Matthias Wolf verliert Neuauflage des Vorjahresfinales gegen Lukas Prüger

Die Sieger der letzten beiden Jahre beim großen Saisonfinale der Top 8, HTT-US-Open-Champion Vladimir Vukicevic und der an Nummer 1 gesetzte Titelverteidiger Lukas Prüger sind am Sonntag Nachmittag mit unterschiedlicher Leistung und jeweils einem Sieg zum Auftakt in die Gruppe A der 29. HTT-Tour-Finals 2018 im UTC La Ville gestartet. Während Vorjahressieger Lukas Prüger seine imposante Siegesserie auf Masters-Ebene in einer Neuauflage des letztjährigen Finales gegen Matthias Wolf mit einem klaren 6:4, 6:0 Erfolg ausbaute, mühte sich der HTT-Tour-Finals-Champion von 2016 Vladimir Vukicevic in der abschließenden Partie des zweiten Spieltages gegen Finals-Debütant Andreas Szabados zu einem hart erkämpften 7:6, 6:4 Arbeitssieg. Aus dem UTC La Ville berichtet für hobbytennistour.at C.L

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Lukas Prüger nach 6. Sieg im 6. Duell endgültig Angstgegner von Matthias Wolf

Lukas Prüger hat am frühen Sonntag-Nachmittag die Bühne der HTT-Tour-Finals so betreten, wie er sie vor einem Jahr im Endspiel der 2017er-Auflage verlassen hatte. Mit einem vollen Erfolg am Centercourt des UTC La Ville, und mit einem Sieg über Matthias Wolf, den er 358 Tage zuvor im Finale der HTT-Tour-Finals 2017 mit 6:4, 6:2 bezwungen hatte. Diesmal dauerte der Zauber gerade einmal 66 Minuten, ehe Prüger mit dem sechsten Sieg im sechsten direkten Duell endgültig die Rolle des Wolf’schen Angstgegners übernommen hatte. Alleine bei den Tour-Finals im UTC La Ville sind sich Prüger und Wolf nun schon drei Mal begegnet, gegen ein viertes Treffen auf höchster Ebene hätte der Ranglisten-Sechste vom SKVS Flötzersteig aber nichts einzuwenden. Und wie man mit einer Auftakt-Niederlage umgeht, wie man sich nach einem Dämpfer zum Start zurück in die Spur und letztlich sogar ins Finale spielt, das weiß Matthias Wolf ja seit seinem furiosen Auftritt im letzten Jahr. Wie überhaupt der 30jährige mit den Tour-Finals und der Person Lukas Prüger ganz besondere Erinnerungen und eine spezielle Beziehung verbindet.

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Als der Stern des Matthias Wolf am HTT-Himmel aufging

Beim Showdown der besten HTT-Spieler zum Jahresende 2017 im UTC La Ville, ging der Stern des Matthias Wolf auf der Hobby-Tennis-Tour auf. Bis dahin galt der sympathische Wiener als technisch limitierter Top Ten Spieler, der sich seine Punkte und die daraus resultiertende Masters-Teilnahme über die Vielspielerei erobert hatte. Das kommt bei den ganz großen Stars auf den ersten Blick nicht so gut an, aber sein Erscheinungsbild in der HTT-Öffentlichkeit, modelierte sich Wolf in den acht Tagen der 2017er-Finals perfekt zurecht. Vorallem aber, und das war noch viel wichtiger, hatte sich Wolf als Masters-Newcomer mit seinem last minute Gruppensieg über Alexander Schager, und vor allem mit seinem epischen Semifinal-Triumph über Vladimir Vukicevic ins Blickfeld der breiten HTT-Community gespielt. Aus dem Überraschungsmann, war fortan ein arrivierter, ernstzunehmender und erfolgreicher Top Ten Spieler geworden, der mit diesem Auftritt vorallem auch den Glauben an sich selbst und sein Tennis gewonnen hatte.

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Wolf und das Theater um das HTT-Nummer-1-Rennen

Seine zweite Tour-Finals-Teilnahme in Serie machte Wolf heuer deshalb auch mit Topresultaten klar, mit vier Saisontiteln, darunter dem ersten Erfolg auf Masters-Series-1000-Ebene und grandiosen 5.065 Ranglistenpunkten in einem Jahr. Wolfs bester HTT-Saison fehlte nur die absolute Krönung in Form der Nummer 1 Position, und da sind wir bei der Person Lukas Prüger und seinem gestrigen Auftaktgegner. Fast 3000 Punkte trennen Prüger und Wolf aktuell zu Beginn des Saisonabschlussturniers. Kaum zu glauben, dass die beiden HTT-Asse im heurigen Hochsommer einmal nur lächerliche 5 Pünktchen trennten. Ein Rechenfehler bei hobbytennistour.at hatte Wolf sogar für einen Nachmittag fälschlicher Weise als Nummer 1 akklamiert. Zum Sprung auf den Thron reichte es aber nicht, und seit dieser knappsten aller Entscheidungen im Nummer 1 Rennen der HTT-Geschichte, hat Wolf irgendwie die Motivation in Sachen Top-Position im HTT-Ranking verloren. Nur mehr 2 Turniere bestritt Wolf nach dem Nummer-1-Theater, womit er auch “nur” mehr als Nummer 6 zu den HTT-Tour-Finals 2018 im UTC La Ville anreiste.

