HTT-Branchen-Primus gewinnt Traumfinale beim Sandplatz-Saison-Opening

Der umjubelte Sieger der 25. Auflage des April-HTT-500-Turniers kommt aus Serbien und heißt wie auch schon im Jahr 2014 Vladimir Vukicevic. Der 34jährige aus Sombor setzte sich am Dienstag Abend im zweiundzwanzigsten rein internationalen Endspiel der HTT-Open-Era gegen seinen Freund und Doppelpartner Damian Roman durch, und steht mit nunmehr 11 HTT-Karriere-Turniersiegen wieder alleine an der Spitze als erfolgreichster internationaler HTT-Spieler der Geschichte seit 1990. In einem einseitigen, relativ durchschnittlichen und unspannenden Jubiläums-Endspiel stürmte der serbische Ranglisten-Erste in lediglich 79 Minuten zu einem glasklaren 6:2, 6:1 Erfolg, der Vukicevic im Head to Head mit Damian Roman nach dem fünften direkten Duell auf 2:3 heranbrachte. Mit seinem zweiten HTT-Saisontitel bescherte der Rasenkönig zudem auch noch seinem Heimatland einen historischen HTT-Erfolg. Serbien führt seit Dienstag Abend die Bestenliste aller internatonalen Nationen mit 26 Turniersiegen vor den Langzeit-Leadern aus Deutschland (25 Turniersiege) an. Ein Bericht von C.L

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Finale bei Jubiläums-Auflage des April-HTT-500-Turniers darf sich über Duell der Nummern 1 und der 2 der HTT-Computer-Rangliste freuen

Es hätte wohl kaum ein besser und glanzvoller besetztes Finale zum Jubiläum des April-HTT-500-Turniers geben können. Zur 25. Auflage des ältesten und traditionsreichsten Sandplatz-Turniers der Hobby-Tennis-Tour duellierten sich die serbische Nummer 1 der HTT-Entry-List und die rumänische Nummer 2 der HTT-Computer-Rangliste um den ersten der vielen großen und prestigeträchtigen Saison-Titel auf roter Asche, und im fünften direkten Aufeinandertreffen zweier 10facher-Champions zudem auch um den imaginären Titel des erfolgreichsten internationalen HTT-Stars. Und am Ende eines Finales, dass bei grauslichen äußeren Bedingungen über weite Strecken weit hinter den Erwartungen zurückblieb, gab es mit Vladimir Vukicevic wohl auch den verdienten Sieger zu bejubeln. Der amtierende HTT-Australian-Open war der Mann des fünftägigen Sandplatz-Openings, der für die ganz speziellen Momente sorgte und zum großen Teil die Geschichte des 484. Sandplatz-Turniers schrieb.

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Das große “Bibbern” am Finaltag – Night-Session wird zur One Man Show, die Vukicevic mit einem 6:2 im ersten Satz einleitete

