Köck gewinnt Duell der Debütanten gegen Markovic und wahrt seine Halbfinal-Chancen

WAT Landstrasse Jungstar Kevin Köck hat am Montag Abend im Auftaktsingle des dritten Spieltages bei den HTT-Tour-Finals 2017 im UTC La Ville erstmals einen Sieg beim Masters errungen. Der an Nummer 6 gesetzte November-Masters-Series-1000-Champion bezwang im Duell zweier Tour-Finals-Debütanten den ebenfalls nach dem ersten Spieltag sieglos gewesenen Filip Markovic aus Serbien nach 1:49 Stunden Spielzeit mit 6:2, 4:6, 6:3, und wahrte in dem als “Spiel der letzten Chance” titulierten allerersten Aufeinandertreffen der beiden HTT-Top-Ten-Stars seine Aufstiegsmöglichkeiten ins Semifinale des großen Saisonfinal-Turniers der Hobby-Tennis-Tour im UTC La Ville. Für den unterlegenen Filip Markovic geht es im abschließenden Gruppenmatch gegen Landsmann Vladimir Vukicevic jedoch “nur mehr” um 200 Ranglisten-Punkte und jede Menge Prestige. Der 23jährige von Team Donaufeld ist nämlich nach seiner zweiten Vorrunden-Niederlage und dem gleichzeitigen Vukicevic-Sieg über Wiesmühler ohne Aufstiegschancen ins Halbfinale. Ein Bericht von C.L

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Kevin Köck startet furios und mit 6:2 in sein zweites Tour-Finals-Match

Der jüngste Spieler im heurigen Teilnehmerfeld der HTT-Tour-Finals bleibt weiter im Rennen um einen Platz im Semifinale beim großen Saisonfinale der Hobby-Tennis-Tour am Altmannsdorfer Ast. Kevin Köck benötigte allerdings 109 Minuten und 48 Winner, um vor den Augen seines Papas und seiner Freundin das Duell der Masters-Newcomer gegen Filip Markovic für sich zu entscheiden. Ein kurzer “Vorhand-Ast” bescherte Markovic im siebenten Game des ersten Satzes das erste eingehandelte Break und unterbrach irgendwie den durchaus vorhandenen Spielfluss beim 23jährigen. Köck nützte dieses erste Schwächephase seines Gegenübers und legte mit einem zweiten Break zum 6:2 gleich entscheidend nach. Wer nun aber an ein Feuerwerk an brillanten Winnern des 19jährigen dachte, wurde schnell eines anderes belehrt. Zwar startete der WAT-Landstrasse-Star auch im zweiten Satz mit atemberaubender Performance und zwei gewonnenen Games zum 2:0, doch das der Ranglisten-Sechste noch nicht ganz stabil ist, wenn gewisse Umstände am Centecourt zum Tragen kommen, bekam man in der Folge zu sehen. Ein Break kann immer mal passieren, die Frage ist nur wie man damit umgeht. Und da hat Köck noch Potential und Luft nach oben.

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Markovic lässt ein 40:0 bei 3:2 Führung im dritten Satz ungenützt

Denn der 19jährige verschenkte in der Phase des Hochgefühls reihenweise Breakbälle, die Markovic irgendwann auch einmal dankend annahm. Und einen der fittesten und konstantesten Spieler so zurück ins Match zu holen, kann fatale Folgen haben. Jene für Köck waren zunächst einmal der verlorene zweite Satz und jede Menge verschwendeter Energie, die in so einem lange andauernden und hochkarätig besetzten Turnier in den entscheidenden Phasen fehlen könnte. Köck wurde immer fehleranfälliger, während Markovic seinen Part an der Grundlinie in gewohnt reifer Manier abspulte. Insgesamt hatte Köck am Ende nicht weniger als 54 unforced errors produziert, eine Summe, die in Duellen mit den ganz großen Favoriten hier bei den Tour-Finals in keinem Fall zu einem Sieg gereichen würde. Am Ende profitierte Köck auch davon, dass Markovic bei seiner 3:2 Führung im entscheidenden dritten Satz gleich drei Spielbälle bei 40:0 ungenützt ließ. Der Knackpunkt einer bis dahin völlig offenen Partie, denn Serbiens Nummer 2 machte in der Folge kein Game mehr.

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Filip Markovic: “Auf diesem Niveau darf man keine Schwächen haben”

“Das war eine Super-Partie mit einem verdienten Sieger. Kevin hat aggressiv gespielt und wahnsinnig stark aufgeschlagen. Er hat eine tolle Länge in seinen Vorhandschlägen, und ich musste das ganze Match über, die Bälle 5 Meter hinter der Grundlinie ausgraben. Das ist fatal auf einem Hartplatz. Ich konnte den Kevin zwar mit meiner defensiven Taktik ärgern, und habe versucht ihn zu Fehlern zu zwingen, aber er ist ruhig geblieben und hat in den entscheidenden Phasen phänomenale Winner geschlagen. Viel hat heute nicht gefehlt, außer einem guten Aufschlag. Den muss ich in Zukunft auf jeden Fall verbessern. Dann trau ich mit und meinem Spiel einiges zu. Auf diesem Niveau darf man keine Schwächen haben. Ich freue mich daher auch schon auf das letzte Match gegen den Vladi. Da muss ich taktisch anders spielen als heute. Das ich ihn ärgern kann, konnte man im Semifinale von HTT-Wimbledon sehen”, bilanzierte Filip Markovic seinen zweiten Auftritt im Rahmen der HTT-Tour-Finals 2017.

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Kevin Köck: “In manchen Situationen war ich heute einfach zu dumm”

“Das war ein geiles Match. Der Filip hat unglaublich gespielt und mich damit gezwungen mehr Risiko zu nehmen. Dadurch habe ich die Punkte aber auch viele Fehler gemacht. In manchen Situationen war ich dann einfach zu dumm und habe viel Punkte hergeschenkt. Aber im Endeffekt zählt nur der Sieg. Es war eine deutliche Steigerung zum ersten Match, vorallem im spielerischen Bereich. Ich kann froh sein hier gewonnen zu haben, der Filip hätte es nämlich heute genauso verdient”, analysierte Köck, der nun am Mittwoch im letzten Vorrunden-Match gegen HTT-US-Open-Sieger Patrick Wiesmühler um eine Fahrkarte ins Semifinale der HTT-Tour-Finals kämpft.

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