Prüger und Vukicevic im Final-Duell um Tour-Finals-Titel 2018

Lukas Prüger und Vladimir Vukicevic bestreiten am Samstag Nachmittag das Endspiel der nach acht Spieltagen zu Ende gehenden 29. Auflage der HTT-Tour-Finals 2018 im UTC La Ville. Die beiden 16fachen Turniersieger und Tour-Finals-Champions der vergangenen beiden Jahre, qualifizierten sich am semifinalen Freitag Abend jeweils glatt und souverän für den finalen Showdown und ihr insgesamt bereits fünftes direktes Duell. Vukicevic gewann nach starker Leistung eine insgesamt aber hinter den Erwartungen gebliebene Neuauflage des HTT US Open-Finales gegen Philipp Jahn mit 6:4, 6:1, ehe in der ebenfalls enttäuschenden abschließenden Night-Session des 7. Spieltages Lukas Prüger gegen Maximilian Wild das mit großer Spannung erwartete Duell der HTT-Nummern 1 und 2 mit 6:3, 6:0 für sich entschied. Zum hoffentlich krönenden Abschluss des Tennisjahres krachen im Finale also zwei der erfolgreichsten Spieler der letzten Jahre aufeinander, die sich in einer Neuauflage des Vorrunden-Duells vom vergangenen Dienstag gegenüberstehen. Aus dem UTC La Ville berichtet für hobbytennistour.at C.L

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Gruppensieger Philipp Jahn beendet Saison 2018 ohne Turniersieg

CTP Pötzleinsdorf-Star Philipp Jahn wird die Tennissaison 2018 als einziger Top Ten Spieler ohne Turniersieg beenden. Der 26jährige Wiener, der heuer bei drei der vier HTT-Grand-Slam-Entscheidungen im Finale stand, musste sich am frühen Freitag Abend im ersten Semifinale der 29. HTT-Tour-Finals 2018 dem serbischen Ranglisten-Vierten Vladimir Vukicevic in einer enttäuschenden und nur 72 Minuten dauernden Partie mit 4:6, 1:6 geschlagen geben. Dabei hatte die Nummer 5 des HTT-Computer-Rankings den besseren Start erwischt, und nach starkem Beginn beider Spieler mit  souverän durchgebrachten Aufschlagspielen mit dem Break zum 4:2 die erste scheinbar klarere Führung inne. Doch wer dachte, der Gruppensieger aus Pool B würde nun ähnlich wie in der Vorrunde seine Kreise ziehen, der irrte. Es folgte das genaue Gegenteil, denn mit drei einfachen Fehlern von der Grundlinie im folgenden Game als Aufschläger, leitete der 26jährige eine unerklärliche Negativserie am Centercourt ein. 14 Minuten nach seiner 4:2 Führung, waren vier Games en suite und der erste Satz aus seiner Sicht futsch, eine halbe Stunde später sogar das ganze Match verloren.

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11 Jahre in Serie bleibt das Endspiel der HTT-Tour-Finals nun schon den beiden Gruppensiegern gleichzeitig verwehrt, und Vukicevic erreicht sein 30. Karriere-Finale

Jahn hatte dem Publikum in der Halle nur mehr einen Game-Gewinn zum 1:2 zu bieten, damit insgesamt nach seiner 4:2 Führung einen Unlauf “veranstaltet”, der sich mit nur einem gewonnenen bei elf gespielten Games dramatisch liest. 43 unforced errors des 26jährigen dokumentieren zusätzlich den rabenschwarzen Tag den Jahn erwischte, und mit dem auch eine unglaubliche Serie ihre Fortsetzung fand. Denn mit dem Jahn-Aus im Semifinale haben es die beiden jeweiligen Gruppensieger zum 11. Mal in Folge nicht ins Endspiel der HTT-Tour-Finals geschafft. Das letzte Mal als sich die beiden Vorrunden-Gewinner im Endspiel der “HTT-Finals” gegenüberstanden war im Jahr 2007, als Andreas Harbarth und Mario Kiss um den wichtigsten Titel des Jahres kämpften. Zurück ins Jahr 2018 und zum ersten Semifinale, dessen enttäuschender Verlauf alleine auf die Kappe des Verlierers ging. Vladimir Vukicevic nämlich, hatte in den 72 Minuten am Centercourt seine bislang beste Leistung im Verlauf dieses Turniers gezeigt, und Zuversicht für den finalen Showdown gegen Lukas Prüger geschöpft. Der 37jährige erreichte mit einer auch statistisch belegt starken Leistung sein insgesamt 30. HTT-Karriere-Finale und sein zweites Endspiel bei den HTT-Tour-Finals nach 2016. Mit 20 Winnern und nur 15 Eigenfehlern, feierte er am Ende in seinem 22. Spiel bei den Tour-Finals seinen 15. Sieg, womit der Routinier bei seinem 6. HTT-Finals-Antreten in der ewigen Bestenliste aller Spieler mit den meisten Masters-Einzelsiegen zu Roman Hamm auf Platz 6 aufschließen konnte. “Das war meine stärkste Leistung, ich hatte eine klare Linie, einen Plan, und das ist gelungen” freute sich der 5fache Grand-Slam-Champion aus Serbien, während Jahn tief enttäuscht bei der Pressekonferenz saß. “Ich war top motiviert, und die ersten drei vier Games waren auch noch ok. Ich habe dann aber komplett den Faden verloren, und mich nur mehr geärgert, wie schlecht man eigentlich Tennis spielen kann”, grollte der Unterlegene.

