HTT-Superstar Lukas Prüger rückt Machtverhältnisse auf der HTT wieder zurecht

HTT-Superstar Lukas Prüger hat nach seiner kurzen künstlerischen Pause bei den HTT-Australian-Open zurück in die Erfolgsspur gefunden, und den Saison-Auftakt auf Masters-Series-1000-Ebene gewonnen. Der 20jährige vom Schwechater TC setzte sich im Finale des 10. Februar-Masters-Series-1000-Turniers gegen den ingsesamt ein großartiges Turnier spielenden Adrian Vorhemus nach hartem Kampf und 2:12 Stunden Spielzeit mit 5:7, 6:3, 6:2 durch und feierte damit den fünften HTT-Masters-Series-1000-Titel und den insgesamt 10. HTT-Turniersieg seiner Karriere. Wie schon beim letzten Aufeinandertreffen der beiden HTT-Jungstars beim Mai-Masters-Series-1000-Turnier 2017 behielt damit der Ranglisten-Erste die Oberhand, und erhöhte nach einem phasenweise hochklassigen und exakt 200 Punkte dauernden Schlagabtausch im Head to Head auf 2:1. Zusätzlich durchbrach der frischgebackene Februar-Masters-Series-1000-Champion als erst dritter Spieler der Geschichte nach Franz Mayrhuber und Damian Roman die magische Grenze von 10.000 Ranglistenpunkten. Ein Bericht von C.L

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Wie Phönix aus der Asche – Prügers Comeback in den Sieger- und Rekordlisten der Hobby-Tennis-Tour

Die sensationelle Erfolgssaison 2017 hat ihre Spuren hinterlassen! Sowohl körperlich als auch geistig war HTT-Branchen-Primus Lukas Prüger am Ende eines von Titeln und Rekorden geprägten letzten Tennisjahres ausgelaugt, und in ein Motivationsloch gefallen. Verstärkt wurden die Prüger’schen Zweifel dann bei den HTT-Australian Open. Dort crashte die HTT-Nr. 1 frühzeitig aus dem Bewerb. Es war dabei weniger das Ausscheiden im Semifinale, als viel mehr die Art und Weise, wie sich der HTT-French-Open-Sieger im Semifinale präsentierte und vom späteren Sieger Markus Neuhauser vorgeführt wurde. Ein Start beim ersten Masters-Series-1000-Turnier des neuen Jahres schien daher lange nicht im Plan und Kopf des 20jährigen. Doch dann stieg Prüger am vergangenen Wochenende wie Phönix aus der Asche, und rückte die Machtverhältnisse auf Österreichs größter Breitensport Tennisserie wieder zurecht. Sein 132 Minuten dauernder Final-Aufritt besiegelte die Fortführung seiner großartigen Vorjahresergebnisse und so nebenbei prolongierte Prüger auch noch seine mehr als exzellenten persönlichen Erfolgsserien. Immerhin hat der Ranglisten-Erste acht seiner letzten zehn Turnierteilnahmen auf der HTT erfolgreich bestritten, und bei diesen 10 Turnierstarts immer mindestens das Semifinale erreicht. Von Alleingang oder Solo-Show des Lukas P. kann trotzdem keine Rede sein, wie das zurückliegende Turnierwochenende eindrucksvoll bestätigte.

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Vorhemus holt raschen 0:3 Rückstand auf und gewinnt Durchgang 1 mit 7:5

Schon im Viertelfinale gegen Jungstar Maxi Wild hatte der topgesetzte Prüger alle Hände voll zu tun, um ein frühes Ausscheiden beim 130. HTT-Masters-Series-1000-Turnier der Open Ära zu vermeiden. Richtig knifflig wurde es dann auch im gestrigen Finale, auf das die Szene mit großer Spannung wartete. Denn neben dem verlorenen Nimbus der Unbesiegbarkeit seitens des Ranglisten-Leaders, hatte sich Finalgegner Adrian Vorhemus mehr als imposant durch das hochkarätig besetzte Februar-Masters-Series-1000-Tableau gespielt. Martin Steiner, Kevin Köck, Christoph Csar und Martin Zehetner aus dem Weg geräumt, Selbstvertrauen war vor dem Gipfeltreffen mit der HTT-Nr. 1 also genügend im Hause Vorhemus vorhanden. Und genau dieses neue Selbstbewusstsein beim 16jährigen wurde schlagend, also er Prügers in nur 12 Minuten vollzogenen Traumstart einer 3:0 Führung wegzustecken und zu egalisieren hatte. Das gelang, weil Vorhemus sich bei eigenem Aufschlag konsolidierte, und Prüger mit Fortdauer des ersten Satzes immer mehr der attraktiven Grundlinien-Duelle verlor. Das frühe Break zurückerobert, ging es dann ab 3:3 mit dem Aufschlag bis 5:5, wobei beide Spieler massigst Break-Chancen zu einer früheren Entscheidung verjubelten. Ausgerechnet mit seinem dritten Doppelfehler handelte sich die HTT-Nr. 1 dann das entscheidende Break des ersten Satzes zum 5:6 ein, und auch beim abschließenden Aufschlag-Game von Vorhemus präsentierte sich Prüger mit vier unforced errors nicht unbedingt von seiner besten Seite. Nach 57 Minuten und 31 unerzwungenen Fehlern hatte sich Prüger also trotz 3:0 Vorsprungs einen 0:1 Satzrückstand eingehandelt.

