Rasenkönig Vladi muss im Achtelfinale von HTT-Wimbledon abdanken

Wenn am Montag Nachmittag das Semifinale von HTT-Wimbledon 2019 auf der schmucken Tennisanlage von WAT Landstraße in Szene geht, dann sind die beiden topgesetzten HTT-Superstars Lukas Prüger und Vladimir Vukicevic nur mehr in der Zuschauerrolle. Außerdem haben die Routiniers im Feld ein klares Ausrufezeichen gesetzt, und mit drei Mann aus der flotten Ü30 Generation deutlich gemacht, dass für ein Topresultat in HTT-Wimbledon eine Portion Erfahrung nicht unerheblich ist. Mit dem für viele Insider doch recht überraschenden Paarungen zwischen Titelverteidiger Bernhard Scheidl und Alexander Schager sowie zwischen Rene Gräflinger und Martin Zehetner steht zudem bereits vor dem ersten Aufschlag am heutigen Montag fest, dass das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres einen neuen Major-Sieger bekommt. Den Blick zurück auf den gestrigen Super-Sonntag beim 28. HTT-Aldiana Juni Grand Slam Turnier macht für hobbytennistour.at C.L

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Ü30 Generation mit starkem Lebenszeichen und drei Mann im Semifinale von HTT-Wimbledon

Die zuletzt oft gebrandmarkte Generation der über 30jährigen hat am dritten Spieltag von HTT-Wimbledon ein mehr als kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben, und mit drei Mann den Sprung ins Semifinale des dritten HTT-Saison-Majors geschafft. Angeführt vom burgenländischen Vorjahressieger Bernhard Scheidl, der als erster und einziger Spieler nach Vladimir Vukicevic (2013/2014) eine erfolgreiche HTT-Wimbledon-Titelverteidigung anstrebt, haben mit dem aufstrebenden HTT-French-Open-Viertelfinalisten Rene Gräflinger und dem 2fachen Kitzbühel-Sieger Martin Zehetner zwei weitere Routiniers die HTT-Wimbledon-Vorschlussrunde erreicht. Einziger Vertreter der “young generation” unter den Top 4 ist Alexander Schager, der erstmals seit den HTT-US-Open 2015 und zum insgesamt erst zweiten Mal in seiner Karriere ein HTT-Grand-Slam-Semifinale erreicht hat. Nicht in dieser hochkarätig besetzten Vorschussrunde finden sich aber einige prominente und im Vorfeld aus Titelmitfavoriten gehandelte Namen, und sie haben die Geschichte des gestrigen dritten Spieltages an einem wettertecnisch wechselhaften Sonntag in den Wiener Baumgasse geschrieben.

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Mathias Wagner vertreibt WAT Landstraße Hero Vladimir Vukicevic aus seinem Wohnzimmer

Markantestes HTT-Ereigenis des 7. Juli 2019 war wohl ganz sicher das unerwartet frühe Aus des 3fachen HTT-Wimbledonsiegers und WAT Landstraße-Lieblings Vladimir Vukicevic. Der an Titeln gemessen zweiterfolgreichste Rasenspieler der HTT-Geschichte (6 Erfolge) krachte ausgerechnet in seinem 30. HTT-Wimbledon-Einzelmatch in eine nicht einmal unverdient zu Stande gekommene, und am Ende für ihn sogar historische Niederlage. Denn bei sieben HTT-Wimbledon-Starts vor der 2019er-Auflage stand “Vladi” im schlechtesten Fall im Semifinale des Rasen-Klassikers, während am gestrigen Sonntag mit der Achtelfinal-Pleite gegen Juni Masters 1000 Finalist Mathias Wagner das Aus für den 3fachen HTTWimbledonsieger so früh wie noch nie kam. Und das wie erwähnt nicht einmal unverdient, denn bei zugegeben schwierigen äußeren Bedingungen mit starkem Wind, spielte auf der anderen Seite des Netzes mit Mathias Wagner ein Underdog gang groß auf. “Großes Kino” beglückwünschte Dominik Jaros den Vukicevic-Bezwinger nach der Partie, und in der Tat war das ganz großes Kino, was Wagner fast zwei Sätze lang auf den Centercourt des WAT Landstraße zauberte. Eine zusätzliche Dimension bekam der Wagner-Auftritt durch den Umstand, dass er seine Rasen-Gala just im Wohnzimmer von Rasenkönig Vladi Vuk abhielt. Dem Hausherren quasi den Sessel vor die Türe zu stellen und ihn zu bezwingen, dass war in der langen HTT-Wimbledongeschichte bislang nur drei Herren, nämlich Kiwi-Star Ari Davis aus Neuseeland, Olympiasieger Patrick Wiesmühler und Christoph Beutler gelungen. Den Rasenkönig dabei aber auch noch schlecht aussehen zu lassen, dass blieb dem im Vorfeld maximal mit Außenseiterchancen betrauten Mathias Wagner vorbehalten.

