Lokalmatador und HTT-Wimbledonsieger zittern sich durch Flötzersteig Open

Ein Lokalmatador der um den Einzug ins Semifinale bangen muss, ein frischgebackener HTT-Wimbledonsieger, der bei seinem ersten Antreten nach dem größten HTT-Karriere-Triumph eigentlich schon ausgeschieden war, ein ehemaliger Ranglisten-Erster auf Vorbereitungs-Mission für Kitzbühel, und jede Menge schlechtes Wetter! So kann man das zurückliegende Wochenende bei der Premiere der Flötzersteig Open 500 in Wien-Penzing kurz und knackig zusammenfassen. Beim gleichzeitig statfindenden Flötzersteig-Challenger schwebt derweil Prater-Cup-Future-Champion Valentin Kaftan weiter auf einer Welle des Erfolges. Vom Flötzersteig berichtet für hobbytennistour.at C.L

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Lokalmatador Matthias Wolf lässt “auswärts” im UTC La Ville Federn, und muss im Viertelfinale gegen Peter Rathhammer Überstunden schieben

Den 25. Saisoneinzelsieg 2018 hatte er im Achtelfinale der erstmals ausgetragenen Flötzersteig Open 500 gegen Aufschlagriese Patrik Brandl noch locker und souverän mit 6:0, 6:3 eingefahren, auf den 80. Einzelsieg seiner heuer so richtig in Fahrt gekommenen HTT-Karriere muss der an Nummer 1 gesetzte Ranglisten-Zweite allerdings noch warten. Das viertelfinale Kräftemessen mit dem ungesetzten Peter Rathhammer beim Heimturnier am Flötzersteig gestaltet sich für den Lokalmatador um einiges schwieriger als von ihm selbst und seinen Fans erwartet. Es wurde ein kurioser dritter Auftritt beim Heimturnier für den 3fachen Saisonsieger, denn nachdem der 30jährige seinen Achtelfinalsieg gegen Brandl noch auf heimischem Untergrund feierte, musste das Turnier wegen wetterbedingter Unbespielbarkeit der Plätze am Flötzersteig ins nahe gelegene UTC La Ville verlegt werden. Die dortige rote Asche ist Wolf ja auch nicht unbekannt, und so schien der topgesetzte Wiener bei 6:1, 3:1 einem sicheren Sieg entgegenzusteuern. Rathhammer aber bewies echte Kämpfer-Qualitäten, und setzte im einsetzenden Regen ein beachtliches Comeback mit dem 6:4 Satzausgleich durch. In der Halle wollten dann beide nicht weiterspielen, und so muss der Lokalhero am Montag Nachmittag Überstunden schieben, um dann wieder vor hemischer Kullisse den von ihm erwarteten Semifinal-Aufstieg klar zu machen.

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Matchball-Drama um Felix Sagasser und selbsternannter Referee hilft HTT-Wimbledonsieger ins Achtelfinale der  Flötzersteig Open 500

Ein anderer der hochkarätigen HTT-Stars beim Debüt des SKVS Flötzersteig im Rahmen der Hobby-Tennis-Tour kam am verregneten Turnier-Sonntag mit einem blauen Auge davon. Viel hätte nämlich nicht gefehlt, und der amtierende HTT-Wimbledonsieger hätte gleich sein erstes Match auf roter Asche nach dem großen Rasen-Triumph in den sprichwörtlichen Sand gesetzt. Der 32jährige Burgenländer war im Duell mit TC Strebersdorf Jungstar Felix Sagasser eigentlich schon ausgeschieden, wenn da nicht der selbst ernannte Referee Rene Liball seinen ganz persönlichen Turnierauftritt inszeniert hätte. Was war passiert? Scheidl lag gegen Sagasser mit 1:6, 5:6 hinten, der 19jährige servierte am Centercourt des UTC La Ville zum Sieg samt Aufstieg ins Achtelfinale und schien die große Sensation mit einem Vorhand-Winner perfekt gemacht zu haben. In oder Out, es war eine hautenge Entscheidung, die Scheidl beim Matchball so nicht treffen wollte. Er konnte oder wollte den Ball in einer kurzen sachlichen Diskussion samt Nachschau nicht Out geben. Bis eben Liball seinen Auftritt hatte, und den Ballabdruck für deutlich im Out befand. Einstand statt Sensation, Scheidl hatte sich in einen dritten Sat gerettet, und Sagasser dort Moral bewiesen.

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TC Strebersdorf Jungstar Felix Sagasser scheitert zum dritten Mal in seiner HTT-Karriere gegen einen den Topstars nach vergebenen Matchbällen

Denn der Jungstar vom TC Strebersdorf hatte gegen den Aufschlag gewaltigen Scheidl den ganzen Satz über Break vor, ehe es in die megaspannende Schlussphase ging. Sagasser führte 5:3 hatte bei eigenem Aufschlag zwei weitere Matchbälle, die Scheidl mit zwei sensationell gespielten Volleys abwehrte. Richtig Klasse und Nervenstärke bewies die Nr. 5 der HTT-Computer-Rangliste aus Neusiedl am See dann im Folge-Game, als er bei eigenem Aufschlag und 15:40 die Matchbälle Nr. 4 und 5 mit zwei großartigen Service-Geschossen abwehrte. Scheidl gab kein Game mehr ab, und feierte mit 1:6, 7:6, 7:5 den sechsten HTT-Einzelsieg in Serie, die er im Viertelfinale zu später Stunde gegen SKVS Flötzersteig Ass Christoph Hofer mit 7:6, 6:3 sogar noch auf 7 Einzelerfolge en suite ausbaute. Sagasser hingegen haderte am Ende mit einem erneut knapp verlorenen Match gegen einen der absoluten HTT-Topstars. Es ist dem 19jährigen nicht das erste Mal passiert, dass er gegen die Topleute der HTT mit einer absoluten Topleistung aufwartet, am Ende aber nach vergebenen Matchbällen als unbelohnter Held vom Court schlapft. 2016 in Kitzbühel gegen Mathias Wagner nach Matchbällen gescheitert, im Vorjahr ebenfalls in der Gamsstadt gegen Alexander Schager nach Matchbällen ausgeschieden, und gestern das Matchball-Drama gegen Bernhard Scheidl. “Es ist einerseits natürlich ärgerlich wenn man jedes Mal so knapp dran ist, und dann doch verliert. Aber es zeigt mir auch, dass ich mit den besten Spielern auf Augenhöhe bin. Das gibt mir Motivation für Kitzbühel, und irgendwann wird das Glück dann auch auf meiner Seite sein”, so der unterlegene Sagasser.

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