Alex Schager fordert im HTT-Wimbledon-Semifinale Titelverteidiger Bernhard Scheidl

Vorjahressieger Bernhard Scheidl vom UTC Neusiedl am See macht dieser Tage Werbung für sein am kommenden Wochenende stattfindendes Heimturnier im Burgenland und er hat am gestrigen dritten Spieltag mit Siegen über Dominik Jaros und Philipp Schneider seine Chance gewahrt, den im letzten Jahr errungenen HTT-Wimbledontitel mit Erfolg zu verteidigen. Ein Kunststück, das in fast 30 Jahren HTT-Wimbledon-Geschichte bislang nur Vladmir Vukicevic in den Saisonen 2013 und 2014 geglückt ist. Vorletzte Hürde auf dem Weg zur Historie ist für Scheidl aber eine ganz hohe, wartet doch am Montag Nachmittag (LIVE ab 16 Uhr auf www.hobbytennistour.at) der steirische Tennisexport Nummer 1 Alexander Schager, gegen den der Serve & Volley König bislang in zwei Partien noch nie reüssieren konnte. Aus dem Titelrennen beim dritten HTT-Grand-Slam-Turnier des Jahres ist indes aber Lukas Prüger, der sich topgesetzt und nach einem unerwarteten Achtelfinalsieg über Geheimfavorit Bernd Steiner im Viertelfinale vom Traum seines zweiten HTT-Grand-Slam-Karriere-Titels und einer Rückkehr an die Ranglisten-Spitze verabschieden musste. Ein Bericht von C.L

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Lukas Prüger 2019 weiter titellos und mit einhändiger Rückhand unterwegs

Den Namen von Ausnahmekönner Lukas Prüger sucht man im Semifinale von HTT-Wimbledon 2019 genauso vergeblich, wie in der Liste aller Turniersieger 2019. Ja, der 2fache HTT-Tour-Finals-Gewinner und in den vergangenen Jahren von ahnungslosen HTT-Kritikern oft als viel zu stark für die Tour kritisierte Lukas Prüger, hat ein wenig das Gefühl verloren, wie man große Titel auf der HTT gewinnt. Der 21jährige, der sich bei seinem zweiten HTT-Wimbledon-Antreten so wie im Vorjahr im Viertelfinale verabschieden musste, kämpft derzeit allerdings nicht nur mit einer Ergebniskrise, sondern vorallem mit einem elementaren Problem. Bei den HTT-French-Open im Achtelfinale war es passiert, dass sich Prüger am Handgelenk verletzte, und seither die beidhändige Rückhand nicht mehr schmerzfrei spielen konnte. Damit war der Sieger von 17 HTT-Einzelturnieren mit der Entscheidung konfrontiert, eine längere Pause einzulegen, oder sein Spiel auf eine einhändige Rückhand umzustellen. Ein Gedanke, mit dem Prüger schon lange liebäugelte, und der beim 21jährigen vom Schwechater TC Gefallen auslöste. Und so schlägt sich der HTT-French-Open-Sieger von 2017 seither eben “einhändig” durch den Circuit. Er macht dabei gar keine schlechte Figur, holte am Sonntag Nachmittag mit viel Slice und jeder Menge unforced errors auf der Rückhandseite sogar einen Dreisatzsieg über den höher eingeschätzten Bernd Steiner, und muss doch die entscheidende Phase des HTT-Wimbledonturniers 2019 aus der Zuschauerrolle verfolgen.

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6 Grand-Slam-Turniere en suite vor dem Semifinale ausgeschieden, bringen Lukas Prüger derzeit nicht aus der Ruhe

