Ist Michael Kunz für ein Comeback in den Siegerlisten der HTT bereit?

Ein Hauch von Frühling lag am gestrigen Freitag über der Stadt, und kündigte mit angenehmen Plusgraden die nahe Outdoor-Saison 2012 an. Und auch ein interessierter Blick hinein in den aktuellen Tourkalender zeigt: Die Hallensaison 2011/2012 ist längst auf die Zielgerade eingebogen. In drei Wochen steht schon das letzte Indoor-Event im UTC La Ville auf dem Programm, und heute in vier Wochen gehts bereits erstmals in diesem Jahr unter freiem Himmel um Punkte & Pokale. Ja, so schnell kann’s gehen! War der nahende Freiluft-Start vor 14 Tagen mit den knackig zweistelligen Minusgraden von vielen Spielern noch als reine Utopie abgetan worden, sieht man seitens der Aktiven der frühen Outdoor-Saison-Premiere auf den Hartplätzen des Tennispoint Südstadt seit Freitag Abend schon zuversichtlicher entgegen. Davor freilich stehen an den kommenden vier Wochenenden noch fünf Entscheidungen unter den Dächern des UTC La Ville an, und die erste davon an diesem letzten Februar-Weekend mit der 5. Auflage des Februar-HTT-150-Turniers. Ein Bericht von C.L

Die Zeiten für Seriensieger auf der HTT sind endgültig passe

Die Sieger von 2008 und 2011 Markus Hobiger und Gerald Marhold bereits vorzeitig ausgeschieden, die Champions von 2009 und 2010 Roman Arbeiter und Armando Rotter nicht mit von der Partie, damit steht schon nach dem ersten Spieltag am gestrigen Freitag fest, dass das Februar-HTT-150-Turnier bei seiner fünften Ausgabe ein neues Siegergesicht erhält. Und damit liegt die anstehende 150-Punkte-Entscheidung am Altmannsdorfer Ast durchaus im Trend, wonach die Zeiten für Seriensieger auf der HTT endgültig passe sind. Bei bislang 11 Saisonturnieren gab es ebensoviele verschiedene Sieger, und auch die zwölfte Hobby-Tennis-Tour-Veranstaltung im Jahr 2012 wird einen neuen Champion hervorbringen. Ob’s einer jener Helden sein wird, die am gestrigen Eröffnungstag bereits im Einsatz waren? Durchaus möglich, machten doch am Freitag Abend einige der großen Titelfavoriten ihre ersten Schritte & Schläge über die Courts des UTC La Ville. Ein großes Thema im Circuit ist dieser Tage immer wieder auch der Faktor “Fitness”, und dementsprechend froh waren die Protagonisten des ersten Februar-HTT-150-Spieltages, allesamt ohne Satzverlust das Achtelfinale erreicht zu haben. Interessant war außerdem auch zu beobachten, dass “Serve & Volley” scheinbar wieder in Mode kommt. Bernard Cabildo, Martin Mayerhofer und Peter Steinbeger haben in ihren Erstrunden-Matches die “Flucht nach vorne” angetreten, und am Netz für die entscheidenden Punkte gesorgt.

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Titelverteidiger Gerald Marhold schon nach erster Runde von Turnierfavorit Martin Mayerhofer entthront

