Prüger gewinnt enttäuschendes Schlagerspiel gegen Vukicevic

Titelverteidiger Lukas Prüger ist bei der 29. Ausgabe der HTT-Tour-Finals im UTC La Ville vorzeitig und als zweiter Spieler nach Philipp Jahn ins Semifinale eingezogen. Der Ranglisten-Erste vom Schwechater TC behielt nach seinem Auftaktsieg über Matthias Wolf auch im dritten Saisonduell mit dem Tour-Finals-Champion von 2016 Vladimir Vukicevic zum dritten Mal die Oberhand, und ist damit beim Saisonabschlussturnier der HTT saisonübergreifend bereits sieben Spiele ungeschlagen.Gruppensieger ist der 20jährige trotz seines mit 6:4, 6:2 deutlich ausgefallenen 50. Saison-Einzelsieges aber noch nicht. Das verhinderte HTT-Tour-Finals-Newcomer Andreas Szabados, der mit seinem Dreisatzerfolg in der Abendpartie gegen Vorjahresfinalist Matthias Wolf für einen spannungsgeladenen letzten Vorrundentag am morgigen Donnerstag sorgte. Aus dem UTC La Ville berichtet für hobbytennistour.at C.L

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Schlagerspiel der Gruppe B verläuft enttäuschend und bringt außer einem kleinen Scharmützel kaum Höhepunkte

HTT-Branchen-Primus Lukas Prüger ist bei den HTT-Tour-Finals 2018 weiter makellos auf dem Weg zur einer erfolgreichen Titelverteidigung unterwegs, und nach einem in 1:13 Stunden Spielzeit errungenen 6:4, 6:2 Erfolg über HTT-US-Open-Sieger Vladimir Vukicevic seit 13 Spielen auf der Hobby-Tennis-Tour unbezwungen. Das mit Spannung erwartete Duell der beiden letztjährigen Tour-Finals-Gewinner am Centercourt des UTC La Ville blieb allerdings weit hinter den allgemeinen Erwartungen zurück. Es wurde nicht jener Tennisleckerbissen, den man sich angesichts der Klasse der beiden Kontrahenten durchaus erwarten durfte. Immerhin gab es aber wieder die traditionellen Scharmützel, die sich Prüger und Vukicevic “on court” seit ihrem letzten Treffen im Endspiel des November-Masters-Series-1000-Turniers liefern.

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Vukicevcic mit dem besseren Start und einer 4:2 Führung

Den besseren Start in diesen Vorrunden-Schlager verzeichnete eindeutig Vukicevic. Der 3fache HTT-Wimbledonsieger profitierte von einem kapitalen Fehlstart Prügers, der sich mit zwei Doppelfehlern in seinem ersten Aufschlagspiel negativ auszeichnete, und zudem ungewohnt viele Fehler von der Vorhand einstreute. Vukiceivc nützte den Fehlstart des Ranglisten-Ersten, hielt seinerseits sein Service zum 2:0, und wehrte auf dem Weg zum 3:1 auch die ersten beiden Breakchancen Prügers ab. Und dann standen sie sich plötzlich wieder “aufgezuckert” gegenüber, die beiden 16fachen HTT-Turniersieger und an Titeln gemessen erfolgreichsten Spieler dieses Turniers. Es sind oft nur Gesten, die Entscheidung des anderen kurz anzweifeln und das ein oder andere kurze Wortgefecht, mit dem sich die beiden HTT-Superstars ihre sportliche Abneigung gegenseitig zeigen. Außerhalb des Platzes von höchstem Respekt gekennzeichnet, scheint die Beziehung der beiden HTT-Asse auf dem Platz eine zweifelhafte zu sein. Wie auch immer, Prüger verlor die Fassung – ein Novum an sich bereits – schimpfte durch die Halle und verlor fuchsteufelswild das sechste Game des ersten Satzes zu Null. Vukicevic lag 4:2 voran, wirkte an diesem Abend nach Außen hin bereit, seinen zweiten Sieg gegen den Ranglisten-Ersten nach März 2017 feiern zu können, doch am Ende war das mehr “Schein als Sein”.

