Lukas Prüger dominiert auch in der Südstadt die Masters-Series der HTT

Der erste Turniersieger unter freiem Himmel im Jahr 2018 heißt Lukas Prüger. Der 20jährige sicherte sich am Dienstag Vormittag mit einem überzeugend ausgefallenen 6:4, 6:3 Finalerfolg über Maximillian Wild den Titel der 23. Auflage des März-Masters-Series-1000-Turniers in der Südstadt, und triumphierte damit erstmals auch auf den beiden Hartplätzen am südlichen Stadtrand von Wien. Der Ranglisten-Erste gewann bei schwierigsten äußeren Bedingungen im Eilzugstempo von nur 56 Minuten das dritte Duell mit dem erst 17jährigen aufstrebenden Stockerauer binnen sieben Wochen, und stellte im Head to Head mit Wild auf 2:1. Mit der gelungenen Revanche für die Halbfinal-Niederlage beim Cash4Car Cup, eroberte Prüger seinen insgesamt 11. HTT-Karriere-Turniersieg, und den sechsten Titel seiner Laufbahn auf Masters-Series-1000-Ebene. Ein Bericht von C.L

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Stehaufmännchen Prüger dominiert Masters-Series-1000-Ebene der HTT nach Belieben

HTT-Superstar Lukas Prüger hat zum zweiten Mal in dieser Saison auf einen sportlichen Rückschlag mit einem Titelgewinn geantwortet. Nachdem der 20jährige im Semifinale der HTT-Australian Open nach einer gruseligen Darbietung vom späteren Sieger Markus Neuhauer geradezu gedemütigt wurde, schlug er bereits beim nächsten Turnier dem Februar-Masters-Series-1000 im UTC La Ville mit seinem ersten Saisonerfolg gnadenlos zurück. Vor zwei Wochen am Dienstag vor Ostern, musste sich der HTT-French-Open-Sieger im Semifinale des Cash4Car Cups gegen den Shootingstar des ersten HTT-Saisonviertels Maximillian Wild geschlagen geben, und wieder kam postwendend der von Erfolg gekrönte Konter. Bei der hochkarätig besetzten 23. Ausgabe des März-Masters-Series-1000-Turniers in Maria Enzersdorf demonstrierte der Ausnahmekönner vom Schwechater TC einmal mehr eindrucksvoll, warum ihn die neueste – am Dienstag Abend erschienene – Ausgabe der HTT-Computer-Rangliste mit dem zweitbesten Wert aller Zeiten von 11.000 Punkten als überlegenen Ranking-Leader ausspuckte. Ohne Satzverlust und mit nur 19 abgegebenen Games jagte er namhafte Konkurrenz wie Hans Kunst, Hubert Hölzler, Martin Mayer und Maximillian Wild vom Centercourt der Südstadt, und prolongierte seine momentane Ausnahmestellung auf Masters-Series-1000-Ebene. Immerhin hat Prüger mit seinem klaren Finalerfolg über Maxi Wild 25 seiner letzten 26 Masters-1000-Singles gewonnen, und sich fünf der vergangenen sechs Masters-Series-1000-Titel geholt.

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Wild mit ungewohnt vielen Vorhandfehlern und drei kassierten Breaks im ersten Satz nach nur 26 Minuten mit 4:6 unterlegen

Das halbe Dutzend an Trophäen auf zweithöchster HTT-Ebene machte Prüger am Dienstag Vormittag im Endspiel des März-Masters-Series-1000-Turniers perfekt. Quasi im “Miami der HTT”, dort wo er im letzten Jahr im Achtelfinale vom rumänischen Senkrechtstarter 2017 Alex Stokker letztmalig als Verlierer vom Platz musste, ehe er in der gleich darauffolgend beginnenden Sandplatzsaison seinen bis dato anhaltenden Erfolgslauf startete. Dem aktuellen Triumph ging allerdings eine kuriose Anfangsphase bei wie schon erwähnt außergewöhnlichen extremen Windbedingungen voraus. Wild hatte sich beim Münzwurf für Rückschlag entschieden, ein taktischer Schachzug der aufzugehen schien, als sich der Ranglisten-Erste ohne Punktgewinn mit dem zu Null kassierten Break zum ersten Seiternwechsel aufmachte. Doch auch Wild ging es nicht besser, der 17jährige musste ebenfalls ohne gewonnenen Punkt bei eigenem Service das prompte Re-Break hinnehmen. Danach konsolidierte sich das Spiel der beiden HTT-Stars, auch wenn Prüger zunächst noch ein Break zum 2:3 kassierte, und Wild erneut keinen Vorteil aus dieser Führung ziehen konnte. Wieder musste der 17jährige sein Service gleich im Folgegame abgeben, und auch im restlichen und vom Niveau her eher bescheidenen ersten Satz, wurde Wild mit ungewöhnlichen vielen Fehlern auf der Vorhandseite auffällig. Gerade bei seinem Paradeschlag also patzte der Jungstar vom TC Stockerau speziell im Finish des ersten Durchgangs. Vier leichte Fehler des Shootingsstar ermöglichten Prüger praktisch “geschenkt” mit 5:4 in Führung zu gehen, und auch das zehnte und letzte Game des Eröffnungssatzes bestritt Wild mit eher bescheidener Performance. Ein Mann mit der Klasse von Lukas Prüger lässt sich bei solchen Offerten natürlich nicht zwei Mal bitten, und damit war der erste Satz nach nur 26 Minuten und 22 Wild-Patzern von der Grundlinie zugunsten des Ranglisten-Ersten entschieden.

