Alena Kasatkina – der neue Stern am Wiener Tennishimmel

Mit Russlands langsam zur jungen Dame heranreifendem Wunderkind Alena Kasatkina ist am vergangenen Wochenende ein neuer Stern am Wiener Tennishimmel aufgegangen. Die 14jährige vom Altmannsdorfer TC feierte am frühen Sonntag Nachmittag ihren bislang größten Erfolg auf Damen-Ebene, und avancierte im Endspiel der Wiener Landesmeisterschaften mit ihrem 6:4, 6:4 Erfolg über die an Nummer 2 gesetzte La-Ville-Hoffnung Jovana Peric so nebenbei auch zur ganz großen Abräumerin des Wochenendes. Denn neben dem Prestige, als 14jährige im Konzert der Großen aufgegeigt zu haben, nahm “klein Alena” auch noch einen riesigen Pokal, dazu durch ihren stolzen Papa ihr erstes Preisgeld in Höhe von 300,– Euro und vorallem eine Wildcard für ihren ersten Auftritt im großen internationalen Damentennis in Empfang. Aus dem UTC La Ville berichtet für hobbytennistour.at C.L

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Kasatkina vor dem Turnier unter dem Radar, nach dem Turnier strahlende Gewinnerin und große Abräumerin bei den Wiener Landes

Wovon viele österreichische Tennisspielerinnen und junge ambitionierte Damen nur träumen können, ist für TC Altmannsdorf-Jungstar Alena Kasatkina in nur einer Woche zur wunderbaren Realität geworden. Der 14jährige Teenager darf von 26. August bis 1. September beim mit 25.000 Dollar dotierten ITF Ladies-Turnier in Wien mit einer von Turnierdirektor Raimund Stefanits zur Verfügung gestellten Wild-Card aufschlagen, und dort ihre ersten Sporen im harten Tennisgeschäft verdienen. Für die in Moskau geborene kleine Schwester aus dem Kasatina-Tennis-Clan wird die letzte August-Woche 2019 also zum ganz großen Erlebnis & Traum, den sie sich in sechs Turniertagen mit grandiosen und von vielen Zuschauern bestaunten Leistungen selbst verwirklicht hat. Kasatkina lief eigentlich für viele Experten in dem mit 21 Damen rekordbringenden Raster unter dem Radar. Die beiden topgesetzten und mit ITF-Future-Ambitionen trainierenden Liz Keller und Jovana Peric hatte man auf der Rechnung, nur der HTT-Veranstalter deponierte schon am Eröffnungstag beim vor Ort befindlichen ÖTV-Vizepräsidenten seinen Geheim-Tipp auf den Titel.

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Wie eine russische Mig im Lauftraum über Wien-Altmannsdorf

Und dann brauste der Teenie-Star wie eine russische Mig durch den Luftraum über Wien-Altmannsdorf. Nach ihrem Blitzsieg in Runde 1 über die gesundheitlich angeschlagene Viola Hirzberger, räumte Kasatkina fortan die komplette “gesetzte” Konkurrenz in imposanter Manier aus dem Weg. Ihrer an Nr. 7 gesetzten russischen Landsfrau Mariam Karadzhaewa war im Achtelfinale genauso kein Satzgewinn gegönnt, wie im Viertelfinale der Nr. 4 vom Colony Club Aurelia Stipschitz. Nur im Semifinale gegen die “Eins” des Turniers Liz Keller, gab die 14jährige einen Satz ab. Für das erste große Endspiel ihrer Karriere sahen Insider der Szene dann den in Moskau gebürtigen Teenie-Star aber dennoch in der Außenseiterrolle. Denn am Centercourt Lance Lumsden, sollte Lokalmatadorin Jovana Peric aus Serbien die einzig verbliebenen Titelhoffnungen des gastgebenden Vereins UTC La Ville erfüllen. Peric, drei Jahre älter als ihre Finalgegnerin, dementsprechend auch mit mehr Routine ausgestattet, das sollte reichen, so die Experten. Doch was die Analysten im Vorfeld nicht bedacht hatten, war der enorme, vorallem aber ungleich aufgeteilte Druck auf die beiden Finalistinnen. Denn während Peric und ihr Team schon viel Geld, Mühe und Leidenschaft in der Vergangenheit für einen Hauptbewerbsplatz bei einem 25.000 Dollar Ladies-ITF-Turnier investiert haben, und der Start in einem solchen nur mehr ein Match entfernt lag, dürfte Kasatkina womöglich nicht einmal annähernd die Dimension dieses Finales erkannt haben.

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Kasatkina mit zwei Mal 6:4, und Peric mit dem Trost, über die Quali beim 25.000 Dollar Heim-Event starten zu dürfen

Und so kam die junge Russin, die so nebenbei eine Woche zuvor auch Wiener Landesmeisterin in der Mannschaft wurde, im ersten Satz trotz früh kassiertem Break zum 0:2 recht rasch wieder zurück ins Spiel. Was folgte war ein 45 Minuten dauerndes enges Hin & Her, mit Break & Rebreak, mit 19:8 Winnern für Kasatkina, und 12:23 unforced errors aus Sicht von Peric, die am Ende mit nur zwei Punkten weniger als ihre Gegnerin den ersten Satz mit 4:6 verlor. Die Lokalmatadorin agierte voll auf Augenhöhe mit der späteren Siegerin, nur in den entscheidenden Phasen, machte Serbiens weiblicher HTT-Star die bitteren Fehler. Die Entscheidung fiel dann letztlich bereits im dritten Game des zweiten Satzes, als Peric ihren Aufschlag abgeben musste. Kasatkina servierte fortan spielerisch souverän ihre Aufschlag-Games nach Hause, und blieb vorallem auch mental im Finish stabil. Das war schon beeindruckend, wie die 14jährige in den brandheißen Momenten des Finales cool blieb, und so am Ende nicht unverdient zur Landesmeisterin 2019 avancierte. Auf den anderen Seite konnte einem bei aller Freude für Kasatkina die knapp gescheiterte Jovana Peric richtig leid tun. Wie im Vorjahr im Finale gescheitert, am heimischen Centercourt am Titeltraum vorbeigeschrammt, blieb “Jova” bei der abschließenden Siegerehrung nur der Trostpreis in Form eine Quali-Wildcard für das 25.000 Dollar ITF Ladies-Turnier in Wien. Kopf hoch Jovana, man kann auch aus der Quali heraus seine Chance auf ein tolles ITF-Ergebnis nützen. Und eine Quali-Wildcard ist viel viel mehr als nur ein schwacher Trost!

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