Das Traumfinale der HTT-Nr. 1 gegen die HTT Nr. 2 hätte sich freilich einen anderen Rahmen verdient als jenen, der am Dienstag Abend geboten wurde. Nach drei phantastischen Tennistagen eines rumd um begeisternden Sandplatz-Saison-Openings im UTC La Ville, setzte just am abschließenden Finaltag das “große Bibbern” ein. Bei geschlossener Wolkendecke und niedrigen zweistelligen Temperaturen, lauschten die Fans der beiden HTT-Superstars dick eingepackt in Decken einer Night-Session am Centercourt des UTC La Ville, die in 1:19 Stunden Spielzeit zur One-Man-Show des Vladimir Vukicevic ausartete. Und das lag vorallem daran, dass sich der serbische Ausnahmekönner mit den wirklich widrigen Bedingungen viel besser arrangierte als sein Widerpart aus Rumänien. Flutlicht, feucht kaltes Wetter, leichter Wind und langsamere Bälle und Plätze als an den sonnigen Tagen zuvor, machten die Umstellung für die beiden Akteure wirklich alles andere als einfach. Und während Damian Roman mit diesen Verhältnissen von Beginn an so seine liebe Not hatte, spulte Vladimir Vukicevic sein Programm gewohnt konstant und unaufgeregt ab. Mit zwei Doppelfehlern und nach Abwehr von zwei Break-Chancen musste Damian Roman gleich im Eröffnungs-Game sein erstes von insgesamt sechs Aufschlagspielen an diesem Abend abgeben, eine eigentlich unfassbare Statistik für einen Mann mit der unbestrittenen Klasse eines Damian Roman. Zu Null kam der 3fache HTT-US-Open-Champion zwar postwendend zum Re-Break, doch in die Partie sollte er damit dennoch nicht finden. Die Entscheidung im ersten Satz fiel beim Stand von 3:2 für Vukicevic, als Damian Roman zwei Break-Chancen zum 3:3 vorfand, und mit vier teils kapitalen Eigenfehlern die Riesengelegenheit den ersten Durchgang offen zu gestalten leichtfertig ausließ. 9 Punkte in Serie holte Vukicevic in dieser Phase und legte damit den Grundstein zum 6:2 Satzgewinn nach 39 Minuten.

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Nach 100 ausgespielten Punkten muss Damian Roman nach sechs Endspiel-Triumphen in Serie erstmals wieder als Final-Verlierer vom Platz

25 weitere Minuten später war die Hoffnung nach einem spannenden Schlagabtausch im Traumfinale des Jubiläums-Turniers, der bitteren Realität eines einseitigen und wenig hochklassigen Gigantentreffs gewichen. Denn der amtierende Tour-Finals-Gewinner aus Negresti Oas erlebte vielleicht den bittersten, mit Sicherheit aber den spielerisch schwärzesten Tag seiner bisherigen HTT-Karriere. Dem 33jährigen fehlte komplett das Timing an der Grundlinie, Roman bekam nur ganz selten den nötigen Drall auf den Ball, und mit einem raschen 0:4 Rückstand war es natürlich auch mit dem Selbstvertrauen nicht mehr weit her. Wie es hätte laufen können, auf welch großartigen Tennisabend sich die Zuschauer hätten freuen können, demonstrierte der HTT-Erste-Bank-Open-500-Sieger im fünften Game des zweiten Satzes, als er sich in glanzvollen 60 Sekunden mit drei Vorhand-Winnern und einem Service-Kracher zu Null auf die imaginäre Anzeigetafel hämmerte. Für einen Umschwung aber war das zu wenig, denn gleich darauf antwortete der HTT-Branchen-Primus ganz im Stile eines überlegen agierenden Ranglisten-Ersten mit einem ebenfalls zu Null gewonnenen Aufschlagspiel. Damit war “das Ding” durch, Roman gab zum sechsten und letzten Mal sein Service ab, und setzte mit seinem 38. unerzwungenen Fehler von der Grundlinie schließlich selbst den Schluss-Punkt hinter eine aus seiner Sicht grauenhaft verlaufenden Finalpartie. 100 Punkte waren am Ende ausgespielt worden, und mit 58:42 für die serbische Nummer 1 legte die Statistik auch hier die klaren Machtverhältnisse am Centercourt dar. Während Vukicevic im 28. Saisonturnier nach Marcus Schischlik zum zweiten 2fachen-Saisonsieger avancierte, setzte es für Damian Roman nach sechs Final-Triumphen in Serie erstmals wieder eine Endspiel-Niederlage, die auch den zwanzigsten rumänischen Tour-Titel vereitelte.

