Auftakt zum 100. Turnier in der Leberstraße mit 5 Kantersiegen

Auftakt zum 100. Tennisturnier in der Leberstraße, zum 130. Grand-Prix-Event der Tour-Geschichte und zum 14. Juli-Grand-Prix-Turnier 2007. Am ersten Spieltag der Jubiläums-Veranstaltung konnten die Protagonisten des Holiday-Klassiker allerdings noch kein spielerisches Feuerwerk zünden. Zu deutlich endeten gleich fünf der insgesamt sechs am Programm gestanden Auftaktpartien. Lediglich der Erstrunden-Schlager am Centercourt zwischen dem Champions-Race-Achten Patrick Meinhart und dem bulgarischen Mai-Grand-Slam-Finalisten Emil Badinski hatte ein wenig Spannung zu bieten. Ein Bericht von C.L

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Mai-Grand-Slam-Finalist Emil Badinski kehrt mit Sieg über Meinhart auf die Tour zurück

6:0, 6:0, dazu gleich drei Mal 6:0, 6:1, Kanterersiege standen an der Tagesordnung zum Auftakt des Juli-GP-Turniers 2007 am gestrigen Freitag. Einzig der Centercourt-Erstrunden-Kracher zwischen Patrick Meinhart und Emil Badinski bot am späten Nachmittag ein ausgeglichenes Spiel, wenngleich Toptennis auch hier noch nicht zu sehen war. Was allerdings beiderseitige Gründe hat, immerhin stand Bulgariens Emil Badinski nach seinem Mai-Grand-Slam-Finaleinzug vor fast zwei Monaten und einer verletzungsbedingten Zwangspause erstmals wieder “wettkampfmäßig” auf einem Tenniscourt. Auf der anderen Seite merkte man Patrick Meinhart nach seinem zweiwöchigen Steiermark-Urlaub die fehlenden und gewohnten Trainingseinheiten mit Coach Harald Selak an. Das Ergebnis daraus war ein im Vorfeld erwartetes Topspiel am Centercourt, das nur im Finish des zweiten Satzes von seiner Spannung lebte. Davor plätscherte das Schlagerspiel vor sich hin, gewann Badinski aufgrund seiner Klasse und Routine den ersten Satz, und sicherte sich mit eben diesen Attributen am Ende auch den hauchdünnen Sieg im zweiten Durchgang und den damit verbundenen Aufstieg ins Achtelfinale. Dazu scheint der 32jährige auch den Fitnesstest betreffend seines angeschlagenen Handgelenks bestanden zu haben. “Ich habe zwar jetzt leichte Schmerzen, aber komischer Weise weiter oben im Arm”, meinte Badinski, der nun im rein internationalen Achtelfinal-Duell auf Tashi Liu treffen wird. Unglücklich war nach den knapp 80 Minuten am Centercourt hingegen Patrick Meinhart. “Ich habe im Moment kein Glück bei den Auslosungen. Allerdings habe ich heute auch nicht sehr gut gespielt. Phasenweise habe ich überhaupt keinen Ball getroffen. Mir fehlt das Training, das übrigens morgen wieder beginnt. Ich hoffe damit auch auf eine Steigerung in den kommenden Wochen”, gab sich der 17jährige zuversichtlich.

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Markus Seitner mit Super-Debüt – Kantersieg über Alexander Scheller

Für großes Staunen unter den Tourspielern sorgte am Freitag Nachmittag Neuling Markus Seitner. Ein Sieg über den zuletzt krisengeschüttelten Alexander Scheller war zwar in den letzten Wochen und Monaten kein Schlagzeilen lieferndes Ereignis, die Art und Weise wie Seitner den März-Second-Series-Sieger in seinem Erstrunden-Match abfertigte, verblüffte allerdings doch einigermaßen. Mit 6:0, 6:1 nach einer schwachen Dreiviertelstunde hatte Seitner ein sensationelles Debüt abgeliefert, und Scheller höchst rasant in dessen vierte Erstrunden-Pleite in Folge geschossen. Noch imposanter fällt der Seitner-Triumph aus, wenn man den zuletzt stets hochgradig unzufrieden Alex Scheller diesmal über seine Leistung reden hörte. “Ich habe zwar eine schwere Niederlage erlitten, obwohl ich heute gar nicht so schlecht gespielt habe. Ich war mit meinen Schlägen zufrieden und habe mich am Platz sehr wohl gefühlt. Es war auch anders als bei meinem letzten Turnieren auf Sand. Ich glaube mehr Sand auf den Courts bemerkt zu haben, wodurch ich gleich ein besseres Feeling für mein Tennis hatte. Es war auch sehr viel Pech in diesem Spiel dabei. Seitner hat unzählige Mal die Linien getroffen, und er hat wirklich toll gespielt. Ich traue ihm zu in die Top 30, vielleicht sogar in die Top 20 zu kommen”, lobte der 20jährige, der am kommenden Wochenende für zwei Wochen nach Spanien aufbricht und danach für den Monat September einen Großangriff verspricht. Während Alex Scheller also bereits die vierte Erstrunden-Niederlage in Serie kassierte, war Newcomer Markus Seitner ob seines Premieren-Sieges höchst erfreut. “Es ist ganz gut gegangen. Beim Einspielen hätte ich eigentlich ein viel engeres Match erwartet. Scheller hat großartige Schläge, doch im Match sind sie eher selten gekommen”, analysierte der 27jährige Salzburger.

