Grabensteiner krönt 100. Karriere-Single mit Oktober-Challenger-Titel

WAT-Landstrasse-Altstar Thomas Grabensteiner hat am Dienstag Abend die 11. Auflage des Oktober-Challenger-Turniers im UTC La Ville zu seinen Gunsten entscheiden, und nach dem Heimerfolg beim Juni-Challenger in der Saison 2013 seinen zweiten HTT-Challenger-Karriere-Titel gewonnen. Der 44jährige Routinier deklassierte im Endspiel nach starker Leistung den an Nummer 1 gesetzten Oberösterreicher Hrost Kroiss nach einseitigem Spielverlauf und lediglich 55 Minuten Spielzeit mit 6:1, 6:2, und krönte mit diesem Erfolg auch seinen abendlichen Jubiläums-Auftritt mit dem exakt 100. HTT-Single-Match seiner Karriere. Als Lohn gab es 100 Ranglistenpunkte, die Grabensteiner bis knapp unter die Top 150 der HTT-Computer-Rangliste einziehen lassen, und vorallem das fix gelöste Ticket für die mit großer Spannung erwarteten HTT-Challenger-Finals die bereits in knapp mehr als zwei Wochen von 18. bis 22. November 2016 im UTC La Ville über die Bühne gehen werden. Ein Bericht von C.L

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Grabensteiner mit mühevollem Weg ins Endspiel des Oktober-Challengers

Rund 14 Tage vor dem wichtigsten Turnier der HTT-Challenger-Szene und dem Saisonfinale der HTT-Stars aus der zweiten Reihe, zeigte sich Thomas Grabensteiner also prächtig in Form und spätestens seit Dienstag Abend auch mit jenem Selbstvertrauen ausgestattet, mit dem man ein so prestigeträchtiges Event wie das Saisonabschluss-Turnier aller HTT-Challenger-Champions von 2016 gewinnen kann. Der 44jährige, der im August 2002 sein Debüt auf der Hobby-Tennis-Tour feierte, und der im Endspiel gegen Kroiss einen ungefährdeten Kantersieg landete, war während der Turniertage vor dem vierten Endspiel seiner Karriere am Altmannsdorfer Ast aber gar nicht so souverän unterwegs. Schon in Runde 1 verlangte ihm Jungstar Clemens Rattasits beim 6:2, 6:4 Erfolg alles ab, und auch im Viertelfinale gegen Kitzbühel-Challenger-Finalist Roland Krauk musste Grabensteiner über die volle Distanz von drei Sätzen gehen. Nimmt man es ganz genau, dann war der nunmehrige Oktober-Challenger-Champ im Semifinale gegen Christian Vollmann sogar schon ausgeschieden. Spätestens an diesem Punkt nimmt die Geschichte rund um den zweiten Grabensteiner-Erfolg auf der HTT auch eine kuriose Wende, denn just sein Finalgegner Horst Kroiss war es, der am Abend zuvor das Aus seines späteren Bezwingers vereitelte.

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1.600 Westautobahn-Kilometer abgespult, holte sich “Mentor Horst” seinen Bezwinger selbst ins Finale

Grabensteiner war gegen den an Nummer 2 gesetzten Christian Vollmann im dritten Satz des Semifinal-Schlagers aussichtslos mit 0:5 zurückgelegen, als sich Kroiss als “Coach & Mentor” ins Spiel brachte. Denn zunächst half der 46jährige Oberösterreicher “seinem Schützling” mit einer kurzfristigen Taktik-Änderung erfolgreich auf die Sprünge, ehe er bei 5:5 auch noch als “Vermittler” in Erscheinung trat. Denn nachdem sich Grabensteiner über den ein oder anderen Wutausbruch seines Gegners gestört fühlte, packte der 44jährige kurzerhand seine Rackets zusammen und war schon am Verlassen des Courts, als Kroiss die Wogen glättete, und die Finalisierung des Halbfinalkrachers zwischen Vollmann und Grabensteiner durchsetzte. So gesehen hatte sich Kroiss seinen eigenen Bezwinger damit selbst ins Endspiel gelotst, und sich die geplante finale Party bei seinem 30. HTT-Karriere-Turnierstart selbst verdorben. War der charismatische Oberösterreicher auf dem Weg in sein drittes HTT-Finale noch äußerst souverän durch die obere Tableau-Hälfte gedüst, war im Endspiel der Juni-Challenger-Champions von 2013 und 2015 der Tank beim 46jährigen leer. Bei gefahrenen 1.600 Kilometern in den vergangenen vier Tagen auch kein Wunder! Man kann die vollbrachte Leistung des Routiniers vom TC Union Leonding gar nicht hoch genug einschätzen und entsprechend würdigen, denn letztlich beruhen die Strapazen so eines Turnier-Wochenendes auf der HTT nicht nur auf den fünf “heißen” Matches gegen wirklich starke Konkurrenten und auf 1600 abgespulten Kilometern auf der Westautobahn. Zu berücksichtigen gilt es auch die Zeiten, an denen Kroiss des Nächtens auf seinen Touren von der HTT über die A1 düste, ehe er den heimatlichen Hafen erreichte. Am Montag nach dem Semifinale war er beispielsweise knapp nach 03:30 Uhr zurück in Oberösterreich, und damit letztlich für das Finale ganz klar im physischen Nachteil gegenüber seinem Endspiel-Kontrahenten.

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Grabensteiner deklassiert mit starker Vorstellung einen physisch angeschlagenen Gegner

Und der nützte – mit einer zugegeben starken Vorstellung – die Rahmenbedingungen des 108. Saisonfinales auf der HTT perfekt zu seinen Gunsten. Mit einem Blitzstart samt Break zum 3:0 machte Grabensteiner am Centercourt des UTC La Ville rasch deutlich, wer an diesem Abend des 1. November 2016 die Nachfolge von Ungarns Nr. 1 Andras Szele als Oktober-Challenger-Sieger antreten würde. Ein zweites Break zum 5:1 sorgte für die Entscheidung im ersten Satz, der nach nur 21 Minuten an Grabensteiner ging. Bei den Kroiss-Fans am Live-Ticker daheim in Oberösterreich kam einmal an diesem Abend kurz Hoffnung auf ein Wende auf, als ihrem Hero nach früh kassiertem Break zum 1:2 das Re-Break zum 2:2 gelang. Doch Kroiss hatte in seinem 68. HTT-Karriere-Single nicht die nötige körperliche und geistige Frische, um Grabensteiner im 11. Endspiel der Oktober-Challenger-Geschichte beizukommen und seinen 40. HTT-Einzelsieg zu landen . Schwere und müde Beine sorgten immer wieder dafür, dass dem sonst so konstant und sicher spielenden Juni-Challenger-Champion von 2015 ungewohnt viele Fehler an der Grundlinie unterliefen, während sein Gegner mit einer abwechslungsreichen Mischung aus solidem Grundlinien-Tennis und immer wieder eingestreuten Netzangriffen die letzten vier Games dieses Finales in kurzweiligen 17 Minuten für sich entschied, und am Ende in “nur” 55 Minuten den zweiten HTT-Challenger-Titel seiner Karriere bejubeln durfte.

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