Prüger mit Titel den keiner will und 15jähriger Kasache schreibt Geschichte

Am kommenden Wochenende ist es also wieder einmal soweit! Die Hobbytennisszene Österreichs richtet einen gespannten Blick ins Union Tennis Center La Ville, das zum vierten Mal Austragungsort der HTT-French-Open und damit des wichtigsten Sandplatzturniers einer jeden HTT-Saison ist. Vor der 26. Auflage des Sandplatz-Klassikers standen in den letzten beiden Wochen aber noch jede Menge sogenannter Vorbereitungsturniere zum Saison-Highlight auf roter Asche auf dem Programm. Und bevor die Topstars der Szene beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres auf Titeljagd gehen werden, sorgten die Underdogs im HTT-Circuit für historische Bestmarken am laufenden Band. Ein Bericht von C.L

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Lukas Prüger mit zweitem Saisonsieg beim Mai-HTT-500-Turnier und einem Titel den keiner gewinnen möchte

Als großer Titelfavorit zu seinen ersten HTT-French-Open reist aber ganz ohne Zweifel Lukas Prüger an. Der 19jährige vom Schwechater TC ist mit zwei Turniersiegen auf roter Asche der Mann der Stunde auf der Hobby-Tennis-Tour und zudem seit 8 Spielen auf Sand ungeschlagen. Nach seinem Triumph beim Mai-Masters-Series-1000-Turnier setzte der junge Niederösterreicher bei der 12. Auflage des Mai-HTT-500-Turniers im UTC La Ville nach, und trat mit einem höchst souveränen Auftritt die Nachfolge von Philipp Schneider als Mai-HTT-500-Champion an. Auf dem Weg zu seinem insgesamt vierten HTT-Karriere-Titel blieb Prüger in einem mäßig besetzten 565. Sandplatzturnier der Open Ära erwartungsgemäß ohne Satzverlust, und gab als Nummer 3 gesetzt gerade einmal 14 Games ab. Im Endspiel deklassierte Prüger den kroatischen Überraschungsmann Patrick Pehar mit 6:1, 6:2 und kehrte mit seinem 45. HTT-Karriere-Einzelsieg und weiteren 500 Ranglistenpunkten zurück unter die Top 20 der HTT-Computer-Rangliste. Auf den ersten Blick läuft also alles prima für den zweifachen Saisonsieger, doch die Probleme könnten jetzt erst anstehen. Zumindest dann, wenn es nach der Statistik geht, denn in Wahrheit holte Prüger beim Mai-HTT-500-Turnier einen Titel den kein Spieler gewinnen möchte. Auf dem Sieger dieses Events liegt nämlich ein böser Fluch, den selbst große Namen der HTT-Geschichte nicht brechen konnten. Egal ob Harbarth, Guem, Mayrhuber, Wiesmühler, Schlaffer oder Schneider, wer sich mit dem Sieg beim Mai-HTT-500-Turnier für die HTT-French-Open eingeschlagen hat, ging beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres bislang immer leer aus.

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Aleksandr Koshylak, ein 15jähriger Qualifikant aus Kasachstan schreibt als HTT-Nr. 824 Geschichte beim Mai-Challenger im UTC La Ville

Ein fast drei Tage lang andauerndes Server-Problem in der Schweiz war Mitte des Monats bei der 11. Auflage des Mai-Challengers im UTC La Ville schuld daran, dass der breiten HTT-Öffentlichkeit die Liveübertragung eines finalen Matches mit historischem Ausgang verwehrt blieb. Denn am Abend des 23. Mai 2017 schrieb ein bis dahin völlig unbekannter 15jähriger Teenager aus Kasachstan mit einem gigantischen und sieben Matches andauernden Erfolgslauf eine der unglaublichsten Geschichten in 27 Jahren Hobby-Tennis-Tour. Aleksandr Koshylak hatte bis zum Mai-Challenger am Altmannsdorfer Ast noch nie ein HTT-Hauptbewerbs-Match gewonnen, als er sich als Nr. 824 der HTT-Entry-List in die Qualifikation zum 34. Saisonturnier begab. Es folgte ein atemberaubender Siegeszug des 15jährigen durch den Raster des Mai-Challenger-Turniers, wie es ihn in der Open Ära der HTT zuvor nur ein einziges Mal gegeben hatte. David Valentino Colovic hatte im heurigen Winter zu Saisonbeginn beim Jänner-HTT-250-Turnier als erster Qualifikant der Geschichte einen HTT-Titel erobert, und dabei mit 3 Siegen in der Quali und 5 Erfolgen im Hauptbewerb insgesamt sogar 8 Matches bei einem Turnier für sich entschieden. Koshylak pflügte ähnlich souverän durch das Tableau, hatte nur im Semifinale gegen Markus Göbel einen Satz abzugeben, ehe er im 31. rein internationalen Endspiel der HTT-Geschichte den britischen HTT-Challenger-Star Chris Cummins mit 6:3, 6:1 in dessen sechsten Finale am dritten Karriere-Titel hinderte. Koshylak hingegen eroberte den ersten Turniersieg der HTT-Geschichte für Kasachstan, womit der zentralasiatische Staat als 25. internationales Land Aufnahme in die HTT-Siegerliste fand.

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