Damian Roman zurück in alter Stärke und dicht vor “seinem” Rekord

Branchen-Primus Damian Roman scheint zurück in alter Stärke zu sein! Mit dem ersten Titelgewinn seit HTT-Wimbledon Anfang Juli und seinem insgesamt fünften Saison-Turniersieg beim vorletzten HTT-Masters-1000-Event, demonstrierte der 34jährige aus Negresti Oas seine bereits im ersten Halbjahr zur Schau gestellte Dominanz, und beendete mit einer souveränen Vorstellung in seinem 20. HTT-Karriere-Finale am Dienstag Abend ein großartig gespieltes 14. Saisonturnier. Mit dem Triumph bei der 8. Auflage des September-Masters-Series-1000-Turniers präsentierte sich die HTT-Nr. 1 wenige Tage vor Beginn der HTT-Erste Bank Open 500 auch mehr als gut gerüstet für eine erfolgreiche Titelverteidigung beim Indoor-Saisonhighlight in der Wiener Stadthalle. Auf dem Weg zu seinem insgesamt 14. HTT-Karriere-Erfolg konnte Damian Roman auch nicht vom serbischen Ranglisten-Zweiten Vladimir Vukicevic gestoppt werden, der nach 1:34 Stunden Spielzeit mit 3:6, 3:6 die dritte Niederlage in Serie gegen seinen “buddy” akzeptieren musste, und nach der insgesamt sechsten Pleite im achten direkten Duell mit dem Ranglisten-Leader weiter auf seinen ersten Turniersieg seit April dieses Jahres und den insgesamt siebenten HTT-Masters-Series-1000-Titel warten muss. Ein Bericht von C.L

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Vukicevic mit Traumstart, danach aber zu unkonstant für möglichen siebenten HTT-Masters-Series-1000-Karriere-Titel

Der 5fache HTT-Grand-Slam-Champion Damian Roman hat sein sportliches Sommertief endgültig überwunden, sich am Dienstag Abend in einer phasenweise hochklassigen Night Session am Centercourt des UTC La Ville die dritte HTT-Masters-Series-1000-Trophäe seiner Laufbahn gesichert, und sich gleichzeitig bei Endspielgegner Vladimir Vukicevic für die Finalniederlage beim September-Masters-Series-1000-Turnier von vor zwei Jahren in eindrucksvoller Art und Weise revanchiert. Der 34jährige war nach anfänglichen Startschwierigkeiten in seinem neunten HTT-Saisonfinale und im insgesamt fünfundzwanzigsten rein internationalen Endspiel der HTT-Open Ära der dominierende Mann auf dem Platz, und entschied letztlich das vierte Saisonduell mit seinem ersten Ranglisten-Verfolger deutlich in zwei Sätzen für sich. Lediglich zu Beginn hatte der 3fache HTT-US-Open-Sieger seine Mühe mit einem überragend los legenden Vukicevic, der sich mit seiner vierten Break-Möglichkeit und einem Return-Hammer das erste Break sicherte und in einem glänzend gespielten Aufschlagspiel gleich darauf mit 3:1 absetzen konnte. Doch das war es dann mit der Herrlichkeit im Spiel des HTT-Rasenkönigs aus Serbien, der in der Folge viel zu unkonstant und vorallem ohne erkennbaren Plan durch die Gegend lief. Das hatte zur Folge, dass sich der 11fache HTT-Titelträger aus Sombor nur 41 Minuten später und nach acht in Folge verlorenen Games mit einem eher aussichtslosen 3:6, 0:3 Rückstand konfrontiert sah, und aus dieser Miesere in seinem bereits 11. HTT-Masters-Series-1000-Karriere-Finale nicht mehr herausfand.

