Vom Ballkind zum Sieger des weltgrößten Hobbytennisturniers

Der Titel beim weltweit größten Hobbytennisturnier dem Peugeot Tiebreak Shootout und damit verbunden ein nagelneuer Peugeot 2008 GT Line SUV geht bei seiner 3. Auflage erstmals an einen Tiroler. Manuel-Andreas Kreidl, wie der neue strahlende Tiroler Tennisheld mit vollem Namen heisst, kürte sich am vergangenen Samstag im Stadion am Kapserfeld in Kitzbühel mit einem 10:6 Finalerfolg über Deutschlands Valentin Dix zum großen Champion eines Turniers, das mit knapp 320 Teilnehmern aus 10 Ländern einen Weltrekord im Rahmenprogramm der 75. Generali Open Kitzbühel Auflage zu bieten hatte. Aus der Gamsstadt berichtet für hobbytennistour.at C.L

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Vom Tellerwäscher zum Millionär oder wie sich ein Ballbub den prestigeträchtigsten Hobbytennis-Titel der Welt krallte

Es war mit Sicherheit eine der außergewöhnlichsten Geschichten, die eine wieder einmal sensationelle Tenniswoche in Kitzbühel zu bieten hatte. Natürlich war da der traumhafte Triumph von Österreichs Tennis-Hero Dominic Thiem, der Doppel-Titel von Philipp Oswald oder der phantastische Zuschauerzuspruch mit vier Mal in Folge “Ausverkauft”. Doch abseits des ATP-Rummels rund um Dominic Thiem, sorgte ein 18jähriger Tiroler für die großartigste Story einer wettertechnisch eher durchwachsenen Woche. Vom Tellerwäscher zum Millionär, diese Legende im Mikrokosmos “Hobby-Tennis” trifft allerfeinst auf Manuel Kreidl aus Schwaz in Tirol zu. 6 Jahre lang klaubte “Manu” wie ihn seine Freunde nennen, die kleinen gelben Filzbälle als Balljunge der Generali Open in Kitzbühel auf. Da waren Größen wie Dominic Thiem, David Goffin, Philipp Kohlschreiber, Fabio Fognini oder Fernando Verdasco dabei, vorallem aber auch die Herren Klaus Hauser und Anton Reithmayr. Von den beiden Letztgenannten noch nie gehört? Nun, das sind jene beiden Spieler, die im vergangenen Jahr in einem mitreißenden Endspiel am vollen Centercourt des Kitzbüheler Stadions um ein nigelnagelneues Auto von Peugeot ritterten. Und dieses dramatische 11:9 für den späteren Sieger Klaus Hauser, war jenes Schlüsselerlebnis für den am Spielfeldrand als Balljungen im Einsatz befindlichen Manuel Kreidl, durch das er sich neue Ziele setzte.

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Einmal 0:7 und einmal Matchball abgewehrt – der spannende Vorrundentag des späteren Peugeot-Tiebreak-Shootout-Champions

Als dann heuer wieder die Anfrage für den Balljungen-Job kam, musste Kreidl nach 6 Zusagen in Serie erstmals ablehnen. “Es war ohnehin an der Zeit, die Jungen an diesen Job ranzulassen”, erzählte der 18jährige lächelnd. “Und ich habe mir am Tag des letzten Peugeot Tiebreak Shootout Finales fest vorgenommen, nächstes Jahr mit von der Partie zu sein”, ergänzte Kreidl. Am 29. Mai um 14:26 Uhr hatte er mit seiner -Online-Anmeldung die Basis gelegt, und endgültig vom Balljungen zum Shootout-Spieler umgesattelt. Zwei Monate später, hatte er dann am Turnier-Freitag in Hopfgarten seine ersten Auftritte. Noch “anonym” und von der breiten Masse nicht wirklich wahrgenommen, spielte sich der Schwazer durch das Vorrunden-Tableau. Gleich im Auftakt-Match hatte er gegen den Steirer Michael Rösler ein 0:7 aufzuholen, und überließ seinem Gegner beim 10:8 Sieg gerade einmal einen Punkt. Einen Runde später gegen den Deutschen Maximilian Kerber wäre die Kreidl-Show auch fast schon vorbei gewesen, ehe sie überhaupt begonnen hatte. Den 0:5 Rucksack zu Beginn des Spieles aufgeholt, musste Kreidl einen Matchball abwehren, ehe er sich in der nächsten Runde gegen Mario Zartl aus der Steiermark nach abermals 0:5 Rückstand für den samstägigen Finaltag in Kitzbühel qualifiziert hatte.

