Niedhart feiert Traum-Debüt auf der Hobby-Tennis-Tour

Tour-Newcomer Christoph Niedhart ist am drittletzten Outdoor-Weekend der heurigen HTT-Saison mit einem imposanten Debüt im Circuit vorstellig geworden. Der 32jährige vom Heeres TC rang am frühen Donnerstag Nachmittag zum Abschuss der Donaufelder Turniertage im Endspiel des 23. September-HTT-500-Turniers den rumänischen Ranglisten-Ersten Damian Roman in 1:34 Stunden Spielzeit mit 3:6, 6:3, 6:0 nieder, und feierte als ingesamt 379. Siegergesicht der HTT-Open-Ära seinen viel umjubelten Premieren-Titel. Der Sieg beim 550. Sandplatz-Turnier der HTT-Geschichte soll für Niedhart der Startschuss zu einem heißen und erfolgreichen Tennisherbst gewesen sein, der am Ende mit der Teilnahme am Saisonfinale der Top 8 im UTC La Ville seine Krönung finden soll. Für den 4fachen Saisonsieger Damian Roman setzte es hingegen die 20. Niederlage seiner HTT-Karriere, die im aktuell erschienen HTT-Entry-Ranking aber keinerlei Auswirkungen nach sich zieht. Ein Bericht von C.L

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Niedhart pulverisiert in seinem Debüt-Match den fast 10 Jahre alten Rekord für das schnellste HTT-Single der Geschichte und sprintet mit einem “golden set” ins Achtelfinale

Die arrivierten Topstars der so breit wie noch nie aufgestellten Hobby-Tennis-Tour haben am letzten September-Wochenende des Jahres 2016 Konkurrenz bekommen. Ein neuer und richtig spielstarker Akteur ist in der Stadt, und machte den Assen von Österreichs größter Breitensport-Tennis-Serie bei der 23. Auflage des September-HTT-500-Turniers “auf Donaufeld” gleich bei seinem Premieren-Auftritt das Leben schwer. Christoph Niedharts Debüt auf der HTT hatte vom Erstrunden-Auftritt des 32jährigen bis zu seiner glanzvollen Finaldarbietung jede Menge Highlights zu bieten. Im zur Exhibition ausartenden Auftaktspiel gegen den indischen Future-Tour-Spieler Michael Kenn sorgte der “Neue” für einen unterhaltsamen Samstag Nachmittag am Centercout des TC Donaufeld, den er mit einem “doppelten Rekord” veredelte. In nur 24 Minuten hatte er Kenn nicht nur eine Doppel-Null angehängt, sondern auch die über neuneinhalb Jahren alte Bestmarke für das schnellste Match der HTT-Geschichte ausgelöscht und um weitere 4 Minuten verbessert. Im April 2007 hatte Andreas Harbarth im Endspiel des März-Masters-Series-1000-Turniers den Sensationsfinalisten Heinz Kahler in 28 Minuten mit 6:0, 6:0 abgefertigt, und bis zum vergangenen Samstag den Rekord für das kürzeste HTT-Match aller Zeiten gehalten. Niedhart pulverisierte aber nicht nur den alten Bestwert, sondern krönte seinen Sprintsieg auch noch mit dem ersten “golden set” überhaupt. Ohne Punktverlust hatte der 32jährige sein überfordertes Gegenüber im ersten Satz mit 24:0 Punkten abgefertigt.

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Niedhart ab dem Viertelfinale voll gefordert

Nach einem glatten Achtelfinal-Erfolg über den lange Zeit verletzten Oberösterreicher Paul Ganglberger, wurde es mit dem Viertelfinal-Treffen gegen den Ranglisten-Dritten Christoph Beutler dann aber erstmals ernst. Nach einem sehenswerten Duell mit dem an Nummer 2 gesetzten Marswiese-Star setzte sich Niedhart mit 7:5, 7:6 durch, ehe er im Semifinale all sein Können und die letzten Kräfte mobilisieren musste, um in einem grandiosen und hochklassigen Schlagabtausch gegen den comebackenden HTT-Olympiasieger von 2014 Martin Mayer mit 6:4, 3:6, 7:5 die Oberhand zu behalten. Im Endspiel des 98. Saisonturniers bei für Ende September ungewöhnlichen 28 Grad, musste Niedhart neuerlich über die volle Distanz gehen, und dabei niemand Geringeren als die aktuelle Nummer 1 der HTT und den amtierenden HTT-French-Open und HTT-Wimbledon-Champion Damian Roman ausschalten. Was gar nicht so einfach war, zumal der HTT-Saisondominator aus Negresti Oas im ersten Durchgang abartig stark servierte, und Niedhart am Return nicht den Funken einer Chance ließ.