75 Turniere hat er bislang in seiner Karriere gespielt, der große Moment – sprich der erste Titelgewinn – blieb ihm bislang aber noch verwehrt. Die Rede ist von Martin Mayerhofer, der seit Sommer 2008  durch den Circuit “tourt”, und sich dabei zwei Mal für ein Endspiel qualifizieren konnte. Und getreu dem Motto “alle guten Dinge sind drei”, könnte für den 25jährigen dieser Tage die große Stunde schlagen. Mayerhofer hat das Potential um einen 150er-Titel an Land zu ziehen, Mayerhofer hat mittlerweile die Routine von 140 absolvierten Karriere-Matches, und Mayerhofer hat am Freitag Abend vielleicht schon den härtesten Konkurrenten um den Premieren-Erfolg ausgeschaltet. Der Kapellerfeld-Star verabschiedete beim 7:5, 6:3 in Runde 1 immerhin den Titelverteidiger, der auf den Namen Gerald Marhold hört, und beim vierten Februar-HTT-150-Antreten nach dem Vorjahres-Triumph diesmal eine Null ablieferte. Statistisch gesehen war der frühe Marhold-Ausrutscher ja zu erwarten, immerhin legt der 33jährige ja in schöner Regelmäßigkeit abwechselnd “Sternstunden & Flops” auf die Teppich-Courts dieses Turniers. 2009 bei seinem Debüt stürmte Marhold bis ins Finale, wo erst Roman Arbeiter den Erfolgsrun des Neulings stoppen konnte. Ein Jahr später war für Gerald schon in Runde 1 gegen das schupfende Schreckgespenst Max Morwind aus Deutschland Endstation, ehe er sich im Vorjahr den zweiten Turniersieg seiner Karriere krallen konnte. “Heute hat der bessere Netzspieler gewonnen. Ich konnte den Martin nicht ein einziges Mal passieren, das war entscheidend”, trauerte Marhold dem möglichen 70. Einzelsieg seiner Laufbahn nach. Im 140. Match seiner HTT-Ära genügte einem stark aufschlagenden Martin Mayerhofer derweil ein Break auf 6:5 zum Gewinn des ersten Satzes, der Rest war letztlich Formsache. “Der Boden auf dem 1er-Platz war extrem schnell. So ging sehr viel in diesem Spiel über Aufschlag und Volley”, freute sich Mayerhofer über den Einzug ins Achtelfinale.

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Peter Steinberger schlägt nach starker Vorstellung einen “Mayrhuber”

Zwei Stunden lang hatten sich WAC-Oldie Walter Mayrhuber und Peter Steinberger in einem völlig ausgeglichenen Erstrunden-Match bekämpft, da stand die Partie bei 7:6, 3:3 auf des Messers Schneide. 20 Minuten später war der Spuk vorbei, und das Februar-HTT-150-Turnier um seine erste echte Überraschung reicher. Es war nicht nur der “berühmte” und für große Erfolge stehende Familienname, der Walter Mayrhuber im Duell mit dem Challenger-Star im Vorfeld in die Favoritenrolle gehievt hatte. Der 55jährige Bruder des Ranglisten-Ersten Franz Mayrhuber hatte bei seinem Debüt vor 14 Tagen einen starken Eindruck hinterlassen, und mit Thomas Pratsch schon einen dieser Spieler geschlagen, die sich auf Challenger-Ebene längst etabliert haben, und sich nunmehr immer öfter eine Stufe höher im Turniergeschehen behaupten wollen. Von daher war der WAC-Routinier durchaus zu favorisieren, als er gegen 20:30 Uhr den 9er-Court des UTC La Ville betrat. Vielleicht wäre ja auch alles ganz anders gekommen, wenn Mayrhuber im ersten Durchgang die Chance eines Satzballes genützt hätte. Doch stattdessen verlor der 55jährige den Tie-Break des ersten Satzes, und danach wurde es natürlich richtig schwer. Steinberger servierte glänzend, zeigte einmal mehr Gefühl und Übersicht beim Volley, und erreichte so gar nicht unverdient die zweite Runde. “Ich hatte beim Return so meine Probleme. Steinberger hat exzellent aufgeschlagen und auch verdammt gut volliert. Das bin ich von meinen Senioren-Partien nicht gewohnt. Ich bin aber nicht unzufrieden. Es geht aufwärts, das war meine beste Partie seit langer Zeit, und vorallem hat sie extrem viel Spaß gemacht”, verabschiedete sich Walter Mayrhuber.

