Thomas Statzberger entthront WTV-Ass Christoph Lang

Thomas Statzberger hat sein Comeback auf Wiener Landesmeisterschafts-Ebene mit einem Finalsieg über Titelverteidiger Christoph Lang gekrönt. Der 26jährige Wiener mit reichlich ATP-Future-Erfahrung, feierte am Sonntag Nachmitag im Endspiel der Wiener Landesmeisterschaften im UTC La Ville einen letztlich klaren 7:6, 6:0 Erfolg, und jubelte damit siebeneinhalb Jahre nach seinem bislang letzten Erfolg in der Bundeshauptstadt über Landesmeistertitel Nummer 2. Neben einer riesigen in Silber gehaltenen Trophäe nahm “Statzi” wie er von seinen Freunden genannt wird, auch einen Siegerscheck über 700 Euro von WTV-Präsident Christian Barkmann in Empfang. Aus dem UTC La Ville berichtet für hobbytennistour.at C.L

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Titelverteidiger mit denkbar schlechtem Start und sensationeller Aufholjagd im ersten Satz

Le roi est mort, vive le roi – der König ist tot, lang lebe der König, mit dieser Schlagzeile ist der Ausgang des Herren-Bewerbs bei den Wiener Landesmeisterschaften im UTC La Ville treffend analysiert. Wiens Tenniskönig auf Landesmeisterschafts-Ebene ist – zumindest einmal für ein Jahr – abgedankt. Christoph Lang vom TC Kalksburg, Fixstern und Seriensieger am Landesmeisterschafts-Himmel ist im mit Spannung erwarteten finalen Showdown mit dem an Nummer 1 gesetzten Thomas Statzberger in zwei total unterschiedlichen Sätzen am möglichen achten Wiener Landesmeistertitel vorbeigeschrammt. Der WTV-Star, der mit einer imposanten Siegesserie von 13 ungeschlagenen Matches in die finale Unternehmung Titelverteidigung startete, und vom zahlreich erschienen Publikum immer wieder mit Beifall aklamiert wurde, legte einen denkbar schlechten Start hin. Mit Doppelbreak lag der 27jährige Kalksburg-Star nach einer halben Stunde schier aussichtslos 2:5 zurück, ehe er mit Kampfgeist, Leidenschaft und spielerischer Brillanz seine Anwartschaft auf den insgesamt fünften Wiener-Outdoor-Landesmeistertitel und den anvisierten Titel-Hattrick unter freiem Himmel nachhaltig anmeldete. Lang startete eine begeisternde Aufholjagd, gipfelnd mit dem zweiten Re-Break zum 5:5, das er aktiv gestaltend mit vier sensationellen Winnern holte und zum 5:5 ausgleichen konnte. Selbst eine kurze und 9 Minuten dauernde Regenunterbrechung konnte Lang vorerst nicht stoppen, der Vorjahres-Champion ging mit eigenem Aufschlag 6:5 in Führung.

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Statzberger im Eilzugstempo zu Satz 2 und 700 Euro Siegesprämie

Dann eine kuriose Situation am Centercourt Lance Lumsden, als sich Statzberger von einem Fan gestört fühlt, und berechtigter Weise seinen Unmut über Applaus zwischen ersten und zweiten Aufschlag kund tat. Eine kurze Diskussion der ÖTV Nr. 20 mit dem übermotivierten Zuschauer folgte, und machte den neuen WTV-Landesmeister scheinbar so richtig “heiß”. Denn wo andere Spieler Konzentration und Fokus verlieren, legte Statzberger eine Schippe oben drauf, und startete knapp vor halbfünf nachmittags sein “finale furioso”. Statzberger servierte sich nicht nur in den letztlich mit 7:1 gewonenen TieBreak, der ihm nach 58 Minuten Spielzeit den ersten Satz garantierte, nein der in Diensten des Union Mauthausen stehende 26jährige gab kein einziges Game mehr ab. In 25 Minuten war Satz 2 und damit der angedachte Höhepunkt des Finaltages bei den Wiener Landesmeisterschaften durch. “Es war eine tolle Woche, ein hervorragend organisiertes Turnier, und ich überlege ernsthaft, ob ich nächstes Jahr wiederkomme”, verabschiedete sich der große Sieger mit Pokal und Scheck in der Tasche, während das entthronte WTV-Ass, müde, enttäuscht und ausgelaugt nach seinem gescheiterten Versuch in Richtung Landestitel Nr. 8 wirkte. “Mit meinem ersten Satz war ich hoch zufrieden. In der kurzen Regenpause habe ich aber schon gespürt, dass der Körper zu macht. Nach dem ersten Punkt im Tie-Break ging es los mit Krämpfen. Ich bin aber selbst schuld. Es war so drückend und schwül und ich habe nur Wasser getrunken ohne die entsprechenden Mineralien. Das ist mir nicht zum ersten Mal passiert, daran muss ich arbeiten. Letztlich hätte mich im zweiten Satz nur mehr eine lange Regenunterbrechung retten können. Aber ich komme wieder, einen Landesmeisterttiel möchte ich noch holen”, so der Kalksburg-Star.

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