Hobiger mit Tiefschlag vor möglicher Krönung zum HTT-Rekordteilnehmer

Eine Woche vor seiner möglichen Krönung zum neuen Rekordspieler der Hobby-Tennis-Tour, musste HTT-Legende Markus Hobiger am Samstag Nachmittag einen sportlich betrachtet recht herben Tiefschlag einstecken. Der 39jährige wurde in seinem Erstrunden-Match beim April-HTT-150-Turnier im UTC La Ville von Jungstar Paul Henke in schwachen 50 Minuten mit 0:6, 0:6 zerpflügt, und bekam bei seinem 287. Turnierstart schonungslos seine Grenzen aufgezeigt. Hobiger war seinem 25 Jahre jüngeren Gegner nicht nur spielerisch um Längen unterlegen, sondern wie erwartet auch körperlich nicht in der Lage in Runde 1 auf HTT-150er-Niveau eine konkurrenzfähige Darbietung abzuliefern. Ein Bericht von C.L

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Seit 283 gespielten Turnieren wartet Markus Hobiger bereits auf HTT-Karriere-Titel Nr. 2

Am 4. März 2008 war es, als der designierte HTT-Rekordteilnehmer im Endspiel des Februar-HTT-150-Turniers (damals noch First Series) gegen Russlands Stanislav Perepelkin einen 2:6, 6:0, 6:3 Erfolg landen konnte, und sich damit seinen ersten und bislang einzigen HTT-Karriere-Titel sicherte. Seither sind acht lange Jahre ins Land gezogen, hat sich die HTT-Szenerie grundlegend verändert und mit ihr auch das dargebotene Niveau bei den sogenannten 150er-Events der Hobby-Tennis-Tour. Von den damals 26 am Start befindlichen Akteuren beim einzigen Hobiger-Triumph, sind nur mehr 9 davon in der aktuellen HTT-Entry-List zu finden, und keiner von ihnen auch nur annähernd im Spitzenfeld. Und so ist auch für den ehemaligen HTT-150-Champion der Zug auf diesem Level längst abgefahren. Bei seinen letzten zehn Turnierstarts auf 150er-Ebene krachte “Hobi” gleich sieben Mal in Runde 1 aus dem Bewerb, und insgesamt wartet der routinierte Guntramsdorfer schon seit 283 Turnierteilnahmen auf die so heiß ersehnte Bestätigung seines Premieren-Titels in Form von Turniersieg Nummer 2.

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Hobiger im 465. HTT-Karriere-Single vom 14jährigen Paul Henke mit der Höchststrafe von 6:0, 6:0 bedacht

Hobiger, der übrigens der einzige Spieler im gesamten Circuit ist, der an allen sechs Auflagen des April-HTT-150-Turniers teilnahm, wurde am Samstag Nachmittag im 465. Match seiner Laufbahn vom erst 14jährigen Paul Henke mit der Höchststrafe von 6:0, 6:0 auf den Boden der Realität befördert. Von einer  rätselhaften Müdigkeit sei er am Tag vor seinem Auftakt-Match befallen worden, und daher auch ohne Erwartungshaltung in das Duell mit dem spielstarken Junior vom CTP Pötzleinsdorf gegangen, gab der 39jährige am Ende zu Protokoll, und kündigte bereits für den Sandplatz-Saisonauftakt am kommenden Wochenende im UTC La Ville an, dass die HTT-Community dort einen anderen Hobiger zu Gesicht bekommen würde.

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Fischer in Spiellaune, Keller souverän, und für die Qualifikanten gab es in Runde 1 des Hauptbewerbs keine Chance auf eine Überraschung

Wie überhaupt dieser zweite Spieltag im UTC La Ville viele äußerst klare Erfolge mit sich brachte. Von oben nach unten im Tableau des April-HTT-150-Turniers, fällt zunächst der 6:2, 6:0 Kantersieg des Oliver Fischer ins Auge. Der Routinier vom Team Donaufeld fegte wie ein Wirbelwind über den Centercourt am Altmannsdorfer Ast, und deklassierte den erfolgreich über die Quali gekommenen Dominic Böhm in nur 36 Minuten mit 6:2 und 6:0. Den 15jährigen vom TC Tulln plagten allerdings eine Verletzung im Rücken, die er sich im Training während der Woche zugezogen hatte. Mit diesem Handicap ging auch Böhms tolle Serie beim April-HTT-150-Turnier zu Ende, wonach der Jungstar bei allen seinen Starts hier immer bis ins Achtelfinale kam. “Endlich einmal kein Schupfer, da macht Tennis gleich viel mehr Spaß”, freute sich derweil Oliver Fischer  über seinen klaren Auftakt-Erfolg, der ihm ein achtelfinales Duell mit dem topgesetzten Turnierfavoriten Theo Berger bescherte. Höchst souverän agierte auch Liz Keller bei ihrem glatten 6:2, 6:2 Erfolg über den Mexikaner Sergio Gonzales, der sich in der Quali gegen die lange Zeit großartig spielende Weißrussin Maria Talkanitsa in zwei Sätzen durchsetzte, und im Quali-Finale von der  verletzungsbedingten Aufgabe des Marcus Rotter profitierte. Über ein gelungenes Saison-Debüt freute sich auch Michael Pichler, der sich gegen den immer besser in Fahrt kommenden Qualifikanten Alexander Vollmann mit 6:1, 6:4 durchsetzen konnte. Neben Böhm, Gonzalez und Vollmann gab es auch für den vierten Qualifikanten in Runde 1 des Hauptbewerbs nichts zu holen. Manuel Budai, der im Quali-Finale noch den “serbischen Joker” Mile Markovic mit 6:2, 6:1 aus der Halle servierte, blieb im Erstrunden-Match gegen Markus Hörmann mit 3:6, 1:6 ohne Chance auf eine Überraschung.

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Mit Robert Heuberger und Vahe Malkyan stehen die ersten beiden Viertelfinalisten beim April-HTT-150-Turnier fest

Indes stehen mit dem an Nummer 3 gesetzten Robert Heuberger und dem iranischen Mai-Challenger-Sieger von 2015 Vahe Malkyan bereits zwei Spieler im Viertelfinale der 6. Auflage des April-HTT-150-Turniers. Robert Heuberger bot in seinem Achtelfinal-Match gegen Baumann-Bezwinger Bernd Neugebauer über weite Strecken eine äußerst reife und kontrolliert wirkende Vorstellung, ehe er im Finish des zweiten Satzes noch in Bedrängnis kam, und erst im Tie-Break sein Viertelfinal-Ticket für das 26. HTT-Turnier des Jahres 2016 löste. Was Sohnemann Robert gelang, blieb Papa Norbert Heuberger eine Stunde zuvor im ersten Achtelfinal-Treffen des Tages verwehrt. Heuberger sen. verpasste mit einer völlig unnötigen 6:7, 1:6 Niederlage gegen Vahe Malkyan nicht nur das Viertelfinale, sondern auch sein mögliches 100. HTT-Karriere-Single. Von einigen Diskussionen um knappe Bälle im ersten Satz aus der Konzentration gerissen, vergeigte der 45jährige den zweiten Satz sang- und klanglos mit 1:6.

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