HTT-US-Open-Sieger Jovanovic triumphiert in der Wiener Stadthalle

Der serbische Jungstar Gabriel Jovanovic hat erstmals die HTT-Erste Bank Open 500 gewonnen! Der 18jährige HTT-US-Open-Champion feierte am Montag vergangener Woche am B-Court der Wiener Stadthalle einen mühsam errungenen 6:3, 3:6, 10:4 Finalsieg gegen Überraschungsmann Stefan Grubmüller, und baute seine makellose Saisonbilanz auf 10:0 Siege aus. Für Jovanovic war es nach dem Triumph bei den HTT-US-Open der zweite große Titelgewinn in Serie, während es für Stefan Grubmüller in seinem siebenten HTT-Karriere-Finale die bereits sechste Niederlage setzte. An einem insgesamt sehr enttäuschend verlaufenden Finaltag blieb im Anschluss an den Jovanovic-Triumph dann auch noch Florian Harca im Endspiel des HTT-Erste-Bank Open-Challenger-Turniers siegreich. Der 13jährige gewann ein auf einen langen Satz ausgetragenes Finalmatch gegen Philipp Baumgartner und avancierte zum dritten HTT-Erste Bank Open Teenager-Champion in Folge. Ein Bericht von C.L

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Erste Bank Open sorgten wieder einmal für einzigartiges Flair

Ein 500er-Finale – noch dazu so prestigeträchtig wie jenes in der Wiener Stadthalle – mit einer Match-Tie-Break-Entscheidung, ein Challenger-Endspiel auf einen langen Satz, gemixt mit eher bescheidenem spielerischen Niveau, der nicht einmal mehr mit Spannung erwartete Finalabend der dritten HTT-Erste Bank Open 500 Auflage avancierte zu einem wahren Trauerspiel. Dabei war einmal mehr alles angerichtet für einen Tenniserlebnis-Abend der ganz speziellen Art. Es ist einfach eine einzigartige Möglichkeit für Damian Roman & Co, so nahe und so realistisch wie sonst nirgendwo das Flair der großen und glitzernden ATP-Welt zu erleben. Dank Silke Hrbek, Beate Roman, Astrid Lörincz und dem Erste Bank Open Organisationsteam fanden sich Gabriel Jovanovic, Stefan Grubmüller, Florian Harca und Philipp Baumgartner zum dritten Mal en suite in einer eigentlich für jeden Hobbyspieler höchst surrealen Situation wieder. Jene Ballkinder die auch Andy Murray und Dominic Thiem mit Bällen und reichenden Handtüchern am Centercourt zur Seite standen, waren genauso aufmarschiert wie Linien- und Schiedsrichter, die für einen reibungslosen fairen Ablauf und ein insgesamt geniales Ambiente sorgten.

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Finalisten produzieren zusammen 89 unerzwungene Fehler und sorgen so für einen eher mäßigen Finalabend in der Wiener Stadthalle

Die beiden Finalisten im 500er-Bewerb der HTT-Erste Bank Open 2016 hatten allerdings nicht ihren besten Tag und konnten ihrerseits nur wenig zu einem rauschenden Tennisfest beitragen. Ok, die Nervosität die vor so einem großen Spiel mit einzigartigem Rahmen herrscht, sei den beiden Protagonisten zugestanden. Doch selbst als sich das Lampenfieber gelegt hatte, konnten Jovanovic und Grubmüller in der Neuauflage des heurigen HTT-US-Open-Semifinales nicht begeistern. Im Gegenteil: Alleine in den beiden ersten statistisch erfassten Sätzen, produzierten die beiden Finalisten zusammen 89 Fehler, die gepaart mit unendlich langen Games beinahe unerträglich anzusehen waren. Jovanovic nach jeder Satzpause “kotzen”, Grubmüller scheinbar schon mit dem Finaleinzug glücklich, entwickelte sich just im 1.060 Endspiel der HTT-Geschichte nicht jener glanzvoller Schlussakt, den man sich für solch ein Turnier gewünscht hätte. “Seis drum”: Jovanovic holte am Ende in einem ins Bild passenden Match-Tie-Break den zweiten Titel seiner HTT-Karriere, 500 Punkte für das Ranking und zog damit erstmals in die Top Ten der HTT ein. “Ich freue mich sehr über den Titel hier in der Stadthalle, vorallem weil es mir heute im Endspiel nicht sehr gut gegangen ist. Ich hatte Probleme mit den Temperaturen und der stickigen Luft in der Halle, und so musste ich mich nach jedem Satz am WC erleichtern”, so der Sieger, der sich auch über die Rahmenbedingungen in der Stadthalle schwer beeindruckt zeigte. “Ballkinder zu haben ist eine tolle Sache, an die man sich gewöhnen könnte. Ungalublich was hier für uns Spieler organisiert wurde. Das ist – obwohl nur eine Hobby-Tennis-Tour – viel besser organisiert als jedes ÖTV-Turnier, teilweise sogar als manch internationales Turnier”, lobte der neue HTT-Erste Bank Open-Sieger. “Es war eine interessante Partie die extrem viel Spaß gemacht hat. Ich war heute einfach nicht so spritzig und habe mich auch nicht so gut wie sonst bewegt. Ich habe die Müdigkeit aufgrund des tollen Rahmens gar nicht so gespürt, aber mir fehlte wie schon gesagt einfach die Spritzigkeit für so ein Spiel. Er ist sicher über die lange Distanz der bessere Spieler, und von daher geht sein Sieg auch voll in Ordnung”, gratulierte der unterlegene Finalist artig.

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Florian Harca holt Erste Bank Open Challenger-Titel gegen Philipp Baumgartner und sorgt für dritten Teenager-Triumph in Serie

Im Anschluss an den Jovanovic-Triumph ging im Endspiel des HTT-Erste Bank Open Challenger-Turniers die Siegesserie der französischen HTT-Jungstars zu Ende. Nach den Erfolgen der Tricolore-Juniors Nils Klermund und Noah Deron in den beiden vergangenen Jahren, gab es diesmal den ersten rot-weiss-roten Challenger-Erfolg der HTT-Erste Bank Open-Geschichte. Mit Florian Harca setzte es allerdings den nächsten und mittlerweile bereits dritten Teeanger-Erfolg auf Challenger-Ebene. Der 13jährige Jungstar spielte ein großartiges HTT-Erste Bank-Open-Turnier, und krönte seinen imposanten Erfolgslauf durch den 64er-Single-Raster mit einem Finalerfolg über Philipp Baumgartner. Auf seinen sechs Etappen zum größten Erfolg seines noch jungen Karriere, musste Harca nur einmal und zwar im Viertelfinale gegen Sascha Rybak über die volle Distanz von drei Sätzen gehen. Ansonsten dominierte der Jungstar vom City & Country Club das prestigeträchtigste Challenger-Turnier des Jahres nach Belieben, und holte höchst verdient als 381. Spieler der Open Ära einen Titel auf der HTT. Neben dem erstmaligen Sprung unter die Top 400, löste Harca damit auch ein Ticket für die von 18. bis 22. November 2016 im UTC La Ville stattfindenden HTT-Challenger-Tour-Finals.

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