Siegreiches Drama der HTT-Nr. 1 nach vier abgewehrten Matchbällen

Das bislang großartig verlaufende HTT-Sandplatz-Opening im UTC La Ville geht am vierten Spieltag mit dem Semifinale und einem weiteren absoluten Höhepunkt weiter. Nach prachtvollem Kaiserwetter, und unfassbar vielen hochklassigen und spannenden Matches auf phantastisch hergerichteten Courts, kann die 25. Auflage des April-HTT-500-Turniers beim Jubiläum mit einem hochkarätig besetzten Halbfinale aufwarten. Drei Stars aus den mittlerweile gigantisch starken Top 4 der HTT-Entry-List, dazu der amtierende HTT-French-Open-Champion, mehr geht bei einem Turnier der HTT-500er-Serie einfach nicht mehr. Wenn am Montag Abend daher der serbische Ranglisten-Erste und 2fache HTT-Wimbledon-Sieger Vladimir Vukicevic auf den Sandplatzkönig und 2fachen HTT-French-Open-Champion Victor Stabrawa treffen wird, und sich der 3fache rumänische HTT-US-Open-Gewinner Damian Roman und der 2fache Masterssieger Philipp Scneider in ihrem fünften direkten Duell gegenüberstehen werden, dann ist Top-Tennis für die Besucher des UTC La Ville einmal mehr vorab garantiert. Und absolut großartiges Tennis bekamen die zahlreichen HTT-Fans auch am gestrigen dritten Spieltag des HTT-Sandplatz-Openings geboten, von dem C.L berichtet.

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Mega-Thriller am kleinen Centercourt – Vukicevic und Berger mit epischer Tennisschlacht im Achtelfinale des April-HTT-500-Turniers

Was war das doch gestern wieder für ein außergewöhnlicher Tennistag, den die Stars der Szene, deren Fans und viele neutrale Zuschauer im UTC La Ville erlebt haben. Es war ein toller und tief beeindruckender HTT-Tag, der einmal mehr beste Werbung für Österreichs größte Breitensport-Tennisserie lieferte. Es regnete sportlich hochwertigeste Matches am laufenden Band, es gab Favoriten zu sehen, die sich gegen motivierte und aufmüpfige Underdogs abmühten, es gab Überraschungen, Sensationen, Triumphe und Tragödien zu bestaunen und jede Menge Spannung & Dramatik obendrein, für die vorallem zwei Herren verantwortlich zeichneten, die sich und den zahlreichen Fans auf der Terrasse des La-Ville-Restaurants einen über dreieinhalb Stunden dauernden Tennis-Thriller lieferten. In den Hauptrollen dieses Krimis waren die serbische Nummer 1 Vladimir Vukicevic und ein vielen Tour-Insidern vielleicht noch nicht so bekannter 20jähriger namens Maximilian Berger zu sehen. Der Rookie vom Hietzinger TV, im HTT-Computer nur auf Position Nr. 197 geführt, und mit einem 6:2, 6:1 Erstrunden-Erfolg über Andreas Toluay in dieses April-HTT-500-Achtelfinale eingezogen, bot dem 2fachen HTT-Wimbledonsieger nicht nur einen mehr als ebenbürtigen, packenden und an Dramatik kaum mehr überbietbaren Kampf, nein er stand am späten Sonntag Nachmittag ganz dicht davor, seine Rolle als HTT-Nobody für die eines Riesentöters zu tauschen. Und Max Berger wäre zudem um ein Haar ein höchst historischer Coup gelungen.

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Vukicevic nach Abwehr von 4 Matchbällen zum 29. Mal in Serie in einem Viertelfinale auf Grand-Slam-Masters-1000 und HTT-500-Ebene, und wer im Hintergrund dieses Thrillers zu Helden avancierte