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Vorhemus mit rabenschwarzer Serie zwischen den Sätzen 2 und 3

Mit einer 10minütigen Toilettenpause hatte sich Vorhemus dann zu Beginn des zweiten Satzes selbst ein wenig den Spielfluss geraubt, und wie in Durchgang 1 ein frühes 0:3 zu beklagen. Neuerlich stemmte sich der 16jährige aber dem scheinbar ins Rollen kommenden Ranglisten-Ersten entgegen, und wieder glückte “der doppelten Vorhand” der Ausgleich zum 3:3. Es sollten die letzten glanzvollen Momente des Adrian Vorhemus in diesem Match gewesen sein, denn fortan klappte nicht mehr wirklich viel im Spiel des Teenagers aus dem Waldviertel. Prüger profitierte von vielen Fehlern seines Gegners,schnappte sich das Break zum 5:3 und glich nach weiteren 36 Minuten mit 6:3 zum 1:1 in Sätzen aus. Es waren die schwärzestens Minuten dieses Abends für
Vorhemus, denn in dieser Phase zwischen Ende Satz Nr. 2 und Beginn von Durchgang 3, schrammte der 16jährige ins totale Debakel. Völlig von der Rolle, musste der Zehetner-Bezwinger seinem Gegenüber von 3:4, 30:30 im zweiten Satz bis 0:1 im dritten Heat zehn Punkte in Serie überlassen. In der Folge gingen von den nächsten 20 ausgespielten Punkten 18 an Prüger, der wie schon in den Sätzen davor mit 3:0 und kurz darauf sogar mit 4:0 davon zog. Im Finish betrieb Vorhemus noch die berühmte Ergebniskosmetik, kam mit einem Break sogar auf 2:4 heran, doch mehr war dann nicht mehr möglich. Prüger konterte mit einem zu Null gewonnenen Re-Break zum 5:2, und servierte schließlich nach drei abgewehrten Break-Chancen und einem vergebenen Matchball beim zweiten Versuch mit 5:7, 6:3, 6:2 aus.

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“Dieser Titel gibt mir mehr als jeder einzelne Turniersieg aus dem letzten Jahr”

“Eigentlich hatte ich sehr lange überlegt, überhaupt am Februar-Masters-Seris-1000-Turnier teilzunehmen. Ich war von den Strapazen des letzten Jahres und meiner bescheidenen Darbietung beim Jänner-Grand-Slam-Turnier in ein riesiges Motivationsloch gefallen. Ich habe dann den Schläger drei Wochen zur Seite gelegt, und bin das Turnier mit der Einstellung angegangen, wieder Spaß am Tennis zu finden. Bei der Besetzung und bei meiner Verfassung hatte ich mir nicht mehr als ein Viertelfinale ausgerechnet. Ich bin dann in den ersten Runden aber schnell wieder reingekommen, hatte Spaß an der Sache, und deshalb gibt mir dieser Turniersieg jetzt im Moment sogar wesentlich mehr als jeder einzelne Erfolg vom letzten Jahr. Das Finale an sich war ein extrem schwieriges Match, weil sich der Adrian seit unserem letzten Duell im Mai vergangener Saison extrem gesteigert und enorm weiter verbessert hat. Es war letztlich ein enges Match, das genauso gut auch in die andere richtung laufen hätte können. Ich bin zwar gut in jeden einzelnen der drei Sätze gestartet, habe dann aber auch immer stark nachgelassen, und das hat Adrian perfekt ausgenützt. Ich muss meinen Rückhand-Ast jetzt rasch wieder beseitigen, dann bin ich wieder ganz der Alte”, so der Ranglisten-Erste in seinem Statement zum ersten HTT-Saison-Titel 2018.

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