Schneider-Comeback und Traumfinale bei Regen-Chaos

Mit dem verregnetsten Turnierwochenende seit Mai 2013 hatte sich die Hobby-Tennis-Tour in den letzten Tagen herumzuschlagen. Gastgeber Team Donaufeld war angesichts dauerhafter Unwetterkapriolen mit unlösbaren Herausforderungen konfrontiert, die Jubiläumsauflage des August-Masters-Series-1000-Turniers und des August-Challengers planmäßig abzuwickeln. In trockenen Tüchern ist das siebente HTT-Masters-1000-Saisonturnier dennoch, weil das UTC La Ville einmal mehr seinem Ruf als erster und verlässlicher Partner der Hobby-Tennis-Tour gerecht wurde. Sportlich freut sich die Szene auf das Traumfinale zwischen dem aktuellen Ranglisten-Ersten Lukas Prüger und dem ehemaligen HTT-Branchen-Besten Vladimir Vukicevic aus Serbien. Acht Versuche scheiterten nach dem bislang einzigen Treffen der beiden HTT-Superstars im März 2017  in Sachen Neuauflage dieses HTT-Hits. Am Dienstag Abend ist es soweit, beschließen Prüger und Vukicevic ein Turnier, das zwar als nassestes der letzten 5 Jahre in Erinnerung bleiben wird, das aber auch einige höchst interessante sportliche Aspekte zu bieten hatte. Ein Bericht von C.L

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Rückkehr des Team Donaufeld auf die HTT-Landkarte der wichtigsten Turniere ist buchstäblich ins Wasser gefallen

Mit dem erhofften Traumfinale zwischen dem topgesetzten Ranglisten-Ersten Lukas Prüger und der ehemaligen serbischen Nummer 1 Vladimir Vukicevic geht am Dienstag Abend die 10. Auflage des August-Masters-Series-1000-Turniers zu Ende. Ein Turnier, das Gastgeber Team Donaufeld gerne als Event inszeniert hätte, mit dem sich der Verein aus der Nordmanngasse gerne zurück auf die HTT-Landkarte der wichtigsten Veranstaltungen katapultiert hätte, und das für die Floridsdorfer als erfolgreiches Comeback im Konzert des hochgejazzten Masters-Series-1000-Circuits geplant war. Es war seitens des nun tieftraurigen Team-Donaufeld-Managers Gerald Milbersky alles angerichtet für ein Tennisfest der Superlative. Doch dann fiel das 1.290 HTT-Single-Turnier der Open Ära buchstäblich ins Wasser. Sieben Matches am Eröffnungstag, zwei Kurzauftritte von Lukas Prüger und Damian Roman am Sonntag zum Frühschoppen, das war auch schon die ganze Herrlichkeit, die man als Zuschauer vor Ort zu sehen bekam. Der Rest war ein einziges Wetter-Fiasko. Starkregen, überflutete Courts, Tristesse pur in der Nordmanngasse.

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Philipp Schneider mit klarem Aufwärtstrend und dem 180. Einzelsieg seiner großartigen HTT-Karriere

Das dem siebenten Masters-Series-1000-Turnier des Jahres ob der chaotischen Wetterverhältnisse nicht der totale Supergau entstand, war einmal mehr dem UTC La Ville zu verdanken. Der Indoor-Tempel am Altmannsdorfer Ast stand wie immer als erster und verlässlicher Partner der HTT parat, und gewährte dem “durchnässten Event” einen trockenen Unterschlupf. Unter den Dächern des UTC La Ville blühten dann zwei Routiniers auf, die zuletzt tief in einer harttnäckigen Form- und Ergebniskrise steckten. Serbiens Topstar Vladimir Vukicevic und der 2fache August-Masters-Series-1000-Sieger der Jahre 2014 und 2015 Philipp Schneider spielten sich am letzten Ferien-Wochenende frei und gemeinsam in ihr jeweils erst zweites Saison-Semifinale. Schneider leitete seinen Aufwärtstrend gleich zum Auftakt und noch auf Sand beim TC Donaufeld mit einem Dreisatzsieg über Herwig Ebner ein, und überraschte die Szene dann mit einem ganz starken Auftritt im Viertelfinale gegen den an Nummer 3 gesetzten zweifachen Saisonsieger Martin Mayer. Speziell im ersten Satz – den Schneider sogar zu Null für sich entschied – ließ der mittlerweile 38jährige und auf Position Nr. 24 der HTT-Computer-Rangliste zurückgerutschte Niederösterreicher einstige Qualitäten erkennen. Der 2fache Tour-Finals-Champion gewann am Ende 6:0, 2:6, 6:3, und feierte den 180. Einzelsieg seiner HTT-Karriere.

