Ladies-Power am zweiten Spieltag des April-HTT-150-Turniers

Im schönen Kärntner Land genauer gesagt in Wolfsberg findet derzeit die dritte Station des ÖTV Jugend Circuits und damit ein Turnier der größten Jugendtennis-Serie des Landes statt. Doch nicht alle Jugendlichen sind dem Ruf nach ÖTV-Punkten gefolgt und in den Süden Österreichs gereist. Mehr als ein Viertel aller Teilnehmer(innen) der 9. Auflage des April-HTT-150-Turniers in der Südstadt sind wieder einmal 17 Jahre und jünger, womit sich auch bei diesem 26. HTT-Saisonturnier der unaufhaltsame Jugendtrend auf HTT-Ebene weiter fortsetzt. Und auch in Sachen jugendlicher Qualität hat das mit 150 Siegpunkten dotierte Event am südlichen Stadtrand von Wien einiges zu bieten. So kann das 1.351ste Single-Turnier der HTT-Geschichte mit einer österreichischen Nummer 1 aufwarten. Aus der Südstadt berichtet für hobbytennistour.at C.L

img_6407

April-HTT-150-Turnier kann mit Österreichs Nummer 1 bei den U14 Mädchen aufwarten

Samstag Nachmittag in Maria Enzersdorf. Es scheint zwar die Sonne, doch die Temperaturen an diesem 6. April 2019 haben wenig von Frühling. Keineswegs unterkühlt war allerdings die Stimmung bei Akteuren und Zuschauern, gab es doch wieder durchaus sehenswerten Leistungen vorallem der aufstrebenden Jugend zu bestaunen. Das größte Interesse galt dann am frühen Abend natürlich dem ersten Auftritt von Österreichs Nummer 1 bei den U14 Mädchen, der hochtalentierten Niederösterreicherin Liel Rothensteiner. Im Februar beim Masters-Series-1000-Turnier im UTC La Ville hatte die Nachwuchshoffnung aus Perchtoldsdorf ihr HTT-Debüt gefeiert, und in einer hochkarätig besetzten Qualifikation zwei Runden gewonnen, ehe sie im Quali-Finale an David Berghold scheiterte. Die Mission HTT-Turnier Nr. 2 ging der mit Freilos ausgestattete Teenie-Star vom BMTC am Samstag Abend motiviert und zielstrebig an. Nur im ersten Satz hatte der an Nummer 3 gesetzte ÖTV-Jugendstar mit Kelemen-Bezwinger Reinhard Posch ihre Mühe und mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. Posch war nach Break und Re-Break zu Beginn des Matches ein zweiter Game-Gewinn als Rückschläger zum 4:3 gelungen, doch die Chance mit eigenem Aufschlag zwischenzeitlich auf 5:3 zu erhöhen ließ der 35jährige ungenützt. Das Re-Break zum 4:4 war zugleich der Startschuss für eine furiose Vorstellung Rothensteiners, die fortan kein Game mehr abgab, und ergebnistechnisch vorne weg spielend ihre große Klasse mit vielen exakt erzielten Punktgewinnen demonstrierte.

img_6249

img_6271

Nathalie “Gnadenlos” Gratzl deklassiert Clemens Cserni

Wie überhaupt die weibliche Jugend am gestrigen zweiten Spieltag des April-HTT-150-Turniers den Ton angab, und für die “attraktiven” Momente des Nachmittags sorgte. Da war auch eine gewisse Nathalie Gratztl, die heuer schon beim Februar-Challenger im UTC La Ville aufzeigte, und in ihrem Erstrunden-Duell mit dem 12jährigen Clemens Cserni kurzen Prozess machte. Der Power-Teenie vom TK Big Point Muckendorf hatte den ersten Satz mit 6:3 gewonnen, ehe sie gnadenlos ihr Gegenüber aus der schönen Steiermark “filetierte”. Während Gratzl ihr Spiel schonungslos auf den Hartplatz der Südstadt zauberte, fehlte bei Cserni jenes Feuer und jene Leidenschaft, die den 12jährigen heuer in der Hallensaison so stark und schwierig zu bespielen machten. Zeitweise stapfte der Jungspund aus der grünen Mark teilnahmslos über den Court, und ergab sich in einer passiven Rolle seinem sportlichen Schicksal. Das endete schließlich mit einem 0:6 im zweiten Durchgang und dem zweiten Erstrunden-Aus auf Hartplatz in Serie.

