Der neue Obmann Herbert Stegmüller im Gespräch

Er ist der neue starke Mann in der Leberstraße. Herbert Stegmüller, 63jähriger Hans Dampf in allen Gassen und Spezialist im juristischen Paragraphen-Dschungel steht ab 19. Dezember 2006 als Obmann dem neugegründeten Verein TC Top Serve Schmelz vor. Der in Graz geborene und im Alter von 14 Jahren in die Bundeshauptstadt übersiedelte Jurist ist mittlerweile bekennender, begeisteter und überzeugter Wiener, Generalsekretär der Kulturgewerkschaft, Richter im Protestkomitee der Fußball-Bundesliga und seit vielen Jahren auch dem ehemals “weißen Sport” verfallen. Das ist auch ein Mitgrund, warum der “Tennis-Fanatiker” das höchste Amt im Verein des TC Top Serve angenommen hat. Im nachfolgenden Hobby-Tennis-Tour-Interview gewährt der 63jährige Motorrad-Liebhaber Einblicke in seine private Tenniskarriere und er wagt einen Ausblick auf das Projekt TC Top Serve. Was können die Mitglieder erwarten und worauf können sie sich freuen? Ein Exklusiv-Interview geführt von C.L

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Hallo Herbert! Die Tour-Gemeinde und die große Familie der Tennisanlage in der Leberstraße warten schon gespannt auf die neue Saison. Bevor wir darauf zu sprechen kommen, möchten die Tennisspieler sicher auch die Person Herbert Stegmüller ein bißchen näher kennen lernen. Wie bist Du zum Tennis und auf die Herzig-Anlage gekommen?

Ich habe mit 38 Jahren begonnen Tennis zu spielen. 1994 bin ich dann auf die Herzig-Anlage gekommen. Ich hatte damals ein Studentenabo und in dieser Zeit viel mit meinen beiden Zwillingsnichten gespielt. Der Herzig hatte das beste und billigste Angebot. Außerdem war und ist die Tennisanlage mit den öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichbar. Und von der Gestaltung her hatte ich den Herzigplatz rasch ins Herz geschlossen. Danach war ich noch Mitglied im alten Herzig-Club von Heinz Wottawa.

Auf der Hobby-Tennis-Tour bist Du aber sehr spät eingestiegen?

Ja das ist richtig. Ich habe leider viel zu spät durchschaut, was die Hobby-Tennis-Tour bedeutet und was sie darstellt. Jetzt bin ich seit Oktober 2003 dabei, und erst seitdem hat Tennis für mich so richtig begonnen. Es macht mir einen großen Spass bei den Turnieren dabei zu sein, und ständig neue Spielpartner zu bekommen. Und in meiner Spielstärke habe ich einen riesigen Schub erfahren. Das ist wie 100:1 gegenüber früheren Zeiten. Dazu kommt die verbindliche Art des Veranstalters. Ich sage immer, dass der Claus mit der Tour schon so vielen Leuten eine große Freude bereitet hat. Und davon bin ich überzeugt.

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Du stehst ja trotz deiner Obmann-Position auch als Spieler im Kader des Vereins!

Ja, und auf meine sporadischen Einsätze in der Meisterschaft für den TC Schmelz bin ich auch sehr stolz.

Zurück zur Hobby-Tennis-Tour. Wie siehst Du Deine bisherige Laufbahn dort?

Ich bin nicht wirklich voll zufrieden mit meiner Leistung, weil ich einfach schon zu oft verloren habe. Aber mein Ehrgeiz ist trotz meines Alters weiterhin ungebrochen. Und ich muss jetzt langsam damit anfangen, an mich und mein Tennis zu glauben, mehr Selbstvertrauen am Platz zu entwickeln.

Was uns zu Deinen sportlichen Zielen auf der Tour bringt. Wie sehen die aus?

Ich muss meinen Aufschlag verbessern. Das ist meine größte Schwäche. Und ich glaube, dass am Ende des Jahres die Top 30 durchaus möglich sein könnten.

Kommen wir zum Thema das die Leser und die aktiven Tennisspieler der Herzig-Anlage interessiert. Wie ist es zu Deinem Engagement beim neuen Verein gekommen?

Nachdem der Claus Lippert die Vereins-Meierei und das Drum-Herum scheinbar satt hatte, kam sein Angebot an eine Gruppe rund um Alois Schwing und Karl Wagner zwecks Erhaltung der Tennisanlage und des Vereins. Diese Herren haben mich dann als Jurist um Hilfe bei der Vereinsgründung gebeten. In weiterer Folge haben sich mich gefragt ob ich die Position des Obmannes annehmen würde, und ich habe ja gesagt. Weil es mir ein persönliches Anliegen war und ist, die Anlage und den Verein weiterzuführen. Ich sehe diese Aufgabe als Herausforderung, und das unabhängig und trotz der Unsicherheit des Gelingens.

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Warum sprichst Du von einer möglichen Unsicherheit des Gelingens? Bist Du nicht optimistisch was den neuen Verein betrifft?