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Prüger holt ersten Satz trotz weniger gewonnener Punkte

Und dort kam es eben gestern Nachmittag wie erwähnt zur Neuauflage des Vorjahresfinales gegen Lukas Prüger und zu Beginn fast wie erwartet zu einer Solo-Show des Ranglisten-Ersten, der mit zwei frühen Breaks rasch auf 3:0 davonzog. Wolf konnte in der Folge auch sein drittes Aufschlagspiel nicht halten, und bei 1:4 aus Sicht des SKVS Flötzersteig-Stars musste man schon das allerschlimmste für sein Duell mit der Nummer 1 befürchten. Niemand in der Halle ahnte nämlich zu diesem Zeitpunkt, dass sich der 7fache Saisonsieger und große Titelfavorit für die kommenden Minuten eine richtig ausgedehnte Auszeit nehmen sollte. Eigentlich war es schon ein Mega-Blackout, mit dem Prüger da zu kämpfen hatte. 10 Punkte in Serie abgegeben, zwei Games zu Null verloren, und mit vier Doppelfehlern auffällig geworden, Wolf war auf 3:4 herangekommen, und hatte sogar noch einen Breakball zum 4:4, den er mit einem Vorhandfehler in eigentlich günstiger Schlagposition vergeigte. Prüger führte 5:3, Wolf kam mit Ergebniskosmetik auf 4:5 heran, und musste Augenblicke später den ersten Satz trotz 36:34 gewonnenen Punkten mit 4:6 abgeben.

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Matthias Wolf bei der Pressekonferenz: “Zweiter Satz war nach einer losgestoßenen Fehlerlawine eine einzige Katastrophe”, und Lukas Prüger egalisiert die zweitbeste Marke der HTT-Geschichte an gewonnenen Matches in einer Saison

Im zweiten Satz war Wolf dann am Platz nicht mehr existent. Seine Vorstellung glich einer spielerischen Bankrott-Erklärung. In nur 23 Minuten setzte es die Null, kein Winner bei 11 Eigenfehlern, insgesamt nur 9 Punkte und eine unterirdische Aufschlagquote von 22 Prozent “am Ersten”, mit solchen statistichen Eckdaten ist jeder Spieler gegen einen wie Lukas Prüger zur Höchststrafe ausgeschrieben. “Komisch: Im ersten Satz war eigentlich viel drinnen, ich bin schlecht gestartet, trotz Rückständen schön rangekommen, aber ich konnte nie den Sack zumachen. Im zweiten Satz habe ich dann eine Fehlerlawine losgestoßen, das war echt katastrophal. Aber ich sage besser jetzt im Auftaktmatch gegen Prüger wo ich nicht unbedingt der Favorit war, als in den folgenden wichtigen Partien”, analysierte Wolf seine Auftakt-Niederlage nüchtern. Gleichzeitig gab sich der Vorjahresfinalist aber auch kämpferisch und optimistisch, so wie im Vorjahr trotz Startpleite noch ein Wort mitreden zu können um Aufstieg und Titel. “Mein nächstes Match am Dienstag muss ich gewinnen, egal wer da als Gegner kommt, und dann haben wir am Donnerstag einen Showdown, bei dem ich meine Erfahrungen vom letzten Jahr sicher einbringen werden kann. Ich werde dann sehr fokussiert und nervenstark sein, da bin ich mir sicher”, so der 30jährige, während sich sein Gegner über den sechsten Einzelsieg bei den Tour-Finals in Serie, und das 12. Spiele in Folge ohne Niederlage auf der HTT insgesamt freuen durfte. Zudem feierte Prüger seinen 49. Sieg im Jahr 2018, und damit stellte er die zweitbeste Marke der Open Ära ein, die einst von Claus Lippert im Jahr 1999 errungen, sogar als Rekord für die Ewigkeit gehandelt wurde, ehe Damian Roman in seiner Super-Saison 2016, diesen Bestwert auf unglaubliche und grandiose 61 Siege verbesserte.

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