Georg Lorber im halbfinalen Kampf mit drei Hobby-Tennis-Tour-Giganten

“Nach dem Regen kam der Sturm”, titelte die Tour-Homepage nach der turbulenten Windlotterie des ersten Spieltages beim 17. März-Masters-Series-1000-Turnier im Tennispoint Südstadt ohne zu ahnen, dass “Tief Ellen” noch eine wettertechnische Negativ-Steigerung in petto hatte. Denn als sich die Protagonisten des 18. Saisonturniers am frühen Sonntag-Vormittag auf den Weg nach Maria Enzersdorf machten und vor die Haustüre traten, wurden sie Zeugen der Rückkehr von “General Winter”. Zwei lausige Grade über dem Gefrierpunkt zeigte das Quecksilber am südlichen Stadtrand von Wien an, die nahe liegenden Hügel des Wienerwaldes angezuckert, der Anninger mit einem Schnee-Häubchen, quasi über Nacht war der erste Oudoor-Saison-Höhepunkt der HTT an einem an Wetterkapriolen so reichen Turnier-Wochenende im nächsten “Extrem” angekommen. Knapp nach 10 Uhr morgens, die Herren Werner Kovarik, Clemens Beywinkler, Markus Biegler und Christoph Kramer hatten gerade die beiden Plexipave-Courts betreten und die obligate Aufwärmphase in Angriff genommen, begann es sogar noch zu schneien. Und das war kein Scherz zum 1. April! Ein Bericht von C.L

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Die gute alte Zeit, und als die Tourspieler noch mit Anorak und Daunenjacke ihre Hetz am Centercourt hatten

Eigentlich ist die Hobby-Tennis-Tour – oder genau genommen deren Veranstalter – bekannt dafür, Turnierpläne und Tagesprogramme ziemlich rigoros durchzuboxen. Es muss schon ein unbespielbarer Court als Grund vorliegen, denn Wetterverhältnisse jeglicher Art beeindruckten den Tour-Organisator in der Vergangenheit noch nie. “Du wirst sehen, der Claus zieht das Turnier heute voll durch, egal wie kalt es draußen ist. Der sitzt in der Kantine und trinkt heißen Kaffee”, hatte der März-Masters-Series-1000-Sieger von 2010 Mario Kiss im Gespräch mit seiner Freundin Tajana vor der Anreise ein ungutes Gefühl. Nun, erstens trinkt der Veranstalter überhaupt keinen Kaffee, und zweitens staunte der 9fache Turniersieger zudem nicht schlecht, als er bei einem Telefonat mit Claus Lippert knapp vor 12 Uhr die Kunde vernahm, dass die aktuellen Matches gerade in der Halle stattfinden. Nun ja, es gibt eben Grenzen der Vertretbarkeit, und die waren am Sonntag Vormittag mit den winterlichen Verhältnissen klar überschritten. Als wie schon geschildert, die Protagonisten der beiden Eröffnungspartien des zweiten Spieltages den Platz betraten und Schneefall einsetzte, war man plötzlich an die gute alte Zeit der Hobby-Tennis-Tour erinnert und da ganz speziell an das März-Masters-Series-1000-Turnier des Jahres 2002 in der Bundesportschule Spitzerberg. Der Kalender zeigte den 6. April 2002, als ein Temperatursturz für kuriose Bilder sorgte. Während des Tages sank das Thermometer von anfangs 10 Grad auf frühabendliche 0 Grad, starker Schneefall setzte ein, als Alois Schwing und Walter Wottawa ihr Auftaktmatch in Anorak und Daunenjacke absolvierten. “Es war zwar saukalt aber eine Riesenhetz”, erzählte Schwing damals nach dem winterlichen Duell. Exakt ein Jahrzehnt später sind solche Szenen einfach undenkbar. Die gemütliche Hetz von anno dazumal, ist einer gewissen Professionalität und Ernsthaftigkeit selbst im Hobbysport gewichen. Keiner der hochmotivierten Akteure würde heute mit Anorak oder Pudelhaube den Centercourt betreten. Höchste Bewegungsfreiheit ist oberstes Gebot, funktionale Kleidung angesagt, und so waren Kramer, Kovarik & Co richtig froh, als der Veranstalter zwei Hallencourts zur Austragung des zweiten Spieltages beim März-Masters-Series-1000-Turnier im Tennispoint Südstadt bereitstellen konnte. Ganz genau genommen, stellte der Tour-Organisator den Aktiven die Wahl frei, ob sie unter freiem Himmel oder unter geschütztem Hallendach aufschlagen wollten. Vorweg: Mit Ausnahme von Patrick Wiesmühler und Andreas Tolunay wählte das Gros der Spieler die wohlig warme Indoor-Variante.

