Dunkle Wolken über dem Juni-Second-Series-Turnier

Nach zwei Tagen “Sonnenschein, Sommer-Feeling, und eitler Wonne” rund um das Juni-Second-Series-Jubiläums-Turnier sind am gestrigen Sonntag dunkle Gewitter-Wolken über dem 19. Saison-Bewerb aufgezogen. Am frühen Morgen bereits in Form von drei Absagen, die das Ende des Round-Robin-Modus bedeuteten, und am Nachmittag mit einem heftigen Gewitter, das den dritten Spieltag beim Juni-Second-Series-Turnier vorzeitig unterbrach. Ein Bericht von C.L

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Heftiger Gewitter-Regen beendet dritten Juni-Second-Series-Spieltag vorzeitig

Das 2. Juni-Second-Series-Turnier schwankt derzeit von einem Extrem ins andere. Sportlich die ersten beiden Spieltage eine einzige Superlative, kippten die Second-Series-Stars am Sonntag Vormittag mit ihren “verletzungsbedingten Absagen” den allseits beliebten Round-Robin-Modus aus dem Tour-Kalender. Und an der Wetterfront entlud sich nach zwei herrlichen Sommertagen am Sonntag Nachmittag ein massives Gewitter, das für die heftigsten Niederschläge auf der Anlage in der Leberstraße seit Ende September sorgte. Ein Platzregen stellte dabei binnen Minuten die Courts der Tennisanlage des TC Top Serve unter Wasser, und verwandelte die dortigen Sandplätze in einen einzigen riesigen braunen See. In wie weit der mächtige Guss die Tenniscourts vom Sand befreit hat, wird wohl erst am Montag klar sein. Das letzte ähnlich geartete Niederschlags-Szenario am 28. September des Vorjahres hatte freilich massive Schäden und großflächige sandlose Tennisplätze zur Folge.

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Round-Robin-Modus aus Tour-Kalender gekippt – Unmut unter den Spielern

Vor dem großen Gewitter-Regen mit heftigem Donner als Begleitung, “krachte” es am Sonntag Vormittag aber auch schon auf sportlicher Ebene beim Juni-Second-Series-Turnier 2007. Die geplanten Protagonisten zum Tag sorgten trotz “Vorwarnung des Veranstalters und massiven Bittens im Vorfeld” für den negativen Knall-Effekt des Wochenendes. Denn nachdem zwei Round-Robin-Spiele unbesucht blieben, und ein drittes Match im Laufe des Vormittags kurzer Hand aufgegeben wurde, ist der Modus mit Gruppenspielen in der Vorrunde ähnlich wie auf ATP-Tour-Ebene mit sofortiger Wirkung aus dem Kalender gestrichen. Ein Faktum, dass unter einem Großteil der anwesenden Second-Series-Spieler für heftigen Unmut sorgte. “Ich kann nicht ganz verstehen, warum einige Leute mit ihrem Verhalten eine gute und beliebte Idee kaputt machen”, sagte Hannes Gellner, der für eine Beibehaltung des Round Robin-Modus und einen Ausschluss der Spiel-Verweigerer eintritt.

Robert Macheev bestätigt Absage-Motiv aufgrund fehlender Aufstiegs-Chance

Das Horror-Szenario einer “walk over Entscheidung” in einem wichtigen Round-Robin-Match blieb uns Gott sei Dank erspart, doch auch die für den Aufstieg unbedeutenden und letztlich entfallenen Matches sorgen für eine gravierende Verfälschung des Turniers und der Rankings. Die Opfer der Absage-Kandidaten fallen um mögliche wichtige Ranglistenpunkte um, und um die beworbene “3-Spiele-Garantie”. Das so mancher der leichtfertig absagenden Second-Series-Stars sich bei anderer Ausgangsposition auch anders -also für ein Antreten – entschieden hätte, bestätigte Russlands Robert Macheev, der ohne zu wissen das sein Widersacher Helge Leis bereits am Vormittag abgesagt hat, sein für den Aufstieg bedeutungsloses Match streichen wollte. “Ich hatte schon gestern Abend starke Schmerzen, aber wäre es noch um den Aufstieg gegangen, hätte ich natürlich die Zähne zusammen gebissen und versucht zu gewinnen. Entspannt nahm auch Veranstalter Claus Lippert die ärgerliche Absageflut von Macheev & Co zur Kenntnis. “Mir ist es gleich. Dann spielen wir eben auch die Second-Series-Turniere wieder im k.o-System. Ich wollte den Spielern ja nur mehr Matches und mehr Perspektive während eines Bewerbes geben. Scheinbar ist das nicht gewünscht. Soll mir auch recht sein. Turniere im k.o-System sind ohnehin schneller fertig” meinte der Tour-Boss emotionslos.

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Eigenseder, Stegmüller und Heuberger fixieren ihre Viertelfinal-Tickets

Zwischen dem “sportlichen Gewitter” am frühen Vormittag und dem Unwetter knapp vor 15 Uhr, wurde freilich auch noch Tennis gespielt an diesem dritten Tag im Rahmen des Juni-Second-Series-Turniers. Dabei sicherte sich Christoph Eigenseder gegen Markus Schiller den Sieg in Pool B, und erkämpfte sich Herbert Stegmüller mit einem 6:3, 6:1 Erfolg über Marcel Pliemitscher den Aufstieg unter die letzten Acht des Turniers. Für den ältesten Teilnehmer im Feld könnte übrigens immer “Round-Robin-Modus” sein, und der 64jährige wird wohl einer der Haupttrauernden betreffend der Gruppen-Phasen-Abschaffung sein. Denn auch beim dritten Round-Robin-Turnier der Tour-Geschichte überstand Stegmüller die Vorrunde, wenngleich er für den scheinbar glatten 6:3, 6:1 Erfolg über den Future-Tour-Spieler mehr als zwei Stunden benötigte. “36 Mal hat einmal ein Ballwechsel gedauert”, wusste der Old-Boy um die Gründe für den Zweisatz-Marathon. “Marcel ist ein vielversprechender Junge. Er ist einer mit dem gewissen Etwas. Er wird nächstes Jahr mit Sicherheit für uns Meisterschaft spielen und für Furore sorgen”, zeigte sich Stegmüller begeistert. Ebenfalls ohne Satzverlust ins Viertelfinale ist am Vormittag auch Robert Heuberger eingezogen. Der 12jährige setzte sich im Duell der Jungstars gegen den schweizer Newcomer Horst Gfeller mit 6:4, 6:4 durch, und wartet nun auf das Generationen-Duell im Viertelfinale mit Herbert Stegmüller. Am Sonntag ist endlich auch die Gruppe H in Szene gegangen, wobei nach den beiden ersten Spielen noch alle drei Pool-Mitglieder berechtigte Aufstiegschancen haben. Die besten dabei hat allerdings Michael Januska, der seine Matura-Feier vom Freitag Abend sichtlich gut weggesteckt hat, und nach einem 7:5, 6:4 Erfolg über Jaswinder Saroy nur mehr einen Satzgewinn zum Viertelfinal-Aufstieg braucht. Den kann der 19jährige am Montag Abend im letzten Vorrundenmatch mit Roxanne Bakowsky einfahren, die sich gegen Jaswinder Saroy überraschend deutlich mit 2:6, 1:6 geschlagen geben musste.

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Claus Lippert, 10. Juni 2007