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Ex-Wimbledon-Champion Michael Kunz serviert Terra-Rossa-Jungstar Andreas Tolunay aus der Halle

Das ein oder andere Bierchen hatte er sich im Restaurant des UTC La Ville gegönnt, ehe er vor der Rückfahrt mit dem Auto ins heimatliche Deutsch Wagram auf Cola umstieg. Michael Kunz hatte sich die ein oder andere “schmackhafte Runde” auch verdient, und den Abend im Kreis einiger Tour-Mitspieler sichtlich genossen. Kein Wunder, war es doch nach langer Zeit wieder einmal ein “Apres-Tennis” nach erfolgreich getätigter Arbeit auf den Courts der HTT. Nach vier Erstrunden-Niederlagen in Serie und einer gefühlten Endlos-Schleife an niederschmetternden Pleitenummern, ist der ehemalige Wimbledonsieger der Hobby-Tennis-Tour auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Mit einer beeindruckenden Aufschlagleistung “servierte” der Niederösterreicher den 19jährigen Terra-Rossa-Jungstar Andreas Tolunay aus der Halle, und ließ dabei – zumindest beim Service – an vergangene glorreiche Zeiten erinnern. Immer wieder gab es beim 6:4, 7:5 Erfolg des mittlerweile 40jährigen so manches Game, in dem sein Gegner ohne einen Ball zu berühren, an der Grundlinie kopfschüttelnd von links nach rechts spazierte. Der 99. Einzelsieg seiner einst großartigen Karriere war damit perfekt, und der auf Platz 85 im Computer-Ranking zurückgerutschte Deutsch Wagramer mit einem Schlag auch wieder zuversichtlich, erstmals seit Sommer 2008 zu Titelehren zu kommen. “Der Turniersieg ist das Ziel”, lächelte der 6fache Titelträger, der es im Achtelfinale mit Lokalmatador Klaus Stattmann zu tun bekommt.

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Alexander Sterzl – vom akribischen Tüftler zum überlasteten Bauarbeiter

Der 48jährige fertigte zum Auftakt des Februar-HTT-150-Turniers den ehemaligen ISFO-Spieler Alexander Sterzl mit 6:1, 6:3 ab, und versetzte seinem Gegner bei dessen Comeback-Turnier Nummer 6 einen weiteren ergebnistechnischen Rückschlag. Das auf dem Papier so deutlich aussehende 1:6, 3:6, war für den 41jährigen aus Favoriten bereits die vierte Erstrunden-Niederlage in Folge, und ein weiterer Beweis, wie schwer die Tour-Rückkehr für einen Spieler mit mehr als einem Jahr Pause tatsächlich ist. Spielerisch war der Sterzl-Auftritt phasenweise gar nicht so übel, aber insgesamt fehlt ganz einfach die Kontinuität in seinem Spiel. “Der Tennis-Herrgott schaut derzeit einfach nicht herunter”, philosophierte Mama Sterzl. Womit sie nicht so falsch liegt, wobei man sich anno 2012 im ausgeglichendsten Circuit aller Zeiten nicht nur auf “Hilfe von Oben und göttlichen Beistand” verlassen kann. Um erfolgreiches Tennis spielen zu können und die gewünschten Resultate einzufahren, fehlen dem Sterzl-Tennis derzeit einach zuviele Komponenten. Der 41jährige, sonst ein akribischer Tüftler, ist derzeit eher ein schwer überlasteter Bauarbeiter. Woche für Woche ist der ehemalige September-Second-Series-Sieger bemüht, die sich immer wieder auftuenden Baustellen in seinem Tennis in den Griff zu bekommen. Einmal fehlt es an der körperlichen Fitness, dann wieder am mangelnden Spielrhythmus, und im gestrigen Duell mit Klaus Stattmann schließlich am fehlenden Aufschlag. “Wenn mein Service nur halbwegs gegangen wäre, dann hätte ich diese Partie umdrehen können”, zeigte sich der 41jährige nach seiner dritten Februar-HTT-150-Erstrundenniederlage nach 2008 (Roman Ainberger) und 2009 (Gerald Marhold) überzeugt.