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Georg Lorber mit dem bislang größten Erfolg seiner HTT-Karriere und dem sehnlichsten Wunsch nach einem Revanche-Match gegen Franz Mayrhuber

Und damit sind wir nun endgültig beim sportlichen Geschehen des zweiten Spieltages beim Hartplatz-Klassiker am südlichen Stadtrand von Wien angelangt, an dessen Ende keinerlei Überraschungen zu vermelden waren. Von den vier topgesetzten Top-Ten-Stars des 1000-Punkte-Events erwischte es vor dem Semifinale nur den an Nummer 4 gereihten Christoph Kramer, ein Umstand der allerdings aufgrund der mangelnden Spielpraxis und der fehlenden Form des 29jährigen keineswegs unerwartet kam. Neben den drei Topfavoriten auf den zweiten 1000er-Titel des Jahres, Franz Mayrhuber, Mario Kiss und Patrick Wiesmühler, komplettiert – für Insider & Experten gar nicht erstaunlich – Georg Lorber das Halbfinale beim “Miami-Masters der Hobby-Tennis-Tour”. Der 26jährige ist nach seinem sonntägigen Doppelschlag gegen die Herren Kobsik und Kramer nur mehr einen Schritt vom Finale – und möglicher Weise von der heiß ersehnten Revanche gegen Franz Mayrhuber – entfernt. “Es zählt nur das Spiel gegen den Franz Mayrhuber, deswegen bin ich hier”, ließ die personifizierte März-HTT-500-Überraschung verlautbaren. Beinahe hat man den Eindruck, dass ein ohnehin bereits erreichtes und mehr als respektables März-Masters-Series-1000-Resultat für Lorber völlig zweitrangig ist. Doch auch für den Fall, dass es zu keinem Treffen mit dem Ranglisten-Ersten kommen sollte, wird das zweite Outdoor-Event des Jahres zum großen Lorber-Erfolg. 360 Punkte hat der Starspieler vom SV Sozialministerium für das Erreichen des Semifinales jetzt schon fix, womit er sich aus den Niederungen des Rankings jenseits von Platz 200 bis unter die Top 70 katapultieren wird. Sein erstes HTT-Halbfinale fixierte Lorber mit einem achtelfinalen 6:1, 6:1 Kantersieg über einen bemühten Sascha Kobsik, und mit einem ebenfalls souverän eingespielten 6:3, 6:4 Erfolg über Christoph Kramer, der sich trotz Aus im Viertelfinale über einen durchaus erkennbaren Aufwärtstrend freute.

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Christoph Kramer erreicht nach Sieg über Markus Biegler zum dritten Mal nach 1998 und 2006 das Viertelfinale beim März-Masters-Series-1000-Turnier im Tennispoint Südstadt

