Symphoniker Stefan Pöchhacker spielt bei seinem 50. HTT-Turnierstart die “erste Geige”

Ein ganz besonderer Erfolg ist am gestrigen Feiertag des 1. Mai 2019 dem seit November 2016 auf der Hobby-Tennis-Tour spielenden Stefan Pöchhacker gelungen. Der 33jährige – beruflich Stargeiger bei den Wiener Symphonikern – spielte am Mittwoch Nachmittag im Endspiel der 7. Auflage des April-Future-Turniers im UTC La Ville auch sportlich die “erste Geige” am Centercourt Lance Lumsden, und triumphierte ausgerechnet bei seinem 50. HTT-Karriere-Turnierstart im Endspiel gegen Russlands Aslan Dudaev. Pöchhacker benötigte bei schwierigen und windigen Verhältnissen nur 69 Minuten, um sich im dritten Final-Anlauf endlich den heiß ersehnten ersten HTT-Turniersieg seiner Karriere zu sichern. Mit 6:4, 6:2, feierte der gebürtige Niederösterreicher zudem den 50. HTT-Einzelsieg seiner Laufbahn, und stieß mit 40 Siegpunkten erstmals in die Top 200 der neusten Ausgabe der HTT-Computer-Rangliste vor. Dudaev hingegen verpasste den 17. Turniersieg Russlands, und musste sich nach einer eher durchwachsenen Vorstellung mit einem Silberteller begnügen. Aus dem UTC La Ville berichtet für hobbytennistour.at C.L

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Pöchhacker mit “internationalem” Sturmlauf durch das April-Future-Tableau

49 Anläufe – mehr oder minder erfolgreich – hatte Stefan Pöchhacker hinter sich, als er am letzten April-Wochenende des Jahres sein 15. Turnier auf HTT-Future-Ebene in Angriff nahm. Als Nummer 1 gesetzt, startete die Nr. 229 im HTT-Entry-Ranking einen internationalen Sturmlauf durch das Tableau des 30. Saisonturniers. Nach einem Freilos in Runde 1, düpierte der 33jährige im Achtelfinale den Rumänen Laurentiu Florea mit 6:2, 6:2, knackte im Viertelfinale Finnlands Comeback-Star Timo Nenonen mit 6:1, 7:5, und profitierte im Semifinale von der Aufgabe seines bis dahin richtig stark spielenden österreichischen Landsmannes Lukas Bauer. Mit zwei Matches weniger in den Beinen als sein Finalgegner Aslan Dudaev, machte sich Pöchhacker am Dienstag Nachmittag bei sonnigen aber windigen Wetterbedingungen daran, auch sein zweites Aufeinandertreffen mit Russlands HTT-Future-Star Aslan Dudaev mit Erfolg zu bestreiten. In der Gruppenphase der letztjährigen HTT-Future-Tour-Finals siegte Pöchhacker mit 6:2, 6:4, und hatte damit unmittelbar vor dem ersten Aufschlag gute Erinnerungen an Dudaev.

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Pöchhacker holt ersten Satz in seinem 99. HTT-Karriere-Match nach 35 Minuten mit 6:4

Den besseren Start erwischte aber der an Nummer 2 gereihte russische Underdog, der nach vier unerzwungenen Fehlern seines Gegners zu Null das Auftakt-Game dieses Finales “erbte”. Pöchhacker wiederum glänzte in seinem ersten Service-Game als starker Aufschläger, und konnte sich gleich im Folge-Game auch als glänzender Returnierer in Szene setzen. Wie der 33jährige den zweiten ihm angebotenen Breakball mit einer aus vollem Lauf geschlagenen Vorhand-Winner zur 2:1 Führung verwandelte, beeindruckte auch das Beifall spendende Publikum auf der La-Ville -Terrasse. Dieser Jahrhundertschlag leitete sowas wie den Startschuss zu einem Pöchhacker-Lauf ein, denn der Routinier machte in seinem 99. HTT-Karriere-Single-Match nach zwei abgewehrten Break-Möglichkeiten seines Gegners das 3:1. Dudaev hingegen wirkte genervt, erst recht nach einem drei Doppelfehler umfassenden Horror-Aufschlagspiel, mit dem er sich das nächste Break zum 1:4 eingehandelt hatte. Kaum zu glauben, dass Pöchhacker dann in diesem ersten Satz noch kurzzeitig aus dem Tritt kam, und Dudaev mit acht gewonnenen von neun ausgespielten Punkten nach dieser 4:1 Führung auf 4:3 verkürzen konnte. Und es hätte noch dicker kommen können, denn bei eigenem Aufschlag hatte Pöchhacker nicht weniger als drei Break-Chancen seines russischen Gegners zum 4:4 abzuwehren. Ein Glück für den späteren April-Future-Champion war wohl auch, dass Dudaev in dieser Phase am Return beinahe stümperhaft agierte, und sämtliche big points liegen ließ. Dem Russen reichte es dann auch nicht mehr, seinen Aufschlag zu Null zum 4:5 zu halten, denn Pöchhacker holte sich mit einem souverän vorgetragenen Aufschlagspiel schließlich nach exakt 35 Minuten den ersten Satz mit 6:4.

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Dudaev mit 11 Doppelfehlern in seinem zweiten HTT-Karriere-Finale chancenlos

In der Analyse nach dem zweiten Finale seiner Karriere wird Dudaev wohl mit drei Dingen hadern. Da wäre zunächst einmal seine eklatante Schwäche am Return, mit der er es seinem Gegner am heutigen Tag sichtlich leichter machte. Dann ist da Dudaevs katastrophale Chancenauswertung bei den zur Genüge vorhandenen Break-Möglichkeiten zu bemängeln. Sieben Gelegenheiten zum Break ließ der 25jährige ungenützt, während sein Gegnerüber nur einen dieser big points vergeigte. Und dann ist da noch Dudaevs Aufschlagleistung vorallem beim zweiten Service zu diskutieren. 11 Doppelfehler machten am Ende u.a. eine unterdurchschnittliche Quote von nur 30 Prozent an gewonnenen Punkten nach dem zweiten Aufschlag aus. Einige Komponenten also, warum der zweite Satz mit 6:2 recht deutlich an den späteren Sieger ging. Bei 5:1 konnte sich Pöchhacker ein schwächer gespieltes Return-Game leisten, ehe er im Finish seinen zweiten Matchball zum Titelgewinn nützte. Eine Dudaev-Vorhand blieb am Netzband hängen, und Pöchhacker riss zum Zeichen des Sieges jubelnd seine Arme in den Liesinger Nachmittags-Himmel. Genauso wie wenig später bei der Siegerehrung seine erste HTT-Trophäe, die ihm nach seinem 50. HTT-Einzelsieg im 50. HTT-Karriere-Turnier überreicht wurde.

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