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Rumäniens Tour-Star Rares Maftei feierte ersten Saison-Einzelsieg, und Markus Hobiger plädiert für eine Setzliste bei schwächeren Turnieren

Mit einem klaren 6:2, 6:3 Erfolg über den topgereihten Markus Hobiger, hat am Freitag Abend Rumäniens Tour-Star Rares Maftei aus der Krise gefunden. Der 30jährige aus Bukarest, heuer noch sieglos zu seinem 60. Karriere-Turnier angereist, hat nach 5 Erstrunden-Pleiten in Folge endlich wieder einmal ein HTT-Achtelfinale erreicht, und womöglich die beklemmend wirkende Erfolgslosigkeit zu Beginn der Saison abgelegt. Der 4fache Turniersieger wirkte im zweiten Duell mit Markus Hobiger spritziger und selbstbewusster als zuletzt, vorallem aber hielt er die Eigenfehler-Quote im Vergleich zu seinem Gegenüber aus Guntramsdorf niedrig. Für den 35jährigen, der sich 2008 als allererster First-Series-Champion seinen Eintrag in die Geschichtsbücher der HTT sicherte, und für den dieses Februar-Turnier in der Vergangenheit stets ein guter und erfolgreicher Boden war, endete sein insgesamt 240. Karriere-Match mit einer riesigen Enttäuschung. Bei seinen vier vergangenen Februar-HTT-150-Auftritten war “Hobi” bei einem Titelgewinn und einer Halbfinalteilnahme nie schlechter als im Viertelfinale klassiert gewesen, dazu kam die Nummer 1 Position der Nennliste als persönliche Bestätigung seiner Favoritenrolle, was sollte da bei einem 150er-Turnier schon schief gehen! Doch womöglich lagen Erwartungshaltung und Realität beim 35jährigen aus Guntramsdorf in Sachen HTT-150 einmal mehr zu weit auseinander. Es bedurfte nämlich zunächst einmal schon einer intensiven Überzeugungsarbeit des Veranstalters, ehe Hobiger überhaupt für einen 150er-Start begeistert werden konnte. So tief unten im Tour-Zirkus aufzuspielen, das widerstrebte dem Februar-First-Series-Champion von 2008 ganz gewaltig. “Ich hatte mir den Turniersieg hier vorgenommen, und dementsprechend enttäuscht bin ich jetzt auch. Allerdings ist der Rares ein sehr guter Spieler, der sich im vergangenen Jahr gewaltig gesteigert hat. Dennoch bin ich natürlich nicht mit meiner Leistung zufrieden. Und ganz ehrlich: Es kann auch nicht sein, dass die Nummer 1 eines Turniers in der ersten Runde gegen die Nummer 3 ausscheidet. Ich spreche mich hiermit ganz klar dafür aus, dass es in Zukunft auch bei den unteren Turnier-Kategorien eine Setzliste gibt. Für diese Woche hilft mir das nicht mehr, aber ich werde am kommenden Wochenende beim März-HTT-250-Turnier wieder voll angreifen und mein Bestes geben”, verkündete der unterlegene Ranglisten-Zwölfte.

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Griechische Pleite & philippinische Gala

