Schneider feiert dritten Oktober-HTT-500-Titel nach 2013 und 2014

Philipp Schneider hat am Dienstag Abend sein Faible für das Oktober-HTT-500-Turnier erneut unter Beweis gestellt, und den mit 500 Punkten dotierten Hallenklassiker unter den Dächern des UTC La Ville zum bereits dritten Mal nach 2013 und 2014 gewonnen. Der Ranglisten-Vierte setzte sich im Endspiel der 25. Ausgabe des Oktober-HTT-500-Turniers gegen den jungen Rumänen Eric Tudor Adochitei Pandelea mit 1:6, 6:2, 6:1 durch, und beendete mit seinem insgesamt 16. HTT-Karriere-Turniersieg eine fast sechs Monate andauernde titellose Zeit. Mit dem dritten Saisontitel und ersten HTT-Erfolg seit seinem Triumph beim heurigen Mai-HTT-500-Turnier avancierte der 36jährige zudem nach Damian Roman, Bernd Brunner und Pavol Cabada zum vierten Spieler mit drei oder mehr gewonnenen HTT-Turnieren in dieser Saison. Nach dem in 1:23 Stunden Spielzeit errungenen Dreisatzerfolg über Rumäniens Nummer 2 baute Schneider außerdem seine gewaltige Siegesserie beim Oktober-HTT-500-Turnier weiter aus, und hält nun bei 12 gewonnenen Matches in Folge. Rumäniens Jungstar Eric Tudor Adochitei Pandelea muss hingegen nach einer semifinalen Gala-Vorstellung und einem phantastisch gespielten ersten Finalsatz gegen Schneider weiter auf seinen ersten HTT-Titelgewinn warten. Ein Bericht von C.L

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Philipp Schneider bringt sich mit 16. HTT-Karriere-Turniersieg in Stellung für die von 26. November bis 3. Dezember 2016 stattfindenden HTT-Tour-Finals

Philipp Schneider hat sich nach seinem dritten Erfolg beim Oktober-HTT-500-Turnier zum Auftakt der La-Ville-Indoor-Series 2016 zurück ins Gespräch für die am 26. November startenden HTT-Tour-Finals gebracht. Nach fast einem halben Jahr ohne Titelgewinn und dem andauernden Gerede über seine vermeintliche Grand-Slam-Schwäche, hat sich der 2fache Masterssieger just bei seiner Lieblings-Veranstaltung und bei seinem 50. Karriere-Turnierstart aus der Krise gespielt. Und dieser 16. HTT-Karriere-Erfolg war durchaus einer, mit dem Schneider eine große Freude verbindet, und der ihn berechtigter Weise mit Stolz erfüllt. Denn nach seinem klaren Auftaktsieg über den Qualifikanten Andreas Fuchs – zugleich der 140. Einzelsieg seiner beeindruckenden Laufbahn – und dem kampflos überstandenen Achtelfinale, musste der 36jährige Linkshänder hart kämpfen, um die namhafte und qualitativ hochwertige Konkurrenz in Gestalt der Herren Philipp Schlaffer und Alexander Schager aus dem Weg zu räumen, ehe das 21. Karriere-Finale fixiert war.

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Rabenschwarzer erster Durchgang von Philipp Schneider, der von seinem 16jährigen Gegner regelrecht vorgeführt wurde

Dort hatte es Schneider mit Rumäniens Supertalent Eric Tudor Adochitei Pandelea zu tun, der am Vorabend im Semifinale September-HTT-500-Gewinner Christoph Niedhart vernichtend schlug, und der auch schon zum Auftakt mit dem Dreisatzerfolg über Olympiasieger Martin Mayer ein kräftiges Ausrufezeichen setzte. Und bevor sich Philipp Schneider über das voll gemachte Dutzend an Oktober-HTT-500-Matcherfolgen freuen durfte, und mit dem dritten Oktober-HTT-500-Titel zum Rekordsieger dieser Veranstaltung avancierte, wurde er hautnah Zeuge jener Klasse, mit der Adochitei schon in Kürze den Topstars der HTT schwere Kopfschmerzen bereiten könnte. Der 16jährige diktierte das finale Duell der Generationen gegen seinen 20 Jahre älteren Widerpart nach Belieben, und ließ den Clubmeister vom TC Donaufeld ganz schlecht aussehen. Schneider hatte zwar gleich im Auftaktspiel ein Break zur 1:0 Führung klar gemacht, doch damit eher den Zorn des jugendlichen Power-Servers auf der anderen Seite des Platzes erregt. Adochitei machte in nur 20 Minuten sechs Games in Serie, und degradierte den 2fachen HTT-Masterssieger zu einem völlig chancenlosen Statisten. Zeitweise war der spätere Sieger quasi nicht existent, wie Mitte des ersten Satzes, als Adochitei 11 Punkte in Serie eroberte, und phasenweise sein Gegenüber mit erfolgreichem “Chip & Charge” vorführte. 2 direkt erzielte Punkte standen am Ende von Durchgang 1 unglaublichen 20 Eigenfehlern gegenüber, mit nur 22 Porzent an gewonnenen Punkten nach dem ersten Aufschlag, und gar nur 17 Prozent an Punkten nach dem zweiten Aufschlag, offenbarte Schneider auch massive Mängel beim Service.