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“Ich bin gekommen um zu spielen, aber scheinbar nicht um zu siegen” – Vladimir Vukicevic verpasst Sprung auf Platz 3 der ewigen Bestenliste aller HTT-Masters-Series-1000-Champions

Doch in einer insgesamt acht Aufschlagverluste umfassenden Break-Orgie des zweiten Satzes, streute der 2fache HTT-Wimbledonsieger bei seinen Aufschlagspielen genauso extrem, wie bei seinen Schlägen von der Grundlinie. Insgesamt produzierte der 35jährige Serbe inakzeptable 45 sogenannte unforced errors, und handelte sich damit die bereits dritte HTT-Finalniederlage in Serie ein. Insgesamt wartet Vukicevic damit seit April dieses Jahres und seit sechs “mehr oder weniger” erfolglosen Turnieren auf einen Titelgewinn. Zudem verpasste der September-Masters-Series-1000-Champ von 2014 die Chance, sich mit seinem siebenten HTT-Masters-1000-Karriere-Erfolg in der ewigen Bestenliste der zweithöchsten HTT-Turnierkategorie auf Platz 3 und damit auf eine Stufe mit Andreas Harbarth (7 HTT-1000-Turniersiege) zu schieben. “Eigentlich bin ich voll enttäuscht von meiner Leistung heute. Ich bin derzeit offensichtlich nicht konstant genug. Ich kann mich aktuell auch selber nicht auf dem Platz einschätzen. Jeder Tag ist anders, und heute hat es überhaupt nicht geklappt. Die Enttäuschung ist groß. Das war viel zu einfach für Roman heute. Ich habe ihm viel geschenkt. Ich wollte das nicht, aber es ist eben passiert. Das war heute nicht gut genug. Das muss man so klar sagen”, äußerte sich Vukicevic in einer ersten Reaktion nach verpasstem dritten Turniersieg in diesem Jahr. “Ich war mental heute nicht bereit, um mich bis zum Ende des Matches an meine Grenzen zu pushen. Ich bin heute zum Finale gekommen um zu spielen, aber scheinbar nicht um zu gewinnen. Ich war auch zu ungeduldig in meinem Spiel. Damian hat taktisch klug gespielt, während ich planlos war. Darum erklärt sich auch die Niederlage relativ leicht”, so der serbische Ausnahmekönner, der dann auch noch nach den Ursachen suchte, warum es seit April mit keinem Turniersieg mehr klappte. “Die Gegner sind immer gut im Finale, aber ich habe zuletzt auch keine Topleistungen in den Endspielen gebracht. Ich setzte mich auch irgendwie zu sehr unter Druck in den Finalspielen. Ich kämpfe zur Zeit in erster Linie gegen mich selber und dann erst gegen meine Gegner. Ich muss mich erst selber besiegen, dann werde ich auch wieder große Titel holen. Mein letzter Turniersieg ist tatsächlich schon lange her, das muss ich zugeben. Hoffentlich klappt es bald wieder”, verabschiedete sich ein hoffnungsvoller Ranglisten-Zweiter.

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Damian Roman scheint sommerliches Tief überwunden zu haben

Scheinbar keinerlei Druck verspürt hingegen der frischgebackene September-Masters-Series-1000-Sieger, der nach einem sportlichen und mentalen Tief während der vergangenen Sommermonate, mit neuer Energie und der nötigen Lockerheit eines Saison-Dominators zu neuen Ufern und Zielen aufgebrochen ist. Nach seinem Super-Major-Sommer mit den Titelgewinnen bei den HTT-French-Open und im HTT-Wimbledon samt umfassbarem Ranking-Punkterekord, stürzte der HTT-Branchen-Primus danach in ein nicht unübliches Loch. Mental ausgelaugt, körperlich müde, womöglich weitere Ziele aus den Augen verloren, stolperte der rumänische Ranglisten-Erste mehr schlecht als recht durch den HTT-Circuit. In Kitzbühel gab es die bittere Finalniederlage gegen Martin Zehetner trotz 5:3 Führung im Entscheidungssatz, dann setzte er sich selbst mit einem missglückten Interview bei der OTC-Open-Pressekonfernz der Kritik einer breiten HTT-Öffentlichkeit zum Thema ITN aus, die als Titelverteidiger mit dem viertelfinalen Debakel bei den HTT-Open gegen Florian Brunner ihren Höhepunkt fand. Danach musste Roman als 3facher Titelträger bereits im Achtelfinale der HTT-US-Open seine Ambitionen auf einen neuerlichen Major-Triumph begraben, und auch im verlorenen Endspiel des September-HTT-500-Turniers “auf Donaufeld” gegen Christoph Niedhart machte der HTT-Branchen-Beste keine glückliche Figur. Doch Roman ordnete sich neu, richtete den Blick auf die HTT in neue spannende Richtungen, und setzte sich mit dem Wissen und Gefühl einer bereits glänzend gespielten Saison komplett neue Ziele.

