2. OTC-Open-Titel für Oberösterreichs Jungstar Florian Brunner

Der Sieger der mit 1000 Euro dotierten OTC Open heißt zum zweiten Mal nach 2014 Florian Brunner. Der 19jährige Oberösterreicher feierte am Mittwoch bei seinem Lieblingsturnier einen in 1:45 Stunden Spielzeit mühsam errungenen 6:4, 7:6 Finalerfolg gegen den debütierenden Lokalmatador Michael Steiner, und avancierte damit auch zum Rekordsieger der prestigeträchtigen Veranstaltung am Jennerplatz hoch über Wien. Sein letztlich mehr als verdienter Triumph beim Juli-Masters-Series-1000-Turnier brachte dem Jungstar von Union Buchkirchen neben 1000 Ranglisten-Punkten, 300 Euro Preisgeld, einer Flasche Champagner und zwei Gramm Gold vorallem jede Menge Renommee bei der sich verbeugenden Konkurrenz ein. Brunner ist erst der 47. Spieler der Open Era mit einem Titel auf Masters-Series-1000-Ebene, und im brandneuen HTT-Ranking wieder zu den Top 30 zählend. Ein Bericht von C.L

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Statistisches Kuriosum am Rande: Verlierer Michael Steiner holt im Endspiel der OTC Open insgesamt zwei Punkte mehr als Champion Florian Brunner

Tennis ist schon ein verrückter Sport, und die Zählweise im von uns allen so geliebten “weißen Sport” kann schon mal für die ein oder andere Kuriosität sorgen. So wie am frühen Mittwoch Nachmittag im Endspiel der OTC Open, als der letztlich unterlegene Michael Steiner nach 105 gespielten Minuten und exakt 160 ausgetragenen Ballwechseln trotz 81:79 ausgewiesenen Punkten mit leeren Händen am Centercourt seines Heimvereins zur Siegerehrung gebeten wurde. 2 Punkte mehr als der frischgebackene OTC-Open-Champion erobert, das war am Ende ein schwacher Trost für den tapfer kämpfenden und phasenweise großartig spielenden Lokal-Hero vom OTC. In jedem Fall war Steiner aber dafür mitverantwortlich, dass dem in den beiden Tagen zuvor etwas die Luft ausgegangenen Event im noblen Hietzing, ein grandioses Finish beschert war. Ein paar Augenblicke zuvor – unmittelbar nach verwandeltem Matchball – hätte man beim Blick auf die beiden Protagonisten am Centercourt auch nicht erahnen können, wer denn nun tatsächlich den Titel beim fünften HTT-Masters-1000-Saisonturnier gewonnen hatte. Zurückhaltend ohne großer Gestik, introvertiert ja beinahe schüchtern, so schritt der neue OTC-Champion in Richtung Shakehands. Genauso eben wie es sein Naturell zu sein scheint. Stets freundlich, äußerst bodenständig, einfach ein richtig symphatischer Kerl aus Buchkirchen im Hausruckviertel, der so nebenbei auch noch verdammt gut Tennis spielen kann. Und das demonstriert er beinahe alljährlich bei seinem Lieblingsturnier den OTC Open, wo er mit 12 Siegen aus 13 Matches die beste OTC-Open-Bilanz aller Hobby-Tennis-Tour-Spieler vorweisen kann.

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Steiner mit dem besseren Start, Brunner mit dem erfolgreicheren Ende in Durchgang 1

Das Dutzend an OTC-Open-Einzelsiegen machte “Flo” in einem Endspiel voll, das zum grandiosen Abschluss eines eigentlich perfekten Turnierwochenendes ausgerufen war. “Eigentlich”, weil die HTT-Stars an den beiden Tagen zuvor mit Spitzentennis “geizten”, doch insgesamt konnten die beiden eher matten Viertel- und Semifinaltage den Eindruck einer abermals genialen Veranstaltung in einem einzigartigen Ambiente nicht trüben. Und auch für den Finaltag war letztlich alles angerichtet für ein großes “finale furioso”. Blauer Himmel und sommerliche Temperaturen, dazu der Lieblingsspieler des Hauptsonsors im Finale und nachdem sich mit Michael Steiner auch noch ein Lokalmatador ins Endspiel vorgekämpft hatte, war die Anlage am Jennerplatz trotz der frühen Beginnzeit gut besucht. Und das Publikum bekam dann auch ein wirklich gutes – wenn auch kein überragendes – Match zu sehen, in dem zunächst der Lokalhero besser in die Gänge kam. Steiner hatte nicht nur seine ersten beiden Aufschlagspiele ohne Punktverlust durchgebracht, nein dem 30jährigen gelang auch das erste Break in diesem OTC-Open-Finale, das sich Brunner mit seinem ersten Doppelfehler bei 30:40 übrigens zum Teil selbst einhandelte. Postwendend schlug der 19jährige Oberösterreicher aber mit einem Re-Break zurück, ehe es bis 5:4 mit dem Service in die Entscheidung von Satz 1 ging. Und dort hielt Steiner dann bei 4:5 und eigenem Aufschlag dem Druck vor heimischer Kulisse nicht stand, und schon hatte der 30jährige den ersten Satzverlust im Verlauf dieses Turniers zu beklagen.

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Beide Akteure lassen im zweiten Satz massenhaft Break-Chancen ungenützt, ehe Brunner über den Tie-Break zum 2. OTC-Open-Karriere-Titel kommt

Der zweite Durchgang sah dann – zumindest statistisch betrachtet – zwei souveräne Aufschläger. Kein einziges Break in 12 Games bis zum Tie-Break, bei genauerem Hinschauen wurde aber deutlich, dass sich Brunner & Steiner eher als klassische Vernebler ihrer massenhaft vorhandenen Break-Möglichkeiten entpuppten. Brunner ließ bei 2:1 und 15:40 zwei dieser hochkarätigen Gelegenheiten zum mögichen 3:1 ungenützt, bei 3:3 verschleuderte Steiner geradezu leichtfertig gleich drei Break-Chancen zum 4:3, insgesamt patzten die beiden Finalhelden bei gemeinsamen 15 Break-Chancen gleich 12 Mal am Return. Zwei dieser ausgelassenen Break-Möglichkeiten hatten seitens Brunner sogar den Charakter von Matchbällen, wobei Steiner den ersten in ganz großem Stil mit einem risikobehafteten Vorhand-Winner exzellent abwehrte. Im Tie-Break dann entwickelte sich eine wahre Mini-Break-Orgie, die Brunner am Ende als Sieger hervorbrachte. “Für mich ist echt wieder ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich komme so gerne hierher zu den OTC Open und ich spiele hier auch meistens immer gut. Ich freue mich riesig über diesen Turniersieg”, betonte Brunner in einem ersten kurzen Statement.

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