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Adochitei bricht im Entscheidungssatz weg und verpasst so den 25. Turniersieg für Rumänien

Umso bemerkenswerter war dann das Comeback des in Diensten des UTC Waidhofen stehenden Niederösterreichers, der sich mit Beginn des zweiten Heats gewaltig steigerte, und zudem die Unerfahrenheit seines 16jährigen Gegenübers gnadenlos nützte. Schneider hatte wie schon im ersten Satz das Eröffnungs-Game gewonnen, und nachdem sich Adochitei mit zwei Doppelfehlern im folgenden Aufschlagspiel ungeschickt anstellte, zog Schneider gleich einmal auf 3:0 davon. Adochitei konnte in der Folge zwar sein Service zwei Mal halten, bei 2:5 und dem Versuch im Satz zu bleiben, patzte das Supertalent aus Rumänien aber nochmals, und ermöglichte Schneider mit dem zweiten Break den völlig verdienten Satzausgleich. Damit war der Widerstand Adochiteis gebrochen. Der unroutinierte 16jährige traf nicht einmal mehr den sprichwörtlichen Blumentopf, als er im alles entscheidenden dritten Satz des Oktober-HTT-500-Finales zu Werke ging. In nur 21 Minuten hatte der längst ganz solide spielende Schneider eine 5:0 Führung herausgeschossen, und Adochitei in ein tiefes Tal der Enttäuschung und Resignation befördert. Mehr als das Ehrengame zum 1:5 war dem 16jährigen nicht mehr gegönnt, während Schneider im Stile eines ganz großen HTT-Champions den Sack am Ende souverän zumachte, und um 20:39 Uhr den Rekordtitelgewinn beim Oktober-HTT-500-Turnier bejubeln durfte, während Adochitei den 25. Turniersieg Rumäniens verpasste.

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Oktober-HTT-500-Rekordsieger Philipp Schneider im Interview

Das 170. La-Ville-Hallenturnier und das 280. HTT-500-Turnier der Geschichte gewonnen, zeigte sich Philipp Schneider nach gewendetem Endspiel samt Rekordsieg höchst zufrieden: “Die Hobby-Tennis-Tour wird immer stärker, die Turniere sind jede Woche besser besetzt, und deshalb freut mich dieser Titel ganz besonders. Drei Siege gegen so starke Gegner wie Schlaffer, Schager und Adochitei in nur 24 Stunden hätte ich nicht für möglich gehalten. Im Endspiel war ich ehrlich gesagt schon ziemlich am Limit, dementsprechend kurios verlief dann auch dieses Match. Zu Beginn war Eric sicher zwei Klassen stärker als ich. Ich habe mich dann irgendwie und vorallem über meinen Aufschlag im Spiel gehalten, was doch sehr ungewöhnlich für mich ist”, analysierte der 3fache Oktober-HTT-500-Sieger, der für seinen 12:0 Siegeszug beim Oktober-HTT-500-Turnier folgende Erklärung parat hatte: “Das Turnier passt mir wohl vom Zeitpunkt her sehr gut, weil es nicht das erste Hallenturnier ist, und ich schon einen gewissen Rhythmus auf dem Teppichbelag habe”, strahlte Schneider, der sich nach 10 Jahren zu einem Racket-Wechsel entschied, und mit dieser Umstellung perfekt klar zu kommen scheint. Bleibt für den mit 16 Turniersiegen erfolgreichsten HTT-Spieler der vergangenen drei Jahre zum Abschluss noch ein statistischer Lichtblick. Immer wenn Schneider das Oktober-HTT-500-Turnier gewann, folgte Wochen später auch der Sieg bei den HTT-Tour-Finals! Wenn das kein gutes Omen ist!

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