Heinz Kahler überstahlt mit seinem Tour-Debüt den ersten Tag

beim März-Second-Series-Turnier

Teil 2 des “Turnier-Premieren-Triple-Packs” im Monat März. Wenige Tage nach dem erstmals ausgetragenen Without-Top-Ten-Bewerb und eine Woche vor dem ersten März-Grand-Prix steht am vorletzten Indoor-Weekend der Hallensaison das März-Second-Series-Turnier auf dem Programm. Und der Auftakt am Freitag Abend stand dann ganz im Zeichen eines bislang unbekannten Mannes. Heinz “Honzo” Kahler feierte einen traumhaften Einstand auf der Hobby-Tennis-Tour und gleich in seinem Premieren-Match einen überlegenen Kantersieg. Dazu kam ein weiterer souveräner Auftritt von Rumäniens Tennis-Clown George Panc und ein lang ersehnter Einzelsieg von Florian Suschitzky. Ein Bericht vom ersten Spieltag von C.L

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Mersich & Saroy glänzen wieder einmal durch Abwesenheit und sorgen für allgemeinen Unmut

Der Eröffnungsspieltag beim dritten Second-Series-Turnier der laufenden Saison stand aber auch im Zeichen von zwei Herren, die mit ihrem kurzfristigen Nichterscheinen für jede Menge Ärger beim Veranstalter gesorgt haben. Da war zunächst einmal Christian Mersich, der heuer bereits zum 2x knapp eine Stunde vor Spielbeginn mit einem “walk over” für allgemeinen Unmut sorgte. Opfer diesmal war Alexander Szele, der die abgesagte Night-Session gegen Mersich allerdings nicht so tragisch nahm. “Da kann ich mich wenigstens voll auf das Achtelfinale gegen Tatjana Aubram konzentrieren”. Der zweite einfach nicht in der Halle erschienene Übeltäter hieß Jaswinder Saroy. Der Inder blieb seinem Auftaktmatch gegen Helmut Gruna unentschudligt fern, übrigens bereits zum 2x in den letzten drei Turnieren, womit sich der asiatische Wiederholungstäter endgültig ins Tourabseits manövriert zu haben scheint. Auf telefonische Anfrage erklärte Saroy zunächst er habe den Termin total verschwitzt. Kurz darauf dementierte er seine erste Version und wollte plötzlich vom Veranstalter keine Mitteilung erhalten haben.

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Heinz “Honzo” Kahler mit Kantersieg und Traum-Debüt

Wie auch immer, die Saroy-Absage ebnete den Weg für einen sensationellen Tour-Einstand eines völlig unbekannten Mannes. Mit einem Traum-Debüt kam Heinz Kahler zu Tour-Ehren und beim ersten Antreten mit einem 6:0, 6:1 Kantersieg zu einem Platz im Achtelfinale. Der 37jährige betrat kurz vor 22 Uhr nach zwei “großen Zufällen” den Centercourt im Tennispoint für seine Premiere im Einzel auf der Hobby-Tennis-Tour. Vor einer Woche beim März-Without-Top-Ten lief “Honzo” wie er von seinen Freunden genannt wird, seinem ehemaligen Clubkollegen bei den Vienna Vikings Markus Schiller und damit auch der Hobby-Tennis-Tour über den Weg. Die Handynummern waren sofort ausgetauscht, und der erste Kahler-Auftritt bereits für das März-Super-4-Doppel an diesem Wochenende fixiert. An der Seite von Markus Schiller war der ehemalige American-Football-Spieler dann gestern Abend gerade beim Einschlagen für den Doppelauftritt gegen das Duo Berzengi-Meinhart, als Veranstalter Claus Lippert mit der Anfrage nach einem möglichen Start im Einzel in die Halle platzte. Eine kurze Phase des Überlegens, und schon stand Kahler mit einer Wild Card ausgestattet als Ersatzmann für Jaswinder Saroy fest. Und aus der Rolle des Saroy-Ersatzes wurde rasch eine triumphale Rolle des großes Siegers. Kahler deklassierte Helmut Gruna in nicht einmal 50 Minuten mit 6:0, 6:1 und fügte seinem Gegner dessen dritte Erstrundenniederlage in Serie zu. Mit einer soliden, hoch konzentrierten Darbietung verschaffte sich Kahler einen Einstand nach Maß und ein Ticket für das Achtelfinale gegen Florian Suschitzky. Danach stellte sich “Honzo” freudig seinem ersten Kurz-Interview auf der Tour. “Ich bin überrascht, immerhin war das Doppel davor ja klar verloren gegangen. Aber jetzt im Einzel habe ich viel besser gespielt. Ich war vor meinem ersten Antreten wirklich nervös. Im Einspielen mit Markus ist jeder Schlag noch leicht von der Hand gegangen, im Match sah alles dann ganz anders aus”, zog Kahler eine positive Debüt-Bilanz.