In diesen achtelfinalen Schlagabtausch mit Berger ging der amtierende HTT-Australian-Open-Gewinner nämlich mit einer bombastischen Serie, die ganz eindrucksvoll die große Stärke der “serbischen Maschine” Zitat: Christoph Kramer belegt. Keiner in der HTT-Spitze ist konstanter als der 34jährige aus Sombor, sowohl in seinem Spiel auf dem Platz als auch von den Resultaten her. 28 Mal in ununterbrochener Reihenfolge stand Vukicevic bei Turnieren der drei höchsten Kategorien also Grand-Slam, Masters 1000 und HTT-500 zumindest im Viertelfinale. Eine Wahnsinnsleistung und ein Mega-Bestwert, der am Sonntag Abend aber mehrfach ernsthaft in Gefahr geriet. Denn auf der anderen Seite des Netzes bot Maximilian Berger nicht nur erbittert Gegenwehr, nein er entzückte das Publikum in über 200 sehenswerten Minuten ein ums andere Mal mit exzellenter Tenniskunst. Und die wäre beinahe auch belohnt worden, als sich der 20jährige nämlich bei einer 7:5, 6:5 Führung zum Aufschlag bereit machte. Mindestens ebenso spannend wie das Geschehen am kleinen Centercourt, war aber das hektische Treiben, dass sich gleichzeitig im Hintergrund dieses Achtelfinal-Krachers abspielte. Vukicevic hatte beide Standart-Rackets mit Saitenriss “verabschiedet”, als sich sein Freund und Doppelpartner Damian Roman mühevoll suchend um ein passendes Ersatz-Racket bemühte. Den rettenden Anruf tätigte aber Vladis Ehefrau Moni, die die Nummer von La-Ville-Bespannungsgott Beni Winter in ihr smartes Phone drückte, und so ihren S.O.S-Ruf absetzen konnte. Der setzte sich in sein Auto, rauschte in Windeseile ins La Ville, und Minuten später hatte der Besaitungskünstler dafür gesorgt, dass Vukicevic bei oben erwähntem Spielstand von 5:7, 5:6 aus seiner Sicht, wieder mit gewohntem Arbeitsgerät zu Werke gehen konnte. Berger hatte trotzdem alles in seiner Hand, ließ er doch bei 6:5,, 40:15 seine ersten beiden Matchbälle aus, ehe er sich im Tie-Break noch den Luxus zweier weiterer ungenützter Matchbälle leistete. Vukicevic bedankte sich artig mit einem 6:3 im dritten Satz, und baute damit seine Super-Serie auf 29 Viertelfinal-Teilnahmen in Serie aus, während Berger zur Pressekonferenz schritt.

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Beinahe-Riesentöter Maximilian Berger bei der Pressekonferenz

“Es überwiegt trotzdem die Freude über ein geiles Match und einen absolut geilen Kampf. Wir haben beide vielleicht nicht auf unserem besten Niveau gespielt, aber richtig toll gekämpft. Ich bin froh, dass ich jetzt nicht noch ein Match spielen muss. Gegen die Nummer 1 der HTT kann man ruhig auch in drei Sätzen verlieren, noch dazu wenn man vier Matchbälle hatte. Natürlich muss ich aber bei den Matchbällen konsequenter spielen, vorallem bei jenen mit eigenem Aufschlag. Nichts desto trotz war es ein geiles Match, das richtig Spaß gemacht hat”, so der knapp unterlegene Berger, der den vergebenen Matchbällen doch ein wenig nachtrauerte. “Zwei oder drei Matchbälle hat Vukicevic extrem gut abgewehrt, da konnte ich nicht viel machen. Aber natürlich habe ich bei einem Matchball nur auf Sicherheit einen Kick reinserviert, weil ich davor zwei vergeben hatte und den Aufschlag auf Sicherheit reinspielen wollte um über die Rally zum Punktgewinn zu kommen. Im Nachhinein muss ich natürlich beim ersten Aufschlag voll drauf gehen, vorallem weil ich so wie heute ein gutes Percentage und viele freie Punkte beim ersten Service hatte. Das war vielleicht ein Fehler”, so der 20jährige, der sich für seine weitere HTT-Karriere zuversichtlich und angriffslustig zeigte: “Ich habe beim Jänner-Grand-Slam ein gut gelaufenes Debüt mit dem Achtelfinaleinzug gegeben, und mich dann leider verletzt, wodurch ich auch seither kein Turnier mehr spielen konnte. Ich möchte in der Rangliste weiter nach vorne kommen, damit ich bei den großen Turnieren nicht schon in der zweiten Runde gegen die Nummer 1 spielen muss. Genau wegen diesen Matches komme ich aber zur Hobby-Tennis-Tour”.

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Vladimir Vukicevic feiert nach viertelfinalem Dreisatzerfolg über Mathias Wagner den 100. HTT-Einzelsieg seiner Karriere

Tja und während es sich Maximilian Berger nach der Pressekonferenz daheim auf der Couch gemütlich machte, musste Vladimir Vukicevic 45 Minuten später bereits zu seinem Viertelfinal-Treffen mit Mathias Wagner auf den Centercourt. Und scheinbar hatte der serbische Ausnahmekönner so richtig viel Spaß an Dreisatz-Matches gefunden, denn auch im Duell mit dem Mayrhuber-Bezwinger musste der HTT-Rasenkönig über die volle Distanz von drei Sätzen gehen. Es wurde eine kuriose Night-Session bei längst kühlen und feuchten Verhältnissen, in der Wagner den ersten Satz im Tie-Break zu seinen Gunsten entschied, und seinem serbischen Gegenüber damit die Sätze Nr. 5 und 6 “anhängte”. Das hatte was von Majestäts-Beleidigung, und so rächte sich der Branchen-Primus mit zwei zu Null gewonnenen Sätzen, die ihm letztlich nicht nur den Einzug ins Semifinale des April-HTT-500-Turniers bescherten, sondern ihm auch den 100. Einzelsieg seiner HTT-Karriere einbrachten. Mit einer Runde zu später Stunde wurde dieser Jubiläums-Erfolg an einem für ihn sensationellen Tennistag schließlich noch gebührend gefeiert, ehe am Montag Abend schon die Herkules-Aufgabe mit HTT-French-Open-Sieger Victor Stabrawa wartet.

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