue Nr. 18 kann der Heeres TC Star auch mit höheren Zielen für den Rest der Saison spekulieren. “Ich habe mir vorgenommen, für das restliche Jahr alle 1000er-Turnier und die HTT-US-Open zu spielen. Ich werde voll angreifen, und das Ziel ist definitiv die Masters-Teilnahme. Ich glaube das ist machbar, erst recht mit dem heutigen Sieg”, zeigte sich Bernd Steiner optimistisch und angriffslustig zugleich.

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Finalisten voll des Lobes für die 1000 Euro OTC Open

“Ich war nach dem verlorenen ersten Satz nicht sonderlch beunruhigt. Ich wusste, dass ich zurückkommen kann, und auch zeigen kann, wozu ich fähig bin. Im dritten Satz wurde es so schwierig wie es immer schwer ist gegen den Bernd Steiner. Matches gegen ihn tun immer weh. Er war wie so oft einfach solider, während ich viel mehr Fehler gemacht habe. Am Ende haben es wahrscheinlich ein paar Fehler zuviel von meiner Seite entschieden. Schade, das es knapp nicht gereicht hat. Die 0:8 Punkte bei 5:4 und der schnelle 1:5 Rückstand im Tie-Break waren natürlich auch alles andere als optimal”, resümierte der 3fache OTC-Open-Semifinalist vom TC Top Serve, der dennoch auf ein tolles Turnierwochenende zurückblickte. “Die OTC Open sind mein Lieblingsturnier. Es ist wunderschön hier, die Leute sind supernett, alle bemüht und es gibt bei allen Matches viele Zuschauer. Die Plätze sind auch großartig , das Wetter hat gepasst, es gibt hier einfach nichts auszusetzen. Ich komme jedes Jahr immer gerne hier her”, verabschiedete sich Kopf bei der abschließenden Pressekonferenz, bei der auch der Sieger am Ende noch lobende Worte für die OTC Open fand. “Ich habe schon viele Turniere in meinem Leben gespielt, in ganz Österreich auch ÖTV-Events, aber die OTC Open sind eines der besten Turniere überhaupt. Es gibt nicht nur viele und gute Preise, sondern auch ein sensationelles Team, angefangen vom Platzwart, der für phantastische Bedingungen auf den Courts sorgt. Hier ist einfach alles top. Die Organisation, die Lage mit dem Blick über Wien, und sogar der Publikumszuspruch sorgt noch für das Quentchen Extramotivation”, so Steiner.

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