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Wagner in einer Runde mit Davis, Wiesmühler und Beutler als Vukicevic-Bezwinger bei WAT Landstraße

Und der Muckendorfer spielte auf seinem Lieblingsbelag das Match seines Lebens. 6:3, 5:1 mit Doppel-Break lag der 28jährige in Führung, und das nach einer sensationellen Darbietung. Wagner agierte gestützt auf sein starkes Service blitzsauber und vorallem über weite Strecken fehlerfrei, und ließ so sein Gegenüber regelrecht verzweifeln. “Ist das der Mathias oder der Roger Federer”, brüllte Serbiens Lokalhero im zweiten Satz bei 1:5 über den Platz, und in der Tat wurde bis zu diesem Spielstand alles zu Gold was Wagner in diesem Match anfasste. Das er am Ende ein wenig ins Zittern kam, war der außergewöhnlichen Situation geschuldet. Einen Vukicevic schlagen zu können ist an sich schon ein großes Ding, den 3maligen HTT-Wimbledon-Champ aber in seinem Wohnzimmer zu entthronen, nochmals eine ganz andere Nummer. Und das spürte Wagner im Finish, dem der große Vorsprung aus den Händen zu gleiten schien. Aus 5:1 wurde ein 5:4, auch weil Vukicevic drei von vier Matchbällen im ganz großen Stil mit zwei sensationellen Passierbällen und einem phantastischen Longline-Return-Winner abwehrte. Schließlich aber rettete sich Wagner mit eigenem Aufschlag bei seinem 19. HTT-Grand-Slam-Turnierstart zum achten Mal in ein Viertelfinale auf höchster HTT-Ebene, und rechtfertigte mit 6:3, 6:4 seinen Ruf ein echter Rasen-Experte zu sein.

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Rene Gräflinger holt Mathias Wagner auf den Boden der Realität zurück und bucht wie Martin Zehetner ein Semifinal-Ticket für HTT-Wimbledon 2019

Sein drittes HTT-Wimbledon-Viertelfinale nach 2014 und 2017 erreicht, wurde Mathias Wagner zwei Stunden später im Duell mit Kärntens Rene Gräflinger zurück in die Realität geführt. Nach dem grandiosen und Schlagzeilen produzierenden Supersieg über Vladimir Vukicevic, wartete mit Rene Gräflinger ein vielen HTT-Fans noch relativ unbekanntes Gesicht auf Wagner. Doch der 33jährige Kärntner hatte zuletzt auch bei den HTT-French-Open für Furore gesorgt, auf der roten Asche des UTC La Ville das Viertelfinale erreicht, und dort den späteren Finalisten Diego Laporta am Racket. Kurzum: Nach knapp mehr als einer Stunde war Mathias Wagner zurück auf dem Boden der harten HTT-Realität, und mit 1:6, 3:6 doch deutlichst am erhofften ersten HTT-Grand-Slam-Semifinale seit fast 6 Jahren (HTT-US-Open 2013) vorbeigeschrammt. Gräflinger wiederum darf sich im heutigen zweiten Halbfinale (LIVE ab 18 Uuhr auf www.hobbytennistour.at) mit dem 2fachen HTT-Kitzbühel-Sieger Martin Zehetner messen, der sich bei seinem HTT-Wimbledon-Debüt auf Anhieb in die Vorschlussrunde gespielt hat, und auf dem Weg dorthin im Achtelfinale mit Florian Schimmer kurzen Prozess machte, und im erwarteten Viertelfinalschlager am Centercourt gegen Juni-HTT-500-Rasen-Sieger Nico De Giacomo von der verletzungsbedingten Aufgabe seines jungen Gegners beim Stand von 2:6 profitierte.

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