img_6217

img_6169

TC Strebersdorf-Jugend mit Doppel-K.o. in Runde 1

Weniger erfolgreich verlief der zweite Spieltag des 9. April-HTT-150-Turniers hingegen für die Jugend des TC Strebersdorf. Nils Mayer, seines Zeichens Gänserndorf-Challenger-Finalist und im Vorjahr sogar Sieger des Oktober-Futures, hatte just in seinem 20. HTT-Karriere-Single einen rabenschwarzen Tag zu verzeichnen. Gegen Serbiens Routinier Trivun Djumic – der bei seinem 45. HTT-Karriere-Turnierstart – natürlich seine Erfahrung voll ausspielte, gab es für den 13jährigen in einem 75 Minuten dauernden Erstrunden-Schlagabtausch nichts zu gewinnen, und am Ende gegen Serbiens Nr. 4 auf der HTT insgesamt nur vier Games zu holen. Weitaus besser verkaufte sich da schon Mayers Freund und Teamkollege Jonah Modlik, der vor rund einem Monat an einem auf der Hobby-Tennis-Tour noch nie dagewesenen Rekord und Kunststück vorbeischrammte. An einem Wochenende zwei Titel zu gewinnen, diese Möglichkeit hatte Modlik beim Turnier-Doppelpack von 8. bis 12. März im UTC La Ville auf dem Schläger. 10 Matches in vier Tagen bestritt der 15jährige damals, holte den Titel beim März-Challenger, ehe er im März-Future-Finale gegen Russlands Altmeister Stanislav Perepelkin – das Double vor Augen – völlig entkräftet nach verlorenem zweiten Durchgang bei 1:1 in Sätzen aufgeben musste.

img_6315

Jonah Modlik – zunächst Glanz dann Pleite

Aus Fehlern lernt man, und seither hat der Jungstar vom TC Strebersdorf nur mehr einen Turnierstart pro Wochenende auf dem Plan. Und was dabei rauskommen kann, wenn “Jonah” seine gesamte Energie und den vollen Fokus auf und in ein Spiel legen kann, das demonstrierte die Nr. 173 der HTT-Computer-Rangliste in seinem gestrigen Erstrunden-Auftritt gegen TK-Eden-Oldboy Oliver Fischer. 6:2 nach einer beeindruckenden Vorstellung mit stabiler Grundlinienarbeit und richtig starkem Offensiv-Tennis vorne am Netz. Fischer hingegen hatte bei seinem Outdoor-Debüt nicht nur mit dem frech spielenden Jungstar zu kämpfen, sondern auch mit den wettertechnischen Gegebenheiten. Erst im zweiten Satz fand die HTT Nr. 80 zu seinem Spiel, führte rasch 2:0 und 4:2, und musste dennoch auch in Durchgang 2 zittern. Modlik fand den Weg zurück, scheiterte am Ende aber an der eigenen Courage und auch ein wenig an mangelnder Routine. Denn bei 6:2, 5:4 und eigenem Aufschlag, zitterte Modlik drei Doppelfehler ins und über das Netz, bei 5:6 patzte er nochmals beim Aufschlag, und damit war der Satz auch schon verloren. Über Durchgang 3 breitet man aus Sicht Modliks am besten den Mantel des Schweigens. In 12 Minuten 0:6, einen bittereren Abgesang kann man als Tennisspieler nicht bekommen.

img_6338