Es war nicht das Endresultat, mit dem der an Nummer 4 gesetzte Christoph Kramer am Ende des Tages so glücklich war, sondern die Leistung, die er im ersten Tour-Match nach sechswöchiger Pause gegen Sterzl-Bezwinger Markus Biegler bot. Das Achtelfinale gegen seinen drei Jahre jüngeren Kontrahenten vom Sportklub SEV Isovolta aus Wiener Neudorf läßt Kramer wieder auf bessere Zeiten hoffen. In einer attraktiven Partie entpuppte sich der Rekordstarter der Hobby-Tennis-Tour im Auftaktspiel seines 235. Turnierstarts zunächst als cooler “Aufholer”, der sich trotz raschem 2:5 Rückstand nicht aus der Ruhe bringen ließ, und die ganz Routine von 15 Jahren Hobby-Tennis-Tour ausspielte. In der Folge präsentierte sich Kramer als der bessere Aufschläger, der zudem die Schwächen Bieglers ausnütze, und über dessen Rückhand immer wieder zu Punktgewinnen kam. Nur mehr ein Game war dem 26jährigen gegönnt, zuwenig um Kramer am Aufstieg ins Viertelfinale hindern zu können. Damit hatte der Leopoldsdorfer zum dritten Mal nach 1998 und 2006 die Runde der letzten Acht beim März-Masters-Series-1000-Turnier erreicht, dort allerdings gegen Georg Lorber nicht wirklich den erhofften Auftrag. Schwere Beine machten Kramer im Duell mit dem Kunz-Bezwinger zu schaffen, und damit war das Ausscheiden der Nummer 4 recht rasch besiegelt. “Ich bin trotzdem voll zufrieden, vorallem mit dem ersten Match gegen Markus Biegler. Das war sicher meine beste Leistung im Jahr 2012. Im Viertelfinale ist mir leider die Kraft ausgegangen, und gegen solche Spieler wie Lorber musst du voll fit sein, sonst hast du keine Chance”, bilanzierte der 29jährige.

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Mario Kiss steht nach Siegen über Michael Kovar und Christian Kornprobst zum dritten Mal in Folge im Semifinale des März-Masters-Series-1000-Turniers und erntet dabei riesiges Kompliment

Genauso wie  bei Christoph Kramer, wurde der Start in die Freiluft-Saison 2012 auch bei Franz Mayrhuber und Mario Kiss aufgrund des plötzlichen Wintereinbruchs aufgeschoben. Was vorallem einen Spieler im Feld extrem freute, denn Hartplatz und ein Dach über dem Kopf, das sind die ultimativen Traumbedingungen eines gewissen Mario Kiss. Und der hat ja bekanntlich bei dieser 17. Auflage des März-Masters-Series-Turniers einiges vor. Exakt zwei Jahre liegt sein Titelgewinn hier beim Hartplatz-Klassiker in der Südstadt zurück, sein bis heute letzter Turniererfolg auf der Hobby-Tennis-Tour. Ob es am kommenden Mittwoch den Jubiläums-Titel Nr. 10 zu feiern gibt, oder ob sich die Durststrecke des 33jährigen weiter verlängert und dann schon 35 Turnierstarts ohne Titelgewinn beträgt, darüber läßt sein sonntägiger Doppelpack-Auftritt aber noch keine Rückschlüsse zu. Natürlich feierte der Ranglisten-Fünfte zwei auf dem Papier doch recht deutlich ausgefallene Siege, natürlich waren die Gegner mit Linkshänder Michael Kovar und dem BMTC-Germanen Christian Kornprobst durchaus ernst zunehmende Prüfsteine, doch zwei Faktoren lassen den Ausgang des fünften Saisonstarts des neuen Donaufeld-Stars ungewiss erscheinen. Da ist einmal die körperliche Thematik – oder soll man sagen Problematik – mit der Kiss zuletzt immer wieder in späteren Phasen seiner Turnierstarts zu kämpften hatte, und da ist auch noch die Frage, wie sich Kiss vorallem im Halbfinale mit den Bedingungen unter freiem Himmel zurecht finden wird. “Das ist überhaupt kein Problem. Und ganz ehrlich, die stürmischen Verhältnisse die Georg Lorber am Samstag bei seinem ersten Freiluftmatch vorfand, werden ihm auch nicht weiter geholfen haben”, so der 33jährige. Indes, ein verfrühtes Eintreffen des prognostizierten Oster-Tiefs namens “Gritt” mit Regen, Wind und Kälte würde dem Power-Server mit Sicherheit gefallen. Denn was “Super-Mario” am Sonntag Nachmittag “indoormäßig” phasenweise zum Besten gab, erinnerte ganz stark an jene glanzvollen Auftritte, mit denen er sich einst seinen famosen Ruf in der Hobby-Tennis-Szene erarbeitet hatte. Gegen den Mödlinger Linkshänder Michael Kovar glänzte der an Nummer 2 gesetzte Neo-Wiener Neustädter mit einer hervorragenden Darbietung, die gestützt auf einen effektiven und auch prozentuell hochwertig ausgefallenen ersten Aufschlag , ein ungefährdetes 6:3, 6:3 ergab. Sein drittes März-Masters-Series-1000-Semifinale in Folge realisierte der 33jährige dann im Anschluss gegen Wimmer-Bezwinger Christian Kornprobst, der vor den Augen seiner Freundin Rebekka Seipel dem haushohen Favoriten speziell im zweiten Satz “trotzte”, einen harten und ebenbürtigen Kampf lieferte, und erhobenen Hauptes unter die Dusche marschieren konnte. Nach rasch abgegebenem ersten Durchgang, konsolidierte sich der 27jährige aus Bayern vorallem beim Service, bei dem er mehr Risiko nahm, womit er den zweiten Heat lange Zeit völlig offen gestalten konnte. Bis 4:3 ging alles mit dem Aufschlag, ehe Kornprobst ein mehr als 10 Minuten dauerndes Aufschlagspiel unglücklich und unnötig aus der Hand gab. Zwar kam der Ingolstädter per Re-Break noch einmal kurzfristig zurück, doch ein weiterer Aufschlagverlust besiegelte letztlich doch das 1:6, 4:6 Aus gegen die Nummer 2 des Turniers. “Ich bin nicht unzufrieden mit meiner heutigen Leistung. Auch die Niederlage im Viertelfinale ist nicht schlimm, denn für mich ist Mario Kiss der beste Spieler der Hobby-Tennis-Tour”, streute der 27jährige Deutsche seinem Bezwinger Rosen.

