Steinhauser beim März-Masters-Series-1000-Turnier mit One Man Show

Das 4fache HTT-Jubiläums-Event (1.350. Turnier der Geschichte, 25. Saisonturnier, 140. Masters-Series-1000-Turnier und 40. Südstadt-Turnier) hat am Dienstag Nachmittag einen würdigen Sieger hervorgebracht, und mit dem mehr als verdienten Triumph von Robert Steinhauser geendet. Der tschechische Jungstar siegte beim 19. März-Masters-Series-1000-Turnier in Maria Enzersdorf nach einem insgesamt höchst souveränen Turnierauftritt und einem ungefährdeten Finalerfolg über Adrian Vorhemus erstmals überhaupt auf HTT-Ebene, und trat ohne Satzverlust und mit nur 16 abgegebenen Games in fünf Matches die Nachfolge des diesmal durch eine Krankheit verhinderten Titelverteidigers Lukas Prüger an. Steinhauser sorgte obendrein für den insgesamt erst zweiten tschechischen HTT-Turniersieg der Open Ära nach David Lamac, der im Juni 2016 für den bislang einzigen Titel der Republik Tschechien sorgte. Aus der Südstadt berichtet für hobbytennistour.at C.L

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“Als Böhmen noch bei Österreich war”

“Wie Böhmen noch bei Öst’reich war vor finfzig Jahr, vor finfzig Jahr, hat sich mein Vater g’holt aus Brünn a echte Wienerin. A bisserl Wien, a bisserl Brünn, no da liegt a gute Mischung drin, entstanden bin zum Schluß dann i”, dieses von Josef Fiedler komponierte Wiener Lied passt ganz ausgezeichnet zum Szenario beim zweiten HTT-Masters-Series-1000-Turnier der heurigen Saison, das am vergangenen Wochenende bei prächtigen äußeren Bedingungen auf den beiden Hartplätzen in der Südstadt über die Bühne ging, und mit dem Sieg von Robert Steinhauser endete. Nach der Absage von März-HTT-500-Sieger und WAC-Star Nicolas Moser sowie des an Nummer 1 gesetzten Titelverteidigers Lukas Prüger, fehlte dem mit 1000 Punkten dotierten Event der HTT-Masters-1000-Serie plötzlich die sportliche Promi-Dichte. Die Gesetzten purzelten mit Ausnahme der Nr. 2 Andreas Szabados kollektiv vor dem Semifinale aus dem Tableau, und so schlug am Ende die große Stunde eines jungen Mannes, der bislang auf der HTT noch gar nicht richtig aufzeigen, abseits von Österreichs größter Breitensport-Tennisserie aber schon reichlich für Furore sorgte. Letztes Jahr krönte sich der Doppel-Staatsbürger zum österreichischen U18 Staatsmeister, und feierte damit seinen bislang größten Erfolg.

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Robert Steinhausers souveräner Weg ins Endspiel des März-Masters-Series-1000-Turniers in der Südstadt

Auf HTT-Ebene setzte es heuer beim Februar-Masters-Series-1000-Turnier im UTC La Ville eine klare semifinale 3:6, 3:6 Niederlage gegen Alexander Schager, doch beim ersten großen Freiluft-Turnier des Jahres schlug die große Stunde des Robert Steinhauser. Der in Brünn gebürtige und in Diensten des UTC La Ville stehende Jungstar degradierte die Konkurrenz an diesem ersten April-Wochenende 2019 zu staunenden Statisten, und machte aus dem 1.350igsten Single-Turnier der HTT-Geschichte seit 1990 eine sehenswerte One-Man-Show. Zum Auftakt in Runde 1 gab es für Steinhausers erstes Opfer den März-Masters-Series-1000-Semifinalisten von 2014 Hans Kunst bei dessen 40. Turnierstart und seinem 75. Karriere-Single die Höchststrafe in Form einer Doppel-Null aufgebrummt. Kaum besser kam im Achtelfinale Marcus Schischlik weg, der sich beim 0:6, 2:6 nach drei Erstrunden-Niederlagen 2015, 2017 und 2018 diesmal zumindest über den Achtelfinal-Einzug beim März-Masters-Series-1000-Turnier freuen durfte. Im Viertelfinale vermieste Steinhauser dann dem Ranglisten-Sechsten Matthias Wolf mit 4:6, 2:6 sein HTT-Saison-Debüt, ehe der 18jährige im Semifinale auch den an Nr. 2 gesetzten Andreas Szabados mit 6:0, 6:4 über die Klinge springen ließ.