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Lukas Prüger deklassiert seinen Kronprinzen

Kaum prickelnder verlief dann zu später Stunde des siebenten Turniertages das zweite Halbfinale zwischen den beiden Jungstars Lukas Prüger und Maximilian Wild. Es war schon fast erwartet worden dieses nach nur 63 Minuten zustandegekommene 6:3, 6:0 des Ranglisten-Ersten im Duell mit seinem Kronzprinzen. Die Erwartungen an Wild nach seinem heroischen Sieg über Martin Mayer im entscheidenden Vorrunden-Match am vergangenen Donnerstag waren wohl zu hoch gegriffen. Zu instabil, zu wenig konstant, und zu unsicher nach den insgesamt doch schwachen letzten Wochen einer eigentlich sensationellen vollen ersten Saison spielte Wild auch in diesem hochstilisierten Treffen der beiden Klasenbesten. Die Nummer 1 Lukas Prüger gegen die Nummer 2 Maxi Wild, am Ende nach dem 6:3, 6:0 lagen freilich Welten zwischen den beiden HTT-Stars. Der letztlich unterlegene 18jährige Shooting-Star kam in dieser erhaltenen Lehrstunde und in seinem 65. Saisonmatch niemals auch nur annähernd in Richtung seines 10. Finales, und so beendete der junge Niederösterreicher seine HTT-Premierensaison mit grandiosen 49 Einzelsiegen, die wie schon zuletzt einmal erwähnt die drittbeste Marke aller Zeiten bedeutet.

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Lukas Prüger mit seinen Rekorden und der Chance, als erster Spieler seit Philipp Schneider den Tour-Finals-Titel mit Erfolg zu verteidigen

Ohne zu glänzen, ohne spielerisch zu überzeugen, mit insgesamt 7 Doppelfehlern, stürmte derweil Lukas Prüger trotzdem unaufhaltsam und zum zweiten Mal in Serie nach 2017 ins Endspiel der HTT-Tour-Finals. Der 20jährige baute mit dem Kantersieg im Semifinale auch seine imposanten Siegesserien weiter aus. 52. Saisonsiege stehen beim HTT-Branchen-Besten seit Freitag Abend zu Buche. Bei den HTT-Tour-Finals ist der Ranglisten-Erste mit 8:0 Siegen immer noch ungeschlagen, hat mit 16:0 Sätzen noch nicht einmal einen Satz abgeben müssen, und ist auch insgesamt auf der Tour schon wieder 15 Matches lang unbesiegt. In 145 Karriere-Matches hat er nunmehr 125 Siege gefeiert, und im heutigen 19. Finale seiner außergewöhnlichen Laufbahn hofft Prüger auf den 8. Titel im Jahr 2018. Zudem hat der 20jährige heute die große Chance, als ingesamt erst fünfter Spieler der Open Ära, seinen Titel bei den “Finals” mit Erfolg zu verteidigen. Das gelang letztmalig Philipp Schneider in der Saison 2014.

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“Ich habe mir für dieses Match gegen den Lukas heute viel mehr erwartet. Ich war hochmotiviert und wollte dieses Spiel unbedingt gewinnen, aber im Endeffekt war es dann ein ganz schlechtes Spiel von uns beiden, und ganz sicher nicht das Niveau der Nummern 1 und 2”, so der 18jährige. “Ich möchte nächstes Jahr wieder die Tour-Finals erreichen, und dort dann mit einer konstanteren Leistung als heuer ein noch besseres Ergebnis erreichen. Mein Match gegen Mayer wird mir in Erinnerung bleiben, und nochmals danke für dieses tolle Event. Es ist eine einmalige Veranstaltung mit einem unfassbaren Ambiente, und man kann sich glücklich schätzen, wenn man hier dabei sein darf”, so der Shootingstar des Jahres in seiner abschließenden Pressekonferenz, in der dann auch die Nummer 1 der HTT nochmals zu Wort kam. “Ich bin in beiden Sätzen gleich mit einem Break davongezogen, das war entscheidend. Der Maxi hat heute aber wirklich fatal gespielt, und es mir damit sehr leicht gemacht, das Finale zu erreichen. Unser erster Satz war beiderseits grausam, der zweite zumindest aus meiner Sicht eine Spur besser”, sparte Prüger nicht mit Selbstkritik.

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