Mit einer äußerst imposanten Leistung für das Achtelfinale qualifiziert, haben sich am Freitag Abend Markus Eichleter und Bernard Cabildo. Erstgenannter ließ im Auftakt-Treffen mit Terra-Rossa-Jungstar Alexander Barbunopulos beim souverän erspielten 6:1, 6:2 keinerlei Zweifel aufkommen, wer sich für ein mögliches Duell mit Rasen-Challenger-Sieger Thomas Pratsch bestens gewappnet fühlt. Der 37jährige Kärntner dominierte Match und Gegner nach Belieben, und scheint nun langsam aber sicher die nötige Konstanz in seinem Spiel zu besitzen, die ihm Umfaller gegen ähnlich starke Kontrahenten erspart. Indes: Die Souveränität des klaren Achtelfinal-Aufstiegs hatte zu einem guten Teil auch mit der Inferiorität seines Gegenübers zu tun. Barbunopulos sorgte für eine “weitere” griechische Pleitenummer, sein Auftritt vor den Augen der mehrfachen Olympia-Medaillen-Gewinnerin Jessica Glatzl wurde zur sportlichen Bankrott-Erklärung. Dabei kam der spielerische Totalausfall des 18jährigen für Insider überraschend. Noch vor drei Wochen präsentierte sich der “Halbgrieche” in toller Spiellaune und starker Form. So trotzte er in Runde 1 des Februar-HTT-500-Turniers der deutschen Nummer 1 David Hühne im ersten Satz ein 4:0 ab, und auch im gleichzeitig stattfindenden Challenger-Turnier stand der Jungstar mit beeindruckender Vorstellung seinen Mann. Doch am Freitag Abend “streikten” die griechischen Beine des Terra-Rossa-Jünglings, und damit war “Barbu” recht rasch in Richtung klarer Niederlage unterwegs. Mit viel “Serve & Volley” und noch mehr Lob von seinem Gegner, hatte sich am Freitag knapp vor Mitternacht auch der neue philippinische HTT-Star Bernard Cabildo für die Runde der letzten 16 beim Februar-HTT-150-Turnier qualifiziert. Der 36jährige “Asia-Hero” schlug “Ländle-Star” Wolfgang Tschanett überraschend deutlich mit 6:2, 6:2, und sorgte nach drei überaus erfolgreich gestalteten Saison-Auftaktturnieren des gebürtigen Vorarlbergers, für die nunmehr dritte Erstrundenniederlage des 44jährigen in Serie. Weil Cabildo überaus stark agierte, und seinen Gegner permanent unter Druck setzte, war der Wahl-Mannersdorfer am Ende trotz Niederlage aber nicht unzufrieden. “Das war keine schlechte Partie. Der Bernard hat extrem gut gespielt. Ich mache mir daher auch keine Sorgen wegen meiner dritten Niederlage in Folge”, zeigte sich Tschanett für die kommenden Aufgaben durchaus zuversichtlich. Und Bernard Cabildo? Der stand derweil im Foyer des UTC La Ville, und begutachtete mit einem Lächeln im Gesicht das Tableau des zwölften Saisonturniers. Ein bißchen schielte der Asiate in Richtung Semifinale, das ihm bei weiteren Glanz-Vorstellungen wie jener aus Runde 1 auch durchaus zuzutrauen ist.

Wasil Tomaschevky – mit Quali-Doppelpack ins Hauptfeld und zum neuen Challenger-Star, und Werner Kovarik legt seine HTT-Karriere vorerst auf Eis

Was tat sich sonst noch am ersten Spieltag des 5. Februar-HTT-150-Turniers im UTC La Ville? Martin Thier und David Wense haben sich jeweils in zwei Sätzen und doch höchst unterschiedlich ins Achtelfinale gespielt. Während Wense erst nach einem 2:5 Rückstand in Durchgang 1 in Schwung kam, und Donaufeld-Challenger-Star Andreas Himmelbauer danach nur mehr ein Ehren-Game gönnte, hatte Martin Thier erst in der Schlussphase seines Auftakt-Duells mit dem zuletzt lange verletzt gewesenen Michael Holasek zu kämpfen. Apropos Kampf: Den hatten am gestrigen Eröffnungstag auch viele der Qualifikanten zu bestreiten, ehe sie sich wie Slobodan Vasiljevic und Alexandra Schrötter über den Aufstieg in die zweite Quali-Runde freuen, oder wie Wazil Tomaschevky gar über den Einzug in den Hauptbewerb jubeln durfte. Letztgenannter war ohne Zweifel der ganz große Held des ersten Quali-Tages. Der 32jährige unter der Flagge Mazedoniens spielende Österreicher, sicherte sich sein Hauptbewerbs-Ticket mit einem erfolgreichen und fünf Sätze umfassenden Doppelpack. Zunächst wies Tomaschewky den nach einer Woche Babypause comebackenden Jung-Papa Mario Ferrari mit 6:4, 6:1 in die Schranken, ehe er in Runde 2 des Quali-Turniers seinen 13 Jahre jüngeren Gegner mit 6:4 im dritten Satz niederkämpfte. Und dieser nicht mehr wirklich frische Jüngling war Alexander Rosen, der sich zwar zum Auftakt über den höher eingeschätzen Werner Kovarik mit 7:6, 6:4 hinwegsetzte, danach aber den körperlichen Anstrengungen Tribut zollen musste, und doch ewas überraschend am Ende seiner Kräfte den nahe scheinenden und couragiert angepeilten Einzug ins Hauptfeld verpasste. Zuvor war Rosen noch mit einer tollen Aufholjagd und dem Sieg über “Stall-Kollege” Werner Kovarik aufgefallen. Der 19jährige lag rasch mit 0:4 zurück, musste bei 4:5, 0:40 und eigenem Aufschlag drei Satzbälle Kovariks abwehren, ehe er im Tie-Break die Weichen Richtung Sieg stellte. Im Finish hieß es zwar noch einmal kräftig zittern, kam Kovarik doch trotz zwischenzeitlichem 0:4 auf 4:4 heran, am Ende aber reichte es für Rosen knapp zum Einzug in die zweite Runde, während sein routiniertes Gegenüber nur eine Woche nach der herben Future-Tour-Enttäuschung den nächsten brutalen sportlichen Tiefschlag zu verdauen hatte. Am Kamin mit Ex-Olympiasieger Marcus Rotter sitzend, und ein Bier genießend, zog der 37jährige nach seiner zweiten Erstrunden-Niederlage in Serie die Konsequenzen: “Vorerst ist meine weitere Karriere auf Eis gelegt. So macht das weder Spaß noch Sinn. Ich bin einfach nicht fähig, Matches für mich zu entscheiden, die ich eigentlich gewinnen müsste. Auch heute war es wieder höchst ärgerlich, einen 4:0 Vorsprung und drei Satzbälle zu vergeben”, grollte der Ottakringer nach seinem 162. Turnier-Start.

