Beutler & Co enttäuschen im OTC-Open-Viertelfinale

Vor den beiden Halbfinalspielen der 1000 Euro OTC Open 2016 herrscht einerseits Vorfreude auf zwei tolle Matches, und andererseits die Hoffnung auf eine deutliche Niveausteigerung gegenüber den durchgehend enttäuschenden Viertelfinalbegegnungen des 75. HTT-Saisonturniers. Denn die Herren Michael Steiner, Philipp Schneider und Phlipp Schlaffer folgten dem bereits am Sonntag ins Semifinale der OTC Open gestürmten Florian Brunner 24 Stunden später ohne großes Aufsehen und nach drei großteils matten Viertelfinal-Partien in die Vorschluss-Runde des fünften HTT-Masters-Series-1000-Saisonturniers nach. Ein Bericht von C.L

img_6685

Michael Steiner wahrt die Hoffnungen des OTC auf einen Heimsieg

8 tolle Tennisspieler, vier mit Vorschusslorbeeren überhäufte Matches, doch Garantie für großes Tennis sind diese Faktoren deshalb noch lange nicht. Gesehen am gestrigen Montag am Jennerplatz hoch über Wien, wo die riesige Euphorie rund um ein geniales Super-Event am vierten Spieltag ein wenig verebbt ist. Das lag speziell an den drei anstehenden Viertelfinal-Partien, die allesamt weit hinter den Erwartungen zurückblieben. Zunächst wahrte Tourneuling Michael Steiner im Eröffnungsmatch am Centercourt die Hoffnungen des Ober St. Veiter Tennisclubs auf einen Heimsieg. Der 30jährige spulte sein bislang so souverän dargebotenes Programm auch im Viertelfinale gegen einen allerdings völlig farblosen Bernhard Scheidl ab, und deklassierte den HTT-Australian-Open-Champion von 2015  mit 6:2 und 6:0. Während Steiner mit seinem dritten zu Null gewonnenen Satz und mit nur sieben abgegebenen Games im Verlauf dieses Turniers ins Semifinale stürmte, wurde Serve & Volley-König Bernhard Scheidl einmal mehr seinem Ruf gerecht, auf roter Asche nicht unbedingt zur “creme de la creme” der HTT-Sandplatz-Elite zu gehören. An der Grundlinie agierend, reichte sein Tennis gegen Steiner nie und nimmer, und auch mit Serve & Volley konnte der Burgenländer gegen einen sicher und konsequent spielenden Lokalmatador nichts ausrichten.

img_6785

Philipp Schneider feiert gegen enttäuschend spielenden Niklas Ottowitz seinen 130. Karriere-Einzelsieg und kann im Semifinale gegen Florian Brunner in sein 20. HTT-Endspiel einziehen

Am frühen Nachmittag dann die nächste Enttäuschung! 6:1, 6:2, keine Stunde hat es gedauert, dann war die Siegesserie von Niklas Ottowitz auf Masters-Series-1000-Ebene sowas von gesprengt, dass sich selbst Sieger Philipp Schneider verblüfft zeigte. Nach sechs Einzelsiegen auf HTT-1000er-Niveau en suite, krachte Marswiese-Star Niklas Ottowitz in ein so nie und nimmer erwartetes Centercourt-Debakel. Der Juni-Masters-Series-1000-Champion fand zwei Sätze lang kein Mittel gegen einen Philipp Schneider, der langsam wieder in Form kommend, seinen 25. Saisoneinzelsieg und den insgesamt 130. Karriere-Einzelsieg in souveräner Manier einfuhr. Der 36jährige Linkshänder, der übrigens 4 der letzten 7 HTT-Masters-Series-1000-Turniere für sich entschied, trifft nun im Semifinal-Schlager auf Florian Brunner, und peilt dort sein insgesamt 20. HTT-Karriere-Finale und sein sechstes HTT-Masters-Series-1000-Endspiel an.

img_6773

Christoph Beutler scheitert an Sandplatzwühler Philipp Schlaffer

Zumindest spannend war es, was Philipp Schlaffer und der Ranglisten-Dritte Christoph Beutler im abschließenden Viertelfinal-Duell der OTC Open 2016 am Centercourt zu bieten hatten. Zumindest im ersten Satz und solange, bis Christoph Beutler bei 5:7, 1:4 die Flinte ins Korn warf, und seinen mit Spannung erwarteten Viertelfinal-Auftritt abrupt beendete. Der aktuell im HTT-Ranking beste rot-weiss-rote HTT-Spieler von der Marswiese, hatte einen Traumstart zu verzeichen, führte nach drei abgewehrten Breakbällen im Eröffnungsgame rasch mit 3:0 und schien die achtelfinale Krampfpartie gegen Lukas Planteu aus Beinen und Armen geschüttelt zu haben. Doch im Kopf war der an Nummer 2 gesetzte Neusiedl am See Open-Champion nicht frei, und so wurde der mühsame Kampf mit Sandplatzwühler Philipp Schlaffer am Ende zur “mission impossible”. Schlaffer darf im Semifinale gegen Lokalmatador Mchael Steiner nochmals ran, und hat bereits einen netten “Hunderter” verdient, während Beutler sich mit tollen Bilanzen und 30 Euro Preisgeld trösten kann. Gegen Planteu im Achtelfinale den 30. Saisoneinzelsieg realisiert, kann Beutler zwar nicht die ganz großen Titelgewinne bejubeln, eine gewisse Konstanz ist dem 32jährigen aber unbedingt zuzusprechen. Immerhin hat er heuer bei 10 Turnierstarts immer zumindst das Viertelfinale erreicht, und diesen Standart hält der Ranglisten-Dritte nun bereits saisonübergreifend seit 18 Turnieren.

img_6789