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Franz Mayrhuber baut im Stile eines Jungspundes seine Ranglisten-Führung weiter aus

Er ist zum allerersten Mal beim März-Masters-Series-1000-Turnier am Start, er hofft mit einem guten Resultat auf kräftigen Punktezuwachs auf seinem persönlichen Ranglisten-Konto, und er hat am gestrigen Sonntag mit einer ganz starken Leistung, nachhaltigst seine Ambitionen auf Karriere-Titel Nr. 8 untermauert. Die Rede ist von Franz Mayrhuber, der am zweiten Spieltag sowohl dem gebürtigen Vorarlberger Wolfgang Tschanett als auch dem Mödlinger Jungstar Clemens Beywinkler keine Chance ließ, und mit nur 7 abgegebenen Games in knapp zwei Stunden Spielzeit eindrucksvoll dokumentierte, wer beim 586. Turnier der Open Ära die Setzliste als Nummer 1 anführt. Der 47jährige spulte sein Tagespensum wieder einmal in einer höchst beeindruckenden Art und Weise ab. Wie er die teils um Jahre und Jahrzehnte jüngere Konkurrenz in den Schatten stellt, sorgt immer wieder für höchste Bewunderung und ungläubiges Kopfschütteln bei der Gegnerschaft. Mayrhuber “frühstückt” seine Herausforderer im Stile eines Jungspundes ab, der auf ein schier unerschöpfliches Reservoir an Kraft und Kondition zurückgreifen kann. Obendrein spielen Routine, Selbstvertrauen und das Wissen um sein Können eine ganz gewichtige Rolle, der “Nimbus Nummer 1” tut das übrige dazu. Am Ende des Tages waren alle Mayrhuber-Gegner klar aus dem Feld geschlagen, nur der Zugang zur Niederlage bei den einzelnen Verlierern ein anderer. Während sich ein vollauf zufriedener Wolfgang Tschanett – als klarer Außenseiter gestartet – in seinem ersten Treffen mit einem Top-Ten-Star teuer verkaufte, vier Games ergatterte und danach von einem guten und angenehmen Match sprach, in dem sich Mayrhuber als alter Fuchs präsentierte, der sofort die Fehler des Gegners erkennt, war der ersten Reaktion von Clemens Beywinkler nach dem viertelfinalen 0:6, 3:6 doch eine gewisse Enttäuschung zu entnehmen. “Er ist einfach stärker, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Wir sehen uns auf Sand wieder”, verabschiedete sich der 23jährige BMTC-Star.

