Damian Roman mit Auftaktsieg beim HTT-US-Open-Comeback

Wow! Das war gestern ein echter “Super-Sunday” bei der 27. Auflage der HTT-US-Open im Bundessportzentrum Südstadt! Perfektes Spätsommerwetter mit sensationellen äußeren Bedingungen und ein Starauflauf, wie ihn das letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres in seiner bald drei Jahrzehnte andauernden Geschichte noch nie erlebt hat. Die aktuelle Nummer 1 Lukas Prüger am Start, mit dem 3fachen HTT-US-Open-Sieger Damian Roman und dem 3fachen HTT-Wimbledon-Champion Vladimir Vukicevic die beiden internationelen HTT-Super-Stars vor Ort, dazu der amtierende HTT-Wimbledon-Gewinner Bernhard Scheidl genauso wie der Olympiasieger von 2014 Martin Mayer, der 2fache Saison-Grand-Slam-Finalist Philipp Jahn und der HTT-US-Open-Finalist von 2014 Martin Zehetner im Einsatz, die Voraussetzungen für einen großarigen Tennistag hätten besser nicht sein können. Aus der Südstadt berichtet für hobbytennistour.at C.L

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Damian Roman gewinnt sein 170. HTT-Karriere-Einzel und feiert einen Dreisatzerfolg gegen Olympiasieger Martin Mayer

Der 3fache HTT-US-Open-Champion Damian Roman ist am Sonntag Nachmittag mit einem Sieg an den Ort seiner größten HTT-Karriere-Erfolge zurückgekehrt. Der mittlerweile 36jährige aus Negresti Oas feierte bei seinem HTT-US-Open-Comeback nach zweijähriger Pause einen knapp über zwei Stunden dauernden Arbeitssieg gegen den an Nummer 6 gesetzten Martin Mayer, und entschied damit den Erstrundenschlager gegen den HTT-Olympiasieger von 2014 unmittelbar vor Einbruch der Dunkelheit mit 7:6, 3:6 und 6:2 für sich. Roman steht damit zum fünften Mal in Serie im Achtelfinale des Hartplatz-Klassikers am südlichen Stadtrand von Wien, und feierte seinen 17. HTT-US-Open-Einzelsieg bei nur einer Niederlage im Achtelfinale der 2016er-Ausgabe gegen Stefan Grubmüller. Ehe der rumänische Hartplatzkönig aber sein 170. HTT-Karriere-Einzelmatch gewonnen hatte, musste er gegen einen absoluten Topgegner einige Höhen und Tiefen durchtauchen. Schon der erste Satz wurde für den ehemaligen Ranglisten-Ersten zu einer emotionalen Berg- und Talfahrt. Als eigentlich besserer Spieler mit einer klaren 5:2 Führung unterwegs, musste Roman in den Tie-Break, den er nach engem Verlauf für sich entschied.

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Damian Roman und Martin Mayer mit heftiger Kritik an den Bedingungen beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres

Im zweiten Heat hielten beiden Akteure die Spannung in einem teils hochklassigen Duell bis 3:3 aufrecht, ehe Mayer mit drei Games in Folge für den Satzausgleich gegen einen untypisch viele Doppelfehler produzierenden Gegnern sorgte. Die Entscheidung in Durchgang Nr. 3 fiel dann für neutrale Besucher in die Kategorie “kurios”, und für die beiden Spieler in die Abteilung “ärgerlich”. Mayer & Roman starteten knapp nach 19 Uhr einen – allerdings selbstgewählten – Wettlauf mit der drohenden Dunkelheit. Kann man derzeit halbwegs vernünftig bis 19:15 Uhr unter freiem Himmel ohne Flutlicht Tennis spielen, reizten die beiden HTT-Asse das Match bis an die Grenzen aus, ehe Damian Roman um 19:42 Uhr seinen ersten Matchball verwandelt hatte. Nach Spielende war dann nicht mehr der Tophit des Tages großes Thema bei den Beteiligten, sondern logischer Weise das Thema rund um die Bedingungen, unter denen Mayer und Roman ihren Erstrunden-Auftritt beenden mussten. Und die beiden HTT-Stars sparten nicht mit massiver Kritik. “Es wundert mich nicht, wenn wir im österreichischen Tennis nicht vorwärts kommen. Wenn wir im Leistungszentrum eine kaputte Flutlichtanlage haben, ist das bezeichnend für den Zustand unseres Sports”, polterte der unterlegene Martin Mayer, und auch der Sieger stieg in die lautstarke Kritik mit ein. “Bei 4:1 hätten wir spätestens abbrechen müssen, aber logischer Weise wollte keiner von uns am nächsten Tag wegen 2 Games wieder kommen. Soweit muss es aber gar nicht kommen, wenn man hier in der Südstadt ein paar hundert Euro in die Hand nehmen würde. Es ist ein Wahnsinn. Diese Anlage ist eigentlich Vorbild und erste Adresse im österreichischen Tennis, und dann steht hier eine Flutlichtanlage, die seit Jahren kaputt ist. Das ist absurd, genauso wie die Netze hier. Da habe ich bei meinen Kindercamps besser gespannte Netze als hier”, polterte der 3fache HTT-US-Open-Champion der Jahre 2013, 2014 und 2015.