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Mariah Carey oder Vladimir Vukicevic – und die Gründe für Damian Romans klares Scheitern im Endspiel des 25. April-HTT-500-Turniers

“Ich habe mich sehr auf dieses Match gefreut, aber leider habe ich sehr schnell verloren. Die Enttäuschung ist riesengroß, weil ich heute einfach nicht zu meinem Spiel gefunden habe. Das hatte mehrere Gründe. Erstens einmal die Müdigkeit. Ich bin noch nicht in Topform, und ich werde jetzt hart daran arbeiten, dass ich das bis zu den HTT-French-Open – die ich unbedingt spielen möchte – hinbekomme. Zweitens hat der Vladi heute sehr stark gespielt und einen guten Plan gegen mich durchgeführt. Wie auch die Statistik zeigt, hat er eindeutig weniger unforced errors begangen, und wenn das passiert, dann ist er unmöglich zu schlagen. Das Wetter, die Bälle, die Platzverhältnisse allgemein waren heute gegen mich. Die Bälle sind nicht gesprungen, das kommt natürlich dem flach spielenden Vladi sehr entgegen, vorallem auch beim Slice. Alles in allem war es aber eine gute Vorbereitung mit fünf gespielten Matches. Das war sehr positiv für mich und ich freue mich schon auf das nächste Turnier”, so der unterlegene HTT-Hartplatzkönig, der am Vortag noch mit einer Absage seines finalen Auftrittes spekuliert hatte. Der Grund dafür war Musik-Superstar Mariah Carey, die am Finaltag in der Wiener Stadthalle gastierte, und für die Damian mit seiner Beate Konzertkarten hatte. Kuriosum am Rande: Weil die Pop-Diva ihren “Gig” erst verspätet in Angriff nahm, und Damian in nur 79 Minuten vom Platz musste, wäre sich letztlich sogar beides locker ausgegangen. Und auf die abschließende Frage “Mariah Carey oder Vladimir Vukicevic” antwortete Roman: “Also ich würde jederzeit Vladi vor jedes Konzert stellen, weil mich jedes Match mit Vladi besser macht. Außerdem haben wir mit Moni und Vladi zwei tolle Freunde auf der Hobby-Tennis-Tour gefunden”, so der 33jährige.

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“So verrückt ist Tennis” – Der HTT-Branchen-Primus im Sieger-Interview

Der Mann des Sandplatz-Openings war aber ganz ohne jeden Zweifel Vladimir Vukicevic. Im Achtelfinale gegen den superstarken Maximilian Berger in einem wahren Tennis-Thriller mit vier abgewehrten Matchbällen eigentlich bereits ausgeschieden, buchte er im Viertelfinale gegen Mathias Wagner seinen 100. HTT-Karriere-Einzelsieg, und spielte dort beim 6:7, 6:0, 6:0, sein 29. Viertelfinale bei den drei großen Turnierserien (Grand Slam, Masters 1000, und HTT 500) in ununterbrochener Reihenfolge. Am Ende stand dann noch der 11. Turniersieg mit 500 Ranglisten-Punkten und der 26. Titelgewinn für Serbien. “Was soll ich sagen. Ich war vor zwei Tagen praktisch weg aus dem Turnier, und jetzt gewinne ich überraschend glatt das Finale. So verrückt ist Tennis. Es war ein bißchen Glück, ein bißchen Können, dazu die Verhältnisse, ich bin einfach glücklich das heute geschafft zu haben. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass ich so klar gewinnen könnte. Für mich war Damian der Favorit, weil er im Verlauf des Turniers viel stabiler gespielt hat als ich. Die Verhältnisse und da vorallem die niedrigen Temperaturen haben mir heute gut gepasst, und zudem habe ich bis zum Ende an meinem Plan festgehalten”, analysierte der nunmehr 2fache April-HTT-500-Sieger, der sich dann noch zur neuen Leaderroller Serbiens als führende internationale Tennis-Nation auf der HTT äußerste. “Das wird noch mehr und klarer werden. Ich sehe keine deutschen Spieler weit und breit. Rumänien wird uns da eher gefährlich werden. Deutschland sehe ich nicht mehr als Konkurrenz”, so der HTT-Branchen-Beste.

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