Titelverteidiger Christoph Csar scheitert im Viertelfinale der Kalksburg Open

Die beiden Hauptprotagonisten im Rennen um die Nummer 1 der HTT-Computer-Rangliste haben am vergangenen Wochenende im Gleichschritt das Semifinale des Kalksburg Open Masters Series 1000 Turniers erreicht, und den Zweikampf um die Spitzenposition der Hobby-Tennis-Tour vor dem heutigen Halbfinaltag noch einmal verschärft. Ohne Satzverlust und mit zusammen gerade einmal 19 abgegebenen Games, haben sowohl Branchen-Primus Lukas Prüger als auch sein erster Verfolger Matthias Wolf eindrucksvoll ihre Anwartschaft auf den HTT-Ranglisten-Thron angemeldet. Neben dem spannenden Duell um die “Eins”, gab es aber noch viele weitere höchst interessante Ergebnisse und Ereignisse im Rahmen des sechsten HTT-Masters-Series-1000-Turniers der heurigen Saison. Aus Kalksburg berichtet für hobbytennistour.at C.L

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Csar, Zehetner, Vukicevic – Titelfavoriten en masse vor dem Semifinale der Kalksburg Open 2018 ausgeschieden

Lokal-Hero und Titelverteidiger Christoph Csar ist raus, genauso wie der als Titelmitfavorit gehandelte Martin Zehetner, und auch der im Race to La Ville mit seiner dringend notwendigen Aufholjagd startende 3fache serbische HTT-Wimbledonsieger Vladimir Vukicevic ist nicht mehr im Kampf um den Titel der Kalksburg Open 2018 mit von der Partie. Es war ein heißes und ereignisreiches Turnier-Wochenende am südlichen Rand des Wienerwalds. Die 3. Auflage der Kalksburg Open mit dem 135. HTT-Masters-Series-1000-Turnier der HTT-Geschichte war bombastisch besetzt, und garantierte daher drei Tage lang Spitzentennis vom Allerfeinsten. Alle Favoriten hatten sich mehr oder minder problemlos für das Viertelfinale qualifiziert, in dem es dann vier Toppaarungen allererster Güte zu bestaunen gab.

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Matthias Wolf mit imposanter Vorstellung und seinem 90. HTT-Karriere-Einzelsieg ins Semifinale der Kalksburg Open

Im Blickpunkt dabei stand aber natürlich der brutal enge Zweikampf um die Nummer 1 Position der HTT-Computer-Rangliste zwischen dem mittlerweile bereits 39 Wochen en suite an der Spitze thronenden Lukas Prüger und dem bis auf 5 Punkte nahegerückten 4fachen Saisonsieger Matthias Wolf. Der Ranglisten-Zweite legte an diesem Kalksburg-Weekend vor, knackte im Achtelfinale Heeres TC Routinier Michael Maurer mit 6:2, 6:2, und düpierte im Viertelfinale etwas überraschend den an Nr. 6 gesetzten 2fachen Kitzbühel-Sieger Martin Zehetner mit 6:1, 6:3. Am Ende staunte die Konkurrenz natürlich über das in dieser Höhe nie und nimmer zu erwartende Endergebnis, imposant war aber auch Wolfs viertelfinaler Auftritt am Platz selbst, den er beinahe fehlerfrei gestaltete. Ok, Zehetner hatte vor seinem zweiten direkten Duell mit Wolf schon vier Sätze und knapp zweieinhalb Stunden Tennis in der prallen Sonne am Kalksburger Centercourt in den Beinen, dennoch war die Vorstellung Wolfs höchst beeindruckend und eine echte Kampfansage an Lukas Prüger. Zudem feierte Wolf den 90. Einzelsieg seiner HTT-Karriere, während Zehetner wichtige Punkte im Kampf um einen Startplatz bei den HTT-Tour-Finals im Kalksburger Sand liegen ließ.

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Lukas Prüger feiert seine Karriere-Einzelsiege Nr. 99 und 100 und steht zum 21. Mal in seiner grandiosen Laufbahn im Semifinale eines HTT-Turniers

Matthias Wolf hatte also bei seinem 15. HTT-Masters-Series-1000-Turnierstart zum vierten Mal ein Semifinale erreicht, als Lukas Prüger im Duell um “seine” Nummer 1 Position nachziehen musste. Und er hatte gar keine so einfache Kundschaft im Kampf um sein 21. HTT-Karriere-Semifinale zu bekämpfen. Zunächst hatte der 20jährige Dominator der letztjährigen Saison im Achtelfinale mit Austro-Wikinger Maximilian Ringvold-Berger eine mehr als harte Aufgabe vor der Brust. Dem 22jährigen Norsker in Diensten des Hietzinger TV fehlen aber nach seinem exzellenten Saisonstart mit dem Erreichen des Semifinales bei den HTT-Australian-Open und der nachfolgend über ein halbes Jahr dauernden Turnierpause die Match- und Spielpraxis, und so war die Nummer 37 im HTT-Computer-Ranking diesmal nicht fähig, der Nummer 1 einen ähnlich knappen und spannenden Kampf auf Augenhöhe zu liefern, wie im Achtelfinale der HTT-Australian Open 2016, als sich Berger erst im dritten Satz knapp mit 5:7 geschlagen geben musste. Diesmal ging es glatter über die Bühne, und der 6:2, 6:3 Erfolg bedeutete Prügers 99. Einzelsieg seiner atemberaubenden HTT-Karriere. Den Jubiläumssieg machte der 20jährige dann im Viertelfinale gegen Aufschlagspezialist Dominik Jaros perfekt. 6:3, 6:3, die Nummer 5 des Turniers hatte keine Chance und kann sich fortan auf den Doppelbewerb hier in Kalksburg konzentrieren.

