Mayrhuber kämpft sich mit erstem Sieg seit 691 Tagen ins April-HTT-500-Achtelfinale

WAC-Star Fabian Mayrhuber kann doch noch gewinnen, und steht zum dritten Mal nach 2012 und 2016 im Achtelfinale des April-HTT-500-Turniers. Der ehemalige Ranglisten-Erste und April-HTT-Champion von 2012 gewann am Freitag Nachmittag zum Auftakt der Sandplatzsaison 2018 sein Erstrundenduell beim April-HTT-500-Turnier gegen David Wieczorek nach anfänglichen Problemen und einer insgesamt wenig begeisternden Vorstellung mit 3:6, 6:2, 6:4, und feierte damit seinen ersten Einzelsieg auf der HTT seit 29. Mai 2016. 691 Tage nach seinem bislang letzten Erfolg – damals im Achtelfinale der HTT-French-Open mit einem 6:0, 7:6 gegen Bernd Brunner – durfte der 29jährige also wieder einmal das Gefühl eines Sieges auskosten. Der 141. Einzelerfolg seiner HTT-Karriere stellte den Gewinner von 2 HTT-Grand-Slam-Turnieren und insgesamt 11 HTT-Titeln aber keineswegs zufrieden. “Hauptsache die zweite Runde erreicht”, Luft nach oben ortet aber nicht nur der einstige HTT-Topstar selbst. Aus dem UTC La Ville berichtet C.L

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Ergebnis stimmt, die Leistung noch nicht – Fabian Mayrhuber steht zum dritten Mal nach 2012 und 2016 im Achtelfinale des April-HTT-500-Turniers

Über zweieinhalb Stunden waren am Ende vergangen, ehe sich die aktuelle Nr. 621 der HTT-Computer-Rangliste am Centercourt des UTC La Ville in seinem Auftaktmatch beim April-HTT-500-Turnier gegen David Wieczorek vom Altmannsdorfer TC in drei mühevoll errungenen Sätzen für die zweite Runde qualifiziert hatte. Das Ergebnis aus seiner Sicht stimmte, das war aber auch schon alles, was der 2fache HTT-Major-Sieger an diesem super-sonnigen Nachmittag an Positivem mitnehmen konnte. Leistungstechnisch bewegte sich der 29jährige fernab jener goldenen Zeiten, in denen er bei den großen HTT-Events zum engsten Favoritenkreis zählte, und sich je einmal im HTT-Wimbledon und bei den HTT-US-Open in die elitären Siegerlisten katapultierte. 2018 läuft der Hase auf der HTT anders, und ist auch Mayrhuber selbst mit anderen Voraussetzungen im Circuit unterwegs. Berufstätig spürt “Fabsch” jetzt auch erstmals wie es ist, nach einer Arbeitswoche im Büro am Weekend erfolgreich Turnier zu spielen. Ohne dem nötigen Background durch konstante Trainingseinheiten fehlen selbst einem eigentlich routinierten Turnierspieler wie Mayrhuber die Automatismen am Platz.

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Mayrhuber freut sich nach Arbeitssieg gegen Wieczorek auf sein Achtelfinale in der Rolle als Außenseiter

Mit David Wieczorek baute sich in Runde 1 des Sandplatz-Klassikers am Altmannsdorfer Ast zudem ein Spieler vor Mayrhuber auf, der an guten Tagen zu einigem fähig ist, und einen nicht in Spielfluss befindlichen Gegner zu besiegen ohnehin. Überraschend fiel am Freitag Nachmittag dann aber doch die Art und Weise aus, wie sich der 30jährige im Duell mit Mayrhuber drei Sätze lang präsentierte. Nicht das gewohnt druckvolle Spiel mit viel Risikobereitschaft gab es zu sehen, sondern eine dezent zurückhaltende Darbietung, aufgebaut auf versuchter Konstanz und Stabilität. Nicht zuletzt deshalb hatte Mayrhuber zweieinhalb Stunden massive Probleme mit seinem Gegenüber. Wieczorek führte im ersten Satz rasch mit 4:1, und spielte diesen frühen Vorsprung gekonnt und sicher nach Hause, während Mayrhuber vergeblich versucht hatte, zumindest ein Aufschlagspiel durchzubringen. Im zweiten Durchgang dann veränderte Rollen, jetzt erwischte Mayrhuber den besseren Start, und legte mit seiner schnellen 3:0 Führung die Basis zum Satzausgleich. In der Entscheidung, schwer umkämpft, wenig hochklassig, aber richtig spannend, trumpfte am Ende der ehemalige Ranglisten-Erste auf, und fixierte mit 7:5 im 191. HTT-Karriere-Match den bereits erwähnten 141. Einzelsieg seiner Laufbahn. “Ich habe nicht gut gespielt, mir fehlt einfach die Matchpraxis. Aber ich bin eine Runde weiter, und bekomme noch ein Spiel auf hohem Niveau. Gegen Szabados – so er gewinnen sollte- bin ich krasser Außenseiter, habe nichts zu verlieren und kann befreit aufspielen”, so der 29jährige, der mit dem Achtelfinale beim April-HTT-500 ohnehin noch eine offene Rechnung zu begleichen hat. 2016 musste er sich nämlich in der Runde der letzten 16 einem französischen Qualifikanten namens Nils Klermund geschlagen geben.

