Bernhard Scheidl zum Kitz-Auftakt gegen Underdog Klaus Klune in Bedrängnis

Als gestern in der Früh so manch langgedienter HTT-Spieler aus dem Fenster blickte, wird er wohl unweigerlich an das Jahr 2014 erinnert worden sein. Damals vor 5 Jahren versank das HTT-Event in den Tiroler Bergen im tagelang andauernden Regenchaos, ehe es Wettergott Petrus seither mit dem HTT-Sandplatz-Event in der Gamsstadt gut meinte, und die HTT-Asse mit “Sommer satt” verwöhnte. Am gestrigen Eröffnungstag der 8. HTT-Generali-Open-Auflage war von gewohntem Tiroler Sommer-Feeling zumindest bis spät in den Nachmittag hinein aber nichts zu merken.  Wolkenverhangen nach einem regnerischen Vormittag präsentierte sich die Kaiser-Gegend, was die Organisatoren des gastgebenden Clubs vom TC Going freilich nicht daran hinderte, pünktlich zum angepeilten Start um 13 Uhr vier bestens präparierte Courts spielbereit zur Verfügung zu stellen. Sandplatz-Chefkosmetiker Robert Hager und seine Helferlein hatten sich wieder einmal “regenfest und krisenerprobt gezeigt”, und damit den ersten Spieltag von Kitzbühel 2019 ermöglicht. Aus dem Bergdoktordorf berichtet für hobbytennistour.at C.L

img_5349

img_3999

Scheidl voll gefordert, und in vermeintlicher Pflichtaufgabe gegen TC Strebersdorf Jungstar Klaus Klune zum “Nachsitzen” verurteilt

“Guat is gangen, nix is gschehn”, so oder so ähnlich lautete uniso das Motto unter Spielern, Gastgebern und dem Veranstalter am Abend des gestrigen Montags. Trotz trauriger Wetter-Prognose und einer verregneten Nacht zuvor, waren alle Partien des Eröffnungstages programmgemäß über die Bühne gegangen. Mit Manuel Wachta vom WAC in Wien hat sich die Nummer 8 ins Achtelfinale gekämpft, Triols Hoffnung auf den lange ersehnten ersten Heimerfolg in Kitz Andreas Schuler vom TC Ellmau hat sich hingegen nach einem tollen Dreisatz-Fight gegen Daniel Höller gleich zum Auftakt verabschiedet. Und mit dem HTT-Wimbledonsieger von 2018 Bernhard Scheidl ist schon am ersten Tag einer der Favoriten gehörig ins Straucheln geraten. Denn der 33jährige vom Neusiedler See muss in der vermeintlichen Pflichtaufgabe von Runde 1 gegen Klaus Klune nach Abbruch wegen Dunkelheit beim Stand von 1:1 in Sätzen zumindest einmal “nachsitzen”. Ob die hereinbrechende Dunkelheit für den an Nummer 3 gesetzten Burgenländer Fluch oder Segen war, wird sich erst am Dienstag Mittag in der Fortsetzung zeigen. In jedem Fall aber bewahrheitete sich einmal mehr, dass eine mehrstündige Anreise im Auto mit gleich darauffolgendem Match in der Höhenlage von Going keine optimale Vorbereitung darstellt. Und vielleicht wird sich Herausforderer Klaus Klune in den kommenden Tagen noch über jene Situation zu Beginn des zweiten Satzes ärgern, als er nach gewonnenem Tiebreak gegen den Serve & Volley-Künstler mit einem letztlich vergebenen Breakball hätte nachsetzen können. Womöglich war an diesem gestrigen Montag tatsächlich das Feld für eine Sensation aus Sicht Klunes aufbereitet, ehe ein ins Rollen gekommener Scheidl im zweiten Satz mit einer Null die Dinge wieder ins rechte Licht rückte. “Es war verdammt schwierig, und ich habe im ersten Satz vielleicht nicht immer die volle Konzentration aufgebracht”, urteilte Scheidl, während Klune spät Abends immer noch dem einen so wichtigen “big point” nachtrauerte.

img_3327

img_3869

Wien jubelt mit Wachta und Linha über zwei Achtelfinalisten, Tirol muss nach dem Aus von Schuler und Schöpf die Titelhoffnungen im 500er-Bewerb vorzeitig begraben

Apropos Überstunden! Die verrichtete am Montag Nachmittag auch die Nummer 8 der HTT-Generali Open Manuel Wachta. Der 34jährige vom WAC hatte gegen HTT-Debütant Peter Langthaler vom ASV TC Weichstetten bei 6:3, 4:1 schon ein Bein in seinem insgesamt dritten HTT-Kitzbühel-Achtelfinale, ehe er nach verlorenem Tiebreak, im entscheidenden dritten Satz gegen seinen ambitioniert spielenden oberösterreichischen Gegner den Sack zumachen konnte. Da hatte der 3 Jahre jüngere Langthaler längst mit Krämpfen zu kämpfen, und am Ende mit 3:6 nach letztlicht unbelohnter Aufholjagd eine bittere Pille zu schlucken. Wachta hingegen zeigte sich mit dem Ausgang seiner Auftaktpartie zufrieden, und trifft nun vielleicht auf Südakrikas HTT-Star John Gardiner. Wachta übrigens ist neben Christian Schmidhofer der einzige Akteur im aktuelle Feld, der schon 2012 bei der HTT-Kitzbühel-Premiere mit von der Partie war, und damals sogar mit dem Einzug ins Semifinale glänzen konnte. Für einen gelungenen Tag aus Wiener Sicht sorgte dann noch Simon Linha. Der 24jährige vom TC First Serve Vienna zeigte sich gegen Tirols Markus Schöpf bei seinem HTT-Debüt von seiner besten Seite, und am Ende mit einem 6:3, 6:3 Erfolg durchaus zufrieden. Während Wien also zwei Achtelfinalfinalisten bejubeln durfte, hatten die HTT-Asse aus dem heiligen Land am gestrigen Eröffnungstag im HTT-500-Bewerb nichts zu lachen. Nach Schöpf musste sich nämlich auch TC Ellmau-Ass Andreas Schuler nach einer großartigen und vorallem physisch herausfordernden Partie gegen Daniel Höller aus Salzburg in drei Sätzen geschlagen geben.

img_3888

img_3932

Umgekehrte Ost-West-Bilanz im 250er-Bewerb, wo die TC Strebersdorf-Jungstars einen rabenschwarzen Montag erwischen

Erfolgreicher präsentierten sich die Tiroler Tennishelden da schon im HTT-250er-Bewerb, wo mit dem topgesetzten Hannes Matt, und den beiden Ellmauern Roman Berger und Stefan Widauer gleich ein Trio ohne Satzverlust ins Achtelfinale stürmte. Umgekehrte Ost-West-Bilanz auch im Rest des Tagesprogramms bei den 250er-Stars, wo wiederum alle “echten Wiener untergingen”. Und da wiederum erwischten die hochgelobten Cracks des TC Strebersdorf ihr persönliches “Bergdrama”. Lukas Keider – immerhin Kitz-Challenger-Sieger von 2016, und Raffael Hoffmann haben sich bereits am Montag nach zwei deutlichen Niederlagen in eine Woche Tirol-Urlaub verabschiedet, das 1:5 Debakel am rabenschwarzen Montag machten schließlich die Lang-Brüder und Lucas Sagasser perfekt. Zur Ehrenrettung der drei Letztgenannten sei erwähnt, dass deren Hauptbewerb mit dem Challenger-Turnier erst noch ansteht.

img_3909