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Hos deklassiert Schiller und schafft ersten Achtelfinal-Einzug in dieser Saison

Der spielstarke Tour-Newcomer trifft nun im Achtelfinale auf Reinhard Hos, der zur selben Zeit am Nebencourt seinen ersten Achtelfinaleinzug in dieser Saison fixierte. Hos deklassierte dabei im Duell der Juli-GP-Debütanten Markus Schiller mit 6:0, 6:0, und zog sich nach dem mühelosen Turnierauftakt zu einer Trainingsstunde mit Tochter und Doppelpartnerin Jeannine zurück. Währenddessen suchte der unterlegene Schiller nicht lange nach faulen Ausreden, sondern redete nach dem ebenfalls klar verlorenen Doppel-Auftritt an der Seite des Deutschen David Hühne gegen das Jugend-Duo Berzengi-Meinhart Klartext. “Es ist heute absolut überhaupt nichts gegangen. Es gibt einfach so Tage. Dabei hatte ich den Hos im Einzel mindestens 10 Mal in der Defensive, doch den entscheidenden Punktschlag konnte ich nicht anbringen. Hos ist zwar besser als ich, und er hätte sicher gewonnen, doch so schlecht wie das Ergbnis aussagt bin ich sicherlich nicht. Im Doppel hat leider auch der David einen schlechten Tag gehabt. Von daher ging auch dort nicht wirklich was in Richtung Sieg. Dennoch macht das Doppel Spass, und ich bin froh mit David einen Doppelpartner auf Dauer gefunden zu haben. Er ist nicht nur ein toller Spieler, sondern auch jemand mit dem ich mich privat sehr gut verstehe”, erklärte Schiller.

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Hans Ebner steht nach “Doppelschlag” über Sterzl & Saroy als erster Viertelfinalist fest

Das Urlaubs-Heimkehrer dieser Tage einen schweren Stand haben, musste am Freitag auch Jakob Kerschenbauer zur Kenntnis nehmen. Drei Wochen Ferien in Italien und der Steiermark ließen Tennis eindeutig zu kurz kommen. “Ich hatte drei Wochen überhaupt keinen Schläger in der Hand”, rechtfertigte der Junior seinen wenig berauschenden Auftritt gegen Indiens Jaswinder Saroy. Der Asiate war beim 6:1, 6:3 Erfolg am Centercourt jener Spieler der mehr für das Match tat, der solider und fehlerfreier die Grundlinien-Duelle bestritt, und am Ende bei seinem dritten Juli-GP-Antreten nicht unverdient den ersten Einzelsieg eingefahren hatte. So fühlte sich “Jas” nach dem klaren Erstrundensieg auch gleich bemüßigt, zur achtelfinalen Night-Session gegen Hans Ebner anzutreten. Der Korneuburger Mai-Grand-Slam-Halbfinalist hatte in seiner Auftakt-Begegnung den Juli-Without-Top-Ten-Semifinalisten von letzter Woche Alexander Sterzl mit 6:0, 6:1 aus dem Turnier geworfen, und wenig später auch mit Saroy kein Mitleid. Zwar ließ Ebner seinen asiatischen Gegner das gesamte Match über brav mitspielen, ergebnistechnisch kam Saroy aber wie Sterzl in der Runde davor mit 0:6, 1:6 gehörig unter die Räder. Und Ebner scheint an diesem Wochenende einiges vorzuhaben. Einerseits feiert der 37jährige mit seinem 25. Turnierstart ein kleines Jubiläum, und andererseits versucht der Niederösterreicher das für ihn recht unglücklich und als Null-Nummer abgeschriebene Juni-Grand-Slam-Turnier vergessen zu machen. Auf der Anreise zum “Wimbledon-Turnier der Hobby-Tennis-Tour” verunglückte Hans mit seinem PKW auf der Autobahn, womit ein Antreten unmöglich wurde. “Schade, die Auslosung war ein Traum, die verlorenen Punkte für das Champions-Race schmerzen immer noch. Das war mein einzige Chance mich auch heuer für das Masters zu qualifizieren”, glaubt Ebner.

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Claus Lippert, 27. Juli 2007