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Alexandra Schrötter fügt Fritz Böck nach Quali-Marathon dessen 13. Erstrunden-Niederlage in Serie zu, und Vorjahresfinalist Slobodan Vasiljevic gewinnt innerserbisches Quali-Duell gegen Milan Stojkov

Hart umkämpft waren auch die beiden weiteren Quali-Partien des Starttages beim 5. Februar-HTT-150-Turnier. Alexandra Schrötter, die erst im allerletzten Moment ihre Startzusage gab, fightete in einem zweieinhalbstündigen Marathon Oldboy Friedrich Böck mit 6:7, 6:3 und 6:4 nieder. Die 42jährige Terra-Rossa-Lady war im Finish die klar konditionsstärkere Spielerin, und fügte ihrem männlichen Gegenüber die insgesamt 13. Erstrunden-Niederlage in Serie zu. Damit kann sich UTC-Wien-Star Markus Winter nun langsam aber sicher mit dem Gedanken anfreunden, den zweifelhaften Rekord der meisten Erstrunden-Niederlagen der Open Ära mit 16 Startpleiten en suite an Böck abzutreten. Der 52jährige Hietzinger gibt sich aber keineswegs niedergeschlagen. “Ich werde mit aller Macht versuchen, diesen Negativ-Rekord zu verhindern, aber heute lag es ganz eindeutig an der Kondition. Spielerisch war ich ganz zufrieden”. Im Vorjahr noch Finalist beim Februar-HTT-150-Turnier, fand sich Slobodan Vasiljevic am Donnerstag Abend beim Studium des Rasters plötzlich in der Qualifikation. Auch ein Beweis für die stetig steigende Qualität im Circuit. Wie auch immer, “Slobo” nahm die Herausforderung an, und stellte sich dem innerserbischen Quali-Duell mit Milan Stojkov. 7:6, 7:6, ein enges Ergebnis, mit dem am Ende sogar beide Spieler gut leben konnten. Vasiljevic hatte die zweite Quali-Runde erkämpft, und Stojkov nach der Mega-Enttäuschung der Vorwoche mit dem Auftakt-Aus beim Februar-Future wieder einen merkbaren spielerischen Aufwärtstrend erkennen lassen. “Ich habe heute gegen einen eindeutig stärkeren Gegner nur knapp verloren. Nach der Vorstellung von letzter Woche bin ich sehr zufrieden. Die Future-Niederlage war so enttäuschend für mich, ich wollte fast schon mit Tennis aufhören”, erzählte der 27jährige Serbe.

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