Philipp Jahn verpasst zweites HTT-Major-Finale seiner Karriere

Das Finale der 27. HTT-French-Open-Ausgabe bestreiten am Donnerstag Abend Rumäniens – bislang höchst imposant durch das Turnier rauschender – Jungstar Eric Adochitei und der letzte im Turnier verbliebene Spieler der starken Heeres-TC Abordnung Christoph Niedhart, und damit zwei Akteure, mit denen im Vorfeld des stärksten HTT-Single-Turniers aller Zeiten kaum jemand rechnete. Das Generationen-Duell im finalen HTT-French-Open-Showdown 2018 machten die beiden HTT-Stars mit glasklaren und souveränen Vorstellungen im Semifinale perfekt. Zunächst deklassierte Adochitei auf dem Weg in sein erstes HTT-Major-Finale den aktuellen HTT-Australian-Open-Finalisten Philipp Jahn in nicht einmal einer Stunde mit 6:1, 6:1, ehe Christoph Niedhart das semifinale Club-Duell der Heeres-TC-Stars gegen Prüger-Bezwinger Dominik Negrin mit 6:4, 6:3 für sich entschied. Mit den beiden Major-Final-Debütanten steht bereits vor dem ersten Aufschlag des 106. HTT-Grand-Slam-Finales der Open Ära fest, dass es einen neuen Grand-Slam-Champion, und zwar den 45igsten der HTT-Geschichte geben wird. Aus dem UTC La Ville berichtet für hobbytennistour.at C.L

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Jahn mit höchster HTT-French-Open-Semifinal-Niederlage seit 2015, und Adochitei mit beeindruckenden statistischen Zahlen

Rumäniens Jungstar mit dem klingenden Namen Eric Tudor Adochitei Pandelea ist am Dienstag Nachmittag als erster Spieler ins Endspiel der 27. Auflage der HTT-French-Open eingezogen, und dabei weiter ohne Satzverlust geblieben. Der 18jährige deklassierte einen körperlich völlig überforderten und müde wirkenden Philipp Jahn in nur 55 Minuten mit 6:1, 6:1, und feierte damit den klarsten Sieg eines HTT-Spielers im Semifinale der HTT-French Open seit Peter Klager im Jahr 2015, der damals vor drei Jahren Martin Zehetner mit 6:1, 6:0 sportlich verprügelte. Es wurden spannungslose, höhepunktlose und am Ende schwer enttäuschende 55 Minuten am Centercourt des UTC La Ville, die man als Zuschauer am Dienstag Abend bei schwülen äußeren Bedingungen vorgesetzt bekam. Und das lag natürlich nicht am Sieger, der mit einer neuerlich beeindruckenden Vorstellung – und erstmals vor den Augen seines Coaches – eine weitere Kostprobe seines Talents und Könnens zum Besten gab. 79 Prozent erste Aufschläge ließen Jahn kaum Luft zum Atmen beim Return, 76 Prozent der Punkte gingen nach dem ersten Service an den jungen Rumänen, der sich mit 25 Winnern bei nur 14 unerzwungenen Fehlern, auf ganz hohem Niveau bewegte.

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Philipp Jahn wird Opfer seines gewonnenen Viertelfinal-Krimis gegen Bernd Steiner

Auf der anderen Seite des Netzes stand allerdings ein junger Mann, der körperlich und in Folge dessen auch mental nicht in der Lage war, der abermals bombastisch auftretenden “Shapovalov-Kopie” Paroli zu bieten. Dem 26jährigen vom CTP Pötzleinsdorf wurde sein am Abend zuvor absolvierter Viertelfinal-Krimi gegen Bernd Steiner zum Verhängnis. Nur 18 Stunden nach seinem knapp gewonnenen 180 Minuten-Fight, war die Luft raus beim amtierenden HTT-Australian-Open-Finalisten, der sich mit schweren Beinen und leerem Kopf vergeblich dem Power-Server entgegenstemmte. Und so wurde die Neuauflage des Erstrunden-Duells beim letztjährigen September-Masters-Series-1000-Turnier – die übrigens mit einem 7:5, 6:2 Sieg Jahns endete – zur Solo-Show Adochiteis. Nach 20 Minuten lag ein viel zu passiver Jahn bereits mit 0:5 zurück. Ein kurzer Aufflackern gab es aus Sicht des an Nummer 10 gesetzten Wieners, als er aggressiver agierend sein Ehrengame zum 1:5 fixierte, und kurz darauf sogar eine Break-Chance zum 2:5 vorfand. Adochitei aber zog sein Ding gnadenlos durch, und hatte nach 29 Minuten eindrucksvoll Kurs in Richtung drittem HTT-Karriere-Finale genommen.

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Jahn mit statistischen Horror-Zahlen, und dem Trostpflaster, in der nächsten Ausgabe der HTT-Computer-Rangliste erstmals Top Ten zu sein

Die Partie war damit eigentlich schon entschieden, denn Jahn fehlten nicht nur die körperlichen und spielerischen Mittel, sondern allein auch der Glaube an eine Wende. Jahns Versuche sich irgendwie achtvoll aus dem Turnier zu verabschieden, wirkten hilflos. Adochitei blieb kompromisslos, bei eigenem Aufschlag unantastbar, und setzte insgesamt auch bereits ein Statement an den zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht feststehenden Finalgegner. Nach einer Viertelstunde stand es schon wieder 4:0, ehe Jahn diesmal zu seinem Ehrengame kam. Danach waren dem 26jährigen aber nur mehr zwei Punkte beschieden, ehe er bezeichnender Weise mit seinem vierten Doppelfehler einen traurigen Schlusspunkt hinter sein zweites HTT-Grand-Slam-Semifinale setzte. Eines das ihm angesichts folgender statistischer Fakten wohl kaum in guter Erinnerungen bleiben wird. 25 unforced errors, keine seiner beiden Break-Chancen genützt, nur 18 % gewonnene Punkte wenn er über den zweiten Aufschlag musste, da bleibt als einziges Trostpflaster der Umstand, dass sich Jahn in der neuesten Ausgabe der HTT-Computer-Rangliste erstmals in seiner Karriere unter den Top Ten finden wird.

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