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Damian Roman mit Saisoneinzelsieg Nr. 47 auf einer Stufe mit Franz Mayrhuber

Der 34jährige ist mittlerweile nicht mehr “nur” auf der Jagd nach Titeln und Trophäen, sondern vorallem ambitioniert unterwegs, diverse Rekorde der 26jährigen HTT-Geschichte in seinen Besitz zu bringen. Aktuelles Projekt des rumänischen HTT-Superstars ist der Uralt-Rekord für die meisten gewonnenen Single-Matches in einem Kalenderjahr, und da machte Roman am vergangenen September-Masters-Series-1000-Wochenende einen riesigen Schritt in Richtung Rekord. Denn mit seinen Erfolgen über den slowakischen HTT-250er-Dominator Pavol Cabada, gegen Jungstar Adrian Vorhemus, über den superstarken Tour-Newcomer Bernd Steiner und den Ranglisten-Dritten Christoph Beutler sowie dem Finalerfolg über Vladimir Vukicevic, schraubte Roman seine Saisonbilanz auf 47 Einzelsiege. Damit rangiert der Ranglisten-Erste in der ewigen Bestenliste auf Position Nr. 4 und stellte den von Franz Mayrhuber im Jahr 2012 erreichten Wert mit ebenfalls 47 Saisoneinzelsiegen ein. Zwei Siege fehlen noch zur Rekordeinstellung, und drei Erfolge um alleiniger Rekordhalter und der erste Spieler der Geschichte mit 50 Siegen in einem Kalenderjahr zu sein. So nebenbei schob sich Roman mit seinem 14. HTT-Karriere-Titel in der ewigen Bestenliste auf Platz Nr. 9 vor. Nur mehr ein Titel fehlt da zu den ex aequo auf Platz 7 gelisteten Patrick Schwing und Philipp Schneider, die es bisher auf 15 Turniersiege brachten. Und zum Drüberstreuen wird Damian Roman in der neuesten Ausgabe der HTT-Entry-List auch wieder die magische 10.000 Punkte Marke übertreffen.

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“Rekord mit 50 Siegen in einem Jahr wäre mir mehr wert als irgendein weiterer Titel”

“Ja das war ein sehr toller Sieg heute, und vorallem ein sehr gutes Turnier insgesamt. Als ich den Raster sah, habe ich mit zwei Siegen und dem Ausscheiden in Runde 3 gerechnet. Zum Glück war es nicht so. Ich habe mich reingekämpft und dann im Semifinale und Finale habe ich richtig solide gespielt. Daher bin ich mit mir selber sehr zufrieden. Von der Fitness bin ich zwar nicht dort wo ich gerne sein würde, und daher habe ich mir für den Rest der Saison auch nicht irgendwelche Titelgewinne vorgenommen, sondern einfach zu spielen und wenn möglich den Rekord für die meisten Siege in einem Jahr einzustellen. 50 Matches in einem Jahr zu gewinnen wäre was besonderes in mehr als 25 Jahren HTT-Geschichte und mir viel mehr wert als noch irgendein Titel”, so Roman, der dementsprechend locker auch die Titelverteidigung bei den HTT-Erste Bank Open 500 in Angriff nehmen wird. “Ich hatte schon das Glück sowohl im Stadion in Kitzbühel als auch im Finale der Stadthalle bei den HTT-Erste Bank Open zu stehen und zu spielen, und ich würde es echt auch den anderen Spielern gönnen, dieses Erlebnis auskosten zu dürfen. Von daher habe ich keine großen Erwartungen in das kommende Turnier. Ich werde natürlich wie immer mein Bestes geben, aber wie gesagt, dieses Erlebnis würde ich auch den anderen Spielern einmal sehr gönnen”.