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Florian Kopf und Maximilian Wild als mögliche Königsmacher im Rennen um die Nummer 1 der HTT

Ob es das Traumfinale bei den Kalksburg Open 2018 und damit das direkte Duell um die Nummer 1 zwischen Lukas Prüger und Matthias Wolf geben wird, entscheidet sich heute Abend im Semifinale. Für viele HTT-Insider ist dieses Traumfinale aber noch ganz weit weg, obwohl die beiden HTT-Topstars nur mehr je ein Match bzw. ein Sieg davon trennt. Der Grund: Die Gegner im Semifinale sind absolute Hochkaräter und zu jeder Zeit in der Lage, das Wunschfinale zu sprengen. Die möglichen Königsmacher heißen Florian Kopf und Maximilian Wild, und zählen zur absoluten Elite von Österreichs größter Breitensport-Tennisserie. Und beide Halbfinal-Treffen am frühen Montag Abend birgen jede Menge Brisanz in sich. Da wäre einmal das Vorschlussrunden-Duell der oberen Tableau-Hälfte zwischen den beiden Freunden und Doppelpartnern Lukas Prüger und Florian Kopf, das es ja schon letzte Woche bei den OTC Open im Viertelfinale gegeben hat. Kopf hatte zum Auftakt den debütierenden Qualifikanten Julian Franke mit einer Doppel-Null in die harte und raue Welt der Hobby-Tennis-Tour eingeführt, und auch im Achtelfinale gegen die Nr. 7 des Turniers und seinen WAC-Clubkollegen Manuel Wachta beim 6:1, 6:1 Erfolg keine Gnade walten lassen.

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Kopf und Vukicevic bieten dem Publikum vor Ort eine sensationelle Show im Viertelfinale der Kalksburg Open, doch Vukicevic muss sich langsam aber sicher mit dem Gedanken anfreunden, erstmals seit 2012 die HTT-Tour-Finals zu verpassen

Ein Top-Match bekamen die Zuseher am Centercourt des Kalksburger TC dann im Viertelfinale geboten, wo Florian Kopf und Serbiens ehemalige Nummer 1 Vladimir Vukicevic zum bereits sechsten Mal die Klingen kreuzten. Man hatte sich von diesem Schlagerspiel richtig viel erwartet, man musste allerdings zwei Sätze lange warten, ehe man das erhoffte Spektakel am Court Central zu sehen bekam. Jeweils mit 6:1 hatten sich die beiden HTT-Asse in den dritten Satz gespielt, als beide Akteure endlich und zum ersten Mal in diesem Viertelfinal-Hit gleichzeitig auf ihrem besten Niveau agierten. Das wiederum hatte ein sehenswertes Tennis-Spektakel zur Folge. Kopf und Vukicevic brannten ein Tennis-Feuerwerk der Extraklasse ab, und begeisterten das Publikum vor Ort mit einer atemberaubenden und ganz feinen Tennis-Show. Am Ende hatte Kopf mit 6:4 die Nase knapp vorne, und im sechsten Duell mit dem 15fachen HTT-Turniersieger aus Serbien auf 2:4 verkürzt. Und während Kopf am Montag Abend das Zünglein an der Waage im Nummer 1 Duell der HTT spielen wird, muss sich der ehemalige Ranglisten-Erste Vladmir Vukicevic langsam aber sicher Gedanken machen, wie er das erstmalige Verpassen des finalen HTT-Showdowns der Top 8 seit 2012 verhindern möchte. 180 Punkte für das Erreichen des Viertelfinales bei den Kalksburg Open werden den 36jährigen aus Sombor “nur” auf Platz 13 im Race to La Ville vorwärts bringen. Und der Rückstand auf den rettenden achten Platz wird dann immer noch fast 1000 Punkte betragen. Kein Wunder: Denn Vukicevic hat heuer bei sieben Turnierstarts nur einmal – nämlich “im Wimbledon der HTT” ein Semifinale erreicht.

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Shootingstar Maximilian Wild beendet im Viertelfinale den Erfolgsrun des diesmal angeschlagenen Titelverteidigers

Ganz anders sieht da die Saisonbilanz von Jungstar Maximilian Wild aus. Der Der 18jährige gilt schon jetzt knapp 3 Monate vor Saisonende als der HTT-Shooting-Star des Jahres. Zwei Titel, vier weitere Endspiele, der Stockerauer katapultierte sich von Null auf Platz 7 in der mit Topstars besetzten HTT-Computerrangliste, und könnte auch im Semifinale der Kalksburg Open noch für Furore sorgen. Im Viertelfinale jedenfalls beendete Wild den Erfolgsrun von Vorjahressieger und Lokalmatador Christoph Csar, der vor dem Viertelfinal-Kracher gegen Wild bei seinem Heimturnier sieben Spiele lang ungeschlagen war. Die imposante Siegesserie “daheim” endete auch, weil Csar während dem viertelfinalen Generationen-Duell mit gesundheitlichen und körperlichen Problemen zu kämpfen hatte. Irgendetwas im Bauchbereich zwickte, und wurde speziell im alles entscheidenden dritten Satz zum großen Hindernis für den 33jährigen entthronten Titelverteidiger vom TC Kalksburg. Davor hatte sich Csar mit enormer Leidenschaft und Kampfkraft der drohenende Niederlage entgegen gestemmt. Einer Niederlage, die eigentlich bereits nach zwei Sätzen hätte feststehen müssen. Doch Wild hatte nach einer 7:5, 5:2 Führung bei 5:3 im zweiten Durchgang einen Totalaussetzer. Eigener Aufschlag, 40:15, zwei Matchbälle, dazu ein gezeichneter Gegner, es war fast schon ein eigenes Kunststück, aus diesen Voraussetzungen einen Entscheidungssatz zu kreieren.