„Stürmischer Auftakt zur Freiluft-Saison“

Alex Udovc – der erste Outdoor-Sieger des Jahres 2006

Der Start in die Freiluft-Saison 2006 ist vollzogen. Und gleich im Eröffnungsspiel des März-Super-4-Turniers setzte es eine erste Überraschung. Alexander Udovc, Nummer 46 im Computer zog mit einem hart umkämpften Dreisatzsieg über den in der Rangliste vor ihm platzierten Roman Zimmermann ins Achtelfinale ein, und feierte bei seiner Hartplatz-Premiere den 10. Einzelsieg seiner Karriere. Nach 1 Stunde und 34 Minuten mit schwierigen Wetterbedingungen, beendete ein stärkerer Regenschauer die erste Outdoor-Partie des Jahres beim Stand von 4:6, 7:5 und 4:0 für Udovc. Nach einer etwa 20minütigen Unterbrechung gab Zimmermann das Match w.o und gratulierte seinem überraschten Gegner.

maerz_super40001.jpg

Roman Zimmermann lässt 4 Matchbälle ungenützt

Die von extremen Windböen beeinträchtigte Auftaktpartie zum 14. März-Turnier hatte nur ganz wenige Höhepunkte zu bieten. Der für die Akteure ungewohnte Hartplatz, der störende Wind, der Wechsel von der Halle ins Freie, alles Zutaten, die einer glanzvollen ersten Begegnung im Freien im Wege standen. So blieb ein Volley-Duell der beiden Akteure am Netz eine der wenig sehenswerten Aktionen in den ersten beiden Durchgängen. Viel mehr wurde das Match von einer Serie an unerzwungenen Fehlern geprägt. So plätscherte die wenig berauschende Startpartie dahin, ehe Zimmermann nach dem Gewinn des ersten Satzes mit 6:4 auch im zweiten Heat mit 5:3 in Führung lag. Bei eigenem Service hatte es der 32jährige am Schläger, sein Ticket für das Achtelfinale zu lösen. Erst recht, als der Aufschlag-Gigant bei 40:0 drei Matchbälle vor fand. Doch Zimmermann vergeigte nicht nur diesen Triple-Pack, nein er ließ noch einen vierten Matchball in diesem neunten Game des zweiten Satzes ungenützt. Udovc verkürzte auf 4:5 und startete gegen den verunsichert wirkenden Gegner eine sensationelle Aufholjagd.

Udovc mit „schönstem Ballwechsel“ des Spieles

Acht Games in Folge gingen an den Hartplatz-Debütanten, ehe der erwähnte Regenschauer die Partie stoppte. Nur einmal wäre Zimmermann beinahe noch ins Match zurück gekommen, als er bei 0:1 und Aufschlag seines Kontrahenten eine 0:30 Führung hatte, und sich mit einer „scheinbar“ sensationell ausgeführten Vorhandpeitsche drei Breakchancen sicherte. Doch Udovc tauchte in die von ihm aus linke Ecke seiner Platzhälfte ab, und fischte den kleinen gelben Filz zur Verwunderung seines Gegners und der Zuseher nicht nur übers Netz sondern auch noch an die Außenlinie des überraschten Romans. Ein lautes Yes, eine geballte Faust sowie der respektvolle Applaus seines Gegenübers, die große Chance von Zimmermann auf drei Breakmöglichkeiten war abgewehrt.

maerz_super40002.jpg

„Ich habe nicht sonderlich gut gespielt“

„Der Hartplatz ist sicherlich gewöhnungsbedürftig, immerhin war es ja mein erstes Match auf diesem Belag. Ich habe mich aber sehr gut und schnell darauf eingestellt. Natürlich war es heute vor allem durch den Wind sehr schwer. Das Match war sehr oft von den Wetterbedingungen abhängig. Letztlich habe ich nicht sonderlich gut gespielt und von den vielen Fehlern meines Gegners profitiert. Bei den Matchbällen habe ich gar nichts Besonderes gemacht. Ich habe nur versucht, den Ball im Spiel zu lassen, und das ist mir gelungen“, analysierte der Champions-Race-Siebente seinen ersten Freiluft-Start der neuen Saison.

„Ich hätte den Sieg mit dieser Leistung ohnehin nicht verdient

Erwartungsgemäß unzufrieden zog Roman Zimmermann Bilanz nach dem Antreten beim 25. Turnier seiner Tour-Laufbahn. „Jetzt weiß ich wieder, warum ich nicht so oft auf Hartplatz spiele. Dieser Belag kommt mir einfach nicht entgegen. Speziell von der Bewegung her hatte ich heute große Probleme. Ich brauche die Sandplätze um den letzten Schritt rutschen zu können. Hier muss man sich anders bewegen, den letzten Schritt auslaufen, und da bin ich immer wieder zu spät zum Schlag gekommen. Der extreme Wind war klarerweise nicht gerade hilfreich, doch meine vielen Doppelfehler nur auf den Wind auszureden wäre einfach. Es ist schon auch an mir gelegen. Verdient hätte ich den Sieg mit dieser Leistung heute sowieso nicht“.

maerz_super40003.jpg

Dinter beim Kochen verletzt – Novak kampflos im Achtelfinale

Die ebenfalls für den Eröffnungstag angesetzte zweite Partie zwischen Werner Novak und Florian Dinter musste ausfallen. Allerdings nicht wegen dem über das südliche Niederösterreich ziehenden Gewitter, sondern weil Dinter am Vormittag seine Nennung für das März-Super-4-Turnier zurückzog. Aufgrund einer Schnittverletzung die sich Dinter beim Kochen zugezogen hat, musste er auf seinen Freiluft-Saison-Start verzichten. Für Werner Novak wird es jetzt am morgigen Samstag um 10 Uhr gegen den topgesetzten Christoph Wagner ernst, und somit doppelt schwer seine persönliche Niederlagenserie zu beenden.

Claus Lippert, 30.März 2006