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Adrian Vorhemus nach Griffumstellung auf Formsuche und erstmals nach langer Zeit wieder in einem HTT-Finale

Seinen imposanten Siegeszug ins Endspiel des 140. Masters-Series-1000-Events der Open Ära krönte der tschechisch Jungstar dann mit einem souveränen Final-Auftritt gegen einen jungen Mann, den man vor dem 25. Saisonturnier nicht unbedingt auf der Rechnung für einen möglichen Finalplatz hatte. Adrian Vorhemus, 17 Jahre jung aus dem Waldviertel, in der Tennisszene als die “doppelte Vorhand” bekannt, hatte zuletzt seine Griffhaltung und Schlagtechnik umgestellt, und deshalb ergebnischtechnischen Tribut zu zahlen. Nach zuletzt zwei Erstrunden-Niederlagen mühte sich Vorhemus auch diesmal mehr schlecht als recht und weit weg von seinem besten Tennis in sein drittes HTT-Karriere-Finale. Knappe drei Sätze hatte er dabei gleich zum Auftakt gegen Serbiens Filip Markovic in dessen 190. Karriere-Match und auch im Viertelfinale gegen Paul-Anton Fuchs zu überstehen. Im Endspiel angekommen, hatte der 17jährige Niederösterreicher bei äußerst schwierigen – weil extrem windigen – Bedingungen dann keine Chance gegen einen Robert Steinhauser, der von Beginn an keinen Zweifel über den Sieger aufkommen ließ.

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Robert Steinhauser avanciert zum 56. Sieger eines HTT-Masters-Series-1000-Turniers in der Open Ära

Drei Break-Chancen gleich im Auftaktspiel abgewehrt, pushten Steinhauser mit dem letzten Quentchen Selbstvertrauen, während Vorhemus den vergebenen big points nachtrauerte, und fortan dem späteren Sieger im Verlauf der 67 finalen Minuten nur mehr hinterherlief. Nach nur 20 Minuten hatte sich Steinhauser mit einem Doppel-Break 4:0 abgesetzt. Ein schwaches und letztlich mit zwei Doppelfehlern verlorenes Aufschlag-Game zum 1:4 hatte nur einen kosmetischen Schönheitsfehler aus Sicht Steinhausers, denn Vorhemus scheiterte auch im dritten Versuch seinen Aufschlag durchzubringen. Genauso wie bei 2:5, und damit gab es am Ende nach 37 wenig hochklassigen Minuten und sechs in Serie gesehenen Breaks ein klares 6:2 für Robert Steinhauser. Der 18jährige legte zu Beginn des zweiten Satzes gleich nach, erhöhte das Tempo und steuerte mit zwei Breaks zum 3:1 und 5:1 unaufhaltsam in Richtung Titelgewinn. Der kam auch nicht mehr durch das erste Vorhemus-Break im zweiten Satz zum 2:5 in Gefahr, denn Steinhauser blieb fokussiert, und nahm dem 17jährigen Gegenüber auch im letzten Game noch einmal den Aufschlag ab. 38 unerzwungene Fehler hatte Vorhemus am Ende begangen, so auch beim abschließenden Matchball seines Gegners. Dazu nur einmal sein Service durchgebracht, so kann man gegen einen Spieler vom Kalibers eines Robert Steinhauser beim besten Willen kein Spiel gewinnen! Steinhauser avancierte am Ende mit 6:2, 6:2 zum 56. Sieger eines HTT-Masters-Series-1000-Turniers, und Vorhemus hatte sich mit vier Siegen und dem Finaleinzug genug Matchpraxis auf dem langen und steinigen Weg zurück in die Erfolgsspur gesichert.

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