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Valentin Dix aus München holt nach Matchball-Drama mit Happy End im Semifinale das zweite Endspiel-Ticket neben Manuel Kreidl

Dort schaltete Kreidl in Achtel-, Viertel- und Semifinale gleich drei ITN 3-Spieler aus, darunter zwei aus jenem starken Bundesland, das in den vergangenen beiden Jahren den Peugeot-Tiebreak-Shootout-Gewinner stellte. Doch Oberösterreichs Asse Alexander Voura und Alexander Eckmayr räumte Kreidl persönlich aus dem Weg, die Sieger von 2017 Thomas Glasner und 2018 Klaus Hauser, hatten sich diesmal frühzeitig verabschiedet. Damit hatte Kreidl sein Finalticket gelöst, ebenso wie Valentin Dix aus München, der in seinen sieben Vorrunden-Matches gleich zwei Mal ein 0:7 aufgeholt hatte, und in einem atemberaubend spannenden Semifinale am Court Riedel gegen Vorjahresfinalist Anton Reithmayr sogar zwei Matchbälle abwehrte, ehe er mit 12:10 als Endspielgegner von Manuel Kreidl feststand, und ein deutsch-österreichisches Endspiel am Centercourt fixiert hatte. Was beide Finalisten aber noch nicht wussten: Jetzt ging es erst richtig los. Ab sofort bekamen Manuel & Valentin die ganze Wucht und Dimension des weltgrößten Hobbytennisturniers zu spüren. Fotos hier, Presse- und Sponsorentermine da, mit der Anonymität auf der Anlage war es auch vorbei, und dann war da natürlich das elend lange Warten, das angesichts des Schlechtwetters am finalen Samstag noch länger und nervenzerrend war als sonst üblich.

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Raus auf den Centercourt und rein ins wichtigste Tennismatch ihres Lebens

Geplant war der finale Showdown bei 3. Peugeot Tiebreak Shootout 2019 eigentlich zwischen dem ATP Doppel-Endspiel und dem ATP Einzelfinale, doch eine längere Regenunterbrechung während dem Oswald-Doppel, machte diesen Plan zunichte. Nachdem auch das Einzelfinale mit Dominic Thiem regentecnisch gestört wurde, war es letztlich 19:26 Uhr, als Valentin Dix aus Bayern und Manuel Kreidl aus Tirol im Tunnel des Stadions auf ihren großen Einsatz warteten. Und dann war es endlich soweit. Von den beiden Star-Moderatoren Stefan Steinacher und Lukas Schweighofer wie ATP-Stars aufgerufen, betraten die beiden extrem nervösen Hobbyspieler unter der Stadion-Fanfare und beschirmt von zwei Schönheiten Österreichs größten Freiluft-Tennis-Centercourt. Raus ins Stadion, und rein ins wichtigste Tennismatch ihres Lebens. Kreidl führte aufgrund des Handicap-Systems mit 1:0, ein kleiner psychologischer Startvorteil, mehr aber wohl nicht. Dennoch stürmte der Tiroler mit 6:2 davon, auch weil Dix mit den Verhältnissen so seine Probleme hatte. “Ich war zu Beginn gar nicht auf meine Schläge konzentriert. Ich war von der Atmosphöre gefangen, der Platz war riesig, und selbst als ich den Ball zum Aufschlag hoch warf, sah ich im zweiten Rang immer noch Zuschauer. Es war alles so ungewohnt”, begründete Dix seinen Fehlstart, ehe er sich seiner Stärken besonnen hatte, und mit vier Punkten in Serie seine Ambitionen auf ein neues Auto und den prestigeträchtigsten Hobby-Tennis-Titel Europas anmeldete.

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10:6 im Finale – Kreidl schlägt Dix und gewinnt einen Peugeot im Wert von fast 27.000 Euro

Bei 6:6 gab es nochmals einen Seitenwechsel, und längst hatte auch wieder Regen am Kapserfeld in Kitzbühel eingesetzt. Das Shootout hing an einem seidenen Faden, genauso wie das Nervenkostüm der beiden im Publikum sitzenden Mütter. Weniger zittern musste am Ende Kreidl-Mama Barbara, die vier Punkte en suite ihres Sohnes bejubelte, und dann mit ansehen durfte, wie ihre Sohnemann den schönsten Tennisabend seines Lebens beging. Die Arme zum Zeichen des Sieges in den dunklen Tiroler Abendhimmel gereckt, genoss der 18jährige sichtlich die Ovation aus dem zahlreich im Stadion gebliebenen Publikum, ehe er von ORF-Star Lukas Schweighofer zum Siegerinterview gebeten, und anschließend von Peugeot Österreich den Schlüssel für sein nigelnagelneues Fahrzeig entgegen nehmen durfte. Beinahe 27.000 Euro ist der Peugeot 2008 GT Line in seiner Ausführung vom Centercourt Wert, und damit krallte ein Tiroler Nobody umgelegt auf die ganze Turnierwoche soviel Preisgeld wie die beiden unterlegenen Semifinalisten des ATP-Einzel-Turniers der Generali Open. Auch das gibt es nur in Kitzbühel! “Es ist eine großartige Sache, dass Peugeot für ein Hobbyturnier ein Auto sponsort. Und das ich als Tiroler am Centercourt von Kitzbühel dieses Auto gewinnen darf, macht die Sache einfach unfassbar schön für mich”, jubelte der Sieger im Interview, während Valentin Dix bei der abschließenden Pressekonferenz unglaubliche Töne für einen unterlegenen zweiten Sieger von sich gab. “Ich bin nicht sonderlich enttäuscht. Vielmehr freue ich mich über den heutigen Tag. Es war unglaublich, einfach das tollste Tennismatch meines Lebens. Sowas haben wir in Deutschland nicht. Da muss man als Deutscher schon nach Österreich kommen, um sowas zu erleben. Gratulation auch nochmals an Manuel Kreidl. Er hat heute einfach sicherer gespielt als ich, und damit vollkommen verdient das Finale und das Auto gewonnen”, so der 20jährige Münchner.

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