Marcus Schischlik verabschiedet sich mit Kantersieg aus der Challenger-Tour

Marcus Schischilik hat im Endspiel des 10. April-Challenger-Turniers seinen Status “ab sofort kein Challenger-Spieler mehr zu sein” eindrucksvoll untermauert, und nach 26 HTT-Saisonturnieren mit 26 verschiedenen Siegern für den ersten “Zweifach-Titel” des Jahres gesorgt. Der 20jährige vom Tennisclub Bambini Wien deklassierte am Dienstag Abend den zwei Jahre jüngeren Final-Debütanten Christian Vollmann mit 6:1, 6:0 und feierte den insgesamt vierten HTT-Challenger-Titel seiner Karriere. Gerade einmal 33 Minuten dauerte das ungleiche Final-Duell am Centercourt des UTC La Ville, in dem Schischlik am Ende nur um 5 Minuten am Rekord für das schnellste Endspiel der HTT-Geschichte vorbeischrammte. Ein Bericht von C.L

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Christian Vollmann mit einer “Statistik des Grauens” nur haarscharf an der schnellsten Final-Niederlage der HTT-Geschichte vorbei

Die Final-Premiere von Christian Vollmann ist am Dienstag Abend ordentlich in die Hose gegangen. Der 18jährige vom Traditionsclub TC Blau Weiss in Hietzing, lief bei seinem Endspiel-Debüt am Centercourt des UTC La Ville in ein beängstigend anzusehendes 1:6, 0:6 Debakel und offerierte seinem wenig angestrengten Gegenüber den Titel beim 10. April-Challenger-Turnier beinahe am Silber-Teller. Dabei hätte Vollmann mit einem gelungenen Start in dieses finale Treffen eigentlich dafür gesorgt, dass sich die verständliche Anfangsnervosität rasch hätte verfliegen können. Der 18jährige legte mit einem Break zum 1:0 los, doch was dann in der folgenden halben Stunden am Centercourt ablief, muss Vollmann wohl unter dem oft strapzierten Begriff “Lehrgeld zahlen” verbuchen. 12 Games in Serie gingen an seinen Gegner, der ohne zu glänzen eine Art “Final-Routine” ausspielte, und in allen Belangen hoch verdient seinen grandiose Endspiel-Serie mit 4:0 Siegen weiter ausbaute. Ein Blick auf die Statistik des Grauens sei noch erlaubt: Vollmann produzierte 29 unerzwungene Fehler, kam insgesamt bei 66 ausgespielten Ballwechseln nur zur mageren 17 Punkten, und musste am Ende froh sein, nicht auch noch mit der schnellsten Final-Niederlage der Open Era in die Geschichtsbücher einzugehen.

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Christian Vollmann im Interview: “Ich hatte zuviel Respekt und irgendwann habe ich auch die Nerven geschmissen”

“Ich hatte viel zu viel Respekt vor der Situation hier im Finale. Ich habe mich nicht getraut, auf den Ball drauf zu gehen, und habe einfach viel zu viele Fehler gemacht. Irgendwann habe ich dann auch die Nerven weggeschmissen, und das war natürlich mein großer Fehler. Aber das ist mir halt passiert, es war mein erstes Finale, und ich werde daraus lernen. Hoffentlich wird es beim nächsten Mal besser”, so Vollmann, der ansonsten positiv über sein Abschneiden beim April-Challenger resümieren konnte. “Ich hätte mir nicht erwartet hier ins Finale zu kommen, weil ich zuletzt relativ wenig Zeit für das Training hatte. Aber es hat mich dann umso mehr gefreut, hier mein erstes Finale auf der HTT erreicht zu haben. Alles in allem überwiegt die Freude über mein Abschneiden hier”, so der 18jährige Wiener.

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Marcus Schischlik beim Challenger-Abschied: “Für mich ist das der bisher wichtigste meiner vier HTT-Titel”

Im Semifinale sein 100. HTT-Karriere-Match bestritten, im Finale mit dem 60. Sieg nachgelegt, dazu in Endspielen mit 4:0 Siegen weiter ungeschlagen, auf eindrucksvoll Art und Weise zelebrierte Marcus Schischlik beim 10. April-Challenger-Turnier im UTC La Ville seinen “Abschied aus der Challenger-Tour”. Der 20jährige knackte im 27. Saisonturnier die unfassbare HTT-Serie mit 26 Turnieren samt 26 verschiedenen Siegern im Jahr 2016, und avancierte mit seinem finalen Kantersieg über Christian Vollmann zum ersten 2fach-Titelträger der heurigen Saison. “Für mich ist das der bislang wichtigste meiner vier Challenger-Titel, vorallem weil es mein letzter Challenger-Auftritt war. Trotz dieses klaren Finales, ordne ich diesen Sieg am höchsten ein. Ich hatte mir das heute viel schwieriger erwartet, und darum habe ich auch ein wenig unruhig begonnen. Ich habe dann aber sehr schnell zu meinem Spiel gefunden”, so der April-Challenger-Champion 2016, für den es gar nicht so einfach war, gegen einen völlig von der Rolle agierenden Gegner die Konzentration zu halten. “Ich hatte mir vorgenommen, ständig den Fokus aufrecht zu halten. Mir tun bei solchen Matches immer die Gegner leid, weil sie in diesen Momenten nicht das abrufen können, was sie wirklich drauf haben. Ich weiß zum Beispiel, dass der Christian viel besser spielen kann als heute”, zeigte Schischlik Mitleid mit seinem Gegenüber.

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