Jahn beendet Prügers Siegesserie im Viertelfinale der HTT-US-Open

CTP-Pötzleinsdorf-Ass Philipp Jahn hat am Mittwoch Abend bei den HTT-US-Open aufgezeigt, und in einer nervenaufreibenden Viertelfinalpartie die Siegesserie des Ranglisten-Ersten Lukas Prüger beendet. Der 26jährige verwandelte nach 2:11 Stunden Spielzeit seinen dritten Matchball, und steht nach einem 6:4, 4:6, 6:3 Erfolg unter den Top 4 des letzten HTT-Grand-Slam-Saisonturniers. Obwohl nach exakt 187 ausgespielten Ballwechseln Prüger mit 94:93 sogar einen Punkt mehr in dieser höchst intensiven und spannenden Begegnung erobert hatte, musste sich der 5fache Saisonsieger nach zuletzt 10 Einzelsiegen en suite erstmals wieder geschlagen geben. Im Semifinale wartet Jahn auf den Sieger der Partie Schager gegen Zellinger, während für Lukas Prüger am Mittwoch Abend die Grand-Slam-Saison 2018 ohne das große Erfolgserlebnis endete. Aus der Südstadt berichtet für hobbytennistour.at C.L

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Lukas Prüger zum dritten Mal in Serie im Viertelfinale eines HTT-Grand-Slam-Turniers gescheitert und die erste Nummer 1 seit Franz Mayrhuber 2012, die ein ganzes Jahr lang ohne eine Grand-Slam-Finalteilnahme bleibt

Lukas Prüger hat am sechsten Spieltag der 27. HTT-US-Open zum dritten Mal in Serie das Aus im Viertelfinale eines HTT-Grand-Slam-Turniers ereilt, und er hat sein 130. HTT-Karriere-Einzelmatch verloren. Im Duell der beiden konstantesten HTT-Grand-Slam-Spieler des Jahres – beide standen als einzige Akteure in allen vier HTT-Saison-Majors zumindest im Viertelfinale – galt Prüger angesichts seiner zuletzt 10 Siege andauernden Erfolgsserie und einer 2:0 Führung im Head to Head mit dem Ranglisten-Sechsten als großer Favorit. Doch dann kam wieder einmal alles ganz anders. Prüger kassierte in einer offenen Partie die siebente Niederlage 2018, und muss die heurige Grand-Slam-Saison mit einer mehr oder minder durchwachsenen Bilanz beenden. Semifinale bei den HTT-Australian-Open mit der halbfinalen Trauervorstellung gegen den späteren Turniersieger Markus Neuhauser, dann die matte Darbietung als Titelverteidiger im Viertelfinale der HTT-French-Open gegen Dominik Negrin, sowie das frühe Aus im Viertelfinale von HTT-Wimbledon gegen Bernhard Scheidl, kein Wunder also, dass Prüger sich für die abschließenden HTT-US-Open in der Südstadt einiges vorgenommen hatte. Doch daraus wurde nichts! Stattdessen sorgte der 20jährige für einen unrühmlichen Höhepunkt in seiner Karriere. Der 14fache Turniersieger ist der erste Nummer 1 Spieler der HTT seit Franz Mayrhuber 2012, der eine ganze Saison lang ohne Grand-Slam-Finaleinzug bleibt. Das ist in den letzten 16 Jahren sonst nur noch Markus Kurzemann 2011 und Martin Kova 2002 passiert.

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Prüger und Jahn mit jeweils 6:4 gewonnenen Sätzen

Prüger startete auch eher mäßig in sein 20. Viertelfinale auf höchster HTT-Ebene in Serie. Dem 20jährigen ging sein erstes Aufschlagspiel zum 0:2 verlustig, ehe er postwendend mit dem raschen Re-Break konterte. Abermals ging Jahn dann im Finish des ersten Satzes mit einem Break 5:3 in Führung, und wieder zeigte Prüger mit dem sofort gelungenen Re-Break seine Klasse und Nervenstärke in den entscheidenden Situationen. Wobei zum neuerlichen Re-Break auf 4:5 sein Gegner mit zwei Doppelfehlern kräftig mithalf. Zwei dieser ärgerlichen Doppelfehler unterliefen dann auch Lukas Prüger, und mit dem dritten Break in Folge, hatte sich Jahn dann nach 38 Minuten mit 6:4 die erhoffte Satzführung gesichert. Im zweiten Durchgang lief dann bis 4:4 alles nach Programm und mit dem Aufschlag, ehe Prüger das einzige Break zum 5:4 gelang. Kurz darauf ist der Ranglisten-Erste zurück im Rennen um sein HTT-US-Open-Semifinal-Ticket, und der Viertelfinal-Kracher in einem Entscheidungssatz.

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Philipp Jahn erreicht als erster Spieler seit 14 Jahren wieder bei allen vier Grand-Slam-Turnieren eines Jahres zumindest das Semifinale

Dort im dritten Heat entwickelte sich zu Beginn eine Break-Orgie, die vier Aufschlagverluste in Serie beinhaltete, ehe sich die beiden Aufschläger wieder ihrer Stärken besinnen, und eine ansehnliche Partie abliefern konnten. Jahn legte zwar immer mit Service vor, doch irgendwie hatte man während der Ballwechsel das Gefühl, dass Prüger näher dran an einer Vorentscheidung wäre, und er das Ding schon irgendwie nach Hause schaukeln würde. Im achten Game des Entscheidungssatzes patzte der Ranglisten-Erste aber mit mäßigen Aufschlägen und zwei leichten Fehlern von der Grundlinie, und so kam Jahn zum letztlich entscheidenden Break auf 5:3. Bei 40:0 zitterte sich der 26jährige zwar noch einmal zwei Punkte lang durch die anbrechende Nacht, mit einem Gewaltschuss von der Vorhand exakt an die Linie, war es aber schließlich doch vollbracht. 6:4, 4:6, 6:3, die nackten Zahlen eines historischen Erfolges für Philipp Jahn. Denn mit seinem ersten Sieg über Prüger im dritten direkten Duell, gelang dem CTP-Pötzleinsdorf-Star ein ganz besonderes Kunststück. Jahn ist der einzige Spieler im über 1200 Akteure umfassenden Circuit, der 2018 bei allen vier HTT-Grand-Slam-Turnieren und damit auf vier verschiedenen Bodenbelägen das Semifinale erreichte. Eine Wahnsinnsleistung, die letztmalig einem gewissen Thomas Valek im Jahr 2004 gelang, der bei den HTT-Australian Open ins Finale stürmte, und danach bei den drei folgenden “Slams” jeweils die Vorschlussrunde erreichte.

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