Lukas Prüger eilt ohne Satzverlust ins Semifinale der HTT-Tour-Finals 2017

Nach Serbiens HTT-Superstar Vladimir Vukicevic hat auch Saisondominator Lukas Prüger die Gruppenphase der 28. HTT-Tour-Finals 2017 im UTC La Ville ungeschlagen beendet, und mit seinem dritten Vorrundensieg souverän das Semifinale beim großen Saisonfinale der Hobby-Tennis-Tour erreicht. Der 19jährige gewann am Donnerstag Abend das  erste der beiden für die Halbfinal-Qualifikation entscheidenden Single-Partien in Gruppe A gegen HTT-Wimbledonfinalist Christoph Beutler in 63 Minuten mit 6:2, 6:3, und beendete damit als einziger Spieler die Gruppenphase der heurigen “Finals” ohne Satzverlust. Mit seinem 41. Saisoneinzelsieg ebnete Prüger auch den Weg in die Vorschlussrunde für Matthias Wolf, der im Falle eines Beutler-Erfolges keine Chance mehr auf das Halbfinale der HTT-Tour-Finals gehabt hätte. Ein Bericht von C.L

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Prüger fixiert 8. Saisonsemifinale in Serie und Beutler rehabilitiert sich für Schager-Schmach

Saisonüberflieger Lukas Prüger hat am Donnerstag Abend auch sein drittes und letztes Vorrunden-Match bei den HTT-Tour-Finals im UTC La Ville gewonnen, und beim klaren 6:2, 6:3 Erfolg über den Olympia-Zweiten von 2016 Christoph Beutler im Eiltempo das achte Saison-Semifinale in Serie fixiert. Der Ranglisten-Erste war am Centercourt stets Herr der Lage eines äußerst attraktiven Matches, in dem Prüger seine momentane Ausnahmestellung eindrucksvoll demonstrierte, und Beutler mit geänderter Taktik und geläuteter Einstellung zeigte, welch phantastischer Tennisspieler er eigentlich ist. Die Folge war ein kurzweiliger von extrem vielen sehenswerten Ballwechseln geprägter Schlagabtausch, in dem die beiden HTT-Top Ten Stars nicht mit grandioser Tenniskunst geizten, und zur Freude des Publikums zusammen nicht wenger als 70 Winner produzierten.

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Prüger holt abwechslungsreichen ersten Satz nach 26 Minuten mit 6:2

Nach seiner beschämenden Vorstellung gegen Alexander Schager, in der Beutler den fehlenden Spaß am Tennis bemängelte, zeigte sich der 33jährige von der Marswiese am gestrigen Abend extrem spielfreudig und präsentierte sich vorallem mit dem richtigen Plan, um dem jungen Mann auf der anderen Seite so zu begegnen, dass am Ende sein persönlicher Spaßfaktor – der sich gegen Schager laut eigener Aussage noch bei – 10 befand, diesmal weitaus höher lag. Beutler spielte “Serve & Volley”, er zaubert sogar bei “Chip & Charge”, und er hatte sichtlich Spaß an dem was er tat. So war der erste Satz bis 3:2 offen, wobei Beutler sogar drei Break-Möglichkeiten ungenützt ließ, ehe die Nummer 1 im sechsten Game als Rückschläger erstmals seine Extraklasse demonstrierte, und die Machtverhältnisse am Centercourt in die richtigen Bahnen lenkte. Zu Null krallte sich der HTT-French-Open-Champion das Break zum 4:2, um 4 Minuten späten nach einer Spielzeit von nur 26 Minuten den ersten Satz mit 6:2 für sich zu entscheiden.

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Beutler mit etlichen Großchancen, Prüger mit dem Sieg und der 2:1 Führungim Head to Head