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Prüger holt früh kassiertes Break auf und macht am Ende nach nur 56 Minuten seinen 11. HTT-Karriere-Titel perfekt

Die große Chance zur möglichen Wende in dieser finalen Windlotterie hatte Wild zu Beginn des zweiten Satzes vergeben. Der Jungstar hatte ein frühes Break zum 1:0 geschafft, und nach zwei hammerharten Vorhand-Winnern bei eigenem Aufschlag eine 30:0 Führung inne. Einen Spielball zum 2:0 ausgelassen, erhielt Wild dann eine Lektion in Sachen Coolness geboten. Mit ein Grund warum Prüger derzeit die HTT derart dominiert ist auch dem Umstand geschuldet, dass er in den wirklich entscheidenden Momenten bei den sogenannten “big points” immer hellwach agiert. So auch in jener Situation, in der er das frühe 0:2 vermeiden, und im Gegenzug mit seiner ersten Break-Chance zum 1:1 ausgleichen konnte. Damit konnte der Ranglisten-Erste für den restlichen Verlauf des zweiten Satzes immer vorne weg servieren. Bei 3:2 konnte Wild noch vier Break-Chancen der Nummer 1 abwehren und sich zum 3:3 retten, bei 4:3 aber leistete sich Wild einen Doppelfehler und einen weiteren seiner am Ende insgesamt 39 Patzer von der Grundlinie zuviel. Mit dem Break zum 5:3 im Rücken machte sich der HTT-Tour-Finals-Champion dann auf zum letzten Service-Game, und ließ sich auch durch ein frühes 0:30 nicht aus der Ruhe bringen. Einmal Serve & Volley zum 15:30, ein genialer Stopp zum 30:30, und eine mächtige Vorhand zum 40:30 – Prüger ließ noch einmal und in nur einem Game praktisch sein gesamtes Repertoire an Schlägen aufblitzen. Den ersten Matchball noch ausgelassen, sicherte sich Prüger mit einem Service-Winner Matchball Nr. 2, und um exakt 13 Minuten nach 12 Uhr und nach nur 56 gespielten Minuten war Prügers 11. HTT-Karriere-Titel perfekt.

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Die Stimmen zum Endspiel beim 23. März-Masters-Series-1000-Turnier

“Mich freut jeder Turniersieg, egal wo. Bei den Verhältnissen im Freien Tennis spielen – noch dazu am Anfang der Freiluftsaison – ist eine wirklich knifflige Aufgabe. Es war extrem schwer heute. Man kann sich gut bewegen, und es kommt im Endeffekt bei diesem Wind immer was anderes als man erwartet. Man steht daher so ziemlich bei jedem Ball schlecht. Meine Devise war daher speziell im ersten Satz den Ball nur einmal mehr als der Gegner reinzuspielen, und selbst das war eine schwierige Sache. Im zweiten Satz war das Niveau dann ein bißchen besser, aber natürlich immer noch weit weg von dem, was wir beide normal spielen können”, bilanzierte der Sieger. “Ich habe heute gegen einen sehr guten Gegner gespielt, der die gleichen Verhältnisse mit dem Wind hatte wie ich. Das Tempo einzuschätzen – einmal bei Rückenwind dann wieder bei Gegenwind – das war heute die schwierigste Aufgabe”, so Wild, der nun zum zweiten Mal in Serie nach dem Cash4Car Cup ein Endspiel der HTT verlor. “Mir sind die Matches gegen die gute Leute am wichtigsten. Natürlich möchte ich aber schon auch gerne einmal ein HTT-Turnier gewinnen, ich denke das ist das Ziel eines jedes Spielers der hier mit dabei ist. Mein größter Wunsch wäre vielleicht wirkich ein Grand-Slam oder ein Masters-1000er-Turnier zu gewinnen. Das wird schon kommen, ich habe da keine Eile. Ein weiteres Ziel für heuer wäre natürlich die Tour-Finals Ende November zu erreichen. Ich denke ich bin auf einem guten Weg bislang in dieser Saison, und freue micht auf die kommenden Aufgaben”, positionierte sich Maximiliian Wild in seinem ersten Jahr auf der Hobby-Tennis-Tour.

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