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Wiesmühler und Tolunay mit wenig kuscheliger Outdoor-Variante und Olympiasiegerin Ines Kreilinger steht nach Spitzenleistung gegen Hüseyin Tüfekci vor Karriere-High-Ranking

Und es wurde an diesem zweiten Spieltag des 17. März-Masters-Series-1000-Turniers doch noch unter freiem Himmel gespielt. Für die Ausnahme an diesem winterlichen Sonntag sorgten Olympiasieger Patrick Wiesmühler und Terra-Rossa-Jungstar Andreas Tolunay, die sich am – zugegeben – sonnigeren und etwas weniger kalten Nachmittag für ein achtelfinales Treffen im Freien entschieden. Beide Spieler waren uniso der Meinung, ihr Duell am Centercourt hinter der Tennishalle auszutragen. Die Gründe dafür werden wohl unterschiedlichster Art gewesen sein. Für Februar-Masters-Series-1000-Champion Patrick Wiesmühler zählte wohl eher, erste Outdoor-Erfahrungen im Jahr 2012 zu machen, und sich auf die örtlichen Gegebenheiten und äußeren Verhältnisse für die im Freien stattfindende heiße Schlussphase des Hartplatz-Klassikers in der Südstadt einzustellen. Vielleicht hat sich der 19jährige ASVÖ-Star da vor seinem zweiten direkten Duell mit Franz Mayrhuber einen entscheidenden Vorteil verschafft. Und Andreas Tolunay wird es wohl einerlei gewesen sein, wo er sich die achtelfinale Abreibung im Duell mit dem übermächtigen Gegner holt. Und da wird dem gar nicht dummen 2fachen Challenger-Champion womöglich auch gedämmert haben, dass er gegen einen in großer Form befindlichen Olympiasieger bei “Labor-Verhältnissen” in der Halle weit schlimmer unter die Räder kommen könnte, als bei windigen und kühlen Bedingungen außerhalb der Tennis-Point-Wände. Letztlich wird es wohl egal gewesen sein, denn Wiesmühler entpuppte sich wie immer im Kampf mit überforderten Challenger-Gegnern als netter Junge von nebenan, der Tempo und Art der Ballwechsel seinen Wünschen und dem Können des Gegenübers anpasst. Auch darum ist der Ausnahmekönner vom ASVÖ auf der Hobby-Tennis-Tour so beliebt. Derweil schraubte Wiesmühler seine Siegesserie beim Masters-Series-1000-Turnieren auf 12 gewonnene Matches empor, mit einem weiteren Erfolg im Semifinale würde der 19jährige die viertbeste Marke von Andreas Harbarth (13 Siege in Serie) einstellen. Womöglich hätte er seinen 13. Masters-Series-1000-Einzelsieg in ununterbrochener Reihenfolge schon am gestrigen Sonntag gefeiert, doch zu einem Viertelfinale kam es leider nicht. Und das war ewig schade, denn ein Duell zwischen dem männlichen Olympiasieger der Hobby-Tennis-Tour und seinem weiblichen Pendant, wäre ganz gewiss der absolute Höhepunkt des Tages und ein echter Leckerbissen für Tennis-Feinschmecker geworden. Und das nicht nur aufgrund des glorreichen Olympia-Status, den die beiden Tour-Stars seit letztem Sommer genießen, sondern auch weil Ines Kreilinger im Achtelfinale eine Klasse-Partie auf den 1er-Court der Hartplatz-Halle im Tennispoint Südstadt hinlegte. Auch wenn Februar-HTT-250-Champion Hüseyin Tüfekci mit einer Grippe angereist war und sicherlich in Sachen Kraft gehandicapt schien, vermutlich wäre der Mann aus Izmir auch so recht “verschnupft” wieder nach Hause gefahren. Denn Kreilinger imponierte mit einer sehenswerten Darbietung, mit der sie einerseits die samstägige “Twister-Nummer” gegen Roman Arbeiter vergessen machte, und mit der sie andererseits ihr Karriere-High-Ranking auf der Hobby-Tennis-Tour erspielt haben dürfte. Mit Platz 13 wird die 22jährige Oberösterreicherin in der am Mittwoch erscheinenden neuen Entry-List so hoch wie noch nie im Ranking stehen, und damit auch lautstark anklopfen an der Türe zu den Top Ten der Hobby-Tennis-Tour. Mit dieser feinen Leistung und einem weiteren Dauer-Boykott vieler Top-Ten-Stars, läßt sich womöglich sogar Kreilingers Traum von einer Masters-Teilnahme doch verwirklichen.

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