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HTT-Klassiker zwischen Vukicevic und Schneider bringt hochklassiges Tennis und beschert dem serbischen Sieger sein erstes HTT-Finale seit November letzten Jahres

Mit diesem Jubiläums-Erfolg hatte er sich für das Semifinale und den Klassiker gegen Vladimir Vukicevic qualifiziert. Ein Duell, das zum sechsten Mal anstand, und das Erinnerungen an die guten alten Zeiten weckte. Zeiten, in denen Schneider und Vukicevic neben Damian Roman und Peter Klager zu den “big four” der HTT gehörten, und das Tennis auf Österreichs größter Breitensport-Tennis-Serie mit aufregenden Darbietungen und phantastischen Resultaten prägten. Die Glanzzeiten der beiden Routiniers scheinen vorbei zu sein, zu massiv drängt die Jugend nach. Doch zum alten Eisen wollen Vukicevic und Schneider noch nicht gezählt werden, und Argumente dafür lieferten die beiden End-Dreißiger in ihrem Semifinal-Treffen am Montag Abend zur Genüge. Hochklassige Ballwechsel prägten das sechste Duell der beiden ehemaligen Ranglisten-Ersten, die neben einer höchst glorreichen Vergangenheit und einer aktuellen Ergebniskrise seit Montag Abend noch eine andere Gemeinsamkeit verbindet. Nach dem 6:3, 6:3 und dem zweiten Sieg von Vukicevic im sechsten Duell mit Schneider haben es die beiden HTT-Stars in ihren schillernden HTT-Karrieren auf jeweils 180 Einzelsiege gebracht. Und während sich Vukicevic über sein erstes Saisonfinale und die erste Endspielteilnahme seit November 2017 freuen durfte, muss der 2fache August-Masters-Series-1000-Champion Philipp Schneider weiter auf sein erstes HTT-Finale seit März 2017 warten. Noch länger liegt Schneiders letzter Titelgewinn zurück. Der datiert vom Oktober 2016.

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Lukas Prüger gewinnt großartiges Halbfinal-Duell gegen Juli-HTT-500-Sieger Markus Zellinger und hat damit auch die Hackordnung in der HTT-Computer-Rangliste wieder hergestellt

Ganz anders stellt sich die Lage da beim aktuellen HTT-Branchen-Primus Lukas Prüger dar. Der 20jährige hat nach einem kurzen Zwischentief bei den beiden Grand-Slams “HTT-French-Open und HTT-Wimbledon” und dem Viertelfinal-Aus bei den OTC Open zwei 500er-Titel – bei allerdings mäßig besetzten Turnieren – eingefahren, und damit auch die Hackordnung in der HTT-Computer-Rangliste wieder hergestellt. Musste Prüger vor 3 Wochen mit 5 Punkten Vorsprung um seinen Nummer 1 Platz zittern, ist die Spitzenposition drei Weekends später und unabhängig vom Ausgang des finalen Gigantenduells beim August-Masters-1000-Turnier gefestigter denn je. 1.465 Punkte Vorsprung auf den 4fachen Saisonsieger Matthias Wolf bei einer Finalniederlage, nochmals 400 Punkte oben drauf beim möglichen 14. HTT-Karriere-Titel, Prüger steuert unaufhaltsam in Richtung Nummer 1 am Jahresende. Sein 16. HTT-Finale fixierte der 20jährige übrigens am Montag Abend in einem großartigen Halbfinal-Match gegen Juli-HTT-500-Champion Markus Zellinger. 69 Minuten feinste Tenniskunst hatten beide Akteure geboten, ehe Prüger sein 40. Saison-Einzel 2018 mit 6:3, 6:4 gewonnen hatte.