Doch, aber das Gelingen steht und fällt mit der Zusammenarbeit mit der Hobby-Tennis-Tour. Claus hat schon viele Mitglieder angeworben, und ich hoffe er wird auch in der Zukunft noch viele neue Spieler für den Verein akquirieren können. Wir brauchen eine problemfreie Zusammenarbeit, dann wird das funktionieren. Mit dem momentanen Vorstandsteam bin ich aber guter Hoffnung für ein positives Gelingen. Da haben wir ein Team zusammen, das nicht nur formell, sondern auch tatkräftig mithilft.

Apropos Mithilfe! Was wird noch gebraucht, oder erwünscht von Deiner Seite?

Einfach jede Hilfe ist uns in dieser Phase willkommen. Egal ob manuell oder finanziell.

Wie sind die Ziele des TC Top Serve Schmelz definiert?

Ich weiß, dass die Jugendförderung ein abgedroschenes Schlagwort ist. Aber die Jugend ist eines unserer größten Anliegen in der Zukunft. Mein Vorgänger hat ja alle Jugendmannschaften in die höchste Spielklasse in Wien gebracht, das Niveau zu halten wird von daher sicher schwer genug sein. Ich werde versuchen, Geld für die Trainer Harald Selak und Franz Korger zu lukrieren, das dann unserem Nachwuchs in Form von Trainingsstunden zu Gute kommen soll. Ein weiteres Ziel von uns muss sein, dass kein Spieler – weder jung noch alt – zum neuen Modesport Golf abwandert. Das ist für mich kein Sport, sondern reine Angeberei und Prestige. Das ist mir ein persönliches Anliegen, und wir müssen speziell bei den Senioren aufpassen.

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Wie wirst Du Deine Rolle als Obmann zum Beispiel im Tagesgeschäft der Meisterschaft anlegen. Wirst Du Dich beispielsweise in die Aufstellungen der Mannschaftsführer einmischen?

Die besten Teams aufzustellen ist sehr wichtig, aber mit Sicherheit die Aufgabe der Mannschaftsführer. Ich habe da vollstes Vertrauen in die nominierten Mannschaftsführer. Aber wir werden im Sommer sicherlich eine sportliche Zwischenbilanz ziehen die zeigen wird, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Dazu haben wir ja auch Claus Lippert als sportlichen Leiter engagiert, auf dessen Meinung ich größten Wert lege und die ich mir sehr genau anhören werde.

Auf eurer neuen, übrigens sehr gut gelungenen Internetseite gibt es ja auch den Link “Events”. Was kann man sich da für 2007 erwarten?

Sogenannte Events sind nicht unbedingt mein Ding. Alle diese gesellschaftlichen Aktivitäten muss ich persönlich nicht unbedingt haben. Ich sehe das veranstalten von Events aber auch nicht als Aufgabe die in den Bereich des Obmannes fällt. Es wird aber sicherlich die ein oder andere Veranstaltung geben, immerhin haben wir ja ein großes und gutes Team. Ich bin derzeit aber dafür, dass wir für ordentliche Plätze sorgen um den Mitgliedern mit Beginn der Freiluftsaison qualitativ perfekte Platz-Verhältnisse bieten zu können. Wir müssen uns in dieser Phase auf das Tennis konzentrieren und nicht auf irgendwelche Events.

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Was kann ein neues Mitglied oder ein noch unentschlossener Tennisfan also im neuen Tennisclub TC Top Serve erwarten?

Er wird auf der Tennisanlage in der Leberstraße und im neuen Verein eine freundschaftliche Atmosphäre vorfinden. Eine echte Sportskameradschaft also. Und es wird eine Solidarität unter den Spielern geben. Wir vom Vorstand werden auch bei privaten Schwierigkeiten Ansprechpartner sein, natürlich nur wenn es gewünscht wird. Für alle Spieler, aber vorallem für die Anfänger und jene mit niedrigerem Spiel-Niveau werden wir ein perfektes Umfeld schaffen. Es wird niemand von diesen Spielern sich ausgegrenzt fühlen, sondern sie werden immer irgendeinen Partner finden. Trotzdem sind natürlich Aktive aller Spielerstärken herzlich willkommen.

Was wird sich auf der Anlage tun. Man hat im Vorfeld im Vorstand ja zum Beispiel von einem neuen Centercourt auf den Plätzen 5 und 6 gesprochen?

Dieses Thema ist für mich adacta gelegt. Es wird keinen Centercourt geben. Wir haben jetzt ganz andere, viel wichtigere Dinge anzugehen. Wir können im ersten Jahr auch noch keine großen finanziellen Sprünge machen. Aber es wird einige Aus- und Verbeserungen geben. Der Zaun auf Platz 11 und am Centercourt muss wieder aufgebaut werden, weil mir die Verletzungsgefahr zu groß ist, und mir das ewige Ballholen auf den Nerv geht. Die Plätze müssen in Ordnung sein, das ist primär wichtig. Und es muss für Speiss und Trank in einer angenehmen Atmosphäre gesorgt sein.

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Ok Herbert. Dann bedanke ich mich im Namen aller Hobby-Tennis-Spieler für das Gespräch und habe noch eine letzte Frage an Dich. Wann geht die neue Saison los?

Am 13. April ist die Saisoneröffnung, die wir im Rahmen des April-Without-Top-Ten-Turniers machen werden.

Claus Lippert, 21. März 2007