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Roman mit sensationeller Serviceleistung im ersten Satz, ehe sein Körper streikte

Nur ganze vier Punkte gab der HTT-Branchen-Primus im ersten Satz bei eigenem Aufschlag ab, glänzte dabei mit phantastischen Service-Quoten und ließ Niedhart beim Return ziemlich schlecht aussehen. Selber genügte dem 34jährigen ein Break zum 4:2, um in seinem 19. HTT-Karriere-Finale die Weichen in Richtung Saisontitel Nr. 5 zu stellen. Um diesen Erfolg aber letztlich zu realisieren, fehlten Roman am gestrigen Donnerstag Nachmittag bei spätsommerlichen Verhältnissen am Centercourt des TC Donaufeld zwei grundlegende Dinge. Einerseits fehlt dem 13fachen Titelträger aktuell die Matchpraxis und jener geniale Rhythmus, mit dem er im ersten Halbfjahr die Gegnerschaft dominierte. Und andererseits scheint sich der Ranglisten-Leader körperlich nicht auf jenem Level zu befinden, auf dem man sein muss, um große Titel auf der HTT erringen zu können. Und der müde – von mittlerweile bereits 51 Matches in 13 gespielten Saisonturnieren geschundene – Körper machte nach einer Stunde Spielzeit nicht mehr, während Niedhart so richtig auf Touren kam. Der 32jährige feuerte alleine im zweiten Durchgang 21 Winner ab, während sich Roman mit seinem allerersten von später insgesamt einem halben Dutzend an Doppelfehlern das frühe Break zum 0:2 einhandelte. Danach entpuppte sich Roman bei acht ausgelassenen Break-Möglichkeiten als klassischer Chancentod, während Niedhart mit vier Breaks bei fünf Gelegenheiten höchste Effizienz an den Tag legte.

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Entscheidungssatz wird zur Demontage der HTT-Nr. 1

Der entscheidende dritte Satz wurde dann zur Demontage der Nummer 1, denn Niedhart zog in 24 Minuten eine Solo-Show am sonnigen Centercourt ab und fügte dem HTT-Saisondominator dessen zwanzigste HTT-Karriere-Single-Niederlage zu. “Ich freue mich sehr, dass ich endlich einmal auf der Hobby-Tennis-Tour mitgespielt habe, und wider erwarten auch gleich mein erstes Turnier gewonnen zu haben. Ich habe im Vorfeld auf einige gute Matches gehofft, das es jetzt gleich zum Titel gereicht hat, verwundert mich doch ein bißchen. Ein wenig Glück war sicher auch dabei, denn die Gegner ab dem Viertelfinale waren allesamt auf Augenhöhe”, betonte der Sieger, der auch noch Ambitionen in Richtung HTT-Tour-Finals zeigt. “Zum Thema Masters: Naja ich bin momentan schon sehr motiviert im Spätherbst dieser Saison, und möchte noch einige Turniere spielen. Ich werde jetzt so nebenbei auch laufen gehen und mich vorbereiten. Dann werde ich versuchen, mich in den nächsten Turnieren noch für das Masters zu qualifizieren. Es liegen ja noch ca. 3000 Punkte bereit. Ich werde alles probieren”, so der frischgebackene September-HTT-500-Champion, der am Ende auch noch zu einer kurzen Final-Analyse ansetzte: “Der Daman hat im ersten Satz sehr sehr gut gespielt, und ich war immer hinten nach. Im zweiten Satz war es richtig eng, und gleich das erste Game ist glücklich aus meiner Sicht verlaufen. Am Schluss ist der Damian sehr fehleranfällig geworden, während ich zusehends sicherer wurde”, befand Niedhart, der sich mit seinem Premieren-Titel im HTT-Entry-Ranking von 0 auf Platz 73 katapultierte.

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