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“Ich hätte heute auch nicht gegen einen 3jährigen gewonnen”

So richtig ärgern kann sich mit dem Kahler-Sensations-Sieg hingegen Jaswinder Saroy. Der Inder verpasste gegen einen momentan völlig indisponierten Helmut Gruna nicht nur die große Chance auf einen Einzelsieg, sondern nach einem Blick auf den März-Second-Series-Raster auch die Möglichkeit eines wirklich guten Resultats. Im Achtelfinale gegen Suschitzky und in einem möglichen Viertelfinale gegen Saurugger oder Lachnit, da wäre für den asiatischen Dauer-Lächler in der Tat so manches möglich gewesen. Stattdessen kann Saroy das März-Second-Series-Turnier als absoluten Minusposten abschreiben, sowohl erfolgstechnisch als auch finanziell. Ähnlich wird auch das Resümee von Helmut Gruna ausfallen, der zwar am Platz stand, aber auch mit dem Motto “außer Spesen nichts gewesen” das März-Second-Series-Turnier in Erinnerung behalten wird. “Ich weiß nicht was los ist, und habe keine Ahnung was ich jetzt noch tun könnte. Es läuft einfach überhaupt nicht mehr. Ich hätte auch gegen Saroy heute keine Chance gehabt. Du hättest mir einen 3jährigen hinstellen können und ich wäre nicht als Sieger vom Platz gegangen”, glänzte Gruna bei einem “Vierterl Weißen” mit Galgenhumor.

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George Panc steht als erster Viertelfinalist beim März-Second-Series-Turnier fest

Bei seinem zweiten Turnierstart auf der Hobby-Tennis-Tour hat George Panc wie schon in der Vorwoche die Auftakthürde mit Bravour übersprungen. Diesmal blieb der gebürtige Rumäne gegen Rene Karlik in zwei Sätzen erfolgreich, was ihm als erstem Spieler einen Platz im Viertelfinale einbrachte. Der 48jährige diktierte das erste März-Second-Series-Achtelfinale gegen einen unsicher agierenden Oktober-Second-Series im Stile eines Sandplatzspielers, der ballsicher und konstant den Ball im Spiel hielt um auf die Fehler seines Gegners zu warten. Und die ließen dann auch nicht lange auf sich warten. Karlik bestätigte in dem knapp 90 Minuten dauernden Duell mit dem rumänischen Tour-Newcomer neuerlich seinen Ruf als “die große Unkonstante” im Circuit. An guten Tagen schlägt Rene weit höher eingeschätzte und höher platzierte Spieler im Ranking, an einem schlechten Tag, scheint der 22jährige gegen keinen Spieler der Tour vor einer möglichen Niederlage gefeit. Was allerdings nicht heißen soll, dass sein gestriger Gegner George Panc zu den schwachen Spielern der Tour zu zählen ist. Auch bei seinem zweiten Auftritt steht der Routinier im Viertelfinale, und der lockere Tennis-Entertainer bewies auch diesmal viel Gefühl für den Ball und zeigte wieviel man im Tennis erreichen kann, wenn man mit dem entsprechenden Spass an die Sache heran geht. “Ja, es hat wieder sehr viel Spass gemacht. Es war eine nette Partie und ein angenehmer Gegner. Ich musste nicht viel tun um hier zu gewinnen. Rene hat sehr viele Fehler gemacht. Er war ungeduldig, und so musste ich nur den Ball im Spiel halten”, erklärte der Sieger. Für Rene Karlik ging ausgerechnet beim 25. Turnierstart seiner Karriere wenig bis nichts. Gelegentliche “Hochglanzpunkte” ließen zwar das Potential des Oktober-Second-Series-Champions erahnen, doch während der Berg- und Talfahrt des 22jährigen im Verlauf der Partie ging es eben meistens doch bergab. “Ich bin einfach nicht konstant genug. Ich mache zu viele leichte Fehler. So kann man gegen einen Spieler wie Panc nicht gewinnen. Hätte mein Spiel so wie ich es mir vorgestellt hätte funktioniert, dann wäre ein Sieg durchaus möglich gewesen. Mal sehen was uns jetzt im Doppel am Sonntag gelingt”, verabschiedete sich Karlik.

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Suschitzky feiert gegen Zack-Junior den ersten Sieg seit fast vier Monaten

Eine große Erleichterung war auch bei Florian Suschitzky am Ende des ersten März-Second-Series-Spieltages zu spüren. Mit seinem ersten Einzelsieg seit 23. September des Vorjahres bekam “Flo” seinen formtechnischen Aufwärtstrend auch endlich einmal mit dem entsprechenden Resultat bestätigt. Der 6:1, 6:3 Erfolg über Daniel Zack in einem von vielen sehenswerten Rallyes geprägten Erstrunden-Duell stimmte den Sieger danach extrem glücklich. “Ich habe auch heute wieder sehr gut gespielt. Jetzt hat es Gott sei Dank auch einmal für einen Sieg gereicht. Es war aber gar nicht so leicht, weil Daniel sehr gut gespielt hat. Ich hoffe es geht jetzt so weiter”. Vor den Augen von Papa Günter musste sich dagegen Daniel Zack auch beim zweiten Einzel-Antreten auf der Tour geschlagen geben. Den Debüt-Auftritt im vergangenen November, wo Daniel gegen den kroatischen Tourspieler Daniel Zecevic mit 2:6, 0:6 ohne Chance war, konnte der Zack-Junior diesmal aber nicht nur ergebnistechnisch toppen. Beim 1:6, 3:6 gegen Suschitzky gefiel der 16jährige auch mit einer deutlichen spielerischen Steigerung. “Ihm fehlt noch das Gefühl für den Platz, und Daniel macht auch schlagtechnisch noch einiges falsch. Aber es waren viele schöne Ballwechsel dabei. Ich glaube doch, dass er Suschitzky durchaus hätte schlagen können”, lautete die Analyse des kritischen Papas. Und auch der Sohnemann selbst zeigte sich in seinem Rückblick auf das zweite Tour-Single seiner Karriere durchaus selbstkritisch. “Ich bin unzufrieden. Im ersten Satz habe ich zu viele Fehler gemacht, im zweiten Durchgang habe ich eh ganz gut gespielt”, meinte Daniel.

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Claus Lippert, 17. März 2007