Auch im zweiten Satz bot Beutler eine mehr als gefällige Vorstellung und ganz ehrlich: Es wäre noch weit mehr in dieser Partie für den Routinier möglich gewesen. Es braucht halt schon einen extraordinären Tag um Prüger zu schlagen, und so einen hatte Beutler nicht. Aber der 33jährige hatte durchaus die Möglichkeiten auf mehr Games und vorallem auf Spielgewinne zu einem Zeitpunkt, die Prüger das Leben am Centercourt deutlich erschwert hätten. So patzte Beutler nach früh gelungenem Break zum 1:0 bei einem Spielball auf 2:0 mit einem leichten Rückhandfehler. Auch beim letztlich und so wie im ersten Satz wohl vorentscheidenden sechsten Game, vergibt Beutler eine Großchance, als er bei Spielball zum 3:3 in günstiger Position am Netz den Ball statt ins Feld, dem Gegner auf den Schläger “volliert” und so ein Volley-Duell verliert. Prüger führte damit 4:2, konnte sich im Folge-Game sogar Doppelfehler Nr. 5 leisten ehe er auf 5:2 stellte, und auch ein vergebener Matchball bei Beutlers ergebnistechnischer Kosmetik zum 3:5 war letztlich kein Beinbruch mehr. Mit einem Rückhand-Winner verwandelte der 19jährige seinen dritten Matchball zum 6:2, 6:3 Erfolg und erhöhte im Head to Head mit Beutler auf 2:1.

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Christoph Beutler: “Ich habe probiert Spaß zu haben”

“Ich wollte von Anfang an keine allzu langen Ballwechsel spielen, das mag einerseits daran liegen, dass ich selbst keine Lust darauf hatte, und natürlich auch wegen dem Lukas, denn mit ihm lange Ballwechsel zu gehen, vorallem auf diesem langsamen Belag, ist nicht zielführend. Somit habe ich probiert Spaß zu haben, Serve & Volley und auch Chip & Charge zu spielen, und das ist mir leider nicht ganz gut gelungen, aber ansatzweise war das schon ok”, so der 33jährige, der seine Masters-Leistung 2017 so beurteilte: “Ich fands heut eigentlich ganz in Ordnung. Im ersten Match habe ich mich gut rein gefight, das war auch ok. Das zweite Match gegen den Alex war eine Gemeinheit, aber da konnte ich mich überhaupt nicht motivieren. Das hat mir wenig bis -10 Spaß gemacht, und er hat es auch noch sehr gut gespielt. Es war heute ein versöhnlicher Abschluss”, zog Beutler seine persönliche Masters-Bilanz.

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Lukas Prüger: “Der Kevin braucht einen mörderischen Tag um mich zu schlagen”

“Es war schwer reinzukommen, denn der Christoph hat es mir heute echt nicht leicht gemacht. Ich habe von Beginn weg keinen Rhythmus gekriegt, weil er eben die Ballwechsel zu 90 % sehr kurz hielt, und von daher bin ich schon sehr froh, über den Ausgang des Spieles. Es hätte nämlich auch viel knapper werden können. Trotzdem bin ich heute irgendwie zwiegespalten. Laut Statistik dürfte ich super gespielt haben, nur am Platz hat sich das alles schlecht angefühlt. Mir fehlte heute auch die Konzentration und ich habe nie wirklich Spannung aufbauen können. Die Gruppe ist super gelaufen, und ich bin froh, dass alle Matches glatt über die Bühne gegangen sind. Es hätte auch viel knapper werden können”, urteilte Prüger, der den Erfolg seiner HTT-Saison nicht vom Ausgang des aktuellen Turniers abhängig machen möchte. “Die Saison ist fast einzigartig, abgesehen von den ersten vier Turnieren. Egal wie es im Semifinale ausgeht, die Saison kann man nicht mehr schlecht reden. Schade wäre natürlich nur, wenn ich am Saisonende jetzt nicht die Nummer 1 der HTT wäre. Für mich perösnlich wäre das “zach”, ich werde bis zum Schluss auf jeden Fall mein Bestes geben”, kündigte Prüger an. Und angesprochen auf seine Favoritenrolle meinte der 19jährige: “Druck habe ich immer, zumindest ein bißchen. Aber ich gehe in das Semifinale gegen den Kevin mit dem Wissen auch verlieren zu können, wie wir ja vor zwei Wochen gesehen haben. Ich mache mir da keinen allzu großen Stress und versuche nur meine Leistung abzurufen. Dann muss der Kevin nämlich auch einen mörderischen Tag haben um mich zu schlagen”, so der Ranglisten-Erste, der einen möglichen Titelgewinn ganz oben in seiner Hitliste aller Turniersiege einordnen würde. “Während du bei normalen Turnieren in der ersten und manchmal auch in der zweiten Runde leichtere Gegner zum Einspielen hast, kannst du hier bei den Tour-Finals von der ersten Partie weg jedes Match verlieren”.

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