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Gemischte Grand-Slam-Saisonbilanz von Bernhard Scheidl

Wie fällt eigentlich am Tag nach der allerersten HTT-US-Open-Auftaktniederlage seiner Karriere die Grand-Slam-Saisonbilanz von HTT-Wimbledonsieger Bernhard Scheidl aus? Erstrunden-Pleite bei den HTT-Australian Open, Zweitrunden-Aus bei den HTT-French Open und nun der Erstrunden-Ausrutscher beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres, der HTT-US-Open-Finalist von 2016 wird dennoch eine positive Erinnerung an das zu Ende gehende Grand-Slam-Jahr auf der Hobby-Tennis-Tour haben. Kein Wunder, überstrahlt doch Scheidls HTT-Wimbledon-Triumph die matten Resultate bei den restlichen drei Majors bei weitem. Dennoch ist der 32jährige Burgenländer nach seinem Mega-Triumph im Rasen-Mekka der HTT ein wenig ins Trudeln gekommen. 35 Matches hat er heuer schon gewonnen, und damit soviele wie in keiner voll gespielten Saison der vergangenen Jahre, dazu 4.685 Punkte in den ersten acht Monate der heurigen Saison erobert, eigentlich läuft es hervorragend für den 2fachen HTT-Major-Gewinner. An diesem Wochenende muss man wohl auch die Auslosung ins Treffen führen, denn mit Markus Zellinger hatte Scheidl die Glücksgöttin Fortuna nicht unbedingt auf seiner Seite. Und so erwischte es nach einer 2:46 Stunden dauernden Tennisschlecht, mit der Nummer 4 bereits den dritten Gesetzten in Runde 1 der HTT-US Open 2018.

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Markus Zellinger steht bei seinem Grand-Slam-Debüt auf Anhieb im Achtelfinale der HTT-US-Open

Zellinger hatte in diesem Topspiel zur ersten Runde den weitaus besseren Start zu verzeichnen, hatte rasch mit 6:2 eine 1:0 Satzführung inne, und schien als der insgesamt stabilere und konstantere Spieler unterwegs ins Achtelfinale zu sein. Doch Scheidl ist und bleibt mit seinem Serve & Volley Tennis ein unangenehmer und vorallem unberechenbarer Spieler. 5:3 führte er im zweiten Satz, ehe Zellinger zu einem Zwischenspurt ansetzte, sich ins Tie-Break rettete, und dort auch die ersten beiden Punkte machte. Einen dritten Satz gab es dennoch, weil Scheidl einen exzellenten Tie-Breaker ablieferte, und die Partie so in einen entscheidenden dritten Satz hievte. Dort gab es Spannung pur bis zum Ende, ehe sich Zellinger bei seinem Grand-Slam-Debüt mit 6:4 sein Achtelfinal-Ticket gesichert hatte.

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Favoriten ohne Probleme im Achtelfinale der HTT-US-Open

Die anderen Favoriten zum Super-Sunday setzten sich durch die Bank klar in zwei Sätzen durch. Den meisten Widerstand auf dem Weg ins Achtelfinale verspürte noch der Ranglisten-Erste Lukas Prüger, der mit dem russischen Qualifikanten Vitali Tsarev im ersten Satz mehr Mühe als erwartet hatte. Der frischgebackene August-Masters-Series-1000-Champion in seiner Eingewöhnungsphase auf Hartplatz, auf der anderen Seite ein ambitioniert kämpfender und solide spielender Gegner, da staunten die Zuschauer nicht schlecht, als Tsarev im ersten Satz mit einer 3:1 Führung über den Platz lief. Am Ende aber stand Prüger mit 6:4, 6:1 doch souverän in der zweiten Runde, wo auch Martin Zehetner und Philipp Jahn nach klaren Zweisatz-Erfolgen über die Qualifikanten Marcus Schischlik und Sorin Miclea stehen. Jungstar Nico Mucic räumte überraschend deutlich den routinierten Sandplatz-Wühler Roman Arbeiter mit 6:2, 6:1 aus dem Weg, und Vorjahresfinalist Vladimir Vukicevic feierte in seinem 230. HTT-Karriere-Single gegen Jungstar Constantin Kletter einen 6:0, 6:1 Kantersieg.

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