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Mattes Tennis und Vukicevic im zweiten Satz mit einem sportlichen Blackout

Denn nur 14 Minuten nach der 4:2 Führung, hatte Vukicevic unentspannt wie zuletzt öftes vier Games in Serie gegen einen eigentlich “mental aufgelösten” Gegner verloren, und damit längst auch die Partie aus der Hand gegeben. Was dann in den ersten Games des zweiten Satzes am Centercourt des UTC La Ville zu sehen war, hatte wenig mit Top-Niveau und schon gar nichts Tour-Finals-Tennis zu tun. Die beiden HTT-Topstars stolperten von einem unansehnlichen Ballwechsel in den nächsten, Prüger startete einen Doppelfehler-Reigen, und Vukicevic konnte fehlerhaft agierend keinerlei Kapital daraus schlagen. Bis 2:2 gab es ein munteres Hin & Her BREAKEN, dann brachen vorallem beim serbischen HTT-Rasenkönig alle Dämme. Wenn einer wie er, in einem Satz kein einziges Mal sein Service durchbringen kann, dann schlagen die Alarmglocken an. 21 sogenannte unforced errors bei nur 7 Winnern, auch von der Grundlinie leistete sich Vukicevic ein sportliches Blackout, und das gegen einen keineswegs überragend spielenden Gegner.

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Vukicevic nach seinem 20. Match bei den HTT-Tour-Finals auf Platz 7 der ewigen Bestenliste und mit einer brisanten Pressenkonferenz: “Wenn es eng wird, dann sieht er schlecht”

Bei seinem 20. Einzelauftritt im Rahmen der HTT-Tour-Finals konnte Vukicevic zwar sportlich nicht reüssieren, statistisch aber ein kleines Highlight setzen. Denn mit 20 Masters-Einzelspielen schob sich der 37jährige Serbe auf Platz 7 der ewigen Bestenliste aller HTT-Spieler mit den meisten Masters-Einzelauftritten vor, und schloss zu den beiden 2fachen HTT-Tour-Finals-Gewinnern Franz Mayrhuber und Andreas Harbarth auf, die ebenfalls jeweils 20 Matches im Rahmen des Saisonfinales der HTT bestritten haben. Sein 40. Saisonsingle 2018 wird “Vladi” aber dennoch in keiner guten Erinnerung behalten. “Ich war mit meiner Leistung nicht zufrieden. Das war eine Spur besser als am Sonntag, aber bei weitem nicht genug. Zum Glück bedeutet diese Niederlage nicht so viel, und ich kann damit leben. Hoffentlich kann ich aus dieser Partie was lernen. Ich habe viele Fehler gemacht. Auch, das wieder ein Ball meine ganze Laune und den Spaß am Spiel verdirbt. Ich habe mich damit quasi selbst zerstört”, so Vukicevic, der dann noch richtig Brisanz und Pfeffer in die Pressekonferenz und womöglich die nächsten Partien der beiden HTT-Superstars brachte. “Ich erwarte von Lukas, dass er solche Sachen sieht. Vielleicht habe ich aber zu hohe Erwartungen. Luki ist ein Super-Kerl, ich mag ihn sehr, das ist keine Frage und auch kein Geheimnis. Nur ich weiß nicht, ob er das checkt, aber sobald es für ihn eng wird, dann trifft er falsche Entscheidungen. Sobald es eng wird, sieht er nicht so gut”. Ein Sager mit dem er vor versammelter Menge bei der PK massigst Lacher erntete. Und zum letzten Match gegen Matthias Wolf meinte der Ranglisten-Vierte nur kurz und bündig: “Ich will den Matthias schlagen, und wenn ich das nicht schaffen sollte, dann habe ich im Halbfinale bei diesem Turnier nichts verloren. Da brauchen wir nicht lange herumrechnen”.

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Lukas Prüger mit 50 Einzelsiegen 2018 und der zweitbesten Marke in 29 Jahren Hobby-Tennis-Tour

Lukas Prüger indes stellte sich der Pressekonferenz mit wieder einmal zwei richtig starken statistischen Topmarken. Da wäre zunächst einmal sein 50. Saisoneinzelsieg. Das ist in der langen 29jährigen Geschichte der HTT die zweitbeste Marke, die je ein Spieler in einem Jahr an Siegen feiern konnte. Über ihm thront nur Damian Roman, der 2016 seine Supersaison mit unglaublichen 61 Einzelsiegen krönte. Und mit dem vorzeitigen Einzug ins Semifinale, prolongierte der 20jährige seine Super-Serie mit mittlerweile 23 Turnieren in Serie auf den drei höchsten HTT-Ebenen, in denen er mindestens das Viertelfinale erreichte. “Das klingt sehr gut, aber das Match heute hatte ein sehr bescheidenes Niveau, und von dem her kann ich mich nicht richtig freuen über den heutigen Tag. Der Start heute war komplett fatal mit 2 Doppelfehlern und zwei Vorhänden an die Plane, und auch danach war halt wieder diese eine blöde Situation, an der wir beide die Motivation verloren haben. Wir haben das Match quasi fertig gespielt, mehr war da leider auch für die Zuschauer nicht”, so der 20jährige. Und auf die 50 Siege 2018 angesprochen meinte Prüger zum Abschluss noch: “Das ist jetzt schon eine Marke, die ziemlich stark klingt, das freut mich sehr”, so der Titelverteidiger.

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