3:6, 2:6 lauteten die nackten Zahlen der nächsten Prüger’schen Grand-Slam-Niederlage vor einem anstehenden Semifinal-Montag. Diesmal erlitten gegen den HTT-US-Open-Finalisten von 2015 Alexander Schager, der nach vier Niederlagen in Folge im Jahr 2017, erstmals nach fast vier Jahren wieder einen Sieg über den ehemaligen Ranglisten-Erste feiern konnte, und im Head to Head mit Prüger auf 2:4 verkürzen konnte. Für Prüger, der in diesem Viertelfinal-Duell mit Schager müde und schwerfällig wirkte, war es auf HTT-Grand-Slam-Ebene nun bereits das sechste Turnier in Folge, in dem er nicht über die Runde der letzten Acht hinauskam. Zudem ließ der an Nummer 1 gesetzte 21jährige auch die große Chance aus, mit einem möglichen Finaleinzug den diesmal durch Abwesenheit glänzenden HTT-Australian-Open-Sieger Maximilian Wild als Nummer 1 wieder abzulösen. “Alles kein Problem”, so Prüger, der seine aktuellen Auftritte nicht so tierisch ernst nimmt, und vorallem die Ergebnisse außer Acht lässt. “Natürlich will man gerne gewinnen, aber im Moment nehme ich Resultate und Statistiken nicht so ernst”, betonte Prüger am Rande von HTT-Wimbledon. “Ich wollte hier ein paar leichte Punkte für die Rangliste, für die Tour-Finals-Qualifikation und den HTT Aldiana Grand Slam Cup mitnehmen, thats it”, so der 21jährige. Mission also aus Sicht Prügers trotz Viertelfinal-Aus erfüllt, und auf einer eigenen Mission ist auch Alexander Schager unterwegs.

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Alexander Schager steht erstmals seit den HTT-US-Open 2015 wieder in einem Grand-Slam-Semifinale

Der 23jährige aus der grünen Mark ist wohl jener Spieler auf der HTT, der angesichts seines Könnens noch mit der mickrigsten Erfolgsbilanz dasteht. Ein Titel beim Oktober-HTT-500-Turnier 2017 steht auf der Habenseite, ansonsten hat Schager immer wieder mit tollen Leistungen und grandiosen Resultaten aufgezeigt, in den entscheidenden Phasen vieler großer Turniere aber nicht geliefert. So auch auf HTT-Major-Ebene, wo Schager – man glaubt es kaum – am Sonntag Nachmittag mit seinem Zweisatzsieg über Lukas Prüger erst das zweite HTT-Grand-Slam-Semifinale seiner Karriere fixierte. Dieser Tage will Schager aber nun nachlegen. Gegen Titelverteidiger Bernhard Scheidl startet er mit einer 2:0 Head to Head Bilanz, und viel Selbstvertrauen in die Partie um sein zweites HTT-Grand-Slam-Finale nach den HTT-US-Open 2015.

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Müder Bernhard Scheidl kämpft sich gegen Jaros und Schneider ins Semifinale von HTT-Wimbledon 2019

Allerdings wird das Kräftemessen mit dem Serve & Volley Gott vom Neusiedler See das erste Duell mit Scheidl auf Rasen sein, und dort ist der Vorjahressieger aus dem Burgenland natürlich eine andere Hausnummer. Der Titelverteidiger wahrte am Sonntag Nachmittag mit einem achtelfinalen Dreisatzsieg nach eher durchschnittlicher Leistung über Dominik Jaros und einem Zweisatzerfolg in dem von mehreren Regenpausen unterbrochenen HTT-Klassiker gegen Philipp Schneider seine Chancen auf eine Wiederholung des HTT-Rasen-Coups und seinen dritten HTT-Grand-Slam-Karriere-Titel. Allerdings wird sich Scheidl steigern, und sich in Sachen Müdigkeit überwinden müssen, wenn er wie vor einem Jahr die goldene Trophäe für den prestigeträchtigen Titel beim dritten HTT-Grand-Slam-Turnier des Jahres gewinnen möchte.

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Philipp Schneider zeigt mit drittem HTT-Wimbledon-Viertelfinale nach 2013 und 2017 einen Aufwärtstrend

Mit dem Erreichen seines dritten HTT-Wimbledon-Viertelfinales nach 2013 und 2017 wird der ehemalige Ranglisten-Erste und 2fache Sieger der HTT-Tour-Finals Philipp Schneider derweil ganz zufrieden sein, wenngleich im Viertelfinale gegen Bernhard Scheidl mehr drinnen gewesen wäre. In der Runde zuvor gegen Brasiliens Nr. 1 Reginaldo Dos Santos zauberte Schneider wie in alten Zeiten mit seiner noch immer brandgefährlichen Rückhand, während ihm im siebenten Duell mit Scheidl bei mehreren Regenunterbrechungen auch das nötige Spielglück fehlte. Chancen waren nämlich genug da, um in dieser erwähnten siebenten Auflage des einstigen HTT-Klassikers mit dem Titelverteidiger als Sieger vom Platz zu gehen. Am Ende stehen immerhin die ersten beiden Saison-Einzelsiege und ein sich abzeichnender Trend in eine wieder bessere und erfolgreichere HTT-Zukunft des Philipp Schneider.

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