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Starkes Comeback von Serbiens Jungstar Nemanja Dejanovic, und Kevin Köck rehabilitiert sich im 100. HTT-Karriere-Match für Südstadt-Pleite

Einen gelungen Auftritt unter dem Motto “Wiedergutmachung” hat am Freitag Abend auch der an Nummer 2 gesetzte Kevin Köck am Centercourt des UTC La Ville absolviert. Der 20jährige November-Masters-Series-1000-Sieger rehabilitierte sich im Erstrundenschlager gegen seinen WAT Landstrasse-Mannschaftskollegen Nemanja Dejanovic mit einem 6:2, 7:6 Erfolg für seinen “blutleeren” und Kritik erzeugenden Achtelfinal-Auftritt beim März-Masters-Series-1000-Turnier vor zwei Wochen in der Südstadt, und machte zumindest in Sachen Motivation & Körpersprache im 100. HTT-Match seiner Karriere das enttäuschende 3:6, 1:6 gegen Josip Franijevic vergessen. Sein Sieg zum vierten Achtelfinaleinzug in Folge im Jahr 2018 war allerdings speziell im zweiten Satz hart umkämpft. Denn auf der anderen Seite des Netzes bäumte sich mit Serbiens Jungstar Nemanja Dejanovic ein überraschend starker Gegner gegen die drohende Niederlage auf. Musste der 18jährige den ersten Satz seines 65. Turnierstarts noch in der Kategorie “Eingewöhnungszeit” verbuchen, mischte der März-HTT-500-Champion von 2015 im zweiten Durchgang voll mit bei der Musik. Der ehemalige Ranglisten-Zwölfte, der sein drittes April-HTT-500-Turnier nach 2014 und 2015 ohne aktuelles HTT-Ranking in Angriff nahm, wusste im zweiten Satz zu gefallen, seinen hochkarätigen Gegner voll zu fordern und seinem Comeback mit dem ersten Match seit dem Cash4Car Cup im März 2017 einen positiven Touch zu verleihen. Dejanovic führte 4:3, 5:4 und 6:5, ehe der Tie-Break zu seinen Ungunsten ausfiel, und der 18jährige damit auch seinen möglichen 80. HTT-Karriere-Einzelsieg verpasste. Dennoch war es imposant mitanzusehen, mit welcher Performance Dejanovic trotz langer Pause gegen einen aktuellen HTT-Top-Ten-Star zu Werke ging. Gar nicht auszudenken, wie er ohne Pause aktuell spielen würde, und wo er stehen könnte. “Es war verdammt schwer heute, vorallem im Vorfeld. Du spielst gegen einen Vereinskollegen, und dann noch dazu gegen einen Gegner, der ewig kein Turnier mehr bestritten hat und man daher nicht weiß, wo dieser steht. Von daher bin ich heute mit meiner Leistung zufrieden. Ich hoffe ich habe auch die Kritik nach meinem Südstadt-Auftritt widerlegt”, lächelte der Ranglisten-Fünfte nach seinem gewonnenen Jubiläums-Match.

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Manuel Wachta kracht gegen Markus Böhm nach schwacher Darbietung in seine dritte Erstrunden-Niederlage in Serie

Nichts zu lachen hatte hingegen Jänner-HTT-250-Champion Manuel Wachta, der seinen Erstrunden-Auftritt beim April-HTT-500-Turnier buchstäblich in den Altmannsdorfer Sand setzte. Der 32jährige WAC-Spieler, in der Jahreswertung “Race to La Ville” auf dem immer noch ausgezeichneten 13. Platz liegend, krachte gegen Markus Böhm vom UTC Raika Hotspurs Moschendorf in eine bittere 2:6, 2:6 Pleite, und taumelte gegen den Burgenländer dami auch in die dritte Erstrundenniederlage in Folge. Besonders ernüchternd aus Sicht des an Nummer 7 gesetzten Wachtas war der Umstand, dass die Nummer 31 der HTT-Computer-Rangliste während des gesamten Eröffungsspieles der heurigen Sandplatzsaison nicht ein einziges Mal seinen Aufschlag durchbringen konnte. “Langsam glaube ich, dass mein Turniersieg im Jänner für meine weitere Entwicklung nicht von Vorteil war”, betonte der 32jährige nach seinem Auftakt-Aus. Was tat sich noch am ersten Spieltag des 27. April-HTT-500-Turniers im UTC La Ville? Die Quali zum 25. Saisonturnier ist voll angelaufen, und brachte mit Lauro Nächt, Peter Ofner und Gerhard Koch drei souveräne Sieger, während Emanuel Layr gegen Markus Kolar-Mohr vom Ober St. Veiter Tennisclub Überstunden in Form von drei gespielten Sätzen schieben musste.

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